Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 29 (20.7.1906)
- Date
- 1906-07-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Zion" in Baltimore mit der Gründung von Kindervereinen, bekannt unter dem Namen „Herzl-Kinder", unternommen worden sei, ein Versuch, der wohl geeignet sei, das Interesse und die Liebe zum Zionismus in Tausenden jugendlicher Herzen wachzurufen. Jeder einzelne müsse sich bemühen, dem A. C. und der Palästina- Kommission die Erfüllung der großen Aufgaben, die sie zu bewältigen hätten, leicht zu machen. Die Bedeutung des „Jewish Colonial Trust" für die Bewegung sei gewachsen, seitdem er Filialen im Orient errichtet habe, aber sein Kapital sei auch noch nicht annähernd stark genug, damit er auch nur einem Teil seiner Aufgaben nachzukommen in der Lage sei; hier biete sich dem einzelnen wohl das wichtigste Feld für die Betätigung des zionistischen Interesses. Die Frage der Wiederansiedelung Palästinas mit Juden sei aufgerollt und müsse gelöst werden. Der Nationalfonds, der „Bezalel" müßten in immer wachsenderem Maße Institutionen des gesamten Judentums werden. „Die Palästina-Kommission zeigt uns ,ausgezeichnete und praktische Pläne für Arbeit in der Heimat Israels. Gibt es einen Juden, der so bar allen Interesses am Judentum wäre, um sie in ihrer Arbeit nicht ermutigen und unterstützen zu wollen?" „Wenn unser Programm die Wiederaufrichtung eines Gemeinwesens in Palästina erstrebt, ist es nicht allein die Heimstätte, nicht allein das Land, für das wir uns bemühen. Für unser Volk, für Israel ist unsere Arbeit! Mit Freude haben wir die Schritte verfolgt, die geschehen sind, um eine Vereinigung aller amerikanischen Juden zu erreichen, wenn diese Bemühungen auch noch nicht zu einem Ergebnis geführt haben. Und wir haben begründete Hoffnung, daß die Anstrengungen der Brüsseler Konferenz zugunsten einer gemeinsamen Organisation aller Juden der Welt zu einem Ergebnis führen werden. Das Arbeitsfeld des Zionismus, meine Freunde, liegt nicht nur in Palästina, nicht nur in Rußland, sondern überall und ganz besonders hier in Amerika." Die ausgezeichnete Rede Dr. Friedenwalds wurde von der Versammlung mit lautem und anhaltendem Beifall aufgenommen. Hierauf verlas der Sekretär folgendes Begrüßungsschreiben des Präsidenten des A. C: Köln, 6. Juni 1906. An die Jahreskonferenz der Federation of American Zionists Tannersville. Meine lieben und sehr geehrten Gesinnungsgenossen! Zu Ihrer Jahreskonferenz sende ich Ihnen meine besten Wünsche. Gerne hoffe ich, daß Ihre Arbeit von Erfolg sein wird und einen weiteren Fortschritt unserer heiligen Sache in Ihrem Lande bedeutet. Mit Genugtuung habe ich Ihren Berichten entnommen, daß auch in Amerika unsere Organisation fortwährend stärker wird. Das^gleiche Bild können wir in allen anderen Ländern beobachten. Fast allenthalben beginnt nach den heftigen Auseinandersetzungen der letzten Jahre, die die gute Entwicklung unserer Bewegung sehr zu stören drohten, wieder Ruhe und Einigkeit in der Bewegung einzutreten. Das aber ist die Vorbedingung für eine zielbewußte Tätigkeit der Leitung. Die Politik der Leitung hält sich streng an die Beschlüsse des Kongresses. Vor allen Dingen wird unsere Bewegung immer eine durchaus politische bleiben und wird, solange ich die Ehre habe, an der Spitze der gegenwärtigen Leitung zu stehen, niemals zu einer kleinkolonisatorischen herabsinken. Unsere politischen Bemühungen ruhen auch nicht einen Augenblick, und wenn wir auch noch nicht in der Lage sind, auf politische Erfolge hinzuweisen, so müssen wir um so mehr gerüstet bleiben, damit wir im Augenblicke des Erfolges genügend vorbereitet sind. Darum werden auch unsere Arbeiten in Palästina nicht vernachlässigt, Arbeiten, die schon unser unvergeßlicher Führer Herzl, lange bevor er uns entrissen wurde, begonnen hat. Sie sind darauf gerichtet, unsere politischen Bemühungen zu unterstützen und zu sichern und werden für die Zeit eines politischen Erfolges von größtem Werte für uns sein. Auf diesen beiden Grundlagen wird auch weiterhin die Tätigkeit der Leitung ruhen. Aufgabe* der Gesinnungsgenossen in aller Welt aber ist es, durch eifrige Arbeit und strengste Disziplin die Leitung zu unterstützen, um die Bewegung groß und größer zu machen. Das Aktionskomitee ist natürlich nicht in der Lage, jeden Wunsch zu erfüllen und jeder Meinung gerecht zu werden. Aber ein jeder Zion ist kann der Bewegung die größten Dienste leisten dadurch, daß er unermüdlich und überall unsere Idee propagiert, unsere Institutionen unterstützt, unsere Organisation