Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 10 (1906)
- Issue
- 3 (19.1.1906)
- Date
- 1906-01-19
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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No.3 DIE^ELT- 15 für eine sehr bedeutende Bevölkerung Raum bieten wird. Hier ist also ein Punkt, wo wir, wenn die Territorialisten wollen, unsere Kräfte vereinigen können. Wir Zionisten können eine solche Form des Territorialismus akzeptieren, da sie augenscheinlich sich mit dem Zinnismus vereinigen lässt oder zu ihm führen könnte, obgleich es natürlich manche Territorialisten gibt, die nicht gesonnen sind, über den territorialistischen Teil des Planes hinaus Hülfe zu leisten. Diese Form des Territorialismus könnte nicht für eine neue Form des Zionismus gehalten werden und würde auch keine Feindschaft für den Zionismus mit sich bringen. Vor allen Dingen würde sie dem jüdischen Volke manche Dienste leisten, und ich halte es für ebenso sicher, dass jenes Gebiet für unser Volk Anziehungskraft besitzen würde und dass die Niederlassung auf diese Weise des wichtigsten Elementes für den Erfolg sicher sein dürfte. Und, meine Damen und Herren, es ist aussichtslos, zu hoffen, dass diejenigen, die den Brief Lord Rothschilds unterzeichneten, auch in ihrem Plane ein solches Gebiet finden und es für geeignet für die Auswanderung halten würden: Eine Auswanderung nach einem Lande in der Nähe von Palästina, mit jüdischer Selbstregierung, würde den heutigen jüdischen Auswanderungen sehr wenig gleichen. __ THE JEWISH DEFENSE ASSOCIATION (Jüdische Schutz-Organisation) r-Vbgesehen von der grossangelegten Hilfsaktion, die nach den Oktober-Pogromen in Amerika einsetzte, hat man auch sofort eine Institution ins Leben gerufen, deren Zweck in ihrem leitenden Satze dahin formuliert ist, dass die „Jewish Defense Asssociaton", begründet von Mitgliedern zahlreicher jüdischer Organisationen, üherall dort zum Schutz und zur Verteidigung einzutreten hat, wo das jüdische Volk in seinen Rechten oder an Leib und Leben bedroht ist. In diesem Sinne hat die „Jewish Defense Association" in Amerika Sammlungen eingeleitet, um den russischen Juden die Möglichkeit zu geben, „sich gegen Mordbanden zu verteidigen"« Zu den grossartigsten Kundgebungen der „Jewish Defense Association", an deren Spitze unser Freund Dr. Leon Magnes steht, gehörte wohl der Massen-Umzug, den sie im Dezember v. 2. in New-York veranstaltet hat und von dem wir oben eine photographische Aufnahme bringen. Ein Riesenzug von etwa 150000 Personen, jüdischen Männern, Frauen und Kindern, zog unter den Klängen einer ernsten Musik, mit wehenden Zionsbannern, weissblauen Fahnen und jüdischen Abzeichen durch die Strassen, die zu beiden Seiten von ungezählten Tausenden eingesäumt waren. Der Eindruck auf die Zuschauer war ein unvergesslicher. Sie harrten stundenlang aus, um den mehrere Meilen langen Zug an sich vorbeiziehen zu lassen. Nach dem Umzug fanden Gedenkgottesdienste und Versammlungen statt, die alle eine gleichlautende flammende Resolution gegen die Massacres und für den Selbstschutz der Juden annahmen.