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Die Welt · 1906-07-20 · 29 (20.7.1906) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
29 (20.7.1906)
Date
1906-07-20
Page
– (sequence 13)
Language
German
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sich atri Plätze),; {durc'h ' eigenes Anfertigen der Tischlerjjjl^ßiten etc. den Baupreis'■ auf Wenige ' hundert" Francs" zu beschränken\ und da ein Häuschen für jeden einzeihen doch erst bei seiner Verheiratung nötig/ und wünschenswert wird, so fst es klar, daß der Hausbau sich auf viele Jahre verteilt und fast überhaupt nicht in die Rechnung eingestellt zu werden braucht. Stallungen können auf alle Fälle von den jungen Leuten selbst errichtet werden. Die kleinen Beträge für zu mietende Bauhandwerker und für Materialien, wie Holz- und Eisenteile, Dachsteine etc., könnten eventuell ebenfalls vom Nationalfonds — gegen Pachtpreis*) — beigesteuert werden. Auf diese Weise würde der Nationalfonds alle Immobilien zu der Nationalkolonie Stellen, was sicherlich seiner Bestimmung entspricht,**) gleichzeitig das geringste Risiko für ihn und die größte Förderung der Zwecke der Waisenschule darstellt. (Auch die für die Zöglinge nötigen Anbauten zur Schule könnten außerhalb der letzteren auf Nationalfondsland errichtet oder später vorn N.-F. übernommen werden, um als Wohnungen oder Gemeinde-Institutionen der Kolonie zu dienen.) Nicht nur der Nationalfonds soll Sache der Nation sein, — sondern in noch viel höherem Sinne die Fürsorge für die Waisen der „Nationalpogrome". Sorgen aber Nation und Nationalfonds für diese Kinder, so haben die Kinder, wenn sie älter werden, auch für Nation und Nationalfönds zu sorgen. Kein Kind bekommt normalerweise eine Erziehung ohne die Verpflichtung, im Notfall auch für seine Erzieher — Eltern oder Institutionen — zu sorgen. Unsere Nation und unser Nationalfonds können aber immer in solchem Notfall sein und darum sind diesen Kindern ihre Pflichten schon in der Erziehung klar zu machen. Die Kinder sollen die Kosten ihrer Erziehung ebenso an die nationale Institution zurücktragen, die ihretwegen gegründet wurde, wie sie dem Nationalfonds seine Pacht zu entrichten haben. Es ist doch nicht zu denken, daß die Absolventen der Schule mit 15 Jahren nun plötzlich selbständige Landwirte werden sollen. Es muß ein Übergang gefunden werden. Zweifellos ist es* vorteilhaft, wenn die Kinder vorn ersten Tage an wissen: dies Land hier vor unsern Augen ist das Land, das uns der Nationalfonds geben wird, wenn wir tüchtig lernen und arbeiten. Die überschüssigen Arbeitskräfte der Schule können schon während der Schuljahre das Land pachtweise'bearbeiten etc., und jeder einzelne wird wissen, daß er damit für sich selbst und für seine engere und weitere Gemeinschaft arbeitet Aber eine volle Selb- *) Die Baulichkeiten könnten als Eigentum des Nationalfonds erklärt und entsprechend den vom N.-F. getragenen Barauslagen die Pachtsumme der Häuser etc. festgestellt werden. Gehen die Terrains oder Häuser einmal in aridere Hände über als die der Erbauer, so kann eine Umrechnung der Pacht nach dem geschätzten Wert eintreten. -.**) Aus: Beschlüsse und Resolutionen der Zionistenkongresse (von Hugo Schachtel 1906). Sechster Kongreß, Seite 30—31: „II ...... Der ZwecR des Nationalfonds soll folgender sein: „In Palästina und den Nachbarlanden Bau-, Acker- und „Gartealand, wie auch Waldungen und Grundstücke jeder „Art anzukaufen, das gekaufte Land bebauen oder bearbeiten „zu' lassen v: . . („bebauen" bei „Bauland" bezieht sich natürlich auf Häuser etc.) ständigkeit am Tage nach der Schulentlassung und im Alter von 15 Jährer wäre unsinnig. Da ist eine Art Lehrzeit am Platze, die mindestens drei — besser wohl fünf — Jahre zu dauern hätte, und während welcher jeder schon das ihm bestimmte Stück Landes bearbeitet. Während dieser „Lehrzeit" helfen den Lehrlingen jüngere Schüler mit, die dadurch eine gute „Vorlehre" haben.