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Die Welt · 1906-07-20 · 29 (20.7.1906) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
29 (20.7.1906)
Date
1906-07-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Dollars, immerhin genug, um den Ausfall des diesjährigen gegenüber dem vorjährigen Schekel fast auszugleichen.; "Es wird von Interesse für die Delegierten sein, aus dem in ihren Händen befindlichen gedruckten Berichte die Beträge zu entnehmen, die aus den großen Städten für die Federation eingegangen sind. Daraus geht hervor, daß die Beiträge auch nicht einer Großstadt in einem Verhältnis zu deren Bedeutung stehen. Das rollt mit einem Male die ganze Frage der Unterstützung der Federation auf. Durch die Bureaus der Federation gingen während des Jahres 10449.02 Dollars. Von diesem Betrag waren 7 221.93 Dollars für Schekel, Shares, Nationalfondspenden, Eintragungen ins Goldene Buch etc. etc. wieder abzuführen, so daß insgesamt 3227.09 Dollars der Federation für ihre eigenen Bedürfnisse verblieben. Von dem Schekel hielt die Federation 50ü/o für ihre Zwecke zurück. Unser Einkommen setzte sich zusammen aus Landesbeiträgen, Abzügen vom Schekel, Geschenken und Abgaben für den Verwaltungsfonds. Aus dem gedruckten Berichte werden Sie ersehen, daß die Federation, um ihren Aufgaben völlig nachzukommen, zum mindesten ein Einkommen von 3000 Dollars jährlich nötig hat. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben dieser Konferenz sein, Mittel und Wege zu finden, die der Federation ein derartiges Einkommen verbürgen; andernfalls wird die Arbeit der Federation nicht vorwärts schreiten. Ein Mittel, diese Gesundung unserer Finanzen herbeizuführen, ist in der Resolution 2 des Vorstandes enthalten, die bestimmt, daß alle Vereine als Landesbeitrag den gleichen Betrag wie die Schekelabgabe bezahlen sollen. Die Entwicklung des Zionismus seit dem VII. Kongreß hat immer mehr die Aufmerksamkeit auf die Notwendigkeit von praktischer Arbeit in Palästina hingelenkt. Die Bewegung bleibt, was sie war: eine politische Bewegung; aber die politische Seite der Bewegung ruht in den Händen des Engeren Aktionskomitees. Die Vereine in der ganzen Welt können zwar die finanziellen Einrichtungen der Bewegung unterstützen: also hinsichtlich des Schekels, des Jewish Colonial Trust und de_s Jüdischen Nationalfonds. Aber die Vereine können außerdem, im Einklang mit den politischen Absichten der Bewegung, mit ihren eigenen Kräften und durch die Heranziehung privater Mittel auch an der Entwicklung Palästinas und der Hebung der jüdischen.Bevölkerung dort mitarbeiten. Damit aber die Palästinaarbeit systematisch und zweckmäßig geschehe, ist es notwendig, daß alle extremen Pläne von vornherein verworfen werden und daß ein Palästinakomitee eingesetzt wird, das beauftragt -v/erden soll, die praktische Arbeit in Palästina einzuleiten und auszubauen. Es soll seitens der Vereine keinerlei Arbeit für Palästina unternommen werden ohne das vorherige Einverständnis und die Billigung des Palästinakomitees, das in beständiger Fühlung mit dem Aktionskomitee in bezug auf dessen Absichten in Palästina stehen soll. Um die Palästinaarbeit zu sichern, wird in der Resolution III eine Palästinaabgabe verlangt, die nicht weniger als 25 Cts. jährlich betragen und von jedem Mitgliede eines Vereins erhoben werden soll, ebenso wie von jeder anderen Person, sei sie Zionist oder nicht Die Einnahmen aus dieser Abgabe sollen der Palästinakommission übermittelt werden. Der Bericht beschäftigt sich hierauf mit den Presseverhältnissen und den Publikationen der Federation. Während des verflossenen Jahres hat die Federa-ion allwöchentlich Bulletins an die jüdische Presse ausgegeben. Auch hat die Federation ein Abkommen mit der Jargon-Zeitschrift „Die jüdische Fahn" getroffen, wonach diese Wochenschrift in Übereinstimmung mit den Richtlinien der Politik der Federation redigiert wird. Übersetzungen wurden herausgegeben von Ussischkins „Unser Programm", Achad Ha'ams „Pinsker und seine Broschüre", ein Neudruck von Mordechai Emanuel Noahs .,Die Wiederbelebung des Judentums", ein Flugblatt über den Nationalfonds in Englisch und Jüdisch, und eine Broschüre über die Stellung des Zionismus zur Judenfrage im allgemeinen und zu ■Jen russischen Massakers im besondern, gleichfalls in Englisch •nd Jüdisch. Es wird die Bildung eines Komitees vorgeschlagen, das sich ausschließlich mit der Literatur der Federation befassen und insbesondere den wöchentlichen Mitteilungen an die Presse sein Augenmerk zuwenden soll, die viel mehr als bisher der Propaganda dienlich gemacht werden können. Resolution IV des Vorstandes verlangt, daß die Vereine das Erziehungskomitee in seiner Arbeit bei der Schaffung von Herzlkindergruppen unterstützen sollen. Derartige Gruppen wurden zuerst von Dr. Benderiy in Baltimore unter tätiger Mithilft des Vereins -,Töchter von Zion" gebildet. Jede Gruppe besteht aus 10 Kindern unter der Leitung