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Die Welt · 1906-06-15 · 24 (15.6.1906) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
24 (15.6.1906)
Date
1906-06-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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No. 24 DIE ELT 17 Gleiwitz: Vertreter: Herr Fedor Böhm. Breslau: Vertreter: Herr Sv Wislicki. Stettin: Vertreter: Herr Hermann Jacob. Gr.-Strelitz: Vertreter: Herr W. Nothmann. Stuttgart: Vertreter: Herr Em. Kaufmann. Hannover: Vertreter: Herr B. Neumann, Mannheim: Vertreter: Herr Willi David. Regensburg: Vertreter: Frl. Ida Neuburger. Schön lanke: Vertreter: Herr H. Bochner. Posen: Vertreter: Herr Jacob Brandt. Ratibor: Vertreter: Herr Adolf Lomnitz. Kassel: Vertreter: Herr J. B. Klein. München: Vertreter: Herr Leopold Ambrunn. Kattowitz: Vertreter: Herr Freyhan. Heidelberg: Vertreter: Herr E. Goitein. Es wurden in der Berichtszeit an. Sharemarken verkauft insgesamt ca. 3600 Marken und ferner 217 neue Bücher ausgegeben. Gegen volle Bücher wurden 21 Aktien eingetauscht. Ein Hindernis für den Betrieb des Shareklubs liegt vor allen Dingen darin, daß die vom Shareklub erhobenen Kosten zu hohe sind. Es verteuern sich, wie bekannt, die Aktien beim Bezug durch Marken um M. 2 pro Stück, wovon M. 1.50 das Shareklub Head Office in London zur Deckung seiner Spesen verwendet, während 50 Pf. der deutschen Zentrale verbleiben. Da diese Kosten viel zu hohe sind und auch ungerechtfertigt erscheinen, so werde ich mich in kürzester Zeit von dem Londoner Head Office emanzipieren und eigene Sharemarken und Bücher ausgeben. Die Marken werden alsdann pro Stück über M. 1.— lauten, da sich herausgestellt hat, daß es für deutsche Verhältnisse nicht angebracht ist, Marken ä 25 Pf. zu verausgaben. Außerdem werde ich in der Lage sein, den Unkostenbeitrag alsdann auf 50 Pf. pro Stück zu reduzieren. In der Berichtszeit habe ich die örtlichen Vertreter wiederholt darauf hingewiesen, daß es empfehlenswert sei, sich vorzugsweise für den Verkauf ganzer Aktien zu interessieren, und kann ich auf diesem Gebiet von einem guten Erfolge berichten. Während früher in einem ganzen Kalenderjahre nur 36 Aktien abgesetzt wurden, konnte ich während der letzten 6 Monate 100 Stück unterbringen und habe ich begründete Hoffnung, nach weiterem Ausbau der Organisation den Absatz noch sehr wesentlich zu steigern. Wenn auch die bislang erzielten Erfolge nur als relativ günstige zu bezeichnen sind, so sind sie doch im wesentlichen der treuen Mitarbeit der örtlichen Shareklub-Vertreter zu verdanken. Die Zentrale ist lediglich im Stande, durch promptes Arbeiten die Tätigkeit der Gg. zu unterstützen und hoffe ich, daß in dieser Beziehung Klagen begründeterweise nicht erhoben werden können. Um jedoch die Resultate zu erzielen, die mit Rücksicht auf die Notwendigkeit der Shareklub-Sache erforderlich sind und auch mit Leichtigkeit zu erzielen sind, ist es nötig, daß neue Mitarbeiter herangezogen werden. Ich stelle deshalb folgenden Antrag für den am 4. und 5. Juni a. er. in Hannover stattfindenden Delegiertentag: 1. Jede Ortsgruppe ist verpflichtet, einen Korrespondenten für den Shareklub zu ernennen. 2. Der Vorstand einer jeden Ortsgruppe ist verpflichtet, dafür zu sorgen, daß mindestens einmal jährlich in der Ortsgruppe über die Tätigkeit unserer Bank berichtet wird und die Gg. zum Kauf von Aktien bestimmt werden. Bilanz des Shareklubs per ult. April 1906: Aktiva * An div. Debitoren ................1115,93 Mk. „ Jewish Colonial Trust............. 41,05 „ „ Effektenkonto.................. . 233,79 „ „ Kassakonto.................. 57,55 „ „ Marken- und Bücherkonto...........178,— „ Summa: 1626,32 Mk. Passiva: Per M. Goldschmidt................ 837,29 Mk. „ div. Kreditoren................42,— „ „ Head Office.................. . 635— „ „ Vermögen des Shareklubs........... 