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Die Welt · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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lätigkeit für den Zionismus, wie einige zu befürchten scheinen, was unsere Arbeit für den Ausbau der Gesamtorganisation und derSchekelinstitution im geringsten beeinträchtigen wird. Im Gegenteil! weil ein starker Anreiz von einer rationell arbeitenden Palästina-Kommission ausgehen wird. Und wir werden dem „Verein" oder wie sonst man die Organisation regelmäßiger Beiträge für die Palästina- Kommission nennen will, auch diejenigen Nichtzionisten leicht als Mitglieder zuführen können, die uns in unserer Arbeit unterstützen wollen, wenngleich sie noch nicht reif sind für den Eintritt in die Organisation, die ein starkes Bekennertum fordert Und deren gibt es nicht wenige. Die sind dann wenigstens auf halbem Wege. — Etwas muß geschehen; es bleibt gegenwärtig kein anderer Ausweg. Zwar wird auch die finanziell bessergestellte Palästina- Kommission in wirklich hervorragender Weise nur arbeiten können, wenn noch ein anderes Institut unserer Bewegung der „Jewish Colonial Trust", sein Aktionsprogramm allmählich umdirigiert. Und da scheint es mir, daß unsere Bank, unterstützt von einer besserfundierten Palästina-Kommission, bald ein neues, erträgnisreicheres, wertvolleres und sinngemäßeres Tätigkeitsgebiet erschließen zunächst die Anglo Palestine Cy. (deren jüngst gemeldetes Prosperieren ein erfreuliches Beispiel bietet) mit ihrem geringen Aktienkapital von 50000 £> die naturgemäß nur Kleinarbeit verrichten kann und könnte als beispielsweise das in Rußland...... Dafür kann wohl auch nur soll, nicht in Betracht kommen. Wohl aber der Jewish Colonial Trust selbst. Deshalb ceterum censeo......Finanzielle Besserstellung unserer auch in dieser Hinsicht unentbehrlichen Palästina-Kommission! Mit nächstem werden wir dazu übergehen, den Verein zur virtschaftlichen Erschließung Palästinas zu konstituieren. 'Vir wollen ihn wenigstens aus seiner bisherigen mythischen Form lerausbringen zur Möglichkeit eines praktischen Wirkens. Dann ollen sich die Ortsgruppen überall ihrer Pflicht bewußt werden Ein großer Teil aller Zionisten muß von Anfang an Mitglied werden. Bei einigermaßen angemessener Tätigkeit wird man in Deutschland, Österreich, England, Amerika, Südafrika den größten Teil aller Zionisten gewinnen können. Dann wird eine gute Grundlage für die Agitation nach außen gewonnen sein, die verhältnismäßig leicht ist. Beweisen wir in den jetzigen Zeiten des Drangsais und des Leidens, daß noch genug Eifer und Schaffenslust in unseren Reihen vorhanden ist. Die Arbeit, zu der wir aufrufen, ist wahrlich keine der schweren. Und sie wird sicher einen gesunden, befreienden Tätigkeitsdrang in unsere Reihen bringen. Es ist sozusagen etwas Greifbares, nach dem sich viele sehnen. Weil man die Erfolge bald — wie wir hoffen dürfen — in den Resultaten der Palästina- Kommission sehen würde. Wie lange noch wollen wir die primitivste Arbeit, die uns unserer Sehnsucht näher bringen soll, hemmen? Wie lange noch wollen wir die Verantwortung auf uns laden für vieles, das geschieht, und für vieles, das unterbleibt? Wir sind doch nicht so gering an Zahl und an Willen mehr, um nicht etwas so Einfaches aus eigener Kraft zu vollführen. Haben wir das Recht, zu zögern? Wie lange noch?! — Nachschrift der Redaktion. Indem wir den Ausführungen unseres geschätzten Freundes Simon gerne Raum gewährten und seinen lebhaften Appell in nichts abschwächten, möchten wir doch nicht unterlassen hervorzuheben, daß der Verfasser die bisherigen Erfolge der Moses'schen Anregung unterschätzt hat, da gerade in der letzten Zeit (siehe unsere Mitteilungen