Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 34 (24.8.1906)
- Date
- 1906-08-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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18 DIE3KEELT No. 34 Karlsbad. Vortragsabend des Vereins „Zion". Mittwoch den 15. August er. fand im gi >;'en Kurhaussaal wieder eine große zionistische Massenversammlung statt. Der Redner Dr. Weisengrün aus Wien bewies an der Hand der Ereignisse in Rußland und aus sonstigen nicht zu übersehenden Symptomen die große Gefahr, in der das Judentum schwebe und kam zum Schlüsse, daß nur der Zionismus eine endgiltige Lösung der Judenfrage bedeute. Das Publikum — über 1000 Personen — zollte den überzeugenden Ausführungen großen Beifall. Jüdisch-akademische Ferialverbindung „Hessiana", M.-Ostrau: Die am 30. Juli 1. J. stattgefundene Chargenwahl hatte folgendes Ergebnis: Präses: J. U. C. Hermann Low, Vizepräses: cand. phil. Ernst Spitzer FX, Schriftführer: cand. ing. Josef Blumenthal. Zloczöw. Am 15. Juli ds. Js. veranstalteten die hiesigen Zionisten in der Synagoge eine Herzl-Andacht, wo zirka 1500 Personen versammelt waren. Nach beendigter Andacht wurde für den Nationalfonds gesammelt. Prag. Alle Schriftstücke an die jüdische akademisch-technische Verbindung „Barissia" in Prag, sind an den Ferialleiter Herrn J: U. C. Jaro Stein, Prag, Jüdisches Vereinsheim, Elisabethstraße zu senden. Kimpolung. Ein „Theodor Herzl"-Verein. Die jüdische Jugend in Kimpolung hat einen Verein, mit dem Namen „Jüdischnationaler Verein junger Juden „Theodor Herzl" in Kimpolung" gegründet. Dieser Verein basiert auf dem „Baseler Programm" und bezweckt durch Veranstaltung von Sammlungen für den jüdischen Nationalfond, durch Auflegung zweckdienlicher Zeitschriften, Zeitungen und Broschüren, durch Anschaffung einer einschlägigen Bibliothek, durch Abhaltung jüdisch-wissenschaftlicher Vorträge, Vorlesungen und Diskussionen, durch die Feier jüdisch-historischer Ereignisse, durch Erlernung der hebräischen Sprache, durch Bildung eines Chores mit durchweg nationalen Gesängen, durch Einrichtung einer Turnabteilung etc., die Hebung des jüdisch-nationalen Bewußtseins, die Pflege der jüdischen Geschichte, Literatur und Sprache und die Förderung der zionistischen Lösung der Judenfrage. Bis zur Eröffnungsfeier nehmen die Einschreibungen vorläufig entgegen die Herren: Samuel Terner und Berl Siegel. Zugleich teilen wir das Ergebnis der Chargenwahl für das laufende Jahr mit. Senior: David Terner, stud. med.; Konsenior: Schaje Lecker, stud. iur.; Schriftführer: Isak Meusche (Weinstein), stud. phil.; Kassierer: Harth Chaim, stud. jur.; Bibliothekar: Onlerad Chaim, cand. jur.; Nationalfondskommissar: Lapojowker Jakob, stud. jur. Kamionka-Str. Nach mehrfachen Bemühungen ist es gelungen, hier einen Verein zu begründen, der den Namen „Dorsche- Schlom-Zion" führt. Es wird auch für Nationalfonds und Schekel gesammelt, und es ist zu hoffen, bis zum Winter eine ziemliche Anzahl von Mitgliedern zu erwerben. Czernowitz. Am 31. v. M. veranstaltete die akademische Verbindung „Hasmonaea" in der großen Synagoge und in der sog. Chorschule eine Tischah-b'Ab-Feier, bei welcher ihre Mitglieder cand. iur. M. Hauer und cand. iur. B. Werber über die Bedeutung des Tischah-b'Ab sprachen und unter lebhaftem Beifall der Versammelten diese zur Unterstützung der zionistischen Sache aufforderten. Für das studentische Herzldenkmal ist ferner eingegangen: Sammelbogen Nr. 46, „Makkabea" Drohobycz Falik Halpern ä 5 Kr., Samuel 50 h. ... Summe 5 Kr. 50 h. Sammelbogen Nr. 47, „Makkabea" Drohobycz Kreisberg, Ruß, Seemann, Lifschütz, Wagman, Süßwein ä Kr. 1.—, Spitzman Kr. 2.—, Kreppel, Wegner. Sternbach, Lieberman, Bienstock ä 50 h., Bienstock 60 h. Summe 11 Kr. 10 h. Sammelbogen Nr. 49, „Makkabea" Drohobycz Schutzman, Goldhammer, E. Kreisberg, Goldhammer, Chajes ä Kr. 1.—, Sternberg, Kreisberg S., Goldhammer A. ä 50 h..................Summe 6 Kr. Kleinere Spenden.................11 Kr. 46 h. Sammelbogen Nr. 89, Mich. Schaum, Tlumacz Schaum 1.— Kr., Berl, Weinstein, Pöhorytes, Stempler, Kohn, Lindner, Glaser ä 20 h., Spitzer, Stock, Menczel, Salomon, Katz, Unleserlich ä 30 h., Unleserlich, Wachstein ä 50 h., Bernstein, Kramer ä 40 ha. . Summe 6 Kr. 20 h. Sammelbogen Nr. 76, „Hebronia", Czernowitz Klein, Fuhrmann, Unleserlich, Gast, Schorr, Unleserlich, Kramer, Unleserlich, Unleserlich, Fuchta, Hildebrand, Haß, Gold, Unleserlich, Blauber, Kammer ä Kr. 1.