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Die Welt · 1906-08-17 · 33 (17.8.1906) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
33 (17.8.1906)
Date
1906-08-17
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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18 DIEl^ELT No. 33 I^AUS DER BEWEGUNG^] Jüdische Gesellschaftsreise nach Palästina im Herbst 1906 rwn diwy* ifd^n dx Seitdem Dr. Theodor Herzl, den VI. Zionisten-Kongreß in Basel beschließend, diese Worte gesprochen hat, sind sie nicht mehr unserem Sinne entschwunden. Ein teures Vermächtnis unseres geliebten Führers, sind sie gleichzeitig der vollendetste Ausdruck unseres innersten Gefühls, der tiefen Sehnsucht unserer Seele. Wir alle sind von dem Wunsche erfüllt, mit eigenen Augen jenes Land zu sehen, wo jeder Stein, jede Scholle Erde, die Erinnerung an die glorreichsten Tage unserer Geschichte wachruft, das Land, mit dem die schönsten Hoffnungen für unsere Zukunft verknüpft sind. Palästina aus eigener Anschauung kennen lernen — dieser Traum so vieler kann nun leicht in Erfüllnng gehen. Wir müssen ihn aber auch zur Erfüllung bringen, sofern unserer zionistischen Arbeit wahrhaft zionistischer Erfolg erblühen soll; denn nur auf jenem heiligen Boden, in jener Atmosphäre, unter jenen wackeren Pionieren jüdischer Kultur, die mit Begeisterung und im Schweiße ehrlichen Schaffens die Grundsteine für unser Werk legen, nur dort kann sich unser Herz für die großen Aufgaben des Zionismus voll und ganz erwärmen, nur dort können wir jene Begeisterung und Tatkraft aufbringen, welche die Arbeit für unser Volk von uns erheischt. Von dieser Erkenntnis durchdrungen hat der VII. Zionistenkongreß den Besuch des heiligen Landes den Gesinnungsgenossen empfohlen. Wir sind die Vollstrecker seines Willens, wenn wir diese Reise möglichst weiten Schichten unseres Volkes ermöglichen. Eine große jüdische Volksreise wollen wir veranstalten, die zugleich eine Vergnügungsreise in des Wortes edelstem Sinne sein und eine Fülle landschaftlicher Schönheiten des Orients uns erschließen soll. Hiezu laden wir alle Juden und Freunde Palästinas ein. Gesinnungsgenossen! Wir hatten Schwierigkeiten verschiedener Art zu bewältigen, ehe wir mit diesem Projekte an euch herantreten konnten. Aber Dank der Unterstützung bewährter Fachmänner, welche schon früher die „Israelitischen Gesellschaftsreisen" nach Palästina geleitet hatten, insbesondere aber des Direktors des bekannten jüdischen Reisebureaus „Tabor" in Jerusalem, unseres Gesinnungsgenossen A. Grajevsky, der von Palästina hierhergekommen ist, um das Zustandekommen dieses Werkes zu sichern, sind wir heute so weit, um euch zur Teilnahme an unserer Reise auffordern zu können. Wir glaubten unserem Zwecke am besten zu dienen, indem wir auf folgende Momente das Hauptgewicht legten: 1. Günstige Reisezeit. 2. Interessante Reiseroute mit reichhaltigem, anregendem Programm. 3. Möglichste Bequemlichkeit für die Teilnehmer, bürgerlicher Komfort. 4. Praktischste technische Durchführung unter Leitung bewährter und erfahrener Fachmänner. 5. Festhaltung des jüdischen, resp. zionistischen Charakters der Reise auf allen Linien. 6. Billigste Teilnahmspreise. Unsere Reise nimmt Ende Oktober 1906 ihren Anfang und dauert bis in die zweite Hälfte des Novembers. Diese Zeit empfiehlt sich sowohl durch die ruhige See — im November sind Stürme beinahe vollkommen ausgeschlossen — als auch durch die angenehme Temperatur und das günstige Wetter, welches zu dieser Zeit in Palästina herrscht. Route: Die Reiseroute umfaßt folgende Städte und Landschaften: Wien —-Budapest—Bukarest—Constanza (oder Sofia—Adrianopel) Konstantinopel—Jaffa—Saron—Lida—Beth Dagan—Hazar Saul—Gebirge Juda — Artuff — Bethir — Jerusalem — Ölberg — Jericho — Jordan Todtes Meer, die Umgebung Jerusalems—Mozza (Zeder Dr. Herzls) Amuas—Ramleh—Rischon l'Zion—Mikwe Jisrael—Jaffa—Nahar el Anasche—Petah Tikwa—Jaffa—Beyrouth—Libanon—Nahar el Kelb —Ras Beyrouth—Konstantinopel—Budapest—Wien. In den einzelnen Orten Palästinas und Syriens wird genügend Aufenthalt genommen werden, um alle Sehenswürdigkeiten unter Leitung sprach- und ortskundiger Führer kennen zu lernen. Die Reise Die Fahrt von Wien nach Konstanza (resp. Wien—Sofia—Konstantinopel) und