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Die Welt · 1906-08-24 · 34 (24.8.1906) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
34 (24.8.1906)
Date
1906-08-24
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Xo. 34 DIE LT 19 k;nn nicht warten, und deswegen hat es ein günstiges Geschick oi ügt, daß uns in Israel Zangwill ein Mann erstanden ist, der di Herzls erschlaffter Hand entfallenen Zügel wieder mit kraftvoller i:; iist ergriffen hat. Die Ito hat begonnen, sich in der ganzen Welt (!) u:> Vertrauen und die Mithülfe.der einflußreichsten jüdischen Kreise (!) si sie der britischen Regierung zu erwerben usw. usw." Wenn das cii zionistisches Propagandamittel sein soll, dann ist es jedenfcii s eines, daß von der Vereinigung, die den Kalender herausgeben hat, abgelehnt worden ist. Und wenn der Redakteur mit Je Tendenz dieser Art von Propaganda einverstanden war, so iiiii.) man doch der Zionistischen Vereinigung, die an die Spitze 'de- Kalenders das Baseler Programm stellt, diese Abweichung \( i dem sonst tadellosen Charakter ihrer Publikationen vorha :en. . . . Den Artikel Sandlers veröffentlichen wir an anderer Stelle. Die belletristischen Beiträge, die feinen Gedichte von Silberig t, Buber, Jungmann, Wolfskehl und die Prosa- und lyrischen Di htungen und Nachdichtungen von Victor Klemperer, Emil Cohn, du Jehuda Halevi vortrefflich übersetzt, und Emil Levi bringen in dir Reihe der Artikel einen schönen poetischen Einschlag. Das K endarium ist von J. H. Wagner mit bewährter Sachkenntnis vorzi -lieh hergestellt. — Schade, daß der Kalender, abgesehen von dt;i vortrefflichen Schekel-Artikel des Herausgebers, keine kurz in >rmierenden Artikel über den Zionismus, seine Geschichte und in titutionen bringt. Bei einem solchen Kalender, der in viele, mit di Bewegung nicht vertraute Kreise dringen soll, scheint uns diese Iii;änzung unentbehrlich. * Ein Universum des Wissens. Von dem großen Gedanken eines Goethe ausgehend, daß in der neuen Zeit die V, senschaften nicht diesem oder jenem Menschen, sondern der Welt gehören, daß J: e sie besitzt und der Mensch nur den Reichtum ergreift, entstand die enzyklo-;\; sehe Schöpfung des Bibliographischen Instituts. Bald nach dem in den Jahren i- 60 erfolgten Erscheinen der ersten Auflage von „Meyers Konwrsations-Le.xikon" a;e sich's/in welch weitgehender Weise dieses großartig angelegte Sammelwerk Bedürfnis der deutschen Nation entsprach, welchen überaus fruchtbaren Boden >i iintwickelung es gewonnen hatte. Bekundete schon die 1861 begonnene zweite \ ige des monumentalen Werkes nicht nur in seinem geistigen Charakter, sondern :r. bezüglich seiner polygraphischen Technik einen hervorragenden Fortschritt, - . ird seitdem jede neue Auflage dieser Enzyklopädie weit über die deutsche M tat, |a über die ozeanischen "Meere hinaus* als ein bedeutsames literarisches Imis betrachtet. Erkennt man doch in der ganzen gebildeten Welt in „Meyers K .ersations-Lexikon" einen treuen Spiegel des jeweiligen Kulturzustandes, einen i;: (glichen Wertmesser des fortschreitenden Wissens auf allen Gebieten der I :hung. Dies ist auch die Ursache seiner geradezu beispiellos zu nennenden!'