—, Kultusgemeinde Czernowitz ä Kr. 10.—, Unleserlich Kr. 5.—, 50 h. Chodrower, Sacher, Silber ä Kr. 2.—, Bochner, Brum? stein, Unleserlich ä Kr. 4.—, Max Wender ä Kr. 3.—, Elias Wender ä Kr. 5.—....... . . . Summe Kr. 57.— Sammelbogen Nr. 77, „Hebronia" Czernowitz . Fittinger, H. Trubb, Dr. Benno Straucher ä Kr. 10.—, Dr. Menczel, Dr. Wender, Nadler ä Kr. 5.—, Salter, Dr. Kick ä Kr. 4.—, Dr. Bollig, Wagschal, Melzer, Buchly, Bianowic, Rittborg & Schönbaum ä Kr. 3.—, Schwarz, Scheuer, Dr. Leiter, Buchholz, König, Haßner, Dr. Kniobrunner, Unleserlich, Unleserlich, Unleserlich ä Kr. 2.—, Trop & Falikmann ä Kr. 1.—.......Summe Kr. 92.— Gesammtsumme Kr. 189.76 Mit bestem Dank und herzlichen Zionsgrüßen Studentenkomitee zur Errichtung'eines Herzldenkmals in Moza bei Jerusalem. Serbien Schab atz. Gemeinsam mit dem Verein „Gideon" in Belgrad veranstalteten die hiesigen Zionisten eine Trauerfeier für Theodor Herzl. Die Herren Rabb. Eschkenasy und Präses Leon Haim hielten eindrucksvolle Reden. An die Trauerversammlung schloß sich die 7. Jahresversammlung des Zionistenvereins in Schabatz an, bei welcher gleichfalls begeisternde Ansprachen gehalten wurden. Die Veranstaltung war ein bedeutender Erfolg der hiesigen Zionisten. =^^L BÜCHER-REVUE JZ^=: „Kadiman", Kalender für das Jahr 5667 (1906 1907), herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Preis 50 Pfg. Verlag „Jüdische Rundschau", Berlin 1906. Inhalt: Das Baseler Programm. Sammy Gronemann, Vom Anwachsen des Zionismus. Herzls Ansprache an den Deutschen Kaiser. Carl Kassel, 1806. Zum Jubiläum der Napoleonischen Judengesetzgebung. Arthur Silbergleit, die Welt-Tora (Gedicht). Emil Levy, Adam (Erzählung). Arthur Silbergleit, Ein Judenlied (Gedicht). Max Jungmann, Einführung in das Problem der jüdischen Rasse. Karl Wolfskehl, Psalm. Aron Sandler, Heilquellen und Kurorte im künftigen Palästina. Arthur Silbergleit, Sabbat (Stimmungsbild). „Ein Geistlicher", Zerstörung Jerusalems. Mathias Acher, Die politische Funktion der althebräischen Prophetie. Schalom Asch, Ein Frühling (übersetzt von Theodor Zlocisti). Emil Cohn, Seelenlieder von Jehuda Halevi (Einleitung und Nachdichtungen). Emil Simonson, Der Zionismus und die soziale Frage. Victor Klemperer, Talmud-Sprüche. Max Kollenscher, Die preußische Schulfrage und die Juden. Max Jungmann, Eine Vision (Gedicht). Emil Levy, Jüdisches — Allzujüdisches (Aphorismen). Arthur Silbergleit, Die Abendröte (Gedicht). Bruno Blau, Die Stellung der nichtmohamedanischen Religionsgemeinschaften im osmanischen Reiche. Victor Klemperer Talmud-Sprüche. Alfred Nossig, Die Auserwähltheit der Juden. Martin Buber, Das Wort an Elijahu (Gedicht). Arthur Silbergleit, Die Juden (Gedicht). Der Schekel. J. H. Wagner, Kalendarium für das Jahr 5667. Dr. Theodor Zlocisti hat diesen Kalender mit vielem Fleiße zusammengestellt. Auf Bilderschmuck wurde Verzicht geleistet, dafür läßt die Satzanordnung und der Druck nichts zu wünschen übrig. Die Beiträge sind durchwegs gut. Sammy Gronemann bringt in gewohnter launiger Einkleidung den Zionisten den Ernst ihrer Pflichten zum Bewußtsein. Eine mit großer Sachkenntnis geschriebene Arbeit ist der Artikel von Carl Kassel über die Napoleonische Gesetzgebung. Max Jungmanns Abhandlung: „Einführung in das Problem der jüdischen Rasse" ist mit gründlicher Behandlung des vorliegenden wissenschaftlichen Materials in übersichtlicher und gut informierender Form geschrieben. Zwei Essay's, von Acher und Nossig, behandeln althebräische Themen in ebenso lehrreicher wie anregender Weise. Vortrefflich, scharf und klar ist Kollenschers Artikel über die preußische Schulfrage, gut informierend die Arbeit Blaus' über die Stellung der nichtmohamedanischen Religionsgemeinschaften im osmanischen Reiche. Dr. Emil Simonson erläutert in einer fleißigen Arbeit das sozial-jüdische Problem. Er gibt einen kurzen historischen Abriß der Entstehung der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung und spricht sich in warmen Worten für die Bodenreform aus. Seltsamerweise wird die Arbeit zum Schlüsse, wo sie ins Jüdische umschlägt, ganz oberflächlich und irreführend — und das ist schade für die Arbeit, noch mehr aber für den Kalender. Wie ein Dogma wird da der dilettantische Satz aufgestellt: „Nun hat es sich gezeigt, daß dieVerwirklichung des zionistischen Zieles in Palästina in den nächsten Jahrzehnten nicht zu erwarten ist." Dann heißt es weiter: „Aber das jüdische Volk