Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 29 (20.7.1906)
- Date
- 1906-07-20
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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14 DI£2^ELT No.,29 richtige Plan, die Kinder für ihre voraussichtliche oder wünschenswerte neue Heimat so früh als möglich vorzubereiten, schien mir hier noch nicht genügend durchgeführt. Mir tat es in jenem Falle leid, um jede Stunde rumänischen Unterrichts, um jeden Tag in rumänischer Umgebung. Hatte man erkannt, daß in Rumänien keine Zukunft für die Kinder sei, §o wäre es doch zweifellos zweckmäßiger, sie gleich im Lande ihrer Zukunft, das freilich in jenem Falle noch nicht feststand, zu erziehen. Deshalb scheint mir für eine Bewegung, wie die unsere, nichts näher zu liegen, als selbst in regulären Zeiten für die Unterbringung (in Palästina natürlich) möglichst vieler Waisen der Emigrationsländer Sorge zu tragen. Selbstverständlich werden dabei die Familienverhältnisse jedes einzelnen Falles sorgfältig zu berücksichtigen sein. Für eine „Pogrom-Waise", die bei gutsituierten nahen Verwandten in Rußland eine., zweite Heimat finden kann, besteht weniger Veranlassung einer Übersiedelung nach Palästina, als für ein Waisenkind aus regulärer Zeit, das mangels anderer Fürsorge der Gemeinde zur Last fällt. Es kommt auch in Betracht, daß die Waisenfürsorge in großen Städten Europas viel mehr kostet als in Palästina. Wenn also auch die Veranlassung zu dieser Diskussion aus der momentanen Katastrophe hervorgegangen ist, so besteht keinerlei Grund, die Sache selbst auf die momentane Ver an lassurigzu beschränken! Ich will versuchen einen Weg zu zeigen, mittels dessen auf Grund der augenblicklichen Notstandsaktion ein hochwichtiges Werk von ständiger Dauer begründetwerden kann. Meiner Ansicht nach handelt es sich nicht darum, einer kleinen Zahl möglichst ausgiebig zu helfen, sondern einer möglichst großen Zahl außer einer entsprechenden Erziehung das Notwendigste zu bieten. Ich denke daher nicht an eine glänzende „Installation". Ein Kind, das nach absolvierter Schule einige Tausend Francs sein eigen nennen kann, wäre in dieser Beziehung ungleich besser gestellt als die gewaltige Mehrzahl der anderen. Es muß uns genügen, den Kindern, um die es sich jetzt handelt, eine dem Zweck vorzüglich entsprechende Erziehung zu geben. Darüber hinaus jedoch ist es nicht nötig, ihnen mehr als einige Hundert Francs aus dem jetzt für ihre Erziehung bestimmten Fonds zu reservieren. Es sind zu viele Pogrom-Waisen da und zu wenig Geld, um anders vorgehen zu dürfen. Trotzdem wird im nachstehenden ausgeführt werden, daß sich auf anderem Wege auch die Zukujift.dieser Kinder sicherstellen läßt. Ich würde also vorschlagen, fünfzig Kinder mit den bereitstehenden Geldern zu versorgen.; Der größeren Ökonomie halber empfiehlt es sich, Kinder ungefähr eines Alters — etwa zwischen 11V* und 121/2 Jahren aufzunehmen, für die im Durchschnitt ein dreijähriger Üjnterricht (zwischen 2*/2 nnd 3V2 Jahren) Vorzusehen ist. Diese Dauer ist nach den Erfahrungen bei den Kischiriewer Kindern völlig und sogar mehr als hinreichend gewesen. Die älteren Zöglinge waren nur z-wei Jahre in der Schule, und obwohl sie viel -älter waren als, oben für den jetzigen Fall angenommen wird."— obwohl sie also, viel „eher leicht „urae.rzMen" . werden konnten, so' genügten die zwei Jahre trotz aller Schwierigkeiten, unter denen die Schule anfangs zu arbeiten hätte, um sie völlig zu hebräisieren und zu palästinisieren. Öie jetzt kommenden würden es i n einer Verbindung mit "Belkfods-Schäle auch insofern viel leichter haben, als sie iri ein sozusagen fertigem"ySebt'äisches Palästina-Milieu" kämen, das im ersten Falte dö^4i;erst hatte geschaffen werden müssen! -; ••' -C Durch äMe: Gleic wihlle eine VÄeiiftachMg: des Schulplanes, duföh die geringen Zerlegung des Entlassungstermins in - drel~.ungefähr gleiche Gruppen bewirkt _________%'jfcs^$^;t0m S#?