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Die Welt · 1906-08-17 · 33 (17.8.1906) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
33 (17.8.1906)
Date
1906-08-17
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 33 DIE^ELT 19 Führung gelangen sollte, erhalten die bereits angemeldeten Teilnehmer den vollen Anzahlungsbetrag zurückerstattet. Es liegt im Interesse des Gelingens unseres Reisezuges sowie im Interesse eines jeden Teilnehmers, uns die Anmeldungen ehestens zukommen zu lassen, damit wir in der Lage sind, rechtzeitg all jene technischen Verfügungen zu treffen, welche den Erfolg der Reise sowie die Bequemlichkeit der Teilnehmer sichern. Spätere Anmeldungen können nur bedingungsweise berücksichtigt werden. Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, sowie alle, die sich für diese Reise interessieren, schon jetzt Propaganda für dieselbe zu machen, da das Zustandekommen des Unternehmens von der Zahl der Anmeldungen abhängt. Nähere Auskünfte werden jedem, der die ernste Absicht hat, ^ich der jüdischen Palästinafahrt anzuschließen, schriftlich resp. nündlich erteilt. Gesinnungsgenossen! Wir erwarten, daß ihr euch an dieser Reise in unsere alte rleimat zahlreich beteiligen werdet. Keine zionistische Organisation soll es unterlassen, sich durch mindestens einen Delegierten vertreten zu lassen, jeder Verein soll durch Männer und Frauen aus -einer Mitte hören, was wir vom Heiligen Lande zu erwarten haben. Auf nach Palästina! Für den Zionist. Zentralverein: Hol- und Gerichtsadvokat Fabrikant Dr. Isidor Margulis Adolf Böhm Präsident. Schriftführer. Für das Vorbereitungs-Komitee: J. U. Dr. Leopold Meise! ■ " Dr. Hugo Benedikt Dr. Adolf Stern k. u. Honvedstabarzt a. D. Herr Herbert ßentwich ersucht uns um die Aufnahme folgender 'eilen: Sehr geehrter Herr Redakteur! Ihr Nachwort zum Bericht über die Diskussion wegen der rage der Statutenänderung der Jüdischen Kolonialbank auf 'er Halbjahreskonferenz der English Zionist Federation trägt eine o unvollständige Ansicht über die Verhandlungen des III. Konresses, zur Zeit, als die Form der Statuten festgestellt wurde, daß :h gezwungen bin, Ihre und Ihrer Leser Aufmerksamkeit auf folgende ■rgänzende Tatsachen zu lenken: 1. Die offizielle Erklärung, um die sich die ganze Debatte rehte, die der Berichterstatter Herr D. Wolffsöhn im Namen des >ankausschusses abgegeben hat, hatte folgenden Wortlaut (S. 115 ies Protokolls): „Nach vielen gründlichen und eingehenden Beratungen in ondon, die sich in den Dezember des vorigen Jahres (1897) hingezogen haben, und die noch bis Jänner dieses Jahres (1898) in Vien gemeinsam mit dem Aktions-Komitee fortgesetzt worden sind, Jauben wir die richtige Lösung gefunden zu haben..... iatuarische Bestimmungen, mögen sie noch so klar und deutlich, ■^ch so scharf und schneidig sein, sind immer Deutungen ausgetzt, wenn auch nicht jetzt, so in späteren Zeiten, und tragen re doppelte Gefahr in sich, daß sie einerseits mißdeutet werden Minen, und andererseits, daß man sich selbst die Hände bindet, der Theorie klingt mancher Paragraph sehr schön, in der Praxis :.! er aber nicht zu gebrauchen. . . .Wir dürfen ruhig sagen — le Einrichtung der Gründeraktien ist das ganze Gesetz r Jüdischen Kolonialbank, alles übrige ist nur Erärung. Wenn Sie aber trotzdem finden sollten, daß der eine 'er der andere der 200 Paragraphen unseres Bankstatuts nicht \\z Ihrem Sinne entspricht, so bitte ich Sie zu bedenken, daß;r selbst vielleicht manchen Paragraphen anders formuliert hätten, -nn uns dies nach der ganzen Lage der Sache möglich gewesen ■Ire." 2. Die Einwände und die Kritik seitens der russischen Deichten sind besonders eingehend von einem Ihrer akkreditiertesten nvälte, Dr. Jasinowski, hervorgehoben worden. Er sagte (S. 146): „Wenn nun jemand zu mir kommt und verlangt, daß ich einen ■eben Vertrag schließe und mir sagt: „Mein Herr, ich wünschte, ■ > nur in Syrien und Palästina kolonisiert werden soll; ist die ssung, die man mir hier vorschlägt, entsprechend oder nicht?" hätte ich ihm gesagt: „Nach meiner Meinung als Jurist, ja!"" Prof. Dr. Belkowsky unterstützte ihn mit seiner Autorität. 3. Meine eigene Bemerkung, die bei der seinerzeitigen Überging (auf dem Kongresse) gelitten hat, ist durch den kurzen!'szug, den Sie in Ihrer Note davon bringen, nicht entsprechend;edergegeben, indem Sie sich bloß auf das Zitat beschränkten,!