*) Dagegen sollte der Landertrag während der Lehrjahre nur etwa zu einem Drittel dem „Lehrling" gutgeschrieben und der Rest auf Rückzahlung seiner Erziehungs- und Installationskosten (nach obigem 2000 Francs) verwandt werden. Was nicht innerhalb der Lehrjahre (neben der Landpacht) zurückgezahlt wird, das hat jeder nachher in bestimmten Jahresraten zu tilgen. Dadurch aber, daß auf diese Weise das Geld zurückfließt, — (Ausfälle können durch Gern ein bürgschaft vermieden werden — nicht nur finanziell, sondern auch erzieherisch ein gutes Mittel! —) wird aus der momentanen Aktion eine dauernde Einrichtung und die ganze Sache gewinnt dadurch eminente Perspektiven. Nach dem Erfolg der Notstandsaktion — und dieser Erfolg wäre mittels aller vernünftigen Vorsichten sicherzustellen — besteht kein Zweifel, daß Gemeinden und Verwandte die ihrer Fürsorge unterstehenden Waisen dieser Schule übergeben würden und nicht nur Waisenkinder! Durch ihre Einkünfte wäre die Schule in der Lage, auch Freiplätze und halbe Freiplätze in ziemlicher Anzahl zu gewähren. Der-eigene Landwirtschaftsbetrieb des-Instituts könnte (und sollte sogar) alle Lebensmittel stellen resp. decken, und durch die zu erwartende Vergrößerung der Anlage würden auch die Unterrichtskosten bedeutend geringer werden, und es wäre kein großes Unglück, wenn im Notfalle der Kongreß jährlich eine Subvention gewährte oder wenn ein neuer allgemein-jüdischer Samrrielfonds zu dem Zwecke errichtet würde. Er hätte gute Chancen und wir können gar nicht genug „allgemein-jüdisches" Geld nach Palästina lenken und dem Zwecke der Nation dienstbar machen! Schließlich bitte ich höflichst, diese Skizze als eine Skizze anzusehen und nicht wegen eventueller Einzelbedenken die ganze Sache für undurchführbar halten zu wollen. Manches würde, selbst bei Annahme dieser Vorschläge, wie sie sind, in der Praxis sich etwas anders machen, aber so wieheute nicht jede Schwierigkeit vorausgesehen werden kann, so kann bei weitem noch nicht jede Hilfe und. jede Verbesserung vorausgesehen werden, und Liebe zur Sache hat schon viele Wege geebnet. Ich habe Gelegenheit gehabt, „die beiden Seiten" solcher Erziehungsfragen kennen zu lernen und traue mir zu, für jedes Hindernis, das sich dem angedeuteten Plane entgegenstellen mag, ein Mittel zu finden. Und ich bin überzeugt: jeder wirklich „freundliche" Leser kann es auch. — *) Überhaupt ist die Unterrichts- und Arbeitsnachhilfe durch Schüler oder Lehrlinge einer höheren Stufe bei weitem das wirksamste Erziehungssystem — und zwar für den „Lehrer" mit! Palästinabewegung und Pälästinanachrichten Gerim und Bergjuden als Kolonisten Eine Qruppe von Gerim (russische. Proselyten), frühere -Erdarbeiter in RulM^ Palästina gekommen sind, haben sich jetzt (r^ Schimachpn, in der Nähe von, Tiberias, auf, der Iea gehörigem Boden als Pächter niedergelassen. Man . erwartet von ilonen, daß sie: äidh' als; Pächter gut bewähren werden. Ferner'^'M Bergjuden, gleichfalls Erdärt^ yerrn^ die "sich eventuell jn;.Tra^ :....., Gepfairteiiinterrc^ Bjelostokent in Palästina > Der *Weg" meidet aus ^Bfelöstok r Dieser Tage übersiedelte ein sehr vermögeirder- Zioaist mit sether Familie nach Paläatina.; iDes weiteren fährtteitt'Kauf mann dahin als Bevollmächtigter einer Gruppe von Kapitalisten, die ihn in der Absi£b^^,'MaIlüfaktur■warenfabriken zu errichten, mit einem Fachmanne zum Studium der dortigen Verhältnisse, entsenden. Es verlautet ferner mit Besti mmtheit, daß nach NeifjaTör^^ mii; einehi.;bed^^ Kapital nach Palästina? ge^ fähren ojder,. füsteri; sich zur Abfahrt eine : ' v/\,''r -; 1 Diejdiesjäh-^ge «'a%emielbe¥^isa^mml.ung-i'ide^;: Odesaer Komitees findet >äfa?-%7jM\iMiätäStitesta&r' u.i- ' i; l Die Selbstverwaltung der Kolonien Die in jüngster Zeit durch eine Deputation der Kolonisten mit Baron Rothschild geführten Verhandlungen haben zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Die Kolonien Rischon l'Zion, Pessach-Tikwah, Wad el Chanin, Rechoboth und Kathra einerseits, Sichron Jakob und Chedera andererseits setzen Kolonisten-Syndikate ein. Beide Syndikate arbeiten, was, Weinbau- und Erzeugung anlangt, getrennt, der Weinverkäuf jedoch wird gemeinsam besorgt. Das. gemeinschaftliche Bureau in Rischön rZiön*; wird Herr Gluskin als Geschäftsführer leiten. Vom 1. Juni 1906; ab gehen alle Geschäfte auf Rechnung der Kolonisten.. Pafästina-Erzetignisseprämiiert Wie uns telegraphisch mitgeteilt wird, würden auf der Aligemeinen Hygienischen Aufstellung in7 Wien die Pa 1as t in ä-W eine und Kognaks der Gesellschaft n;Kärmel" mit dem Diplom und der gplde neh "M e d a iÜ e prämiiert. ■ /" ■";;;; Fflr da« Jerusalenier Lehrerseminar Das Bureau des „Hilfsvereins der deutschen Juden" sendet nns^folgencfc Mitteilung: - Der Verein „Bsra" hat demLehr:erseminar des „Hilfsvereins c^f deutschjfn Juden" zu Jerusalem 600 Mk. überwiesen, ,...'!;,.

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