■ Parität. :s gilt zwar als eine alte Klage, daß unser deutsches Volk „wohl erschrecklich lese", aber in dem Erwerb von Büchern eine besondere Sprödigkeit bekunde. X hinsichtlich dieses lexikographischen Meisterwerkes huldigt es doch ganz :n Grundsätzen. Die Büchersammhmg des nach Bildung und Aufklärung be- -juden Bürgers und Landbewohners mag noch so bescheiden sein, „Meyers i ersations-Lexikon" wird darin, wenn es nur irgend ermöglicht werden kann, Ehrenplatz einnehmen. Mit sichtbarem Stolz weist der Deutsche, der in fernen seeischen Ländern sich eine neue Heimat errungen hat, auf dieses ,.NTa<hgewerk des allgemeinen Wissens" hin, das sich überall auf der zivilisierten! den Ruhm unübertroffener Meisterschaft erworben hat. Der fortgesetzte Weiterbau am kulturellen Leben macht naturgemäß eine öftere Bearbeitung und Umgestaltung des Werkes zu einer gebietenden Notwendigkeit. 1 urde auch für den rastlos vorwärts strebenden Verlag die zwingende Ursache, - n bewährten Stab von hervorragenden Gelehrten der verschiedensten Wissens- ■ge und von anerkannten Berufsschriftstellern sowie eine Anzahl neuer ausgeübter Kräfte aus den Reihen der Wissenschaft und der wegekundigen Führer praktischen Daseins um sich zu sammeln und die sechste Auflage von „Meyers ersations-Lexikon" zu beginnen.* <>ie ersten zwölf Bände dieses gewaltigen, neubearbeiteten Werkes sind bereits - :ienen und geben eine überzeugende Anschauung von der abermaligen wesentn Vervollkommnung der ganzen Anlage. Vermochte man bei einer Betrachtung vorhergegangenen Auflage an weitere'Verbesserungen des Werkes in geistiger lumsttechnischcr Beziehung kaum mehr zu glauben, so läßt sich aus den vorudeii neuen Bänden beweiskräftig entnehmen, mit welchem meisterlichen Können meute Ausbau der Enzyklopädie zur Durchführung gelangt ist. Von dem zünden Gedanken geleitet daß das „Konversations-Lexikon" ein getreues Spiegel-! von dem Geiste und den Strömungen unserer Zeit darbieten müsse, daß es sich, üe wissenschaftliche Forschung, von jedem einseitigen Parteistandpunkt frei liten habe, ist auch in dieser neuen Auflage das Bestreben des Verlags dahin htet, auf allen Gebieten, die das weite Feld des politischen Lebens berühren, »c Objektivität zu beobachten. Trotz alledem zeichnen sich alle Abhandlungen P erkes, wie wir aus den erschienenen Bänden zu entnehmen vermochten, durch I rische der Sprache aus, die der Parteilosigkeit gewöhnlich nicht eigen ist. ■ lerder tut in seinem „Sophron" den zutreffenden Ausspruch, da(3 die Geographie asis der Geschichte und die Geschichte nichts andres sei als eine in Bewegesetzte Geographie der Zeiten und Völker. Sie bildeten den Schauplatz und iich der Haushaltung Gottes auf unserer Welt, die Geschichte das Buch, die .raphie den Schauplatz. Die Erkenntnis dieser Worte und der gewaltigen Beding des wachsenden Verkehrslebens für die Kulturbewegung bestimmte das graphische Institut, diesen beiden eng miteinander verbundenen Wissensge- II auch in der neuesten Auflage ein besonders weites Feld der Behandlung zu 'hren. Anschließend an diese vielumfassenden Gebiete ist Meyers enzyklopäite Schöpfung dazu ausersehen, auf alle Fragen, die sich auf den |jevveiligen d und die Entwickelungsgeschichte aller wissenschaftlichen Zweige, auf die mutigen im Staatswesen, auf das sich erweiternde Getriebe im merkantilen und Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein NachschlagewcrkT:des allmeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr > M8 000 Artikel-und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als oou Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 lllustrationstafein •larunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie •^o I'extbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) industriellen Leben sowie auf die Ergebnisse des künstlerischen Schaffens beziehen, eine klare, erläuternde Antwort zu erteilen. , Wer jedoch den Trieb hat, in die Tiefen der einzelnen Lehrgebiete zu dringen, dem erschließt dieses Werk die wichtigsten Quellen» aus denen er weitere Aufklärungen zu schöpfen vermag. Aus diesem Grunde ist es nicht nur ein unentbehrlicher Ratgeber für einen jeden geworden, der unserm großen Zeitalter der Erkenntnis das erforderliche Verständnis entgegenbringen will, sondern auch als ein wohl kaum versagendes Hillsgerät der Gelehrtenwelf zu betrachten. Eine ganz besondere Beachtung findet in der neuesten Auflage von Meyers Konversations-Lexikon der gewaltige Weiterbau der chemischen und physikalischen Technologie im Dienste der industriellen Arbeit und des sich rastlos weiter entwickelnden Verkehrswesens. In dem richtigen Erkennen, daß die den angewandten Naturwissenschaften entsprießenden Fortschritte der Technik die Grundlage aller Fortschritte der Kultlirverhältnisse bilden, führt dieses Werk den Leser durch alle Stätten und Werkräume der Arbeit, wo die Kohlen und Erze der Erde Schoß abgerungen werden, wo mit Hilfe wundersam gestalteter Maschinen die Metalle die mannigfaltigsten Formen erhalten, wo die verschiedenen Faserstoffe versponnen und ■die Gespinste als Gewebe aller Art in die Erscheinung treten, wo die verschiedenen Stoffe durch die Kunstfertigkeit der angewandten Chemie in ihre Bestandteile zerlegt und zu neuen Verbindungen gezwungen werden, die dem Menschendasein eine neue Welt der Zivilisation erschlossen haben. Die volle Bedeutung aller der Natur entlehnten Kräfte, insbesondere der geheimnisvollen Macht des elektrischen Stroms, wird in diesem Werke dem Wissensbedürftigen zur Offenbarung. In einer Fülle von künstlerischen Abbildungen, namentlich \ron prcnkvollen, naturgetreuen Farbendruck-Illustrationen, von kunstvoll ausgeführte»! Karlen und Plänen, die sämtlich eine überzeugende Anschauung von der erreichten Meistersuüe der polygraphischen Künste darbieten, wird dem belehrenden Wort des Werkes eine Erläuterung gegeben, welche die Kulturmission der graphischen Wiedergabe in überzeugender Weise vor Augen führt. Alle diese Abbildungen, unter denen wir die zum ersten Male erschienenen Bildnistafeln besonders hervorheben, der meisterliche Druck, der geschmackvolle Einband ergänzen das großartige Rüstzeug, mit dem diese enzyklopädische Schöpfung ins Leben getreten ist. Die bereits erschienenen Jeile verkünden es laut: Sie gereicht unserm Vaterlande zu hoher Ehre! Paul H irs cli fei d. Herr Oberkantor M. Faust aus ßelovar (Croatien) hat soeben seinen „Jüdischen National-Kalender" für das Jahr 5667 erscheinen lassen, der in leicht faßlicher, klarer Übersicht sämtliche jüdischen Daten enthält. Der hübsch ausgestattete Wandkalender ist durch den Verfasser zum Preise von K. 1,50 zu beziehen. Vermißt Scheike Heizer, 21 Jahre alt, aus Wolezin (Gouv. Wilna) ist am 26. Januar 1906 von Eydtkuhnen abgefahren, um sich über Hamburg zu seinem Vater nach Amerika zu begeben. Er ist aber in New-York nicht angekommen. Wir bitten jeden, der von diesem jungen Manne etwas weiß, um freundliche Nachricht, damic wir diese an die Eltern weitergeben können. Zentralbureau für jüdische