112,03 „ Summa: 1626,32 Mk. Moritz Goldschmidt-Hamburg. DELEGIERTENTAG DES SCHWEIZ. ZIONISTENVERBANDES Am Pfingstsonntag hatten sich auf historischem Boden, im Stadtkasino zu Basel die Delegierten der schweizer zionistischen Vereine zur Beratung und zur Erledigung der alljährlich wiederkehrenden Traktahden zusammengefunden. Es wurde mit großem Interesse und seltener Ausdauer von morgens 10 Uhr bis abends 8l/a Uhr ununterbrochen, von einer kleinen Mittagspause abgesehen, gearbeitet, und verschiedene wichtige Anträge konnten nicht einmal mehr zur Beratung und zur ausgiebigen Besprechung gelangen, welcher Umstand für die Zukunft die Veranlassung bilden dürfte, die Angelegenheiten auf eine zweitägige Sitzung zu verteilen. Nach Bildung des Tagesbureaus durch die Herren Dr. 0. Meyer-Basel, Präsident, J. Horn-Zürich, Vizepräsident und Moritz Färber-Zürich, Sekretär, erfolgte eine herzliche Begrüßung der Delegierten durch den Präsidenten des Landeskomitees, Herrn Dr. med. Wormser-Basel, der auch ein Schreiben des Präsidenten des „A. C", Herrn David Wolffsohn-Köln vorlas, welches lautete: „Mit Befriedigung habe ich Ihren bisherigen Berichten entnommen, mit welchem treuen und regen Eifer Sie für unsere heilige Sache kämpfen. Gerne hoffe ich, daß Sie auch fernerhin in Ihrer Arbeit nicht erlahmen und daß Sie auch in Zukunft stets in der ersten Linie stehen werden, wrenn es gilt, unserm Ziele, Zion, näher zu kommen. Unsere Arbeit schreitet überall gut vorwärts. Immer mehr kommen auch die, die mit den Beschlüssen des letzten Kongresses nicht zufrieden waren, zu der Überzeugung, daß das Heil unserer Organisation in der Disziplin liegt und daß der Zionismus nichts ist, wenn er nicht für Zion ist. Ich bin überzeugt, daß insbesondere die Zionisten in der Schweiz, die unsere höchste Gewalt, den Kongreß, unter sich zu sehen gewohnt sind, unserm Kongresse so treu bleiben, wie sie es bisher zum rühmlichen Vorbilde immer waren." Mit lebhaftem Beifall wurde diese herzliche Begrüßung von den sämtlichen Anwesenden aufgenommen und beschlossen, eine entsprechende Antwort dem Präsidenten des A. C. zu übermitteln. Sämtliche Wahlen der anwesenden Delegierten wurden hierauf validiert. Vertreten sind folgende Vereine: Zionist. Vereinigung Basel mit 6 Delegierten, Misrachi Basel (1), Akadem. Zionisten-Verein (2) und Kadimah Bern (1), Ohave Zion Biel (2), Ass. d. Etud. juiv. de l'Universitö Lausanne (1), Ohave Zion St. Gallen (1), Zionistische Sektion des Ver. f. jüd. Gesch. und Lit. Winterthur (1), Ortsgruppe Zürich (5) und zwei Revisoren. Außerdem waren erschienen die Mitglieder des Landeskomitees: Bollag-Feuchtwanger - Basel, J. Horn, Dr. C. Levy-Biel, Moritz Levy-Liestal und Dr. Wormser. Aus dem ausführlichen Bericht des Präsidenten des L. C, Hrn. Dr. Wormser seien folgende Tatsachen hervorgehoben: Es gibt gegenwärtig in der Schweiz 17 zionistische Vereine mit 474 Mitgliedern. Die Zahl der Schekelzahler betrug im Berichtsjahre 1385, das ist eine Vermehrung von 250 gegenüber dem Vorjahre. Das offizielle Organ „Die Welt" wird den Mitgliedern der zionistischen Vereine besonders empfohlen. Das schreckliche Unglück, das im Oktober vorigen Jahres über die russischen Juden hereingebrochen ist, hat auch die Leitung des Verbandes veranlaßt einen Aufruf zu erlassen, der in hochherziger Weise von den Herrn alt Bundesrat Emil Frey-Bern, alt Bundesrat Lachenal-Genf, Ständerat Dr. Scherrer, Natiönairat Dr. <David und Dr. Göttisheim-Basel empfohlen war. Dieser Aufruf wurde von den meisten Zeitungen der deutschen und französischen Schweiz gratis aufgenommen und wird im Bericht nochmals herzlichst verdankt. Es wurden Fr. 3243.40 von den Sammlungen an die Bank in London abgesandt. Nach diesem ausführlichen Berichte, den wir nur skizzieren konnten, folgte das Referat des Kassiers, Herrn Bollag-Feuchtwanger, der das günstige Resultat eines Aktivsaldos von Fr. 1081.90 mitteilte. Die Kassarevisoren, Herren J. Rom und Stern-Zürich, statteten den Revisionsbericht ab und beantragten eine besondere Ehrung für den verdienstvollen Kassier, welche auch angenommen wurde. Aus dem inhaltsreichen Berichte über den Nationalfonds, den Herr Dr. C. Levy-Biel erstattete, entnehmen wir: Es wurde seit 4. Juni 1905 in 18 Spendenlisten der Betrag von Fr. 2802.90 ausgewiesen, außerdem ist noch Geld direkt von der Schweiz aus an die „Welt" geschickt worden. Es ergibt sich folgende Statistik im Laufe.der letzten Jahre, 1902 wurden für den N.-F. gesammelt Fr. 1713.45; 1903: Fr. 1374.30; 1904: Fr. 3815.51; 1905: Fr. 4836.18; 1906 bis heute: Fr. 895.84; Total Fr. 12 634.98. Dieses Resultat ist als ein recht günstiges zu, bezeichnen, wenn man die großen Ver- -pflichtungen bedenkt, die die Juden in der Schweiz außerdem gegenüber den wandernden Massen und den Niedergelassenen haben.

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