einer jungen Dame aus einem zionistischen Vereine. Die Tätigkeit dieser Gruppen besteht in der gemeinsamen Feier jüdischer Feste (Chanuka, Purim, Pessach, Schewuoth und Sukkoth). Die Kinder bezahlen monatlich 5 Cts., die Festlichkeiten werden vor einem großen Publikum abgehalten, das 10 Cts. pro Person Eintrittsgeld bezahlt. Resolution V verlangt, daß die Tage vom Tischa b'Ab bis Schabbos Nachmoh als Sammeltage für den Nationalfonds gelten sollen. Der Bericht schloß wie folgt: „Die Arbeit des kommenden Jahres muß praktische Arbeit in der besten Bedeutung des Wortes sein. Praktische Arbeit zugunsten der finanziellen und politischen Institutionen der Bewegung und praktische Arbeit zur Stärkung des jüdischen Einflusses in Palästina." Der Kassabericht, der mit einem Überschuß von 242.16 Dollars abschloß, wurde genehmigt. Hierauf erstatteten das Organisationskomitee, das Komitee für den Nationalfonds, das Komitee für die Zeitschrift „Maccabaean" und das Propagandakorriitee ihre Berichte. Aus dem Berichte des Organisationskomitees heben wir folgendes hervor: Die Federation ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Die großen Vereine in Baltimore, Boston, New-York, Philadelphia, Pittsburg, Rochester, Cleveland und Cincinnatti haben besonders erfolgreich gearbeitet. Der Bund der Texasvereine gibt die Zeitschrift „The Jewish Hope", ein beachtenswertes Wochenblatt, heraus. Der Verein von Groß-New-York macht gute Fortschritte und ist im Begriffe,*-ein eigenes Heim zu erwerben. Das Nationalfondskomitee betont in seinem Berichte mit Befriedigung die Fortschritte, die die Sammlung für den Nationalfonds im Berichtsjahre zu verzeichnen hatte. Seit dem i. Dezember ist der Gesamtverkauf der Nationalfondsmarken und der Shares des Jewish Colonial Trust der Mutual Alliance Trust Company übertragen. Insgesamt wurden im verflossenen Jahre 2148.98 Dollars für den Nationalfonds und 937.04 Dollars für Eintragungen in das Goldene Buch gesammelt. Darin sind nicht eingeschlossen die vielen Spenden, Eintragungen etc., die direkt nach London oder Wien übermittelt wurden." Der Bericht hebt hierauf die Notwendigkeit der Selbstbesteuerung hervor und weist mit Nachdruck darauf hin, daß es Ehrenpflicht jedes Zionisten sei, des Nationalfonds bei jeder Gelegenheit zu gedenken. An den vom Vorstande vorgeschlagenen Nationalfondstagen müsse mit besonderem Eifer gearbeitet, durch Spenden in den Synagogen etc. eine ausgedehnte Propaganda gemacht werden etc. etc. Ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wieviel bei Benutzung aller sich bietenden Gelegenheiten erreicht werden kann, botendie Vereine von Groß-New-York, die durch Verkauf von Marken vor den Feiertagen in den Synagogen zum Aufkleben auf den Synagogenplatzkarten 650 Dollars gesammelt haben. Zum Schlüsse empfiehlt das Komitee den Gebrauch von Nationalfondsbüchsen und schließt mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß in diesem Jahre die Sammlungen die Summe von 10000 Dollars erreichen würden. 2. SITZUNG, (Sonntag Nachmittag) Die Nachmittagssitzung wurde durch einen Bericht des Vorsitzenden des Resolutionen-Komitees eröffnet, das vorschlägt, das Propaganda-Komitee mit der Organisations-Kommission zu vereinigen und ein Publikations-Komitee und ein Palästina-Komitee neu zu bilden. Der größere Teil der Nachmittagsberatungen wurde durch die Debatte über die Herzl-Kinder-Gruppen ausgefüllt. Das Komitee verlangte, daß zur Durchführung dieser neuen Organisationen, in denen die Kinder in Zukunft auch Unterricht in jüdischer Geschichte etc. erhalten sollen, ein bezahlter Beamter angestellt würde. Dieser Vorschlag' fand lebhaften Widerspruch. Schließlich wurde eine Resolution angenommen die besagt „daß die Vereine die Errichtung von Herzl-Kinder-Gruppen nach Kräften unterstützen sollen, daß aber keine neue Gruppe ohne das Einverständnis des Erziehungs- Komitees errichtet werden soll". Resolutionen des Exekuti v-Komitees. Folgende Resolutionen wurden angenommen: Das Exekutiv-Komitee soll bestehen aus dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten, dem Schatzmeister und Sekretär; den Vorsitzenden folgender Komitees: Propaganda- und Organisations-Komitee, Erziehungs-Komitee, den Komitees für den Jewish Colonial Trust. Nationalfonds, „Maccabaean". Palästina und Publikationen. Die Vorsitzenden dieser Komitees werden von der Jahreskonferenz gewählt. Außerdem sollen noch fünfzig weitere Mitglieder hinzugewählt werden. Fünf Mitglieder des Exekutiv-Komitces bilden ein Quorum. Das Komitee für die auswärtige Korrespondenz soll bestehen aus den amerikanischen Mitgliedern des großen A.-C. und soll den Sitzungen des Exekutiv-Komitees mit beratender Stimme beiwohnen dürfen. Der Vorsitzende des Palästina-Komitees hat die Aufgabe, sich der praktischen Arbeit in Palästina zu widmen. Er soll Mittel und Wege suchen, um Fonds für diesen Zweck dienstbar zu machen,

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