Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1906-06-01 · 22 (1.6.1906) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
22 (1.6.1906)
Date
1906-06-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3315709-3316186-3316209--48179-3343096
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

I. Jaffa und die Kolonien etc. im Süden Von Jaffa gelangt man zuerst auf der Landstrasse nach Jerusalem zur Ackerbauschule „Mikweh Israel" (s 4 Stunde von Jaffa zu Fuß, 25 Minuten per Wagen). Rischon le Zion liegt 1 V> Stunden (zu Wagen)1) von Jaffa etwa 12 Stunde rechts (südlich) von der Jerusalemer Chaussee. Wadi-Chanin und Neß Zionah etwa 11,4 Stunden (zu Fuß) von Rischon südlich. Rechowoth 3 4 Stunden (zu Fuß) südöstlich von Wadi Chanin. Ekron2);j 4 Stunden (zu Fuß) Ostsüdost von Rechowoth. Katra 1 Stunde (zu Fuß) Westsüdwest von Ekron. Kastinie 2 Stunden (zu Wagen, oder 3 Stunden zu Fuß) südlich von Katra.3) IL Jaffa—Jerusalem etc. Von Jaffa kommt man mit der Bahn (Abfahrt im Sommer 2 Uhr - im Winter 1 Uhr Nachm. Fahrpreis 1*4 Medschidi: (Fr. 5.30) nach Jerusalem. Von der Bahn aus kann man mehr oder weniger deutlich die Kolonien Mikweh-Israel, Rischon, Rechowoth, Ekron und Katra sehen —, außerdem gleich hinter der Station Sedsched die kleine Kolonie Artuf (bulgarische Juden). Die Fahrt nach Jerusalem dauert ca. 3^4 Stunden. Interessant ist Bittir (Station V* Stunde vor Jerusalem) mit seinen Terrassenanlagen. Bittir wird von einigen für das Bettar Barkochbas gehalten. Von Jerusalem aus gelangt man in 8 4 Stunden nach der interessanten kleinjüdischen Kolonie Muza, an der Chaussee Jerusalem-Jaffa. Südlich von Jerusalem (ca. 1 Stunde zu Wagen) liegt Bethlehem, am Wege Raheis Grab. Eine halbe Stunde weiter südlich die salomonischen Teiche, 3 Stunden (zu Wagen) weiter südlich liegt Hebron mit den Patriarchengräbern und Abrahams Eiche4). \> Diligence von Jaffa täglich um -1 Nachm. Preis pro Person V i Beshiiko (ca. 85 Centimes;. 2) Die Üuinen und Ausgrabungen von Gezer bei dem Dorfe Schuxha kann man von Ekron aus in l1 4 Stunden per Wagen erreichen. Wer Krata und Kastinie nicht besuchen will, kann bequem von Ekron oder von Gezer nach Kamleh und von da mit der Bahn nach Jerusalem oder Jaffa gehen. 3) Von Kastinie aus kann man zu Wagen nach Jaffa zurückkehren (5—(> Stunden). Man kann aber auch nach Sedsched (2 Stundon zu Wagen) einer Station der Linie Jaffa-Jerusalem, von wo aus man bequem Artuf besuchen kann, und von dort nach Jaffa oder Jerusalem gehen. 4) Siid-Judäa1 (Xegeb) erreicht man, indem man von Hebron südlich nach Borseha geht (10 Stunden zu Pferd oder Kamel, Chaussee ist erst projektiert), von wo aus Gaza per Wagen in G Stunden, per Reittier in 8 Stunden zu erreichen ist. Von Gaza nach Kastinie (über Esdud, Dorf mit :»()00 Einwohnern, das alte Asdod.i kommt man per Wagen in 5—f> Stunden. Natürlich kann man ebenso von .laffa aus über die jüd. Kolonien Süd-Judäa besuchen und über Uerseba-Hebron- Jerusalem zurückkehren. Von Jerusalem aus nach Osten kommt man nach Jericho (31 '■• Stunden zu Wagen), 11 •> Stunde weiter der Jordan, weiter 1 Stunde südlich die Jordamnündung am Nordende des Toten Meeres. HL Jaffa=Petach=Tikwah, Samaria, Haifa. Von Jaffa kommt man in 2 Stunden nach Petach-Tikwah1^ (per Wagen), Chederah 5 Stunden nördlich von Petach-Tikwah die Kolonie ist nahe am Meere gelegen. Sichron-Jaacob 1 V« Stunde nordöstlich von Chederah (dabei die Kolonien Schweja und Umm-el-Dschemal). Atlit an der Straße von Sichron nach Haifa (von hier aib Besuch des Karmel und eventl. auch Akka). IV. Haifa, Tiberias und Galiläa. Von Haifa gelangt man mit der Bahn in 5 Stunden bis Samac.i am Tiberias-See, von dort per Boot, in \* Stunde nach Tiberias Von dort Besuch der heißen Quellen per Boot oder Wagen — 14 Stunde — und der jüdischen Kolonien. Von Tiberias nach Milhamie