Auswanderungsangelegenheiten, Berlin, Lützowstraße 8. Unter den Indikationen für den Gebrauch der Rudolfsquelle steht mit vollein Rechte in erster Reihe die Gicht und harnsaure Diatiiese in allen ihren Formen. Die Erfolge einer Trinkkur mit Rudolfsquelle bei dieser Stoffwechselkrankheit sind so eklatante, dal.) die Rudolfsquelle als bestes natürliches Gichtwasser bezeichnet werden kann. Infolge ihres Gehaltes an Kalzium und Magnesium und ihrer Alkalinitat setzt sie den Säuregrad des Harns herab und bewirkt günstigere Lösun^sbedingungen für Harnsäure. Sie ist indiziert bei bereits länger bestehender Gicht mit Ablagerung von Harnsäure in den Gelenken, Gichtknoten, nicht minder aber bei latenter Gicht und bei Fällen, in welchen es noch nicht zu schweren Erscheinungen gekommen ist, als prophylaktisches Mittel bei allen Personen mit Disposition zur Gicht und erblicher Belastung. Möglichst frühzeitiger Beginn des Kurgebrauches befördert in allen Fällen den Erfolg. Ebenso wirksam wie bei der eigentlichen Gicht ist der Gebrauch von Rudolt'squelle bei den übrigen Formen der harnsauren Diathese, unter welchen Steinbildungeu, Nierensteine und Blasensteine wegen ihres häufigen Vorkommens besondere Wichtigkeit besitzen. Durch reichliche Harnsäureausscheidung in den Nieren und ungünstige Löslichkeitsverhältnisse kommt es schon in den oberen Harnwegen, in den Nierenbecken, zur Ausfällung von Harnsäure, die sich in Form kleinster Körnchen als Harnsand oder Hamgries niederschlägt. Durch weitere Anlagerung von Harnsäure wachsen diese immer mehr an, werden zu Harnsteinen, welche die Nierenbecken ganz erfüllen oder in der Harnblase bedeutende Größe erreichen können. Die Beseitigung derartiger großer Steine gelingt freilich ebensowenig durch Rudolfsquelle, wie durch irgend ein anderes Mineralwasser, oder gar durch Medikamente, wenn auch in manchen Anpreisungen chemischer Präparate derartige widersinnige Behauptungen in reklamesüchtiger Weise aufgestellt werden. Solche Erkrankungsfälle gehören in die Hand des Chirurgen, wohl aber wird auch bei diesen schweren Fällen die Rudolfsquelle ihre segensreiche Wirkung dadurch entfalten können, daß sie das weitere Wachstum der Steine verhindert, bestehende Katarrhe günstig beeinflußt und für die bevorstehende Operation günstige Bedingungen schafft; in Fällen, die aus irgendeinem Grunde nicht zur Operation gelangen, das Leiden erträglich macht und weitere Verschlimmerung verhütet. In jenen leichten Fällen aber, in welchen die Konkremente keinen größeren Umfang angenommen haben und die Harnwege noch passieren können, bewirkt der Gebrauch von Rudolfsquelle direkt und allein Heilung, indem durch vermehrte Harnabsonderung kleine Konkremente, Harnsand und Harngries, weggeschwemmt werden und den Körper auf den natürlichen Wegen verlassen, einer weiteren Bildung neuer Konkremente aber vorgebeugt wird. Nicht minder indiziert ist der Gebrauch von Rudolfsquelle nach Steinoperationen, um Reste von Konkrementen wegzuspülen und die Bildung neuer zu verhüten. Ein weiteres Gebiet der Heilwirkung der Rudolfsquelle sind chronische Blasenkatarrhe, sowie Katarrhe der Harnwege überhaupt, sei es, daß diese eine Folge von harnsaurer Diathese, unzweckmäßiger, üppiger Lebensweise, Blutstauungen, Prostatahypertrophien, chronischer Gonorrhoe, Harnröhrenstrikturen oder anderer Grundleiden seien.

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