Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 45 (9.11.1906)
- Date
- 1906-11-09
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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16 DlE^gELT Nö.45 auf Grund der Resolutionen des 7. Kongresses eine energische planmäßige Arbeit in Palästina. 2. Angesichts dessen, daß die reale Arbeit in Palästina den Zweck hat, einerseits Bedingungen für die natürliche und allmählich wachsende Immigration der jüdischen Massen zu schaffen, und anderseits das politische, kulturelle und wirtschaftliche Übergewicht des jüdischen Elementes in Palästina zu befestigen, soll die R. Z. O. dem Zionisten-Kongresse vorschlagen: a) Die gründliche Erforschung des Landes und die Führung der unmittelbaren palästinensischen Arbeit soll in den Händen eines speziell zu diesem Zwecke in Palästina gegründeten Instituts unter der Leitung und Kontrolle der Palästinakominission sich befinden. b) Neben der Entwicklung der Informationstätigkeit soll das palästinensische Institut danach streben, die ganze Informationsarbeit in seinen Händen zu konzentrieren und die aktive Leitung derjenigen Personen und Gruppen zu übernehmen, welche in Palästina ihre Arbeitskraft oder Kapitalien anlegen wollen. c) Die vollstreckenden Organe des Kongresses haben die Pflicht in Konstantinopel eine Agentur zu gründen, welche die Aufgabe der Erreichung von Konzessionen für Palästina übernehmen sollte. d ) Um den lokalen und immigrierenden jüdischen Elementen zur Selbständigkeit zu verhelfen, sollen Kreditanstalten gegründet werden. e) Allen natürlich entstehenden Erscheinungen des jüdischen Lebens in Palästina soll eine leitende und systematiche Hilfe erwiesen werden. f) Die vollstreckenden Organe des Kongresses sollen sich bemühen, das jüdische Schulwesen in Palästina besser und zweckmäßiger zu gestalten. g) Die vollstreckenden Organe des Kongresses sollen sich bemühen, ein breites System von Institutionen zu schaffen, welche die Arbeitsbedingungen in Palästina erleichtern könnten; dabei soll den zu diesem Zwecke existierenden Organisationen eine Hilfe erwiesen werden. h) Die Palästinensische Kommission soll sich über alle in Palästina entstehenden Unternehmungen gut informieren, um denjenigen von ihnen entgegenwirken zu können, welche kein Garantieren der Sicherheit und Zweckmäßigkeit gewähren können. Die Beratungen über den 3. Punkt der Tagesordnung hatten einen vorwiegend praktischen Charakter. Die von der Konferenz angenommenen Organisationsprinzipien lassen sich auf folgendes Organisationsschema zurückführen: 1) Als Vertreter des R. Z. O. an jedem besonderen Punkte erscheint das lokale Zionistische Komitee, welches von der allgemeinen Versammlung der örtlichen Zionisten gewählt wird. Anmerkung: Wenn die Wahl des Komitees durch eine allgemeine Versammlung der Zionisten unmöglich ist, so muß sie auf eine andere Weise geschehen und unterliegt in diesem Falle der Bestätigung des Rayonskomitees. 2) Die Teilung des R. Z. O. nach Rayons wird von der nächsten Konferenz auf zweckmässigste und der Situation entsprechendste Weise durchgeführt. 3) An der Spitze eines jeden Rayons steht das Rayonskomitee, daß von der Rayonskonferenz gewählt wird. Wenn diese Konferenz nicht stattfinden kann, so wird es von den Delegierten des betreffenden Rayons auf der allgemeinen Parteikonferenz gewählt. 4) An der Spitze des R. Z. O. steht ein Zentralorgan von 5 Mitgliedern, die vom Parteitage gewählt werden. 5) Beim Zentralorgan der Russischen Zionistischen Organisation werden gegründet: a) eine von der Berliner Palästinakommission bestätigte Palästinakommission; b) eine die Aufgabe der literarischen Propaganda erfüllende Literaturkommission und o ein Kollegium von Agitatoren, welches periodische Konferenzen veranstaltet und die Agitationsarbeit führt. 