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Die Welt · 1906-05-04 · 18 (4.5.1906) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
18 (4.5.1906)
Date
1906-05-04
Page
– (sequence 15)
Language
German
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„Palästina-Schekels für zweckmäßiger als die Gründung eines „neuen Vereins. Sie beauftragt daher ihre Vertreter auf dem „Delegiertentage, die Einführung eines Palästina-Schekels zu „befürworten." Auch folgender Zusatzantrag von Herrn Abraham gelangte mit drei Stimmen Mehrheit zur Annahme: „Die Ortsgruppe Hamburg-Altona stellt der „Palästinakommission M. 200.—' zur Verfügung." Frankfurt a. M. Adele, Albert, Raphael und Gabriel Strauß melden ihren Beitritt zum Palästina-Verein. Deutschland Der 10. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland am 4. und 5. Juni 1906 in Hannover Das Zentralkomitee hat den 10. Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung -für Deutschland auf Montag den 4. und Dienstag den 5. Juni 1906 {Pfingsten) nach Hannover einberufen. Dem Delegiertentage wird eine Sitzung des Zentralkomitees am Sonntag den?>. Juni 1906 vorangehen. In Ausführung dieser Anordnung ersuchen wir sämtliche Ortsgruppen und Vertrauensmänner, schleunigst die notwendigen Vorbereitungen für die Wahlen zu treffen. Jede Ortsgruppe ist berechtigt, einen Delegierten zu wählen; Ortsgruppen von mehr als 50 Mitgliedern wählen 2 Delegierte, Ortsgruppen von mehr als 100 je einen Delegierten für jedes weitere angefangene Hundert. Weitere Mitteilungen über die Tagesordnung und die sich an den Delegiertentag anschließenden Veranstaltungen folgen in der nächsten Nummer. Wir ersuchen die Ortsgruppen und Vertrauensmänner um schleunige Einsendung der rückständigen Sehekel und Landesbeiträge, da das Wahlrecht der Orts gruppen von der Zahlung der Parteiabgaben abhängig ist. In Maschin hat sich eine Ortsgruppe gegründet. Jahreskonferenz der Belgischen Zionisten-Foderation Vor kurzem fand im Vereinslokale der „Agudath Zion" in Antwerpen die von der Belgischen Zionisten-Foderation einberufene Jahreskonferenz der zionistische« Vereine Belgiens statt. Vertreten waren die Vereine: Agudath Zion, Zeire Zion, Bnei Zion, Cercie des Dames Sionistes und Etudiants Sionistes. Der Präsident des L C. Herr Grünau-Grünzweig eröffnete die Tagung mit einer begrüßenden Ansprache. Der vom Sekretär des L. C. Herrn M. D. Horowitz erstattete Rechenschaftsbericht konstatiert das stete Anwachsen der zionistischen Bewegung in Belgien. Die B. Z. F. verfügt heute über sieben Vereine mit 552 SchekeLzahlern. Das zionistische Leben in den meisten Vereinen ist ein sehr reges. In Brüssel und Gent sind zwei neue Vereine im Entstehen begriffen. Ferner behandelt der Bericht die überaus ergiebige Tätigkeit des L. C. Zuletzt wies auch der Berichterstatter auf die Gründung des Föderations-Organes .,Hatikwah" hin, das in hohem Maße zur Propaganda des zionistischen Gedankens in Belgien beiträgt, und erwähnte die Schaffung der Nationalfonds-Kommission, die von Gg. Oscar Fischer vorzüglich geleitet wird, und schließlich die Gründung eines Share-Clubs. Nach einer langen Debatte wurde dem abtretenden L. C. das Absolutorium erteilt, ebenso wurde der von Herrn H. Gretzer vorgetragene Kassabericht genehmigend zur Kenntnis genommen. Hierauf hielt Herr Oscar Fischer sein Referat über den Nationalfonds, dessen Sammlung im Verhältnis zu den früheren Jahren ein befriedigendes Resultat ergibt. Es wurden an die Jüdische Kolonialbank bis zum 15. Februar Frs. 2548.23 abgeführt, für Frs. 175 Nationalfonds-Marken angeschafft und für Oelbaum-Pflanzungen in Palästina Frs. 210 abgeliefert. Das ergibt also eine Summe von Frs.2933.23 für den Nationalfonds. Außerdem wurden 31 Aktien der Jüdischen Kolonial-Bank verkauft. Referent schlägt zum Schluß zwei Resolutionen vor, die nach einiger Diskussion in folgender Fassung angenommen wurden: I. Die Jahreskonferenz bringt den hiesigen Zionisten den Beschluß des VII. Kongresses in Erinnerung, welcher alle Zionisten verpflichtet, sich zu Gunsten des Nationalfonds eine Selbstbesteuerung aufzuerlegen, und fordert die föderierten Vereine auf, Kommissionen einzusetzen, d e mit der Durchführung dieses Beschlusses betraut werden sollen. II. Es ist die Pflicht eines jeden Zionisten, wenigstens eine Namensaktie der Jüdischen Kolonialbank zu besitzen. Durch Beitritt zum Share-Club ist es jedem ermöglicht, durch wöchentliche Ratenzahlungen von je 50 Ctm. in den Besitz einer solchen