^ÄSfe^ Ansicht von Lydda werderjskpnnen. Die „Auswahl" unter den vorhandenen Waisen ist ja leider groß genug, um selbst bei noch viel größerer Beschränkung nur allzuviele Reflektanten zu finden. Fünfzig Kinder in Anlehnung an die bestehende Belkindsche Anstalt drei Jahre hindurch in der Schule zu halten kostet 75000 Francs (50X3X500 Francs jährlich). Der Rest von 25000 Francs gibt eine Beihilfe zur Installation von 500 Francs per Kopf. Aus den Zinsen der ja nicht auf einmal zu verwendenden Summe lassen sich die nötigen Baulichkeiten und läßt sich eventuell auch noch eine Erhöhung der Installationsbeihilfe erzielen. An Baulichkeiten genügen im Anschluß an eine vorhandene Schulanstalt einige Schlafsäle, die füj 50 Kinder nicht mehr Baukosten erfordern, als aus den Zinsen herauszuwirtschaften ist. Für diejenigen, die auch davor Angst haben mögen, daß selbst aus den Zinsen dieser Notstandssumme etwas Dauerndes geschaffen werden könnte, wird weiter unten ein Weg gezeigt werden.; Nehmen wir also an, die Kinder sejen drei Jahre lang mit, ebenso gutem Erfolge erzogen worden wie die Kischinewer Waisen, Was hätte dann zu geschehen? Ich meine, der Nationalfonds, dem das jüdische Land bei Lydda zur Verfügung steht, sollte die verkäuflichen Ländereien in der Nähe erwerben und damit eine Möglichkeit geben, daß die Nationalschule — oder, das- „Nationalwaisenhaus" — das Zentrum einer Nationalf ondskolo nie werde. Dann behielte die Schule die Kontrolle über die entlassenen Schüler, und tatsächlich ist "der weitere Zusammenhang zwischen den letzterer! und der Anstalt unerläßlich. Ich hatte zuerst gemeint, die Schüler sollten nach Absolvierung der Schule erst irgendwo Arbeit nehmen, da . sie mit 15 Jahren doch noch nicht selbständig genug seien. Herr Beikind sagt aber sehr richtig, daß heute in Palästina weder genügend noch genügend dauernde Arbeit zu finden sei, und daß unter den heutigen Verhältnissen durchaus nicht überall in den Kolonien die Gewähr geboten sei, daß die jungen Menschen weiter im .Sinne der Anstalt beeinflußt werden. In, der Tat, es könnte passieren, daß sie in manchen Kolonien mit ihrem Hebräisch ausgelacht werden, und daß sie in Kolonien oder zu Kolonisten kämen, wo die allgemein-menschliche Durchschnittsunzufriedenheit eine antipalästinensische — ja manchmal sogar eine prougandistische Narrenkappe trägt. v . Soli der Geist der Schule weiter wirksam bleiben, so gibt es nur das eine Mittel: allmähliche Installierung neben der Schule unter der mindestens anfänglichen Kontrolle seitens tüchtiger Landwirte, die in der Schule den laridwirtschaftlichen Unterrieht zu erteilen und das Schulland zu verwaltenfhätten. v; Nun .muß TcU wieder gleich vpti vornherein ,d?m unausweichlichen Eirrwandder^ Natihälfonds?elptlrf hegeghen^ie überäll nichts als, Gefahren für diese geheiligte' lrtstitutip^ Ich meine aber: wenn nicht einmal zu erwarten ist, tääj?'diel als^ iüd|isehe und palästinensische Patrioten pär excellehce 'erzögene'it Pö^chnwaisen die Rechte des Nationalfonds und ihre-Pflichten2*gegenüber-, {dem Volksbesitz respektieren,' so ist; das. von «jemandenerwarten, und dann sollte man konsequenterweise zwei dicker Striche machen, — einen unter den Nationalfonds und einenunter sien »Zionismus — und^ die Rechnungen schließen, vj- <n :.;> <- . . Öer Nationajfonds scfteftkLt v;riibh% '^^'iv^achtet. „Die entlassenen Zögling jedeV et&a i(M bis ISO Dunan Land zugeteilt bekommen. "Für'' je;£ j$fer 'S""'.^rQiSffÄ'?äifii|fctist eirf Hänchen hergerichtet werden, das nadh 2 bls'W Jährer* hur von 2 öder 3 der junge*pkeu$e; feewohnt werden soll;-: E^edUisbödung der jungen; Leute ermöglicht 'Ih&enr'^^chr/ifhrerrili^scjl^ . getost zu bauen oder doch durch Gestellung der behafcueaeii Steine, [;(das fMateriat findet