6) Die Frage über die Kompetenzen des R. Z. O., der Rayonskomitees und des Kollegiums der russischen Mitglieder des A. C. wird von dem Parteitage der R. Z. 0. entschieden. Aufruf! Die Wiedererweckung eines Volkesist von der Wiedererweckung des nationalen Geistes abhängig. Der Geist eines Volkes spiegelt sich aber vor allem in seiner Sprache wieder. Sie ist die Schöpfung des ganzen Volkes, sie trägt seine Physiognomie mit all ihren Besonderheiten. Von dieser Erwägung ausgehend, halten wir es für unsere Pflicht, unsere Volkssprache, die hebräische, zu pflegen. Die vielverbreitete Meinung, daß die hebräische Sprache tot sei, ist entschieden falsch; denn von der Zeit an, da unser Volk die alten erhabenen Werke in dieser Sprache hervorbrachte, bis über das Mittelalter, da ein Jehuda Halevy sich ihrer bediente, lebte sie in einer großen Literatur fort bis auf unsere Tage. Mit Stolz blicken wir auf die hebräischen Schriftsteller der letzten Zeit, wie Gordon, Smolensky, Bialik, Achad Haam u. a. Nur von ihrem täglichen Gebrauch als Umgangssprache ist sie verdrängt worden, und dem müssen wir abhelfen. Zur Belebung des Volksgeistes, zur Befreiung unserer Sprache müssen wir uns vereinigen, zur Schaffung eines Mittelpunktes, der alle Juden in seinen Bannkreis zieht, der alle Glieder unsere? Volkes trotz ihrer verschiedenen Richtungen in sich einigt und ihnen ein gemeinsames Lebensideal gibt. Der geeignetste Mittelpunkt für dieses Streben ist ein Hebräischer Klub! Dieser soll ein geistiges Zentrum werden für unsere heute ii aller Welt zerstreuten Brüder. Er kann Erhabenes wirken in unseren inneren und äußeren Leben! Er soll jene aufrecht halten, di» unserer schönen Sprache schon mächtig sind, und diejenigen an eifern, die sie noch nicht kennen. Diese Idee in Tat umzusetzen ist eine der Hauptaufgaben, die sich der „Zionistische Zentralverein in Wien gestellt hat. Der Zentralverein ruft den Klub als Sektion ins Leben und wird ihn in jeder Weise mit allen Kräften unterstützen. Die Zugehörigkeit zum Klub wird durch die Mitgliedschaf: des Zentralvereines erworben. Programm des hebräischen Klubs: 1. Täglich im Lesesaal des Vereines IX., Türkenstraße 9: Kon versation, Lektüre hebräischer Zeitungen; 2. Einmal wöchentlich literarischer Abend, resp. Konzert; 3. Aufführung hebräischer Schauspiele; 4. Vorträge über Literatur, Kunst, Geschichte und Zionismus: 5. Kurs für Anfänger; 6. Kurs für hebräischen Gesang unter Leitung eines jüdische Komponisten; 7. Herausgabe hebräischer Schriften. Anmeldungen nimmt der „Zionistische Zentralverein" in Wier mündlich oder schriftlich in seinem Lokale IX., Türkenstraße ' entgegen. Stifter ist, wer einmal 100 Kr., Gründer, wer durch dn Jahre je 20 Kr., Mitglied, wer jährlich 4 Kr. zahlt; Fördere (nur für Mitglieder anderer zionistischer Vereine) 2 Kr. Wahlergebnisse. Jüd.-ak. Verb. „Maccabäa", Wien: J. U. C. Heinrich WollaL cand. ing. Dominik Wiesner, J. U. C. Karl Stiassny. Akademischer Verein „J üdische Kultur", Wien, phil: J. Hei! mann, Präses, med. A. Sandberg, Vizepräses, phil. M. Schor, Schriftführer, ing. J. Gottlieb, Kassierer, ing. J. Weißmann, Bibliothekar. Akademische Verbindung „Hebronia", Czernowitz: cand. ju' Isidor Lazarovicz, cand. pharm. Rudolf Epstein, stud. jur. Josei Druckmann. Jüd.-nat. akad. Verbindung „Zephirah", Czernowitz: cawi. phil. Schloima Drimmer, cand. jur. Salomon Stecher, cand. iu: Saul Kulla. Vereinigung jüd. Hochschüler aus den südslavischen Länder:' „Bar Giora", Wien: Präses: stud. phil. Alfred Singer, Vizepräses: stud. ing. Arnim Springarn, I. Schriftführer: stud. "jur. Jeza Buchwald, II. Schriftführer: stud. med. Arnold Schön, Kassierer: stud. jur. Jakob Wajon, Bibliothekar: stud. jur. Isak Salom. Akad. Verbindung „Libanonia", Wien III,- Gärtnergasse 3. techn. J. Türkei, techn. C. Müller, jur. Lerner. (Eröffnungsabeiul