Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 28 (13.7.1906)
- Date
- 1906-07-13
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Pz o o o o o o o o o o JJ DIE 2qKE LT " -— AUS DER BEWEGUNG No. 28 o o o o o o o I o o o o o o o Die zionistische Jahreskonferenz wird am Dienstag den 28. August ds. Js. 10 Uhr vormittags in Cöln in den Räumen des Hotel Disch, Eingang Herzogstraße, stattfinden. Die vorläufige Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: 1. Bericht des Aktionskomitees, erstattet durch den Präsidenten des A. C. 2. Berichte der Föderationen. 3. Berichte der Kommissionen a) Palästinakommission: Referent Herr Professor Dr. Warburg. b) Propagandakommission: Referent Herr Dr. Alfred Nossig. c) Nationalbibliothekkommission: Referent wird noch bekannt gegeben. d) Bericht des anläßlich der Pogrome eingesetzten Komitees: Referent wird noch bekannt gegeben. 4. Bericht über den Nationalfonds. a) Bericht des Zentralbureaus desJüdischenNationalfonds in Wien: Referent Herr Johann Kremenezky. b) Bericht der Kommission zur Legalisierung des Nationalfonds: Referenten Herren Herbert Bentwich und Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer. 5. Bankbericht: Referent wird noch bekannt gegeben. 6. Bericht über die Presse: Referent Herr Berthold Feiwei. 7. Budget. 8. Eventualia. Federation of American Zionists Ta n n ersvi 11 e (Privattelegramm) Die diesjährige Jahreskonferenz der amerikanischen Federation war die bedeutendste seit Bestehen der Vereinigung. Sie begann am 29. Juni und wird bis 4. Juli dauern; sie ist von mehr als 150 Delegierten besucht. U. a. sind folgende Herren anwesend: Dr. Harry Friedenwald, Baltimore, Dr. J. L. Magnes, New York, Dr. Solomon Schechter, New York, Rev. Jos. Friedländer; Beaumont, (Tex.) Leon Zolotkoff, Chicago, Jacob de Haas, Boston, Dr. A. M. Radin, New York, Dr. H. Pereira Mendes, New York, Dr. B. L. Gordon, Philadelphia, Louis Lipsky, New York, A. H. Fromenson, New York. Die Konferenz beschäftigte sich in den ersten Tagen hauptsächlich mit der Frage der praktischen Palästinaarbeit. Es wurde der Beschluß gefaßt, das Direktorium des Trust zu ersuchen, eine Filiaie in New York zu errichten. (Bei Abgang des Telegramms dauern die Verhandlungen noch fort). Zionismus in Japan Eine neue Gruppe in Nagasaki In einer Versammlung von Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde von Nagasaki im Hause des Herrn S. D. Lessner, Megasaki Nr. 6, am 6. Mai wurde die Gründung einer zionistischen Vereinigung besprochen. Herr S. D. Lessner legte in kurzen Worten die Grundzüge der zionistischen Bewegung dar. Er wies darauf hin, daß Juden, wo sie auch sein mögen, immer denselben Schwierigkeiten begegnen, die man unter dem Namen der „Judenfrage" zusammengefaßt hat. Darum sei es auch nötig, daß alle Juden der ganzen Welt gemeinsam zu dieser Judenfrage Stellung nähmen. Die zionistische Bewegung sei ein Versuch, diese Frage zu lösen. Er schlug vor, eine zionistische Gruppe in Nagasaki zu begründen und sie The Nagasaki Zionist Association zu benennen. Nach eingehender Besprechung wurde dieser Antrag angenommen, der vierteljährliche Beitrag wurde auf ein Yen festgesetzt. Zum Vorsitzenden der Vereinigung wurde Herr S. D. Lessner gewählt. Australien Einem Berichte des Jewish Herald entnehmen wir folgendes über eine Versammlung der Melbourner zionistischen Ortsgruppe am 24. Mai. Trotz schlechten Wetters