Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Es wurde beschlossen, den gemäß Beschluß des engeren Aktionskomitees der Jahreskonferenz vorzulegenden Beschluß der russischen Zentrale, von einem Teile der Gelder ein Waisenhaus in Palästina für die während der Pogrome verwaisten Kinder zu errichten, in der „Welt4' zur öffentlichen Diskussion zu stellen und die vorbereitenden Schritte zur Ausführung des Beschlusses bereits zu unternehmen. Die Legalisierung des Nationalfonds wurde eingehend besprochen und der dafür eingesetzten Kommission zur endgültigen Erledigung überwiesen. Auch die .,Weltu war der Gegenstand eifriger Beratung. Endlich wurde beschlossen, die Jahreskonferenz auf Dienstag, den 28. August d. J. nach Köln einzuberufen. Jewish Colonial Trust Der Aufsichtsrat des Jewish Colonial Trust hielt am Dienstag den 22. Mai in Köln eine Sitzung ab, an der folgende Mitglieder teilnahmen: Dr. M. Bodenheimer- Köln, J. Kremenezky-Wien. M. Ussischkin-Ekaterinoslaw, Prof. Dr. Warburg-Berlin, David Wolffsohn-Köln und der Sekretär der J.-C.-T. Der Aufsichtsrat konstituierte sich wie folgt: Zum Präsidenten wurde Herr David Wolffsohn, Köln, zum Vizepräsidenten Herr Prof. Dr. Otto Warburg-Berlin, zum Schriftführer Herr Rechtsanwalt Dr. M. Bodenheimer-Köln gewählt. Die verschiedenen Punkte der Tagesordnung, die meist rein geschäftlicher Natur waren, wurden erledigt und die vom Direktorium für das russische Hilfswerk bewilligte Spende von £ 2000 genehmigt. Es wurde beschlossen, die ordentliche Generalversammlung auf Mittwoch den 29. August nach Köln einzuberufen, die ausserordentliche Generalversammlung behufs Abänderung der Statuten soll am gleichen Tage und die erforderliche zweite ausserordentliche Generalversammlung am 18. September in Köln abgehalten werden. „Zeirei-Zion" Der Name „Zeirei-Zion" wird in der letzten Zeit wiederholt in der Parteipresse Rußlands genannt. Wir haben es hier mit einer Strömung unter der zionistischen Jugend zu tun, welche nach größerer Aktivität und lebhafterer Betätigung ihrer Kräfte strebt und in diesem Sinne sich zu organisieren sucht. In dem Programm der Odessaer „Zeirei-Zion", das uns vorliegt, stellen sie als den Hauptpunkt ihrer Tätigkeit dar: die unverzügliche Organisation der jüdischen Jugend zum Zwecke der Übersiedelung nach Palästina und die Arbeit unter der jüdischen Masse in Palästina zum Zwecke dpr Hebung ihres kulturellen und ökonomischen Niveaus. Von den „Poalei-Zion4' unterscheiden sich die „Zeirei-Zion" vor allem dadurch, daß sie den Zionismus nicht einzig und allein durch die marxistischen Lehren begründen, den übrigen „allgemeinen" Zionisten gegenüber heben sie das Moment der größeren Aktivität hervor. Australien Infolge der Agitationsreise des Herrn Goldreich aus Johannesburg wurden in Australien und Neuseeland folgende zionistische Vereine gegründet: Auc.kland (New Zealand):. Präsident M.Baume M.HR. Wellington (New Zealand): Präsident D.Nathan Esqu. Perth (Western Australia): Präsident Cooper Esqu. CJrfistchurch (New Zealand): Präsident P. Herman Esqu. Dunedin (New Zealand): Präsident Mendelsohn Esqu. Hobert (tasmania): Präsident B. Harris Esqu. Burbane (Queensland): Präsident A.M. Herzberg Esqu. Sidney (New South Wales): Präsident H. Hockings. Melbourne (Victoria): Präsident Honorable Nathaniel Esqu. Hallards (Victoria): Präsident Bernstein Esqu. Adelaide (South Australia): Präsident Reverend Boaz. Italien Triest. Unsere hiesige Organisation Cercolo Sionistico, die bereits zwei Jahre besteht, zählte im verflossenen Wintersemester 140 Mitglieder. Wir begannen unsere Tätigkeit mit den im November stattgefundenen Direktionswahlen. Dieselben ergaben nachstehendes Resultat: Rabb. Dr. Lattes, Präsident, Dr. Qentilli und S. Aufrichtig, Vizepräsidenten, Levi und Loschitz, Sekretäre, die Herren Freund, Piazza, Schlesinger, Segre, Flurs, Direktoren und Herr Morpurgo, Kassier. Im Monate Dezember v. J. hatten wir eine große Makkabäerfeier, bei der Rabb. Lattes die Tendenzrede hielt; gegen Ende Dezember hielt Professor Bokor aus Budapest einen Agitationsvortrag, der reichlichen Beifall fand und dem wir auch eine Anzahl neuer Mitglieder zu verdanken hatten. In den Monaten Jänner und Feber a. c. fanden Diskussionsabende statt. Am 10. März war großer Purimball, und in den ersten Tagen des Monats April hatten wir das Vergnügen, Herrn Universitätsprofessor Adriak aus Rom bei uns zu begrüßen, dessen beide Vorträge bei den hiesigen italienischsprechenden Juden starken Eindruck hervorriefen. Bei allen diesen Veranstaltungen wurde tatkräftigst für den Nationalfonds gesammelt. Zionisten, die Triest passieren, sind herzlichst eingeladen, uns in unseren Vereinslokalitäten, Corso 47 I., zu besuchen. Fr. Deutschland Köln. Die zionistische Vereinigung beschäftigte sich in ihrer Versammlung vom 19. d. mit den Ausweisungen von russischen Juden aus Berlin und faßte einstimmig folgende Resolution; „Die Versammlung protestiert gegen die vom Berliner Polizeipräsidium verfügte Massenausweisung von russischen Juden, die sowohl den Grundsätzen der Menschlichkeit als denen des Völkerrechtes Hohn sprechen, und erklärt diese als ein Zeichen der Mißachtung des jüdischen Volkselementes in Deutschland seitens der höchsten Behörden." Hamburg. Auf zionistische Anregung hat sich hier ein Verein „Jüdische Volkslesehalle" gebildet, dessen Vorstand aus folgenden Herren besteht: Rabbiner Dr. Loewenthal, I. Vorsitzender, Salomon Goldschmidt, II. Vorsitzender, Dr. Victor, I. Schriftführer, cand. phil. Sebowitz, II. Schriftführer, Michuel, Kassenwart. Die Lesehalle ist im Zentrum der Stadt gelegen. Palästina» Verein Nürnberg. In einer ihrer letzten Versammlungen hat. die hiesige Ortsgruppe M. 20.— als einmaligen Beitrag zum Palästina- Verein bewilligt; außerdem haben sich noch einzelne Mitglieder mit kleineren Beiträgen angeschlossen, bis jetzt M. 12.—. Wir hoffen, daß die zirkulierende Liste noch eine ansehnliche Summe von Einzelbeiträgen ergeben wird. Ferner sei berichtet, daß sich auch eine größere Anzähl von Mitgliedern mit namhaften Beträgen der SelbstbeSteuerung zu Gunsten des Nationalfonds unterwirft Einzelverein „Zion", Karlsbad. Den nach oder durch Karlsbad reisenden Zionisten sei mitgeteilt, daß jeden Mittwoch abend im Restaurant Kirsch, Egerstraße, eine zwanglose Zusammenkunft stattfindet.