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Die Welt · 1906-02-16 · 7 (16.2.1906) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
7 (16.2.1906)
Date
1906-02-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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20- DIESEELT No.7 s crem neuen und jungen Präsidenten nie Anlass, bereuen zu müssen, unter so schwierigen Umständen das Amt übernommen zuhaben. Gedenket des Scheke 1 s, der Jüdischen Colonialbank und des Jüdischen Nationalfondes bei jeder Gelegenheit! Seid einig; denn Einigkeit macht stark! Mit Zionsgruss Sam. Pineles. Oesterreich Das Baukomite* des jüdischen Volkshauses in Brody versendet nachstehenden Aufruf: Brody. Sehr geehrter Herr! Das gefertigte Comite hat beschlossen, hier ein Jüdisches Volkshaus zu bauen, welches ein jüdisches Zentrum für die hiesige Judenheit werden soll. Im „jüdischen Volkshause" soll eine Hebräische Schule zur Pflege und Förderung unserer Volkssprache errichtet werden. Ein jüdischer Turnverein soll unserer Jugend, die in derartigen andersnationalen Vereinen nicht gelitten wird oder gar keine Aufnahme findet, Gelegenheit bieten, ihren Körper auszubilden, ihr Rückgrat zu stählen, damit die gebeugte Ghettogestalt des Juden aus unserer Mitte verschwinde. Die bereits bestehende Jüdische Volksbibliothek soll ausgestaltet und erweitert, für die Verbreitung der Kenntnis jüdischer Sprache und Literatur in ausgiebiger Weise gesorgt, und der jüdischen Jugend Liebe und Treue zu unserem Volke durch aufklärende und belehrende Vorträge beigebracht werden. Trotz aller Anstrengung der hiesigen jüdischen Bürger reichen unsere Mittel leider noch immer nicht aus, den Bau auszuführen und wir wenden uns daher an weitere Kreise mit der Bitte, uns in diesem so wichtigen Werke unterstützen zu wollen. Jede Spende ist willkommen. Jedem Spender wird im goldenen Vereinsbuche ein ewiges Gedächtnissblatt gewidmet werden. Spender über 100 Kronen werden durch eine Gedenktafel im Volkshause geehrt. Geldsendungen bitten wir an Gebrüder Tartakower für „Jüdisches Volkshaus" gefl. zu übersenden. Mit vorzüglicher Hochachtung Baukomite des Jüdischen Volkshauses in Brody : Paul Braff Präses, Bernhard Balaban Vizepräses, Moses Tartakower Kassier, Moritz Tennenbaum Sekretär. Das Haus bleibt Eigentum des Jüdischen Nationalfonds. Versammlungen jüdischer Studenten Die „N. Fr. Pr." meldet vom 12. Februar: Auf Veranlassung eines Exekutivcomites der jüdischen Studenten Oesterreichs wurden gestern (Sonntag) in Wien, Prag, Brünn, Krakau, Lemberg und Czernowitz jüdische Studentenversammlungen abgehalten, welche über die Anerkennung der jüdischen Nationalität an den Hochschulen Oesterreichs berieten, und beschlossen, Memoranden den Rektoraten der betreffenden Hochschulen und gleichlautende Petitionen dem Ministerpräsidenten und dem Ministerium für Kultus und Unterricht zugehen zu lassen. In der Wiener Versammlung sprachen cand. jur. Fritz Löhner, Dr. J. Schalit und der czechisch-jüdische Student Luschitzky. Während der Rede des Letztgenannten kam es zu einem Tumult, so dass der Redner den Saal verlassen musste. Der I. Jüdische Turnverein in Wien veranstaltet am 21. Februar im Festsaale des Verbandsheimes, VI. Königseggane 10. einen Künstlerinnen-Abend. Deutschland Orient-Ferienkursus am städtischen Friedrichs-Polytechnikum zu Göthen 25. bis 28. April 1906 veranstaltet von der Kommissiom zur Erforschung Palästinas. Nähere Auskunft erteilt der Akademische Verein „Tchioh" in Cöthen, der auch Wohnungen nachweist, die Teilnehmer am Bahnhof empfängt etc. Die Lebensverhältnisse in Cöthen sind billig, die Eisenbahnverbindungen vorzüglich. Das Honorar beträgt 10 Mk. 1. Rektor Eberhardt, Zarrentin (Mecklenburg) 2 Std. Die Schulverhältnisse in Palästina. 2. Dr. L. Kahn, Wien 4 Std. Rechtliche Verhältnisse des türkischen Orients. 