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Die Welt · 1906-06-15 · 24 (15.6.1906) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
24 (15.6.1906)
Date
1906-06-15
Page
– (sequence 18)
Language
German
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20 V LT No. 24 Prinzipien des Zionismus werden in einer auch dem Laien leicht verständlichen Weise sehr geschickt auseinandergesetzt, und es gibt kaum eine Frage der zionistischen Theorie, die nicht einwandfrei und deutlich erörtert würde. Zionisten und Territorialisten, von Ludwig Merlander, Verlag „Hatikwah", Antwerpen, 38 Seiten, Oktav, 30 Ctm. Der als Broschüre gedruckte Vortrag hat es sich zum Ziele gesetzt, zu zeigen, daß der Territorialismus, (die „Ito"), von seinem ursprünglichen Programme, „Nationalität, Autonomie, Endziel Palästina, inzwischen jedes andere brauchbare Land, das zu haben ist", im Laufe seiner Entwicklung durchaus abgekommen ist. Er beweist dies aus zahlreichen Stellen aus dem Briefwechsel Zangwills, seinen Reden und den Veröffentlichungen der „Ito" und ihrer Führen Jeden Satz mit Zitaten belegend, zeigt der Verfasser, wie die „Ito" unter dem Drucke der allmählich in ihr zur Herrschaft gekommenen assimilatorischen Gewalten, Punkt für Punkt von dem ursprünglichen Programme abgekommen ist, bis sie allmählich zu dem geworden ist, was sie heute darstellt: „eine interkonfessionelle Wohltätigkeitsbestrebung". Palästina-Fragen, Vortrag des Prof. Warburg auf dem Deutschen Delegiertentage in Hannover, Verlag „Die Welt", Köln, 8 Seiten Oktav. Der ausgezeichnete Vortrag unseres besten Palästinakenners bietet eine überaus reichhaltige Fülle von tatsächlichen Mitteilungen und Anregungen zur Palästinafrage. Die Broschüre dürfte als Mittel zur Vertiefung in das Palästinaprogramm und als vorzügliches Werkzeug zur „intensiven" Propaganda sehr bald als unentbehrlich betrachtet werden. ibr. Meyers Großes Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18^40 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Illustrationstafein (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark oder in Prachtband zu je 12 Mark. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) Der XI. Band von Meyers Großem.Konversations-Lexikon ist erschienen. Es ist damit wieder ein Schritt in der Entwicklung dieses Riesenwerkes getan, und wir können mit Freuden konstatieren, der Schritt führt wie die früheren aufwärts. Aus der Fülle des Anregenden und des tiefen Wissens, das der stattliche Band in übersichtlicher Anordnung vor uns aufdeckt, seien nur einzelne Teile herausgegriffen; denn auf das Buch in einer ihm würdigen Weise einzugehen, hieße selbst ein Buch schreiben. — Bei der — leider nicht immer erfreulichen — Entwicklung, die unsere Kolonialpolitik nimmt, ist es von großem Wert, über die kolonisatorischen Bestrebungen der verschiedenen Nationen überhaupt kritisch unterrichtet zu werden. Dies geschieht in glücklichster Weise in den verschiedenen Artikeln „Kolonien", „Kolonialgesellschaften", „Kolonialrat", „Kolonialrecht", denen außer zwei übersichtlichen Karten von der Verteilung europäischen Kolonialbesitzes eine Zusammenstellung der wichtigsten deutschen Erwerbsgesellschaften, der in den deutschen Schutzgebieten tätigen Missionsgesellschaften, sowie eine Gedenktafel der deutschen Kolonialgeschichte beigegeben sind. Gerade anläßlich des zweiten deutschen Kolonialkongresses ist die eingehende Behandlung aller dieser Fragen besonders willkommen. In die geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes Korea, dessen Wert als Zankapfel zweier großer Nationen im ostasiatischen Krieg bereits erhellte, führt uns ein zusammenfassender Artikel; desgleichen in ein junges deutsches Interessengebiet, Kleinasien, das bereits zum großen Teil von der deutschen Anatolischen Bahn durchzogen wird. Für das Verständnis innerpolitischer Fragen sind die Artikel „Kommunismus", „Krankenkassen", „Krankenversicherung", unterrichtend, desgleichen wird der Kaufmann aus den Artikeln „Kredit", „Kurs", „Konkurs" manche Belehrung schöpfen. In das Gerichtswesen fallen die Artikel „Klage" und die