Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1906-09-28 · 39 (28.9.1906) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
39 (28.9.1906)
Date
1906-09-28
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3315709-3316186-3316226--48562-3343496
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

16 DIE ELT No. 39! jf<>* ■* \ -if 'nteit H WAW il^lf Ziel erreichen. Wir müssen alle höheren Ämter in unsere Gewalt bringen, mit denen Privilegien, Ehren und Macht verbunden sind. Was dagegen diejenigen Ämter betrifft, zu denen Wissen, Arbeit und Mühe erforderlich sind, — so können wir die den Christen überlassen. Die städtische Verwaltung ist eine Einrichtung, die für uns von gröloter Wichtigkeit ist, ebenso die maßgebende Stellung in allen Zweigen der Wissenschaft und Kunst. Oberall müssen wir die Unserigen unterstützen. Wir müssen auch Mediziner sein, da die Ärzte in die intimen Geheimnisse der Familie eingeweiht werden und das Leben eines Teils unserer Todfeinde, der Christen, in der Hand haben. Neben dem Golde ist die Presse von größter Wichtigkeit, und wir müssen in allen Staaten an der Spitze aller Tageszeitungen stehen. Unsere Interessen verlangen es, daß wir für alle sozialen Fragen zur Hebung des Loses der Arbeiterklasse Sympathie an den Tag legen. Tatsächlich aber müssen wir das Proletariat vermehren, damit wir die Möglichkeit haben, die Massen zum Aufstand zu bringen, sie zur Selbstzerstörung, zu Revolutionen daß alles sich nach dem jüdischen Programm vollzieht: alles Gold ist in den Händen der Juden, ebenso der Handel und ebenso alle Geschäfte. Die Juden haben uns so umgarnt, daß ohne sie fast kein einziges Geschäft erledigt wird. Nur die Regierung haben sie noch nicht in den Händen, und nun verwirren sie das Volk, um in unserem Lande statt der selbstherrlichen Regierung eine Konstituierende Versammlung einzurichten, in der anstatt unseres von Gott gesalbten Zaren der Jude Rußland beherrschen könnte. Glaubet, daß, wenn sie es verstanden haben, alles in ihre Hände zu bekommen, sie sich auch bemühen werden, nicht nur unsere Vorgesetzten zu sein, sondern auch ihren eigenen Herrscher einzusetzen. Das ist der geheime Hintergedanke der Juden, der erst jetzt offenbar geworden ist. „Fürchtet Gott, ehret den Zaren." Das ist unser Gebot, und die Juden wollen durch ihr Streben zur Macht diese heiligen Worte aus unseren Seelen auslöschen. Barmherziger Gott, wie weit ist es mit uns gekommen! Werden wieder jene Zeiten zurückkehren, da kein Christ die heilige Kirche betreten konnte, ohne dem Juden dafür zu bezahlen? Es gab eine Zeit, da alle Tempel Gottes den Juden verpfändet waren. Das Herz krampft sich einem zusammen, wenn man an eine so schreckliche Vergangenheit zurückgedenkt. Im;« 4f .! *? I In der Leichenhalle. zu reizen. Solche Anzeichen kennzeichnen am deutlichsten das Resultat der Arbeit der Juden der ganzen Welt." — So plump diese Mache ist, so gut erfüllt sie ihren Zweck. Der ungebildete Russe schwört natürlich, daß diese „Geheimrede" des Großrabbiners authentisch sei. Kann man sich wundern, wenn das urteilslose und religiös leicht fanatisierte Volk angesichts solcher Verhetzung seinen niederen Instinkten die Zügel schießen läßt? Zumal da sich die gewissenlosen Hetzer nicht auf die Mitteilung der angeblichen „Geheimrede des Großrabbiners" beschränken, sondern an diese erdichtete Rede wilde Hetzreden knüpfen? Man höre, wie es in dem Flugblatt weiter heißt. An die „Geheimrede" schließt sich folgender Appell an die „rechtgläubigen Christen": „Nehmet zu Ohren, und höret meine Stimme; merket auf, und höret meine Rede." (Jesaia 28, 23.) Rechtgläubige Christen! Im Namen des heiligen Propheten Jesaia bitten wir euch, uns anzuhören. Die Stimme des Gewissens und die christliche Nächstenliebe fordern es von uns, ein wahres Wort auszusprechen zugunsten des leidenden, verirrten und in Sünde versunkenen Christen. Wenn ihr die Rede des Großrabbiners mit Aufmerksamkeit gelesen und ihren geheimen Sinn erfaßt habt, dann werdet ihr klar erkennen, Namen unseres Herrn Jesus Christus, der die Toten auferweckt, die Kranken und Gichtbrüchigen geheilt hat, kommt zur Besinnung! Noch ist es nicht zu spät. Laßt uns die Feinde unseres guten Zaren und unseres Vaterlandes aus unserer Mitte vertreiben, laßt unser heißes Gebet zu Gott dem Herrn aufsteigen, daß er unseren Verstand erleuchte und unser Herz von allem Häßlichen reinige. Brüder in Christo! Alles das wird euch nicht gesagt, damit ihr all eure Not an den Juden rächet, die unserer Heimat und der gesamten Christenheit so viel Schmerz und bittere Qualen bereitet haben, sondern damit jeder von uns die wahre Ursache unseres Unglückes erkenne und klar sehe, wer unsere Feinde sind. Laßt uns dem Gebote Christi folgen ohne Unterschied des Glaubens, der uns befohlen hat, unsere Nächsten zu lieben. Aber laßt uns zugleich uns befreien von den Juden als den Feinden Christi und unser selbst! Laßt uns alle Beziehungen zu ihnen abbrechen und gehorsam sein dem Worte des lebendigen Gottes — seiner heiligen Kirche. „Der Oberste im Lande aber ist der Zar" (Ekklesiastes 5,8) — diese heiligen Worte dürfen wir nicht vergessen, müssen sie vielmehr in unserer Seele tragen und daran denken, daß „dem Ehrlosen kein Heil widerfahren wird, und gleich dem Schatten wird auch der dahinschwinden, der sich nicht beuget vor Gott." (Ekklesiastes 8, 13.) Gott hat uns geboten, „selbst in Gedanken uns nicht aufzulehnen gegen den Zaren" (Ekkl. 10, 20), und die Feinde haben sich i 1 \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.