Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 24 (15.6.1906)
- Date
- 1906-06-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 24 DIEl^EELT 19 Ahey, Kassier: Alexander Horvät, Agitation: Dr. Ludwig DörnSny (innere), Prof. Armin Bokor (äußere), Frau Wilhelm Donath (Frauen). Revisoren: Leop. Lebowitsch, Wilhelm Kohn, Sorna Wertheimer. Der Scheitel tag wurde am 27. Mai abgehalten. Anwesend waren 400 Leute. Das Präsidium führte der wohlbekannte Arzt Dr. Alexander Grub er, der in einigen warmen Worten die Anwesenden begrüßte und die Wichtigkeit des Schekeltages hervorhob. Dann sprach Prof. Armin Bokor über „10 Jahre aus der Geschichte des Zionismus". Nachdem er den vorherzusehen Zionismus historisch behandelt hatte, schilderte er die Entstehung und die Bntwickelung des politischen Zionismus und die Persönlichkeit Herzis. Dann befaßte sich Redner mit der heutigen Situation und den Chancen der Bewegung. Ing. Beregi hielt dann einen Vortrag über die Institutionen des Zionismus. Zum Schlüsse richtete er einen begeisterten Appell an das Selbstgefühl und an das jüdische Bewußtsein der. Anwesenden. Beide Redner hatten großen Beifall. Die Zionisten haben bereits ihren Schekel bezahlt. Am Schekeltage haben sich 70 neue Mitglieder der Bewegung angeschlossen. Schweiz Lausanne Am 5. Juni wurde hier in Lausanne im großen Saale der Maison de Peuple ein zionistisches Meeting veranstaltet, ah dem ungefähr 300 Juden teilgenommen haben. Den Vorsitz führte Herr L. Jaffe. Herr J. Epstein aus Palästina hielt eine Rede in französischer Sprache über jüdischen Nationalismus, Zionismus un<L'Palästina vom wissenschaftlichen Standpunkte. Dr. J. Klausner spfach hebräisch über den Schekel, Israel in der Freiheit und in der^fenechtschaft; Herr L. Jaffe russisch über die Errungenschaften des Zionismus seit dem Erscheinen des „Judenstaates" und über die Bedeutung des Schekels, des jüdischen Wahlzettels. Herr" Dr. Lowzky besorgte glänzend den musikalischen Teil des Abends. Der berühmte hebräische Dichter J. Czern ichowsky trug einige seiner hebräischen Dichtungen und der russisch-jüdische Dichter L. Jaffe seine russisch-jüdischen Gedichte vor. Herr Harrar aus Genf deklamierte das „Letzte Wort" von Bialik im Jargon. Mit der Absingung des „Od lo owdoh" endete das überaus gelungene zionistische Meeting, das einen dauernden Eindruck hinterla.sen wird. TU Österreich Zionistischer Parteitag in Krakau Die Endesgefertigten berufen für Sonntag den l. Juli d. J. nach Krakau einen außerordentlichen Parteitag mit folgender Tagesordnung ein: 1. Stellungnahme zur politischen Aktion und Schaffung einer ■~ politischen Organisation. 2. Beratung eines politischen Programms der österr. Zionisten. 3. Diskussion der Wahlaktion, Diesen Parteitag zu beschicken, sind alle organisierten österreichischen Zionisten berechtigt. Die Delegiertenwahlen sind nach § 2 in Versammlungen vorzunehmen, wobei die bei den letzten Parteitagen üblichen Normen gelten. Die Wahlen müssen bis längstens Mittwoch den 20. Juni abgeschlossen und bis längstens den 22. Juni an Dr. Schalit, Wien IX,-Währingerstraße 3, gemeldet sein, worauf den Delegierten die Eintrittskarte und die dem Parteitage zu unterbreitenden Vorlagen sofort zugehen werden. Dr. Schalit (Wien), Dr. Margulies (Wien), Fritz Low (Proßnitz), Doz, Dr. Mahler (Prag), Dr. Goldwasser (Krakau), Adolf Stand, (Lemberg), Dr. Braude (Stanislau), Abg. Dr. Straucher (Czernowitz)- Teplitz-Schönäu, den 11. Juni 1906. Sonntag den 10. Juni nachm. fand in Dux die konstituierende Versammlung des „Jüdischer Volksverein Zion, Dux-Bilin" in Anwesenheit des Teplitzer Rayon-Komitees statt. Obmann: M. Freud. Zum