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Die Welt · 1906-08-17 · 33 (17.8.1906) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
33 (17.8.1906)
Date
1906-08-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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iiir die Juden betrachtet werden, und sollte diese mit einem Schlage nicht möglich sein, so muß sie allmählich aber möglichst rasch erfolgen. . . . Jeden Augenblick können auch andere Nationen das Land kolonisieren wollen (was zum Teil auch jetzt schon geschieht). I ndlich trägt die Tatsache der Einkäufe von Palästinaboden bedeuk*nd dazu bei, das Vertrauen der Juden in die Zukunft der zionisJschen Idee zu stärken. ... So muß denn der Kongreß . . . auch ü )ch ein Komitee für die Kolonisation Palästinas wählen, dem nach ausgearbeiteten Statuten sämtliche Kolonisationsvereine aller Länder ^ibordiniert sein sollen. Dieses Komitee hat das Land Palästina « oiiau und im Detail zu studieren, mit Hilfe der Kolonisationsvereine größere, für den Ackerbau taugliche Landstrecken anzukaufen und Aiselbst zuerst eine Anzahl von Kolonien mit den jetzt in Europa und Palästina tauglichen Juden zu gründen. Je größer die Zahl der Lolonisationsfähigen Leute wird, desto mehr und mehr Kolonien erden gegründet werden können. . . . M. Moses-Kattowitz regte damals an: die Gründung von ■ Genossenschaften zur Erwerbung von ländlichen Besitzungen in Palästina. Dr. Schnirer-Wien, der das offizielle Referat hielt, äußerte :ch wie folgt: „. . . Unsere Kolonien in Palästina sind aber für unre Bewegung von ungeheurer Bedeutung. ... Es muß daher auf ■,:ne Erstarkung der noch nicht feststehenden Kolonien das größte ewicht gelegt werden. Hingegen sind neue Kolonien . . . nur aus ein gegenwärtig in Palästina vorhandenen Menschenmateriale zu :-runden, wobei selbstredend von keinerlei illegalen unrechtlichen Aitteln Gebrauch zu machen ist." Schließlich wurden noch folgende Anträge Groß-Bamb us-! Osenberg als Anregungen angenommen zum Punkte des paläinensischen Exports und Imports: 1. Gründung von Handelsgesellschaften, überall, wo zweck-; ertlich. 2. Einrichtung eines Lagerhauses oder ständigen Basars in Jaffa, : welchem die Erzeugnisse jüdischen Fleißes und jüdischer Geschicken keit zum in- und ausländischen Vertriebe bereitgehalten werden. 3. Gründung einer Agrar- und Handelsbank. Der Arbeiternot abzuhelfen: 1. Durch Förderung der Hausindustrie. 2. Durch Dezentralisation, d. h. Überführung der in gewissen dielten, namentlich in Jerusalem, überflüssigen Handwerker und rbeiter nach den nur spärlich mit einem Handwerkerstande verigten Städten und Ortschaften des Inlandes. W. Bambus hielt damals eine Rede, in der er u. a. ausführte: „ . . Unsere ganze Kolonisation ... ist bis heute ein Experi- : ent und muß noch lange ein solches bleiben. Man kann nicht in : > Jahren ein solches Land, das nicht ackerbauerisch durchforscht a, kolonisieren. Eine Kolonisation im großen Stile ist, selbst wenn i ine gesetzlichen Schwierigkeiten bestehen, nicht gut durchzusetzen. I - wird noch manches Jahr dauern. Ein landwirtschaftliches! .\periment dauert jahrelang. Wir haben derartige Experimente : macht und sollten sie weiter machen. Ich glaube, daß die erste i ..dingung darin liegt, daß wir das Experiment fortsetzen. Es ist i. ie Vorarbeit, die absolut notwendig ist.......Wir können l i>enwärtig Handel und Industrie fördern, während wir den Acker-! a sistieren müssen.....Es muß gewiß nicht unsere Aufgabe - n, auf dem Wege der Mildtätigkeit Handel und Industrie im! 'iigen Lande zu fördern, sondern man muß feststellen, welche i «verbszweige die nützlichsten sind und sorgen, daß man nicht die! vatinitiative lähmt und alles unter eine Zentrale bringt. Wir sind > rauf angewiesen, die Palästinainitiative des einzelnen wachzurufen, i 1 wir können dies auch, wenn wir nicht schablonenmäßig vorien, sondern die nötige Konkurrenz anregen durch Publikation in ( < Zeitungen und indem wir unsere Hilfe jedem Privatmann zur 1 rfügung stellen....." Auch der zweite Kongreß brachte abermals Diskussionen i 1 Anträge zur Vorlage der Palästinaarbeit. Zunächst sei hervorhoben der Antrag der Kolonisationskommission, lautend: „Der Kongreß, welcher der bereits begonnenen Kolonisation in i ästina sympathisch gegenübersteht und die weitere Kolonisation fördern wünscht, erklärt: 1. Unter „zweckdienlicher Besiedlung" Palästinas versteht man die Kolonisation, die nach einer von der türkischen Regierung dazu erlangten Erlaubnis und nach einem Plane und unter Leitung einer vom Kongreß gewählten Kommission durchgeführt werden soll. 2. Die ersten Kolonisationsschritte sollen mit den in der Türkei sich aufhaltenden Juden vorgenommen werden. 3. Zur Erwirkung einer Kolonisationserlaubnis bei der türkischen Regierung soll die Tätigkeit der Kolonialbank beitragen. 