retour, sowie von Jaffa nach Jerusalem erfolgt in Separatzügen. Von Konstanza nach Konstantinopel benützen wir einen Salondampfer der rumänischen Eisenbahnen. Für die Seereise von Konstantinopel bis Jaffa und retour wird ein großer Separatdampfer gechartert, welcher speziell für diese Reise eingerichtet wird und vollkommen entsprechende Räume: (Promenadedecks, Speise- und Rauchsalons, Gesellschaftsräume, Badezimmer etc.) besitzt, die allen Teilnehmern zur Verfügung stehen werden. Die Reiseleitung sorgt für Zerstreuung und Amüsement der Teilnehmer während der Fahrt. Es werden Vorlesungen und Unterhaltungen arrangiert und anregende Gesellschaftsspiele an Bord veranstaltet. Ärzte und Apotheke befinden sich an Bord. Die Ausflüge in Palästina werden zu Wagen, zu Esel oder zu Pferde unternommen. Verpflegung Die Verpflegung steht während der ganzen Reise unter streng ritueller Aufsicht, und legt die Reiseleitung besonderes Gewicht darauf, daß den Teilnehmern überall eine schmackhafte, gesunde und abwechslungsreiche bürgerliche Kost geboten werde. Die täglichen Mahlzeiten bestehen aus: Frühstück, (Kaffee oder Tee, Milch, Butter und Brot), Mittagmahl (3—4 Gänge), nachmittag Five-o-clock und Nachtmahl (Suppe, drei Gänge und Mehlspeise). Am Schiff Palästina-Wein gratis; im übrigen besteht kein Trinkzwang. Reiseleitung Das Reisebureau, welches aus erprobten Fachmännern besteht, wird an der ganzen Reise teilnehmen und den Mitreisenden nach jeder Richtung hin zur Verfügung stehen. Auf dem Dampfer sowie in jedem Aufenthaltsort wird die Reiseleitung überdies ein spezielles Bureau besitzen, woselbt die Teilnehmer jede gewünschte Aufklärung erhalten und ihre Angelegenheiten erledigen können. Auch wird beabsichtigt, während der Reise täglich eine Zeitung erscheinen zu lassen, welche den Teilnehmern gratis geboten, ein angenehmer und nützlicher Reisebegleiter sein und auch dem Verkehr zwischen der Leitung und den Reisenden dienen soll. Das Bureau der Reiseleitung wird auch die Post, Geldwechsel etc. besorgen. Detailliertes Programm Jeder zur Teilnahme Angemeldete erhält vor Beginn der Reise eine Anleitung bezüglich der nötigen Vorbereitungen sowie ein detailliertes illustriertes Programm samt der Liste der Teilnehmer mit allen wissenswerten Ratschlägen für die Reise. Teilnahmepreis Dem Charakter unserer Reise entsprechend wurde jeder Klassenunterschied aufgehoben. Der Teilnahmepreis beträgt per Person: ab Wien...... 547 Kronen ab Budapest .... 530 Für Mitglieder des Zionistischen Zentralvereins in Wien ermäßigt sich der Preis um 5 K. Im Teilnahmepreis sind enthalten: 1. Die Reise von Wien oder Budapest und retour bis Wien oder Budapest. 2. Logis und vollständige rituelle Verpflegung während der ganzen Dauer der Reise von Budapest bis zur Rückkunft nach Konstantinopel, wo sich die Gesellschaft auflöst.' 3. Aus- und Einschiffung in allen zu berührenden Häfen. 4. Wagen, Esel oder Pferde, für die programmäßigen Ausflüge. 5. Eintrittsgebühren zu den programmäßigen Sehenswürdigkeiten. 6. Bewährte Führer und Dragomans während der ganzen Dauer der Reise. 7. Trinkgelder (Bakschisch). Für Ehepaare werden in den Hotels separate Zimmer reserviert, und wird für dieselben auch auf dem Separatdampfer nach Möglichkeit in derselben Weise Sorge getragen werden. Separatkabinen auf dem Dampfer können, soweit der Vorrat reicht, gegen mäßige Gebühr bei der Reiseleitung gemietet werden. Ebenso kann auf der Eisenbahn bei entsprechender Aufzahlung eine höhere Klasse benützt werden. Anmeldung Anmeldungen für diese Reise werden bis spätestens 15. September 1. J. angenommen und sind an den unterzeichneten Zionistischen Zentralverein, Wien IX, Türkenstraße 9, zurichten: ebendahin sind gleichzeitig als sicherstellende Anzahlung 150 Kronen einzusenden. Der Restbetrag ist bis 10. Oktober I. J. zu entrichten, worauf der Mitreisende die Teilnehmerlegitimation erhält. Die Einzahlung kann in Österreich auch mittels Erlagsscheines der k. k. Postsparkasse erfolgen, den wir über Verlangen einsenden. Eine Rückvergütung der Anzahlungen an Teilnehmer, die ihren Rücktritt erklären, kann nicht geleistet werden. Nur wenn die Reise aus irgend welchen Gründen durch uns nicht zur Aus-

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