waren mehr als 200 Herren und Damen anwesend, darunter Herr S. Goldreich aus Johannesburg und der Methodistenreferent Dr. Watkin. Der Präsident betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß die Vereinigung, obwohl sie erst wenige Wochen bestehe, schon viel geleistet habe. So wären auf einen Aufruf bereits fünf Freistellen für russische Waisenkinder gemeldet worden. Miß Malkind verlas einen kurzen Aufsatz über den Zionismus, der vom Auditorium sehr beifällig aufgenommen wurde. Das eigentliche Ereignis des Abends bildete ein Vortrag des Herrn Atson über „Zionismus und Antisemitismus". Herr Atson führte aus, wie der immer wachsende Antisemitismus und in letzter Linie der Dreyfusprozeß Herzl zu seinem „Judenstaate" inspiriert hätten. Er sah die Nutzlosigkeit der permanenten Geldsamrhlungen zugunsten der unterdrückten Juden, die Abneigung gegen die Juden könnte nicht durch Geld paralysiert werden. "So kam Herzl zum Zionismus. Herr F. T. Ornstein verlas sodann einen Aufsatz gegen den Zionismus, erklärte allerdings auf die von Herrn Goldreich sehr geschickt vorgebrachten Gegenäußerungen, daß er persönlich sich mit den in dem Aufsatze vorgetragenen Anschauungen nicht identifiziere und den Zionismus sehr hochschätze. Deutschland Freiburg i. Br., 8. Juli. Einen sehr gelungenen Abend, dessen Ergebnis für den Palästina-Verein bestimmt ist, veranstaltete die zionistische Ortsgruppe für ihre hiesigen Freunde. Die Feier trug entsprechend den trüben Zuständen in Rußland einen ernsten Charakter. Der große Saal war überfüllt. In der Festrede besprach Herr Dr. Isak Strauß-Heidelberg, ausgehend von den traurigen Verhältnissen in Rußland, den Weg einer dauernden Abhilfe durch das zionistische Programm. Der Präsident der Ortsgruppe, Herr Dr. Kaufmann, gedachte in einigen eindrucksvollen Worten Theodor Herzls, dessen Todestag dieser Tage wiederkehren wird. Besondere Anerkennung verdienten die Darbietungen junger Damen und Studenten der hiesigen Universität, die dem Abend ein würdiges Gepräge gaben. Die Feier hat ihren Eindruck auf die Anwesenden nicht verfehlt, auch der finanzielle Erfolg war recht befriedigend/ München. Verbindung im K. Z. V. „Jordania". Im Laufe des Semesters ist das Wachsen der Jordania rüstig fortgeschritten, so daß sie jetzt 18 Aktive zählt, die sich alle eifrig an der zionistischen Arbeit beteiligen. Es gelingt uns immer mehr und mehr, und nicht allein in studentischen Kreisen, für unsere Korporation und ihre Bestrebungen reges Interesse zu erwecken. Allwöchentlich finden außer den kurzen Referaten im zionistischen Seminar öffentliche Vorträge statt, die von Gästen meist recht gut besucht sind und an die sich stets eine rege Diskussion anschließt. JEs sprachen bisher: Bbr. Schmul: Über Gabriel Riesser. O.V.G. Tachauer: Über Zionismus und Assimilation. Bbr. Kaiser: Über moderne Ghettodichtung. Bbr. Rosenbusch: Über Vorläufer des Zionismus. A. H. Dr.- E. Auerbach: Über das jüdische Zeremonialgesetz. In den nächsten Wochen werden regelmäßig — meist Dienstag Abend — folgende Vorträge gehalten werden: Bbr. Schönemann: Über Zionismus und Staatsbürgertum. Bbr. Schmul: Über Charter und Konzessionen. Bbr. Gerson: Über die Arbeiten der Kongresse. Bbr. Müllerheim II: Über die Lage der Juden in den einzelnen Ländern. Gesinnungsgenossen, die während der nächsten Zeit München passieren sollten, sind bei unseren Veranstaltungen herzlichst will-