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Die Welt · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · page 14

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Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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16 DIE^ELT i No. 16 Folgende Wahlergebnisse werden uns mitgeteilt: Akad. Verein „Charitas", Graz: jur. Friedrich Pollak, Obmann; med. Julius Schwarz, Kassierer; med. Alfred Weiß, Schriftführer.— Jüd.-nat. akad. Verbindung „Zephirah", Czernowitz: cand. phil. Benjamin Ebner, Präses; stud. phil. Schloima Drimmer, Vizepräses; stud. phil. Paul Hilferding, Schriftführer. — Zwiazek Akad. syorisk. „Judea", Lemberg: stud. ing. Isak Stiefel, Präses; stud. ing. Borys Czaczkes, Vizepräses; stud. ing. Siegmund Menasse, Schriftführer. Czernowitz. Hier wurde auf Anregung des Frl. Auguste Wetzler der jüd.-nat. Frauen- und Mädchen-Verein „Deborah" gegründet. Ausschuß: Präs. Cäcilie Blum, Vize-Präs. Auguste Wetzler, 1. Schriftführerin Basschewa Gingold, II. Schriftführerin Klara Klinger, Kassiererin Rosa Menczel, ohne Funktion Fanny Halpern, Karoline Leiter, Cäcilie Kommer, Frieda Schmierer, Julie Reiner. Jeden Dienstag und Samstag finden Vorträge über Zionismus sowie aus der jüdischen Geschichte und Literatur statt. Die National-Fonds-Kommission unter Vorsitz des Frl. Klinger entwickelt lebhafte Tätigkeit und agitiert eifrig für Selbstbesteuerung. Am 17. März veranstaltete der Verein ein schönes Purimfest. Czernowitz. Hasmonaea Czernowitz. Es sei hiermit allen unseren Kommilitonen und Gesinnungsgenossen zur Kenntnis gebracht, daß unser unvergeßliches Mitglied Dr. Philipp Sommer am Sonntag, 8. d. M., nachts im 26. Lebensjahre aus dem Leben schied. Teplitz-Schönau. Der jüdische Volksverein „Zion" veranstaltete Sonntag den 25. März 1906 eine zweite Wanderversammlung in Brüx, die durch ein Flugblatt vorbereitet worden war. Als Referent fungierte Fabrikant Adolf Böhm aus Wien. Nach einer angeregten Debatte ergab eine Einladung zur Vereinsgründung 25 Neuanmeldungen. Nunmehr wird ein Verein mit über 50 Mitgliedern nach Ablauf der gesetzlichen Frist sofort konstituiert werden. Auch eine Nationalfondssammlung wurde eingeleitet und Agitationsbroschüren verteilt. Australien Auf einer Reise durch Australien und Neu-Seeland hielt Herr S. G o 1 d r e i c h aus Johannesburg, Mitglied des A. C, u. a. Versammlungen ab in Auckland, Wellington, Christchurch und Dunedin. In Auckland bestand schon eine zionistische Ortsgruppe; in den letztgenannten drei Städten haben sich solche nach dem Vortrage des Herrn Goldreich gegründet. Die Ortsgruppen Neu-Seelands beabsichtigen sich zu einer Föderation zusammenzuschließen, deren Zentrale in Wellington sein soll. Auch die australischen Gruppen haben die vorbereitenden Schritte unternommen, um eine Föderation der australischen Zionisten zu bilden. Texas Der zionistische Verein „B'nai Zion" in San Antonio (Texas) entfaltet eine rege Tätigkeit und hat allein im letzten Jahre in 10 Plätzen zionistische Gruppen gegründet, die sich jetzt zu einem besonderen „Texasbunde" vereinigt haben. Der Bund beabsichtigt demnächst eine eigene Zeitschrift „The Jewish Hope" herauszugeben. Palästina-Handelsgesellschaft Am Donnerstag den 19. fand in Hamburg die Generalversammlung der Palästina-Handelsgesellschaft statt. Einer der Hauptteilhaber der Gesellschaft ist bekanntlich der Jewish Colonial Trust. Die Herren David Wolffsohn und Prof. Warburg haben an der Versammlung in Hamburg teilgenommen. frrrlooooooooo 7^1^ NACHRICHTEN ooooooooo Die Hungersnot in Marokko Wir erhalten vom Deutschen Bureau der „Alliance IsraeJite . Universelle" folgende Mitteilung: Nach Berichten, die das Zentralkomitee der Alliance IsraeMite Universelle