Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 22 (1.6.1906)
- Date
- 1906-06-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 22 DIE^ELT 17 sicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina für erforderlich halte, sprach Ingenieur M. Ussischkin aus Ekaterinoslaw in sehr temperamentvoller Weise über die Duma und die russischen Juden, Herr Greenberg-London über die politischen Bestrebungen derZionisten und Ingenieur Krem enezki aus Wien über den jüdischen Nationalfonds. Der Vorsitzende schloß die Versammlung mit einem warmen Appell, sich den zionistischen Bestrebungen anzuschließen, dem die Anwesenden durch lebhaften Beifall zustimmten. Der Erfolg der Schekelsammlung war ein außergewöhnlich guter. Frei bürg i. B. Die hiesige Ortsgruppe feierte den'Schekeltag durch einen äußerst gelungenen literarisch-musikalischen Abend. Die Festrede hielt Herr Dr. Sichel. Frequenz: ca. 130 Personen. Eingang an Schekel-Spenden Mk. 45.—. Dazu ist zu bemerken, daß die Schekel unserer Mitglieder sämtlich bereits eingezogen waren. In Kalk bei Köln fand auf Anregung der Kölner Ortsgruppe jine gut besuchte Versammlung statt. Herr J. Berger sprach über ,Die Lösung der Judenfrage". Zahlreiche Schekel wurden gebammelt, die Gründung einer Ortsgruppe ist in Aussicht genommen. Österreich Teplitz-Schönau. Das Rayon-Komitee gab im Verein mit dem Jüdischen Volksverein Zion ein an die gesamte jüdische Bevölkerung gerichtetes Flugblatt heraus, das in 2000 Exemplaren im Bereich der Kultusgemeinden Nordwestböhmens, insbesondere Teplitzi)ux, Bilin, Außig, Bodenbach-Tetschen, Brüx, Komotau, Karlsbad, Kaaden und Saaz u. a. verschickt wurde. Gleichzeitig wurde hier ind im Bereich dieses Rayon-Komitees nach von hier aus ergangenen speziellen Instruktionen mit der persönlichen Agitation begonnen. Hierbei wird folgender Vorgang eingehalten: Da die Zionisten hier ihren Schekel im Vereinsbeitrag abführen bezw. größtenteils schon abgeführt haben, wir anderseits den Schekel uir von Leuten nehmen, die das Baseler Programm anerkennen, haben wir dort, wo letzteres nicht der Fall ist, bezw. dort, wo der Schekel schon entrichtet worden war, die Sammlung als solchet von Schekelspenden für die Arbeit unseres Aktions-Komitees eingeleitet, und werden das Ergebnis dieser Sammlung, nicht wie die von Zionisten normal entrichteten Schekel im Instanzenzug über i). C. und L. C, sondern direkt als Spendensammlung an das A. C. leiten, weil wir wünschen, daß da der ganze Betrag seinem Zwecke zugeführt und nichts im Lande zurückbehalten werde. Der Zionistische Zentralverein in Wien veranstaltete folgende Schekel- und Propagandaversammlungen: {.Samstag, 26. Mai 1906, im Festsaale des Hotels „Post", I. Fleischmarkt 16. Referenten: Herr Schriftsteller Heinrich York-Steiner und Herr Adolf Böhm. II. Montag, 28. Mai 1906, im Saale des Restaurant J. Oczeret, X. Kepplerplatz 7. Referenten: Herr Dr. Leopold Meisel und Herr Dr. Alexander Hausmann. III. Montag, 28. Mai 1906, im Saale des Cafe „Neptun", XX. Mathildenplatz 7. Referenten: Herr Max Markus Luid Herr Leo Van Young. IV. Donnerstag, 31. Mai 1906, im separaten Saale des Cafe „Mariahilf", VI. Mariahilferstraße 89 a. Referenten: Herr Dr. Max Bernhardt und Herr Dr.Paul Weisengrün. Tagesordnung in allen Versammlungen: 1. Zehn Jahre Judenstaat. 2. Der Weltschekeltag. Krems. Der Aufforderung des A. C. zufolge fand auch hier am 27. d. M. eine Schekelversammlung statt, in der Herr Artur Freud aus Wien als Redner mit dem Referate „Die Entwicklung des Zionismus" die erschienenen Gäste über den Ursprung, Bedeutung und Notwendigkeit des Zionismus aufklärte. Die Anwesenden folgten dem Vortrage des Herrn Referenten mit größter Aufmerksamkeit. Hierauf ergriff Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. J. Diamant das Wort. Er schloß sich den Ausführungen des Redners an und forderte die Gäste zur Zahlung des Schekels auf. Das Schlußwort hielt Herr Freud, indem er die Bedeutung des Schekels auseinandersetzte. Es wurden außer den Schekejbeiträgen der Vereinsmitglieder noch eine große Anzahl Schekoline eingehoben. Für den N. F. wurde gesammelt Suczawa, 28. Mai 1906. Die Schekeltage wurden in unserer Stadt in würdiger Weise gefeiert. Der Verein „Theodor Herzl" ließ schon am 25. d. M. einen Aufruf plakatieren, der in kraftvollen Worten die Gesinnungsgenossen zur treuen Pflichterfüllung an den Schekeltagen auffordert und auch die andern Stammesbrüder ermahnt, sich für den Zionismus zu interessieren. Am Abend des 27. d. M. fand in der „Großen Synagoge" eine vom „Th. Herzl" einberufene Volksversammlung statt, in der Herr Schapira („Zephirah", Czernowitz) über „Zionismus und Bedeutung des Schekels" referierte. Das Resultat der Agitation ist ein sehr gutes. Im Gegensatz zum Vorjahre mit ca. 100 Schekel wurden diesmal über 220 Schekel gesammelt. M. T. Serbien Belgrad. Der Verein „Gideon" in Belgrad hatte, bevor er den Beschluß des A.