hochinteressanten Abschnitte über Kriminalwesen, namentlich die mit mehreren Karten veranschaulichte „Kriminalstatistik" und die sowohl vom juristischen wie vom pathologisch-humanitären Standpunkt interessante „Kriminalität", „Kriminalanthropologie" und „Kriminalpsychologie". In das medizinisch-humanitäre Gebiet fallen auch die äußerst instruktiven Artikel über „Krankenhaus" und „Krankenpflege", denen treffliche Tafeln beigegeben sind, sowie die hygienischen Artikel über „Kleidung", „Krankheit", „Kinderernährung" etc. sowie der allgemeiner Beachtung empfohlene Artikel „Kurpfuscherei". Der gleichfalls illustrierte Artikel „Kriegssanitätswesen" greift ins Gebiet des Militärwesens hinüber, aus dem die Abhandlungen über Kriegsführung, Kriegsbrücken, Kriegserklärung, Kriegsgericht, Kriegsrecht u. a. zu nennen sind. Eine sehr anschauliche Darstellung der Küstensicherung durch Leuchttürme etc. gibt eine besondere Karte, die neuen Kreuzertypen der Kriegsflotten sind auf einer Tafel vereinigt, die „Entwickelung der Kriegsmaschinen im Altertum und Mittelalter" hat nicht nur militärisches, sondern auch volkshistorisches Interesse. Daß die Technik ebensowenig wie die Naturwissenschaften, die Literatur ebensowenig wie die Kunst benachteiligt sind, ist bei dem gründlichen Charakter des Großen Meyer selbstverständlich. Heute galt es nur, einige Streiflichter auf einzelne Wissensgebiete zu werfen. Die treffliche Illustrierung — der Band hat 70 Tafeln und Karten, darunter 21 neue — und der gediegene Text sichern auch diesem Band wieder vollen Erfolg und gewinnen ihm immer mehr treue Freunde. Preisbewerbung beim Hilfs-Verein für jüdische Studierende, Berlin, für 19o6 a) Medizinische Aufgabe: Historisch-kritische Darstellung der Theorien über die Ätiologie der Krebskrankheit. b) Nationalökonomische Aufgabe: Die Bedeutung der Juden für die Industrie im brandenburgischpreußischen Staate 1670—1812. Zur Bewerbung zugelassen sind jüdische Studierende Berliner Hochschulen von allen Fakultäten, die Reife- und Dürftigkeitszeugnis beibringen können. Den Bewerbungsschriften ist in verschlossenem Umschlag, auf dem eirt Motto steht, die mit dem Namen des, .Bewerbers unterzeichnete Versicherung auf Ehrenwort, daß er selbständig und ohne fremde Hilfe diese Arbeit angefertigt habe, beizulegen. Mit demselben Motto ist -die Arbeit zu bezeichnen. Der erste Preis beträgt M. 300.—; es kann daneben oder allein ein zweiter mit M. 150.— zuerkannt werden. Die Bewerbungsschriften sind bis zum 1. Dezember 1906 an den Schriftführer Prof. Dr. Liebermann, Bendlerstr. 10, einzureichen. Beim Zentralbureau des jüdischen Nationalfonds in Wien sind folgende Briefmarkenspenden eingegangen: Sal. Mich. Alkalay, Sarajewo, Emil Kafka, Jamnitz, Isidor Kiaber, Wien 1, Vorlaufstaße 4, Luawig Röhr, Leoben, Max Lederer, Budapest, Gideon Seidemann, Prjedor, Hermann Goldschmidt, Dolhopole, Salomon Schatzmann, Drohobycz, Wilhelm Reiner, Podgorcze, David Smotricz, Suczawal, Isak Goldenberg, Komarno, Dorota Weinberg, Rzeszow, Isidor Berlowitz, Posen, Sal. Cohen, Liverpool, Oschery Jehuda, Wien, Julius Beer, Olmütz. Bei der „Welt" sind Briefmarken eingegangen von Josef Klausner, Magdeburg, M. Aronowitz, Amsterdam, Moscovici-Braila. Allen Spendern herzlichsten Dank und Zionsgruß! Briefkasten der Redaktion „Zion", Karlsbad :Prf. Dr. W., Berlin, Uhlandstraße 175, Dr. K., Berlin, Neue Winterfeldstraße 8, Dr. O., Schloß Neu-Scharffenberg bei Eisenach. Ch. Radautz: Berlin, Metzerstr. 34. Danksagung. Aus Anlaß unseres unermeßlichen Verlustes sind uns aus den Kreisen unserer Oesinnungsgenossen so zahlreiche Kundgebungen liebevoller Teilnahme zugekommen/ daß wir außerstande sind, sie gleich einzeln zu beantworten. Vorläufig auf diesem Wege unsern innigsten Dank. Es war uns in diesen schweren Tagen ein Trost, zu erkennen, welch allgemeiner Sympathie sich unser lieber Isidor erfreut hat. Mit Zionsgruß Wien, im juni 1906. Familie Marmorek. Redaktion: Berthold Feiwel, A. Coralnik. — Verantwortlicher Redakteur: Julius Berger. — Druck von M/DuMont Schauberg, Köln

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