neuerdings erhalten hat, ist die Lage der Israeliten im Süden und Südwesten Marokkos gegenwärtig besonders beklagenswert. Zu der chronischen Anarchie, die infolge der Schwäche des Maghzen im ganzen Lande herrscht, und zu den bewaffneten Einfällen der aufrührerischen Stämme ist eine wirtschaftliche Krise schwerster Art hinzugekommen, die Tausende von Familien mit Vernichtung bedroht. Die Hungersnot wütet im gesamten Innern Marokkos als Folge der Trockenheit und der schlechten Ernte. Die unglücklichen Juden machen sich in der Furcht vor plündernden Araberstämmen verzweifelt auf die Flucht, suchen in den Küstenstädten Mogador, Mazagan, Azemur, Casablanca Asyl und kommen selbst bis Tanger. Die Hilfe der begüterten marokkanischen Juden, deren Wohltätigkeitssinn zu rühmen ist, reicht nicht entfernt aus. Die Alliance hat seit mehr als einem Jahre für die notleidende Bevölkerung in den verschiedenen Zentren, namentlich in Marrakesch, bedeutende Summen aufgewandt. Des weitern hat die Alliance angeordnet, an den Speisungen in ihren Schulen alle bedürftigen Kinder ohne Ausnahme teilnehmen zu lassen. Zur Fortsetzung dieses Liebeswerkes sind beträchtliche Mittel notwendig, die bei der Ausdehnung des Unglücks gar nicht reich genug zur Verfügung gestellt werden können. Das „Deutsche Bureau" der Alliance (Berlin N 24, Oranienburger Str. 42) nimmt gern freundliche Gaben für dieses außerordentlich dringliche Hilfswerk an. Exzesse gegen Juden in Marokko. Madrid, 16. April. Am letzten Samstag verbrannte jn Tetuan (Marokko) eine durch den Gottesdienst fanatisierte Menge in der Franziskanerkirche eine Judafigur, drang dann in die Synagoge ein und zerstörte die Kultusbücher. Der Exminister Villanueva, der auf einer Studienreise in Tetuan anwesend war, und der spanische Konsul nahmen die Beschwerden des Rabbiners entgegen. Der „Heraldo'' fordert Aufklärung des Vorfalls, der geeignet sei, die Initiative der Konferenz zu beeinträchtigen. Von den Wahlergebnissen in Rußland Die Wahlen in die Reichsduma haben bisher einen eklatanten Sieg der K.-D. Partei, oder wie sie jetzt heißt, der „Partei der Volksfreiheit" ergeben. Trotz der starken Agitation, die von den Anhängern des „Boykotts" entfaltet wurde, war die Beteiligung an den Wahlen über Erwarten groß. Die Juden haben einen sehr lebhaften Anteil an den Wahlen genommen und sind auch an vielen Orten durchgedrungen. So waren unter den 160 Wählmännern in Petersburg 11 Juden; in Kischenew sind trotz der hetzerischen Agitation Kruschewans 44 Progressisten (darunter 28 Juden) gewählt worden. In Schitomir sind sämtliche jüdischen Kandidaten gewählt worden. In den südrussischen Städten, also im Ansiedlungsrayon, haben die Juden beinahe überall — mit Ausnahme von Jekaterinoslaw — Wahlsiege zu verzeichnen. Die russischen Zionisten haben gleichfalls eine lebhafte Tätigkeit entfaltet, die an manchen Orten mit Erfolg gekrönt wurde. So ist in Witebsk unser bewährter Gg. Dr. G. J. Bruck in die Reichsduma gewählt worden. In Minsk kandidiert Mitglied des A. C. Rechtsanwalt Rosenbaum, dessen Aussichten sehr günstig sind. Es sind, wie bekannt, bisher 5 Juden in die Duma gewählt worden. Das Ergebnis der weiteren Wahlen wird zeigen, wie groß die Zahl der jüdischen Vertreter sein wird, und ob es ihnen möglich sein wird, eine eigene national-jüdische Gruppe in der russischen Volksvertretung zu bilden. Befürchtungen für die russischen Ostertage Jekaterinoslaw, 11. April. Der Generalgouverneur erließ eine Bekanntmachung, worin gesagt wird, daß jeder Versuch, gegen Juden gerichtete Unruhen hervorzurufen, in der schärfsten Form unterdrückt werden würde. In der Bekanntmachung wird weiter ausgeführt, daß alle Klassen der Bevölkerung und alle Natio-

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