-C. erfahren hatte, bereits einen Schekeltag auf den 13. Mai anberaumt. An diesem Tage fand in Belgrad eine große Versammlung statt, viele Schekelzahler wurden gewonnen. Am Sonntag veranstaltete der Verein in Semlin eine Versammlung, die ebenfalls gut besucht war. Bericht des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland für das Jahr 1905 -1906 I. Allgemeiner Bericht Die Tätigkeit des Zentralbureaus hat sich im Berichtsjahr 1905 1906 naturgemäß in den durch das Statut vorgeschriebenen Bahnen bewegt, wie wir sie in unserem ersten Jahresbericht eingehend charakterisiert haben. Wir haben hierbei auch in diesem Jahre die Grenzen innegehalten, welche beobachtet werden müssen, damit die Ortsgruppen nicht ihr individuelles Leben verlieren und die notwendige Initiative einbüßen. Der nachfolgende Sonderbericht über die Tätigkeit der Gruppenverbände und Ortsgruppen zeigt, inwieweit diese auf unsere Intentionen eingegangen sind und ihre Aufgabe durchgeführt haben. Es mag nochmals ausdrücklich betont werden, daß die Aufgabe des Zentralbureaus nicht darin besteht, die gesamte Agitationsarbeit selbst zu leisten, sondern daß es nur die Voraussetzungen für eine systematische Tätigkeit der Gruppen und der einzelnen Parteigenossen schaffen und allgemeine Grundsätze über die zweckmäßigste Art und Weise, in der man Agitation zu treiben hat, ausarbeiten kann. Nach dieser Richtung glauben wir getan zu haben, was sich tun ließ. Wir haben den Ortsgruppen und Vertrauensmännern in den 9 Monaten vom September 1905 bis Mai 1906 30 Rundschreiben zugehen lassen, die sich über alle Gebiete der Propaganda erstreckten. Unsere Vertrauensmänner haben somit fast allwöchentlich ein besonderes Schreiben erhalten, das sie zu bestimmten Tätigkeiten anregte oder ihnen neue Mittel für die Propaganda in die Hand gab. In gleich ausgedehnter Weise haben wir die zionistische Oeffentlichkeit selbst durch die wöchentlich in der Jüdischen Rundschau erscheinenden „Mitteilungen des Zentralbureaus" auf dem Laufenden erhalten. Wir glauben, daß diese beiden Pubiikattonsformen ein wesentliches Moment zur ständigen Aufrechterhaltung der Agitationsarbeit darstellen. Auch in diesem Berichtsjahre haben wir eine Reihe neuer Broschüren und Flugblätter herausgegeben. Das Flugblatt Nr. 6 ist in 3. Auflage mit dem zehnten bis fünfzehnten Tausend erschienen. Von der altbewährten Broschüre „Was will der Zionismus" haben wir mit Unterstützung ihres Verfassers Herrn Dr. Adolf Friedemann eine zweite, wesentlich vermehrte und bis auf die jüngste Zeit wieder geführte Auflage erscheinen lassen. Da die erste Auflage von 10000 Exemplaren in 2 Jahren vergriffen war, haben wir wiederum 10000 Exemplare drucken lassen. Die Gedenkrede, die Dr. Franz Oppenheimer auf der Jüdischen Gedenkfeier zu Berlin, am 22. Januar 1906, gehalten hat, haben wir unter dem Titel „Alte und neue Makkabäer" in einer Auflage von 4000 Exemplaren herausgegeben. Auch die -Broschüre Dr. Leopold Kahns „Warum?, die alte Lehre im Lichte neuer Katastrophen", die in Österreich in 30 000 Exemplaren verbreitet ist, haben wir in mehreren tausend Exemplaren erworben. Die bereits im vorigen Bericht angekündigte Broschüre Nordaus: „Der Zionismus und seine Gegner" ist inzwischen in 10 000 Exemplaren erschienen. Von der Festschrift „Die Zukunft der Juden", die die Zionistische Propagandakommission herausgegeben hat, haben wir eine zweite Auflage herstellen lassen. Dagegen ist es uns nicht gelungen, die von uns angekündigte Palästinabroschüre zur Vollendung zu bringen. Auch ein Flugblatt über das Thema „Zionismus und Staatsbürgerpflicht" ist leider nicht druckfertig geworden. Ebenso ist das zionistische A-B-C-Buch noch nicht vollendet, doch können wir mitteilen, daß die Hauptarbeit, nämlich das Stichwörterverzeichnis, fertig gestellt und die einzelnen Artikel unter die Mitarbeiter verteilt sind. Wir hoffen daher bestimmt, im kommenden Winter das A-B-C-Buch herausgeben zu können. Am 1. Juli d. J. erscheint zum erstenmal wieder seit einer langen Reihe von Jahren ein Volkskalender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Die Redaktion desselben hat Herr Dr. Zlocisti übernommen. Die von uns herausgegebenen Flugblätter und Broschüren werden nicht nur von unseren eigenen Ortsgruppen, sondern auch von den österreichischen Distriktskomitees, der Schweizer und der