4. Der Kongreß verpflichtet die Zionisten, ihren Einfluß dahin zu benützen, daß alle Kolonisationsgesellschaften nach einem den obigen Beschlüssen entsprechenden Plan zu arbeiten sich bestreben." Dieser Antrag gelangte auch zur Annahme. W. Bambus sprach auch diesmal zur Frage. Er erklärte u. a.: .... „Aber ein Zweig der Kolonisation ist uns und allen offen mit geringem Kapital, das ist die industrielle Kolonisation, und die wird die Aufgabe sein, die der Kolonialbank zufallen wird. Diese industrielle Kolonisation ist auch die einzige Kolonisation, die in Wirklichkeit für die großen Massen der in Palästina schon befindlichen Juden etwas Wirksames erreichen kann. Unter Umständen können wir Hunderte von Juden hinausführen auf das Land und Bauern werden lassen, aber nicht die große Mehrzahl. Dazu fehlt die physische Kraft für die jetzige Generation. Für diese ist ein wirksames Mittel die Errichtung von Fabriken, die Schaffung selbstständiger Existenzen und die Wachrufung der Privatinitiative. Wenn wir westeuropäische Juden so denken würden, würden uns viel weniger Schwierigkeiten gemacht werden. Solange wir nicht die Privatinitiative besitzen, um selbst hinüberzugehen in größerer Zahl, um Fabriken und eine Industrie zu schaffen und den Leuten außer den notwendigen Geldern auch die Intelligenz, insbesondere die technische Intelligenz, zu geben, die den Leuten drüben fehlt, wird die Tätigkeit der Kolonialbank oder eines anderen Instituts oder eines großen Vereins, der von oben herab gezwungen ist, zu kolonisieren und Beamte hinzustellen, zu keinem durchgreifenden Resultate führen....." Dr. Heinrich Löwe äußerte sich wie folgt: „Zuerst möchte ich konstatieren, daß ich ein Anhänger der Kolonisation bin, daß ich aber unter Kolonisation und Einwanderung zwei verschiedene Begriffe verstehen möchte, die wir nicht verwechseln dürfen. Wir müssen und können kolonisieren, aber in erster Linie, wie der Kommissionsbeschluß sagt, mit denjenigen Juden, die schon heute in der Türkei ansässig sind, die nicht auf Schleichwegen nach Palästina hineinzubringen sind." Auch Herr Mozkin berührte das Problem, indem er bemerkte: „ . . . denn, wenn ich auch immer wieder für das öffentliche rechtliche System des Zionismus eintrete, so bin ich durchaus dafür, daß man zu derselben Zeit so viele Erleichterungen als möglich für das Bestehende zu schaffen sich bestrebe, und wenn man dies konsequent verfolgt, wird man es auch durchführen können." Endlich wurden damals ein Antrag Rajynowski, betr. Errichtung von Musterwirtschaften und ein Antrag Bujes, betr. Begründung von Ackerbauschulen dem Kolonisationsausschuß überwiesen. Auf dem dritten Kongreß;nahm zunächst Dr. Kohan-Bernstein das Thema auf, der "folgendes ausführte: „ . . . Was die Unterstützung der Kolonisten in Palästina und der verschiedenen Kolonisationsvereine anlangt, haben wir [verst. in Rußland] beschlossen . . . und haben auch nicht einen Moment aufgehört, für die Kolonisationsvereine zu arbeiten . . . Wenn ich von Kolonisationsvereinen spreche, meine ich ausschließlich den großen Odessaer Kolonisationsverein oder dergleichen. Wir sagen uns jedenfalls ganz los von den Schmuggelzionisten, von den Kolonisationszionisten, von der „gesalzenen" Kompagnie." Derselbe Kongreß brachte nachstehende Anträge des Kolonisations-Ausschusses, Referent Dr. Tschlenow: I. Der Kongreß empfiehlt dem Aktions-Komitee, selbst und durch die unten zu erwähnende Kommission mit den bestehenden Kolonisationsgesellschaften Verbindungen anzuknüpfen und in steter Fühlung zu bleiben, denselben jedoch zu empfehlen, die Kolonisationstätigkeit vorläufig auf die in Palästina wohnenden Juden zu beschränken. II. Zur Unterstützung des Aktions-Komitees in dieser Aufgabe wählt der Kongreß eine Kommission bestehend aus 11 Mitgliedern. Die Kommission hat das Recht, neue Mitglieder zu kooptieren. III. Diese Kommission hat im Einverständnisse mit dem Aktions- Komitee in Palästina ein Bureau einzurichten, welches folgende Aufgaben hat: 1. die Erforschung Palästinas und Syriens in wissenschaftlicher, kultureller und rechtlicher Beziehung zu bewerkstelligen, wobei bemerkt wird, daß es das zweckmäßigste ist, zur Teilnehmung an diesen Arbeiten einen mit den türkischen Gesetzen genau vertrauten Juristen heranzuziehen; 2. auf wissenschaftlichem Wege die Grundlage der rationellen Bewirtschaftung der verschiedenen Gegenden Syriens und Palästinas in agrikultureller und industrieller Beziehung festzustellen. IV. Die nötigen Mittel hat das Aktions-Komitee zu beschaffen. Diese Anträge werden angenommen. Auf dem vierten Kongreß äußerte sich Prof. Bjelkowsky in dem offiziellen Referate, wie folgt: .... „die Türkei .... die doch in allererster Linie große Vorteile von der kulturellen Erschließung ihrer brachliegenden Gebiete

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