stärkt. Und ich bin sicher, daß ich in erster Linie auf die Zionisten Amerikas zählen darf, werfrä ich von unsern Anhängern verlange, in Treue und unbeirrt für Zion zu arbeiten. ' Ich erwarte, daß die amerikanische Federation bald zu der stärksten innerhalb der zionistischen Organisation zählen wird. In diesem Sinne rufe ich Ihrer Beratung von Herzen zu: Glückauf! Mit den herzlichsten Zionsgrüßen für alle Ihr treuergebener David Wolffsöhn. Die Versammlung beschloß, Begrüßungstelegramme an den Präsidenten des A. C. und an die zur selben Zeit in Toronto tagende Konferenz der Zionist Federation of Canada zu senden. Hierauf verlas der Sekretär ,zwei Resolutionen, die vom Vorstande eingebracht waren, um die Übereinstimmung der Haltung der American Federation mit der des Aktions-Komitees zum Ausdruck zu bringen. Die Resolutionen, die einstimmig angenommen wurden, haben folgenden Wortlaut: I. „Die Konferenz betont nachdrücklich, daß der Zionismus eine politische Bewegung darstellt. Die Konferenz drückt ihr Vertrauen zum gegenwärtigen Aktions-Komitee und zu dessen Bemühungen aus, die politischen Möglichkeiten, die der Erreichung der zionistischen Ziele vorteilhaft sind, im Auge zu behalten und Nutzen daraus zu ziehen. II. Die Konferenz erklärt, daß sie keinen Widerspruch sieht zwischen dem Grundsatz, daß der Zionismus eine politische Bewegung ist, und dem Prinzip der praktischen und unmittelbaren Arbeit in Palästina. Die Konferenz erklärt deshalb, daß sie mit jeder direkten praktischen Arbeit in Palästina, die mit der Billigung der Palästinakommission geschieht, einverstanden ist." Hierauf verlas der Sekretär seinen Jahresbericht, welcher nicht nur einen Überblick über die Tätigkeit der Federation während des verflossenen Jahres gab, sondern auch einen ausgedehnten Arbeitsplan für das kommende Jahr enthielt. Der Jahresbericht: Auf unserer letzten Konferenz am 16. bis 20. Juni 1905 in Philadelphia konnten wir von 192 Vereinen berichten, die sich in einem befriedigenden Zustande befanden. In diese Zahl hatten wir diejenigen Vereine eingerechnet, die mit ihren Beiträgen ein halbes Jahr im Rückstände waren, von denen wir aber annehmen konnten, daß sie ihren Verpflichtungen nachkommen würden. In diesem Jahre können wir von 163 Vereinen berichten, deren Stand ein befriedigender ist. Darunter sind 2 Vereine, die aus mehreren Vereinigungen gebildet sind, und zwar einer, bestehend aus 3 Vereinen, in Pittsburg, und einer, zusammengesetzt aus 2 Vereinen, in Brooklyn. Außerdem stehen in unseren Büchern noch 50 Vereine, die seit einem Jahre nichts mehr von sich haben hören lassen. Wir haben aber Ursache anzunehmen, daß ein großer Teil dieser Vereine im kommenden Jahre sich reorganisieren wird. Wenn wir diese Vereine hinzurechnen; bekommen wir also insgesamt die Zahl von 213 Vereinen. Von den Vereinen, die eine gute Entwicklung aufweisen, sind 44 seit der letzten Konferenz der Federation angeschlossen. Während des Berichtsjahres haben sich neugebildet die Verbände von Texas und Connecticut und der Verband der Zionisten des Ohiotales. In den nächsten WTochen wird voraussichtlich auch die Vereinigung der Poale Zion der Federation beitreten. Die Misrachi haben keinen eigenen Verband. 10 der Vereine, über die wir im Vorjahre berichteten, haben sich seither aufgelöst. Die Schekelsammlung ergab insgesamt 1648 Dollars, während .im Vorjahre für 1823.30 Dollars Schekel vertrieben wurden, so daß gegen das Vorjahr eine Mindereinnahme von 175.30 Dollars zu verzeichnen ist. Die Gründe hierfür waren, neben anderen Ursachen, das Zusammenfallen der Sammlungen für den Russenhilfsfonds mit der für den Schekel, die in der Chanukawoche vorgenommen wurde. Ein anderer Grund für die geringe Schekeleinnahme war das Prinzip, Schekel nur an solche Personen zu verkaufen, die das Basler Programm unterschrieben. Der Umstand, daß die Schekelsammlung schon in der Chanukawoche vorgenommen worden war, verhinderte unsere Teilnahme an dem allgemeinen Weltschekeltag am 27., 28., 29. Mai ds. Js. Das A. C. hat bekannt gegeben, daß es in Zukunft einen einheitlichen Schekel für die ganze Welt ausgeben will und die Zeit der allgemeinen Sammlung immer selbst bestimmen wird, beides Dinge, die von unserer Federation beifällig begrüßt werden. Der Vorstand der Federation hat gleich- . zeitig mit der Schekelsammlung eine besondere Sammlung, „Teruma" vorgenommen; die Teruma sollte von jedem gegeben werden können, gleichviel ob er Zionist sei oder nicht. Diese Sammlung war aber nicht sehr erfolgreich; sie erbrachte insgesamt 113.50