Nationalfondskommissar wurde bestellt Herr^ Dr. Löwy, Dux. An die Ausschußwahl schloß sich ein Referat von Dr. Emil Margulies, Teplitz: „Was; will der Zionismus?" ( „_______ Sonntag den 10. d. M. abends fand in Brüx in Anwesenheit des.zionistischen Rayon-Komitees Teplitz-Schönau die konstituierende Versammlung des „Jüdischer Volksverein Zion, Brüx" statt. Obmann: Hch. Heller, Brüx. Zum Nationalfondskommissar wurde bestellt: Herr Arthur Kohn, Brüx. An die Wahlen schloß sich ein Referat von Herrn Dr. Emil Margulies, Teplitz, „Über die Organisation und die Institutionen des politischen Zionismus" mit anschließender, angeregter Debatte. Karlsbad. Sonntag den 10. Juni 1906 fand im Restaurant Kirsch eine Versammlung statt, in welcher Dozent Dr. Mahler aus Prag über das „Jüdische Problem" sprach. Großer Erfolg. Nationalfonds 70 Kronen. Aufruf Stanislau, 6. Juni 1906. Genossen! Wir berufen" auf Sonntag den 24. Juni a. c. nach Stanislau den ersten „Kreistag" der dem Stanislauer K. C. angehörigen Organisationen. Tagesordnung. 1. Begrüßung und Wahl des Bureaus. 2. Tätigkeitsbericht des K. C. 3. Organisation und Agitation. 4. Presse. 5. Unsere Stellung zu den anderen Parteien. 6. Frauen- und jugendliche Arbeiter-Organisation. 7. Wahl des K. C Eine jede Organisation bis 20 Mitglieder entsendet einen Delegierten, von 20—50 zwei Delegierte, über 50 drei Delegierte. Weiter haben am Kreistage Sitz und Stimme die Delegaten des Verbandes und die Vertrauensmänner. Beratungsrecht haben Mitglieder einzelner K. C. und des Südgalizischen zionistischen D. K. in Stanislau, welche' als Delegaten entsendet werden. Das Wahlergebnis muß dem K. C. bis zum 15. Juni a. c. angezeigt werden. V/eiter hat das K. C. beschlossen, Samstag den 23. Juni a. c. eine Vorbesprechung abzuhalten. Indem wir Sie auf den ersten Kreistag des Stanislauer K. C. und zur Vorbesprechung einladen, zeichnen wir mit poalezionistischem Gruß! Für das Kreiskomitee „Poale-Zion" in Stanislau: Arie Drimmer mp., Dawid Salomon Lichtmann mp., Sekretär. Obmann. Berichtigung: In der Rubrik: „Aus der Bewegung" in unserer letzten Nummer, soll es statt Luzern — Suczawa heißen. Neue Broschüren Der politische Zionismus. Sein Ziel, seine Organisation, seine Institutionen, Verlag des Zionistischen Zentralvereins in Wien, II. Auflage, 32 Seiten, Oktav, 30 Heller. Diese erste Publikation des neugegründeten und sehr rührigen Vereins ist eine schätzbare Bereicherung unserer Agitationsliteratur. In kurzen, prägnanten Ausführungen wird uns die ganze zionistische Bewegung und insbesondere deren Organisation vorgeführt, so ziemlich alle Fragen, die einem in der Agitation zu begegnen pflegen, finden eine klare und sachgemäße Erklärung. Das Programm, die Geschichte, die Mittel und Wege des Zionismus, sein kolonisatorisches Arbeitsgebiet, die Organisation, die Politik der zionistischen Bewegung, die zionistischen Institutionen und Preßorgane, alles das wird angeführt und erläutert. Das Werkchen wird zur Außenagitation sicherlich mit sehr gutem Erfolge zu verwenden sein. Es ist ein Zeichen dafür, wie gut die Broschüre eingeschlagen hat, daß bereits wenige Wochen nach Erscheinen der ersten Auflage eine zweite veranstaltet werden konnte. Zionistische Politiek, von S. Franzie Berenstein, Verlag des Nederlandsche Zionistenbond, 22 Seiten, Oktav, 15 cts. (holl.) Diese Broschüre verfolgt denselben Zweck, wie die oben besprochene, ein zusammenhängendes Bild der zionistischen Bewegung zu geben, sie versucht dies aber mehr nach der theoretischen Seite hin, die praktischen, realen Institutionen werden nur eben gestreift. Das Werkchen ist durchaus zu loben, denn die grundlegenden