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Die Welt · 1906-11-16 · 46 (16.11.1906) · page 13

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
46 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Kapitalien nicht beim J. C. T. deponieren, sondern dort, wo sie rößere Zinsen bekommen. Ich bitte ihn zu bedenken, daß man inem Gg. nur zumuten kann, eine Anzahl Aktien ä fond perdu zu aufen, aber nicht, daß man seine oder seiner Kinder Sparpfennige i eine Bank geben soll, von der man heute auf morgen nicht reiß, ob nicht die Gelder für andere als die Bankzwecke verwendet werden und bei der man nicht auf eine regelmäßige, wenn iiich bescheidene Verzinsung rechnen kann. Der Vorwurf mancher Herren, daß die Bank weniger zionistisch nd mehr geschäftlich betrieben wird, ist, was das erstere betrifft licht richtig und ist von den Direktoren gründlich widerlegt worden. \nderseits glaube ich, arbeitet die Bank um so zionistischer, je :iehr sie ihre Geschäfte geschäftlich betreibt. Falls die Bank, was von jetzt ab der Fall sein dürfte, eine v-enn auch bescheidene Dividende zahlen wird, dann werden wir uf die Gefühle der jüdischen Kapitalisten nicht so viel einwirken uissen, sondern dann werden auch bei einem kleinen Zinsfuß der ank Kapitalien zufließen, die sie befähigen werden, große Unterehmungen für Palästina auszuführen. Um kurz zu resümieren: Es ist meiner Ansicht nach besser, ir weichen den Dingen, die kommen müssen, nicht aus, sondere ichen bis zum Kongresse eine klare Situation — wenn möglich hne Kampf — zu schaffen. Zum Schlüsse will ich eine Frage vorweg beantworten, die;an möglicherweise an mich stellen wird: Was ist Ihr Programm? Nach meiner bescheidenen Ansicht ist unser Programm sehr ufach, hat eine sehr breite Arbeitsbasis und ermöglicht es allen utgesinnten, sich mit Erfolg zu betätigen. 1. Einhaltung des politischen Zieles, wie es von unserem sei. ührer Dr. Herzl aufgestellt wurde. 2. Vermehrung und Beschützung unseres Nationalvermögens n. F., Bank). 3. Größtmöglichste Initiative zur Erschließung von kommeri-llen, agrikulturellen und technischen Arbeitsgelegenheiten durch ivatpersonen und Vereine nach einer bestimmten Direktive, die i weder vom E. A. C. oder einer eigenen Kommission ausgegeben erden müßte. J. Kremenezky. Sehr geehrter Herr Redakteur! Bezugnehmend auf die Notiz über „Jüdische Wissenschaft", u: in der „Welt" Nr. 40 enthalten war, möchte ich folgendes beim rken: 1. In meinem Artikel (gegen den Gelehrten Dr. Perles) steht v der direkt noch indirekt etwas von der Behauptung, daß „die estamentische und überhaupt die hebräische Philologie eifrig ge- I gt wird". Es konnte mir nicht einfallen, von einem Gebiete zu en, das bei der betreffenden Diskussion gar nicht in Betracht ' i. Ich habe lediglich von der neu hebräischen Sprache und : eratur geredet. 2. Da ich niemals Vorträge über das neuhebräische Gebiet esen habe, so ist es auch unrichtig, daß ich die Klagen des rrn Dr. Perles als eine Art persönliche Angelegenheit betrachtet oder auch nur auffassen konnte. Ich habe nur zur Beleuch- ■ ■ig der bestehenden Verhältnisse folgendes hervorgehoben: a) schon d gehört die Pflege der neuhebräischen Sprache und Literatur den Aufgaben der vorhandenen Professoren für orientalische machen, wie das Gebiet eines für das Arabische angestellten ofessors auch die Pflege der mohammedanischen Literatur um- <t; b) schon jetzt haben jüdische Gelehrte durch Arbeiten über ' neuhebräische Literatur den philosophischen Doktortitel erworben; es ist nicht sicher zu begründen, wenn den Akademien ein »rwurf daraus gemacht worden ist, daß sie Unternehmungen auf m Gebiete der jüdischen Literatur nicht unterstützt haben, und >erdies ist die Arbeit von Dr. S. Aptowitzer über „Das Schriftort in der rabbinischen Literatur" tatsächlich in den Abhandlungen '-'i' Wiener Akademie 1906 erschienen; d; bei der Klage darüber, daß;-ier Professortitel sehr spät an M. Steinschneider verliehen worden ■?t, ist übersehen, daß vor etwa drei Jahren Rabbiner Dr. L. May- ]aum in Berlin vom