3. . A. Kaiser, Charlottenburg 2 Std. Die physischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Sinai. 4. Dr. A. Klee, Beriin 2 Std. Zur Staatsverfassung des osmanischen Reiches. 5. Dr. Franz Oppenheimer, Berlin 2 Std. Genossenschaftliche Kolonisation. 6. Said Ruete Berlin 2 Std. Die wirtschaftlich-politischen Verhältnisse in Babylonien (Süd-Mesopotanien). 7. Dr. A. Sandler, Breslau 5 Std. Die epidemischen und endemischen Seuchen des vorderasiatischen Orients. 8. Dr. S. Soskin, Berlin 4 Std. Palästina in wirtschaftlicher Beziehung. 9. Prof. Dr. O. Warburg, Berlin 4 Std. Kleinasien und Syrien als Kolonisationsgebiet." Stunde 8- 9 9— 10 10— 11 11— 12 4— 5 5— 6 6— 7 25. April Warburg Kahn Kaiser Oppenheimer Stundenplan: 26. April Warburg 27. April Soskin Kahn Kaiser Eberhardt Said Ruete Sandler 28. April Soskin Sandler Sandler Klee Am 18. Februar findet in Posen der erste Distriktstag des Gruppenverbandes Posen mit folgendem Programm statt: Vormittags 11 Uhr: Verhandlung. „Die Lage der Juden in der Ostmark41. Referent: Herr Dr. med. Kassel-Posen, Korreferent: Herr L. J. Bochner-Schönlanke. — Pause. — Gemeinsames Mittagessen. — Hierauf: Besuch der jüdischen Lesehalle. — Nachmittags 4 Uhr: Verhandlung. „Die gegenwärtige Lage im Zionismus* Referent: Herr Dr. med. Jeremias-Posen, Korreferent: Herr Dr. jur. Auerbach-Posen. „Agitation und Propaganda im Distrikt" Referent: Herr Lehrer J. Auerbach-Posen, Korreferent: Herr Alf. Salinger- Filehne. Abends 9 Uhr: Oeffentliche Versammlung. Verhandlungen und Mittagessen finden im Keiler'schen Hotel zum „Englischen Hofa, Krämerstrasse Nr. 18/19, statt. NACHRICHTEN RUSSLAND Neue Gefahren Odessa, 11. Februar. Die Juden von Odessa sind infolge von Gerüchten über bevorstehende Plünderungen wieder sehr aufgeregt. Das schwarze Hundert agitiert stark unter den aus der Mandschurei zurückkehrenden Soldaten. Man sucht den Soldaten einzureden, dass die Juden an allem Schuld seien. Der hiesigen Garnison ist unerhörterweise eingeschärft, auf Plünderer nicht zu schiessen. Jüdische nach dem Krieg der Reserve zugeteilte Soldaten meldeten der Obrigkeit die bevorstehenden Plünderungen, dadurch wurden die Tatsachen bekannt. Die Obrigkeit gab aber bisher nur schöne Worte zum Besten. Finden erneute Metzeleien statt, so steht somit die Mitschuld der Regierung ausser Zweifel. Kiew, 9. Februar. Ein jüdischer Arbeiter namens Sa slawsky, der während einei der letzten politischen Manifestationen einen Anschlag auf das Leben eines Polizisten verübt haben sollte, wurde, da keine Beweise vorlagen, und alle Augenzeugen das Attentat ableugneten, vom hiesigen Kreisgerichte freigesprochen und nur wegen Ruhestörung zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Das antisemitische offiziöse Blatt „Kiewljanin" brachte dann eine ganze Woche lang Artikel gegen dieses Urteil mit heftigen Hetzereien gegen die Juden, worauf Saslawsky dann wieder verhaftet und dem Gerichte, diesmal aber dem Kriegsgerichte übergeben wurde, das ihn nun zum Tode verurteilt hat. Die letzte Entscheidung hängt vom Generalgouverneur Suchomlinow ab, der den zum Tode Verurteilten zu Zwangsarbeit begnadigen kann. Suchomlinow, der einer der wenigen Generalgouverneure ist, welche die Rache der Revolutionäre nicht auf sich gezogen haben und der in Kiew sehr populär ist, hat bisher noch kein Todesurteil unterschrieben. Der Verteidiget des Angeklagten äusserte sich dahin, dass alle hiesigen Advokaten und Juristen fest davon überzeugt seien, dass Sasla vsky unschuldig sei und man nur die jüdische Bevölkerung noch mehr einschüchtern wolle. Mosyr, 12. Februar. Die jüdischen Einwohner von Mosyr leben in Angst und Furcht. Die Polizei benimmt sich provokatorisch. Vor einigen Tagen ereignete sich folgendes: Ein jüdischer Student

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