-ß die „Resolutionen des letzten Kongresses sich in einigen Punkten - undurchführbar erwiesen hätten (so als ob dies bloß auf meine ■ liorität basiert gewesen wäre)." Diesem Teil meiner Ausführungen ging aber die folgende Erklärung voraus, die Sie nicht verzeichnet haben (S. 154): „Er spricht seinen Dank aus dem Herrn Dr. Jasinowsky, daß er die Stellung der Juristen in der Bankgründung genau aufgegeben hat. ... Er behauptet, daß alle anderen Juristen, die mit ihm die Statuten ausgearbeitet haben, sehr wohl wissen, daß alles ganz genau dem englischen Gesetze gemäß und auch den Wünschen des vorjährigen Kongresses entsprechend ausgearbeitet wurde. Diese Wünsche wurden den Rechtsanwälten in London von Wien aus zugeschickt, und sie haben darnach die Statuten nicht nur selbst ausgearbeitet, sondern sie auch den hervorragendsten Juristen in England vorgelegt." In betreff der Erörterungen, die jetzt die vorgeschlagenen Änderungen des Bankstatuts zu erfahren haben, wünsche ich nicht irgend eine Bemerkung zu den verschiedenen Erklärungen zu inachen. Ich halte es auch nicht für angezeigt, in eine Konterverse einzutreten über die Haltung, die die einzelnen Personen bei der Vorbereitung und Festsetzung der Original-Statuten eingenommen haben. Neue Umstände sind eingetreten, die nach meiner Meinung eine Sicherstellung der Statuten rechtfertigen. Und es wäre nicht nützlich, im Gegenteil, es würde für eine würdige Behandlung der Frage nur hinderlich sein, wenn persönliche Diskussionen die Aufmerksamkeit der loyalen Anhänger des Kongresses von den tatsächlichen Verhältnissen ablenken dürften. — Ich bitte Sie, diesen Brief in Ihrer nächsten Nummer abzudrucken, nicht um meine oder anderer vormalige Haltung zu rechtfertigen, sondern um jeder falschen Auffassung der wirklichen Sachlage, vor der die künftige Konferenz stehen wird, vorzubeugen. Hochachtungsvoll Herbert Bentwich. Nachschrift der Redaktion. Wir haben die obige Zuschrift gerne veröffentlicht, weil wir darnach vermuten, daß Herr Bentwich glaubte, daß die Erwähnung seiner Person in unserer kurzen Nachschrift zur Halbjahreskonferenz der englischen Zionisten irgendwie seine persönliche Haltung in der Frage der Bankstatuten heranziehen sollte. Wir möchten nicht verabsäumen zu erklären, daß wir daran auch nicht einen Augenblick gedacht haben. Wir haben Herrn Bentwichs Bemerkung nur deswegen erwähnt, weil in dem betreffenden Auszug aus Herzls Rede eine Zwischenbemerkung des Herrn Bentwich notiert war. Noch weniger könnte es uns beifallen, Herrn Bentwich oder sonst jemand aus der seinerzeit bei Festsetzung der Bankstatuten vertretenen Auffassung, die selbstverständlich berechtigt und durchaus loyal war, einen „Vorwurf zu machen". Und auch wir möchten nicht verfehlen, gleich Herrn Bentwich den Wunsch auszusprechen, daß keinerlei persönliche Reminiszenzen auf die sachliche und korrekte Erledigung der vom letzten Kongreß beschlossenen Änderungen der Bankstatuten störend einwirken sollen. Herr Ch. J. Eiß in Zürich ersucht uns um Aufnahme nachstehender Zuschrift, der wir hiermit Raum geben, ohne daß wir auf die seltsame Begründung des Aufrufes näher eingehen wollen. An die thoratreuen Zionisten! Seit einiger Zeit sind in der zionistischen Bewegung zwei von uns gesetzestreuen Zionisten mißbilligte Strömungen vereint zur Geltung gelangt. Es sind dies die der bekannten „Kultur"-Eiferer, die jetzt im Besitze der Leitung der zionistischen Angelegenheiten sind, in treuem Bunde mit der der sog. „Poale-Zion", welche die Tendenzen der Lehren Marx und Lassalles mit dem jüdischen Nationalismus zu verquicken sich anstrengen. Diesen beiden Strömungen liegt das gemeinsame Bestreben zugrunde, den jüdischen Nationalsinn vom Thoragesetz loszulösen. Gegenüber diesen Richtungen ist unser, der Gesetztreuen, unverrückbarer Standpunkt hinlänglich bekannt. Wir halten nach wie vor und unter allen Umständen an der alten, ewigen jüdischen Überzeugung fest, daß unser heiliges Gesetz das eigentliche Wesen, die Seele der jüdischen Nation ist. Und da der Körper ohne die Seele nicht leben kann, sehen wir in jeder Bemühung, dieNationvon unserem überlieferten Lebensgesetze loszureißen, eine Gefahr, durch die unsere nationale Bewegung ernstlich bedroht, ja ganz unmöglich gemacht wird. Geehrte Gesinnungsgenossen! Auf Vorschlag des Zentral- Bureaus des „Misrachi" wird in kurzem eine Konferenz des Zentral-Komitees stattfinden. Auf dieser Konferenz werden unter anderem auch über die „Beziehungen des „Misrachi" zur zionistischen Organisation in ihrem gegenwärtigen Zustande" durchgreifende Beschlüsse gefaßt werden. Dem Unterzeichneten ist die Aufgabe zugefallen, die Materialien zu diesem Beratungspunkte vorzubereiten. Ich richte daher an alle thoratreuen Zionisten die dringende

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