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Die Welt · 1906-05-25 · 21 (25.5.1906) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Zionisten nennen, ausgesetzt war, nur dazu beitragen werden, die Hochschätzung und Zuneigung, deren sich Mr. Greenberg bei den Zionisten Englands erfreut, zu steigern und die treue Ergebenheit jedes Zionisten des Landes ihm gegenüber zu vermehren. Endlich beschließt das Meeting, den Namen Mr. Greenbergs ins goldene Buch des Nationalfonds einzutragen, als ein kleines Zeichen der Dankbarkeit für seine unschätzbaren Verdienste um unsere Sache." Mit Zionsgruß Ihr ergebener H. Endbinder, Ehrensekretär des Liverpool Zionist. Central-Committee. Mr. Israel Zangwill ersucht uns um Veröffentlichung nachfolgenden Briefes, den er an Herrn Heinrich Grünau-Grünzweig in Antwerpen gerichtet hat. Geehrter Herr Grünau-Grünzweig! Ich bedaure, daß der Charakter Ihrer Antwort auf mein freundschaftliches Schreiben mir keine andere Wahl läßt als auf die Stelle eines Ehrenpräsidenten Ihres Vereins zu verzichten. Ihr ergebener L Zangwill. o o o o o o o /?=== 1 o o o o o ÖÖJ AUS DER BEWEGUNG | O Q O O O O QN I o o o o o o o BESTATTUNG Dr. I. W. MARMOREKS Am 16. Mai fand in Wien die^ Bestattung des verstorbenen Dr. Isidor Wolf gang Marmorek statt. Im Trauerhause hatte sich eine große Zahl von jüngeren und älteren Berufsgenossen,; " jgm* ... jpffbi:-' |tSS|lß?,fe'^:. Ät^V HBHHBBnnnBBBimHHHk zionistischen Freunden und Abordnungen eingefunden, darunter der Vorstand der Kultusgemeinde mit dem Präsidium an der Spitze, Deputationen der Chewra-Kedischa, des österreichischen zionistischen Landes- und innerösterreichischen Distriktskomitees sowie vieler zionistischer, allgemein-jüdischer und philanthropischer Vereine. In der Zeremonienhalle des Zentralfriedhofes hielt nach dem Gesänge des Kantors Don Fuchs, ein Schulkollege des Verstorbenen, Rabbiner Dr. Bach eine tiefempfundene, weihevolle Rede, die auf alle Anwesenden eine tiefe Wirkung übte. Am Sarge sprach sein erster Chef, Advokat Dr. Wilhelm Stein die folgende Würdigung: „Teurer Freund! Lieber junger Kollege! . . . Der Ruf, an Deiner Bahre zu sprechen, erging an mich, nicht weil ich erschütterter Zeuge Deines peinvollen Sterbens sein mußte, sondern weil ich, der Du mein langjähriger Mitarbeiter warst, Zeuge Deines Lebens gewesen bin. Ich wollte, es wäre mir die Kraft gegeben, Töne und Worte zu finden, so reich und eindrucksvoll, wie der Inhalt dieses vollen, ach so kurzen Lebens, und das Bild, das da erstünde, würde den Bann des Schmerzes von unserer Seele nehmen, so erhebend, so hell, so beglückend müßte es erscheinen. In einen Satz läßt sich Dein ganzes Wesen zusammenfassen: Schwung der Seele, gepaart mit stahlscharfem Verstand. Schwung der Seele, die Dir Begeisterung einflößte für alles Edle und Gute, Dich mächtig aufflammen ließ gegen jedes Unrecht, gegen jede Bedrückung, und klarer, hellsehender Verstand, der die Waffen schärfte, mit denen Du als wackerer Kämpfer allerwegen eintratest für das bedrängte, gekränkte Recht. In Deiner Lehrzeit noch bedurftest Du nicht mehr der Hand, die Deine Unzulänglichkeit zu ergänzen hätte, nur die Ueberfülle Deiner heißen Seele galt es zuweilen einzudämmen, denn Du warst zum Kämpfer geboren, zu edlem Kampf mit feiner Klinge: zu Sieg und Ruhm erschienst Du berufen, und wir alle waren überzeugt, daß uns in Dir ein Berufsgenösse erstanden ist, der Besten und Vornehmsten einer. Ein Schüler noch, hast Du einen Preis für eine ausgezeichnete Arbeit aus dem Bergrecht errungen, und Dein unermüdlicher Geist versenkte sich daneben in mathematische und philosophische Probleme, des zarten Leibes nicht achtend, der seinem Fluge nur mühsam zu folgen vermochte. Und nun klagen sie Dein armes, gequältes Herz an, das an Deinem frühen Tode die Schuld trage. Und doch ging dieses arme Herz nur an seinem Reichtum, an der Überfülle dessen zugrunde, das es umschloß, die heiße, ungebändigte Liebe zu Deinem Stamme, für den Du rastlos kämpftest, die rührende Liebe zu den Deinen, die sie so reich vergalten, und die helle, warme Begeisterung für Recht und Freiheit! Auch Deine Blütenträume, edler dahingeschiedener Kollege, sollten nicht reifen, Dein Stamm, Dein jüdisches Volk, für das Du so innig gefühlt, so wacker gestritten hast, ist noch nicht von jahrhundertelangem Druck erlöst, noch gilt von ihm an vielen Orten das Wort des edlen britischen Dichters: Die wilde Taube hat ihr Nest, der Fuchs seinen Bau, jedes Volk seine Heimat, nur Israel hat das Grab. In Deinem letzten Lebensjahre verfolgtest Du mit jagenden Pulsen einen zweiten Kampf. Das heldenhafte Ringen Deines bedeutenden Bruders für die edelsten Ziele, die Heilung der Kranken, Deines Bruders, dem ich in Deinem Geiste handelnd, an Deiner Bahre den Zoll unserer bewundernden Verehrung darbringe, und auch den unausbleiblichen vollen Sieg dieses Kampfes hast Du nicht erlebt. Doch unser Leben ist uns zum Erstreben, nicht zum Erreichen gegeben, und so war Dein junges, kurzes Leben nur an Blüten reich, an fruchtverheißenden! Sein Bild gleicht dem Sterne, der am Himmel aufflammt, eine kurze Bahn beschreibt und entschwindet. So war Dein Leben leuchtend schön, doch ach gar zu flüchtig!4' Im Namen der jüngeren Kollegenschaft rief Dr. Sternberg dem Dahingeschiedenen Worte der Freundschaft nach, im Auftrage des zionistischen Aktionskomitees und für den Zionismus würdigte Dr. Leopold Kahm die Verdienste des Verstorbenen und gelobte, daß sein Andenken mit der Bewegung ewig verknüpft sein werde. Am offenen Grabe sprach noch ein alter Freund der Familie, Dr. Krakauer, mit tränenerstickter Stimme von der Liebe, die sein junger Freund bei ihm und all denen, die ihn kannten, gefunden hatte. Dann fielen die Schollen nieder ....

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