l1/* Stunde per Wagen, von dort nach Jemma 1 V2 Stunde, weiter nach Mescha 2'2 Stunden, von da nach Sedjera 2lr2 Stunden, von Sedjera nach Tiberias zurück ebenfalls 2V2 Stunden2). Nach Safed kommt man von Tiberias über Tapchah (bis Tapchah zu Boot oder Esel 1 V'a—2 Stunden von Tapchah bis Safed zu Pferd in 4—5 Stunden). Die Reise dauert im ganzen 5V2—7 Stunden. Von Safed besucht man die Kolonien: Ain-Setun, 1 Stunde von Safed. Von da in '« Stunde nach Rosch-Pinah mit Machanaim (an der Straße nach Damaskus). Misch mar Hajarden, 1 Stunde nordwestlich von Rosch-Pinah am Jordan-Ufer gelegen. Jessad Hamaaleh, 1 •> Stunde nördlich von Mischmar, am Ufer des Merom-Sees. MetuIah ca. 3 Stunden von Jesod Hamaaleh. Die Kolonk liegt am Fuße des Hermon3). Von Safed aus kann man auch Merom (1 Stunde westlich besuchen, einen berühmten jüdischen Wallfahrtsort (zurzeit von La.u beomer), wo Timon ben Jochais Grab liegt. ') Wer nur nach Petach-Tikwah fahren will, kann die tägliche Diligence (Verbindung 2 — 3 Wagen per Tag) henutzen. Preist1 2 Beshlik (ca 85 Centimes), Abfahr: von Jaffa gegen 4 Uhr nachm. 2) B'ne Jehuda, 2 Stunden östlich vom Tiberias-See, erfordert von Tiberias aus eine besondere Reise. 3) Von Metulah aus kann man in 9 Stunden (per Esel; Saida erreichen. Von dort Chaussee nach Beirut und Tvrus-Akka-Haifa. SfE O O V: □□□□□ o -O FEUILLETON <> □□□□□□ I O O V o DIE ISRAELITEN IN BABYLONIEN Von Dr. F. SEYRING*) Die Hacke des Forschers ist unermüdlich an der Arbeit, den Spuren längst vergangener Zeiten nachzugraben. Besonders auf dem alten Kulturboden des Euphrat- und Tigrislandes ist schon Bedeutendes in der Aufdeckung von Altertumsresten, auf denen der Staub der Jahrtausende lagerte, geleistet worden. In frischer Erinnerung sind noch die großartigen Entdeckungen auf den Trümmerfeldern von Ninive und Babylon und der Streit der Meinungen, der sich an die Vorträge von Prof. Delitzsch über „Babel und Bibel" geknüpft hat. Hand in Hand mit diesen auf das Große gerichteten Arbeiten gingen und gehen aber auch solche, die die geringfügigen Spuren nicht verachten, die sich im mesopotamischen Sande finden. Die Archäologie hat sich so in der jüngsten Zeit daran erinnert, daß auf diesem historischen Boden, auf dem die gewaltigen Völker des Orients, die Sumerer und Akkader, die Assyrer, die Babylonier, Meder, Perser usw. gelebt und gestritten haben, auch Teile des israelitischen Volkes gewohnt haben, allerdings nicht freiwillig, sondern im Zwange des absoluten Willens orientalischer Despoten gehorchend. Ihren Spuren ist nun hier mit liebevoller Sorgfalt 1 Aus dem „Hamblinkischen Correspondcnt'*. nachgegangen. Diesen auf den mesopotamischen Boden verschlagenen und dort verschollenen israelitischen Volksresten sollen die folgenden Zeilen gelten. Das Schicksal des Volkes Israel ist bekannt. Unter David zur Höhe emporgestiegen, sank es nach dem Tode seines Sohnes Salomo schnell Die unselige Reichsspaltung war der erste Schritt zur Auflösung. Jeder der beiden Teile, Israel und Juda, führten von jetzt an ein Sonderdasein. Der größere und bedeutendere Teil war Israel, dennoch ging es schneller zu gründe als Juda. Die Gründe sollen hier nicht erörtert werden. Genug, in knapp zweieinhalb Jahrhunderten hatte das nördliche Reich, Israel, abgewirtschaftet. Der Sturm aus dem Osten fegte es fort. Dort hatte sich die assyrische Weltmacht aufgeschwungen und verschlang in unersättlicher Gier ein Gebiet nach dem andern. Wohl rang Israel mit dem Heldenmut der Verzweiflung um ■ seine Existenz — die Hauptstadt Samaria widerstand zwei Jahre der furchtbaren Belagerung — schließlich, im Jahre 722, unterlag es, und nun erging ein entsetzliches Gericht über das unglückliche Land. Seine Propheten, ein Arnos, ,ein Hosea, hatten es lange kommen sehen und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.