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Die Welt · 1906-02-16 · 7 (16.2.1906) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
10 (1906)
Issue
7 (16.2.1906)
Date
1906-02-16
Page
– (sequence 16)
Language
German
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18 <- Masik: DIEfflELT- No.7 Ja, ich seh', ich hab' mich ein wenig geirrt Ich trau' Euch zuviel, und hab Euch zuviel ins Geschält eingeweiht. Es ist mir sehr aufgefallen, dass Ihr vorhin so oft wiederholt habt: Mein Geld, meine Fabrik, mein Geschäft, ich werde sehen, ich werde anordnen — ich fürchte, Ihr spielt mir zuviel den Herrn. Herscheie: Ihr könnt ruhig sein: Ihr seid hier soviel Herr wie ich. Masik: Ihr sagt mir das aber nur, wenn wir allein sind. Aber wie werd' ich mich doch überzeugen können, dass Ihr Euch mir gegenüber wie ein ordentlicher Geschäftsmann benehmen werdet? Ich hab' mit Euch keinen schriftlichen Vertrag gemacht, weil Ihr mir so harmlos geschienen habt. Ich lach' zwar die harmlosen Leute aus, aber wer kann ihnen glauben? Ich fürchte nun, Ihr werdet mir doch zu gescheit. Und in der Knsse gibt's zuviel Bargeld. Herscheie: Nun, wenn Ihr mir nicht glaubt, so werden wir einen Vertrag machen. Meinetwegen sogar schon morgen. Masik: Morgen? Schönen Dank Euch! Ich hab' Angst. Ich werde die ganze Nacht nicht schlafen können. Ich hab da zugesehen, wie Ihr das Geld mit zuviel Behagen gezählt habt, als ob's ganz Euer^wär'! Herscheie: Also, was wollt Ihr? Masik: Ich will einfach die 75 000 Rubel einstweilen zu mir nehmen. Was liegt daran? Ihr habt mich ja mehr in der Hand. (Nähert sich der Kasse). Herscheie {wirft rasch alle Geldrollen in die Kasse und schliesst diese zu): Was? Eine solche Summe soll ich Euch ausliefern? Glaubt Ihr, ich bin von Sinnen? Masik: Warum hab' ich immer zu Euch ein noch grösseres Vertrauen gehabt? 0, jetzt seh' ich, mit wem ich's zu tun habe. Herscheie: Nun gut, von morgen an werdet Ihr mir nicht mehr glauben. Masik: Von morgen an? 0 nein! Morgen wird's vielleicht schon zu spät sein. Glaubt ja nicht, dass Ihr mich foppen werdet. Da seid Ihr an den Unrechten gekommen, Ihr Heiliger! Herscheie: Glaubt auch Ihr nicht, dass ich immer Euern Worten blind folgen werde! {Zittert vor Aufregung) Masik: 0, ich weiss! Ihr seid schon gewitzigt Auf meinen Schultern hinaufgestiegen! Herscheie: Wenn ich Euch nicht gefall', werdet Ihr mich nicht zum Brautführer bei Eurer Hochzeit nehmen. (Verschliesst die Kasse) Gute Nacht, ich geh' schlafen! Masik: Nein, Ihr irrt Euch, Ihr geht nicht schlafen! {Verstellt ihm den Weg) Ihr wollt mir kein Geld geben? So unterschreibt mir ein Papier, dass Ihr von mir zur Aufbewahrung 100000 Rubel genommen habt. Vielleicht bankerottiert Ihr oder .. . wer weiss, was, ... da kann ich Euch wenigstens ins Gefängnis setzen lassen. Schon stell' ich. das Papier aus, und Ihr werdet's unterschreiben! Herscheie: Aber seid doch nicht närrisch! Was heisstdas, ein Papier unterschreiben? Welches Papier? Masik: Was? Auch das nicht? Herscheie: Nein! Ihr habt zu mir so lang Vertrauen gehabt, werdet Ihr noch eine Nacht vertrauen müssen. Masik: Ich will nicht mehr! Ich bin nicht verpflichtet, Euch zu glauben. Gebt mir einen Wechsel oder Geld! Jetzt könnt Ihr einmal mir glauben. Herscheie: Ah, geht doch zu allen Teufeln! Wenn Ihr mir nicht glauben wollt, ist's mir auch recht. Ich geh! . . . Masik: Ich glaub' Euch nicht und' werd' Euch nicht gehen lassen. Ich glaub' nicht! Ich glaub' nicht! {Entreisst ihm den Schlüssel, läuft zur Kassey Herscheie schneidet ihm den Weg ab. Masik wirft ihn um, öffnet die Kasse, nimmt den Sack mit den Geldrollen heraus und will hinausstürzen) Her schele {ihm nachstürzend): Dieb! Mörder! Gauner! {Hält ihn fest) Ich werde Dich nicht lebend von hier hinauslassen. Her mit dem Geld! (Sie ringen miteinander. Masik reisst sich los, rennt zum Tisch, nimmt schnell den Korkenzieher an sich) Masik: Seht Ihr das Messer? Weg von mir! Ich steh jetzt für nichts ein! Herscheie {zittert am ganzen Leibe): 0, Du willst mich töten? Das Geld mit Gewalt nehmen? Drohst mit dem Messer wie ein Räuber? Her mit dem Geld! Her mit dem Geld! {Entreisst ihm den Korkenzieher, sie ringen mit einander wie Wahnsinnige, fallen auf den Boden. Herscheie sticht Masik mit dem Korkenzieher in den Hals und schreit): Früher wirst Du sterben, eh' Du mein Geld nehmen wirst. Es ist mein Geld! Mein Geld! {Ein ganzer Pack Geldrollen fällt auf den Boden. Ereide und Leiser stürzen ins Zimmer) Fr ei de: Weh mir! Was ist hier geschehen? Herscheie (sammelt die Geldrollen auf dem Boden, geberdet sich wie ein Verrückter): Mein Geld, mein Geld, mein Geld! (Ende des dritten Aktes.)

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