Ministerium des öffentlichen Unterrichts mit iem Professortitel geehrt worden ist. 3. Es ist unrichtig, daß ich die Angelegenheit umsomehr als ■ne persönliche hätte auffassen müssen, als ich „zu den Gesinnungsgenossen der ehrenwerten Kreuzzeitung" gehöre. Denn wenn damit •■■twa angedeutet sein soll, daß ich Antisemit sei, so ist dies eine Ungerechtigkeit. Ich bin, wie meine Schriften (namentlich auch '-'eine Broschüre: „Moderne Anschauungen über den Ursprung der Israelitischen Religion erörtert" 1906) beweisen, allezeit für die -'"ire der althebräischen Literatur und Religion eingetreten und jiabe bei der Verteidigung der Eigenart und Ansprüche dieser Re- ^gionsurkunden oftmals im Feuer des Kampfes gestanden! ..... 4. Es ist auch ungerecht, wenn behauptet wird, daß die Frage von mir nur zu einseitig philologisch angesehen worden sei; wenn ich vom Studium der neuhebräischen Sprache und Literatur spreche, so umfaßt diese letztere auch die Ideen und Geistes - bewegungen, die darin zum Ausdruck kommen. 5. Daß zur akademischen Vertretung dieser neuhebräischen Literatur und ihres Geistesgehaltes nicht auch ein besonderer Lehrstuhl errichtet werden und dieser mit einem Bekenner des mosaischen Glaubens besetzt werden könne, habe ich keineswegs bestritten. Aber wenn die wissenschaftliche Forschung objektiv sein soll, so muß nicht allemal ein Gelehrter jüdischen Glaubens diesen Lehrstuhl innehaben. Hochachtungsvoll Prof. Ed. König, Bonn. Sehr geehrter Herr Redakteur! Wir bitten Sie, folgende zwei Mitteilungen gütigst zu veröffentlichen : 1. „Der Vorsitzende des Pflanzungsvereins „Palästina" teilt hierdurch auf mehrere Anfragen hin mit, daß infolge verschiedener wichtiger und noch nicht ganz erledigter Vorarbeiten die Veröffentlichung der Satzungen und der übrigen Schriftstücke des Vereins in den jüdischen Zeitungen erst nach einigen Wochen erfolgen kann." An die jüdische Presse! 2. Die Palästinakommission (Berlin W. 15, Uhlandstraße 175), richtet hierdurch an sämtliche jüdische Zeitungen der verschiedenen Richtungen und Sprachen die ergebene Bitte, die Mitteilungen der Kommission, die die allgemein-jüdischen, philanthropischen und privatwirtschaftlichen Palästinagründungen, wie z.B. den Bezalel den Pflanzungsverein „Palästina" den Herzlwald die hebräische Mittelschule in Palästina die landwirtschaftliche Versuchsstation in Palästina das Palästina-Industrie-Syndikat G. m. b. H. betreffen und in der Wochenschrift „Die Welt" erscheinen, gütigst stets in extenso zu veröffentlichen, ohne hierzu seitens der Palästinakommission in jedem Einzelfall besonders aufgefordert zu werden. Die jüdische Presse wird der Palästinakommission viel Zeit und Arbeit dadurch ersparen und sie zu besonderm Dank verpflichten." Hochachtung^ roll ergebenst <\ommission zur Erforschung Palästinas 0. Warburg. Informationen über Palästina Die neuerliche Entwickelung der hiesigen Einwanderung veranlaßt das unterzeichnete Bureair') zu folgender Erklärung: Die gegenwärtige Lage in Palästina ist eine derartige, daß Einwanderer ohne Mittel sehr wenig Aussicht auf Fortkommen haben. Die einzige Klasse, die unbedenklich kommen kann» sind Kapitalisten im Besitze großer oder doch ziemlicher Geldmittel. Für solche liegen die Verhältnisse in Palästina außerordentlich günstig — auch wenn keine Fachkenntnisse etc. vorhanden sind. Kapitalisten haben gute Aussicht, gleichviel ob sie sich in den Städten oder in den Kolonien niederlassen wollen. Auch industrielle Unternehmungen versprechen Erfolg. —- Das Informationsbureau wird gern in solchen Fällen genauere Auskünfte erteilen — auf Wunsch auch gegen Erstattung der Kosten spezielle, eingehende Informationen einholen, soweit das tunlich ist. Je mehr unternehmende Kapitalisten ins Land kommen, umsomehr Arbeitgelegenheit wäre damit dem schon zahlreich eingewanderten Arbeiterelement geboten. Junge Leute, die in den Kolonien arbeiten möchten, können *l Die Adresse des Bureau ist: Dr. Chissiti (für Inforniationsbureau), Jaffa,

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