Aktie zu gelangen. (Einstimmig angenommen.) Ein vom Landeskomitee vorliegender Antrag auf Abänderung der Föderationsstatuten wird hierauf eingehend besprochen und zur Abstimmung gebracht. Es wurden ferner folgende Anträge angenommen: I. Es soll'eine Kommission gewählt werden welche sich über die palästinensischen Exportartikel informieren soll; dieselbe muß. sich mit den großen Handelshäusern Belgiens in Verbindung setzen, um tunlichst für den Absatz von Palästinaprodukten zu sorgen. IL Die Jahreskonferenz beschließt die Schaffung eines Propagandafonds, aus dem auch die „Hatikwah" unterhalten werden soll. III. Die Jahreskonferenz beschließt die Einsetzung einer Kommission zur Ausarbeitung eines Projektes der Gründung einer Tonbeyhalle. Es wird hierauf zur Wahl des Landeskomitees geschritten. Gewählt wurden die Herren: Jean Fischer, Dr. L. Herz, H. Gretzer und M. D. Horowitz. England Manchester. Montag abend hat in der Derby Hall eine sehr gut besuchte Versammlung stattgefunden, die unter dem Vorsitze des Herrn Joseph Massel Referate der beiden Mitglieder des zionistischen Aktions-Komitees Dr. Ch. Weizmann und N. Sokolow brachte. Dr. Weizmann (der im letzten Winter eine außerordentliche große Agitationstätigkeit entfaltet hat) beantragte eine Resolution, worin die treue und entschiedene Angehörigkeit zum Baseler Programm unzweideutig zum Ausdruck gebracht wurde. Auf die letzten Ereignisse in Rußland eingehend, erklärte er, die Wahl indischer Abgeordneten für die Duma sei von großer Tragweite; dessenungeachtet würde selbst eine wesentliche Verbesserung der jüdischen Situation in Rußland nichts an der Notwendigkeit des zionistischen Programms ändern. Herr Sokolow erklärte gleichfalls, die gegenwärtige Lage in Rußland besprechend, daß die Gewährung des Wahlrechts an die Juden eine wesentliche Änderung der Situation herbeigeführt hat. Die Forderungen der Juden seien jetzt größer als früher, und erhoffe, daß sie auch erfüllt würden. Aber von allen äußeren Umständen unabhängig, lebe der Zionismus fort, nicht als bloßes Ideal, sondern als eine beständige Kraft. Schließlich beschäftigte sich der Redner mit den Wirkungen der Alien Bill. Seine Rede wurde mit enthusiastischem Beifall aufgenommen. Leeds. Unter dem Vorsitze des Councillors Joseph Henry (eines Irländers.) fand im Leedser Theatre Royal eine große zionistische Versammlung statt. Councillor J. H. Armitage beantragte eine Resolution, daß nur in der Begründung einer Heimstätte in Palästina eine Lösung der Judenfrage zu finden sei und daß jeder Versuch, einen Judenstaat anderswo als in Palästina zu gründen oder auf philanthropischem Wege Abhilfe zu schaffen, nur die wirkliche Lösung der Frage verzögern oder verschlechtern könne. Das Meeting möge daher alle, die eine Besserung der Lage der Juden wünschen, auffordern, der zionistischen Bewegung beizutreten und sie mit aller Kraft zu unterstützen. Eine Abschrift der Resolution soll dem Premier-Minister, dem Kolonialminister und den Parlamentsmitgliedern von Leeds zugestellt werden. Diese Resolution wurde einstimmig angenommen, nachdem noch Dr. Daiches aus Sunderland und Mr. L. J. Greenberg außerordentlich beifällig aufgenommene Reden gehalten hatten. London. Colonel C. R. Conder, sprach vor kurzem in der „Zionist League" über Palästina. Er führte u. a. aus, daß in Hinsicht auf seine natürliche Bodenbeschaffenheit Palästina eine große Ähnlichkeit mit West-Irland aufweise. Das Land könnte von einer bedeutenden ackerbautreibenden Bevölkerung besiedelt werden. Zu neun Zehnteln sei Palästina ein reiches, ertragfähiges Land. Weil es ein gutes Land sei, wären die Völker immer in einem Wettstreit um das Land gewesen. Dieser Wettstreit, meinte Colonel Conder, wäre am besten aus der Welt geschafft, wenn Palästina an die rechtmäßigen Eigner, die Juden, gegeben würde. Übergehend auf den englisch-türkischen Zwischenfall in Akabe, erklärte er, die Angelegenheit wäre von den Zeitungen unnötig aufgebauscht worden. . . . Colonel Conder sprach schließlich einige Worte über die Jewish Territorial Organisation. Er könne kein Territorium sehen außer Palästina, das für die Juden in Betracht käme. Das einzige Territorium, das England anzubieten gehabt hätte, sei eben Ostafrika gewesen. Er selbst, der die zionistische Bewegung in den letzten 25 Jahren mit großer Aufmerksamkeit verfolgt habe, sei fest überzeugt, daß die Juden in ihr altes Heini Palästina zurückkehren würden.

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