in der Rubrik: „Aus der Bewegung") an verschiedenen Stellen neue Anmeldungen zum „Palästinaverein", erfolgten, beziehungsweise Aufrufe ergingen, die sicherlich durch die Konstituierung des Vereines eine wesentliche Steigerung und Förderung erfahren werden. Der Protest der russischen Schriftsteller gegen die Judenverfolgungen Der Aufruf des „Russischen Schriftsteller-Verbandes", von dem wir bereits jüngst kurz berichteten, hat folgenden Wortlaut: Ostern naht heran, und diese Tage der reinsten christlichen Liebe sind ja seit jeher der beliebteste Zeitpunkt für die Hervorrufung der Judenhetzen. Wir wiederholen: das ist keine leere Angst. Alle erinnern sich noch der Greuel in Kischinew, Odessa, Hornel und in so vielen anderen Städten, bei denen der Anteil der Administration so klar zutage getreten ist. Die Namen Plehwe, Meidhardt, des Gendarmenoffiziers in Melitopol, der Gendarmen in Kertsch, des Grafen Podgoritschani-Petrowitsch sind auf immer mit der Organisation der Judenhetzen verbunden. Diese schmachvolle Verbindung ist unwiderleglich durch zahlreiche Prozesse, sogar iurchdie Untersuchungen der Administration selbst bestätigt worden. vVir scheuen uns, das, was in den unzähligen Bartholomäus-Tagen und Nächten, die die Agenten der Administration im Bunde mit dem Auswurf der Bevölkerung veranstaltet haben, geschehen ist, zu wiederholen. Das wissen ja alle und am besten die, unter deren Schutze man die jüdischen Frauen vergewaltigt und in die jüdischen Köpfe eiserne Nägel eingeschlagen hat. Wir wollen nur von dem heutigen rage und von dem, was uns der morgige vorbereitet, sprechen. In Petersburg, in der Druckerei des Stadthauptes, wird eine von der Zensur bewilligte Proklamation gedruckt, welche zum Erschlagen, Morden, Hängen der Juden auffordert. Diese Proklamation wird öffentlich im Magazin der „Nowoje Wremja" verkauft und in Tausenden Exemplaren nach der Provinz verschickt. In Odessa wird in der Druckerei des Militärstabes ein ebensolcher Aufruf „an die Soldaten" gedruckt. Die Juden werden darin als die Hauptschuldigen an unserer Niederlage im fernen Osten dargestellt und die inneren Unruhen ihnen allein zur Last gelegt. Dieser Aufruf endet mit der Aufforderung, die feindliche jüdische „Neuerung" zu vernichten und „mutig gegen den Feind vorzugehen". In Jekaterinoslaw wird an die Christen eine ebenfalls in der Druckerei des Petersburger Stadthauptes gedruckte und ebenfalls von der Zensur bewilligte Broschüre „Guter Rat den Juden" in Tausenden Fxemplaren verteilt. „Der gute Rat" besteht darin, daß die Juden sich sofort aus Rußland scheren sollen, da man sonst mit ihnen so, wie man mit ihren Vorfahren in Spanien im Mittelalter verfahren hat, verfahren wird. — Wir glauben, daß der Hinweis darauf, wo diese Schriftstücke gedruckt werden, vollständig genügt, um zu sehen, woher die Agitation kommt und wer die Pogrome vorbereitet. Es wird uns aus ganz zuverlässigen Quellen gemeldet, daß derartige Vorbereitungen in Alexandrowsk, Minsk, Brest-Litowsk, Rostow, Krementschug und vielen anderen Städten und Städtchen im Gange sind. Die hauptstädtischen Organe der „schwarzen Sotnie" tischen schon die üblichen falschen Gerüchte auf, so schreibt z. B. das Erpresserblatt „Den" (Der Tag): „Hütet eure Kinder, denn das jüdische Passahfest naht." — Die Juden wissen, wie das alles zu verstehen, und flüchten, ihr Hab und Gut hinterlassend; sie flüchten nach Amerika, nach Afrika, nach Australien, lassen alles im Stiche, um nur zu fliehen, um nur den zu erwartenden Greueln zu entgehen. Und diejenigen, die keine Mittel dazu haben, die müssen bleiben. Sie bleiben nun und warten. — Wir, der „Russische Schriftsteller-

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