Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 38 (22.9.1905)
- Date
- 1905-09-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316128-3316171--47338-3342534- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 4 „bie & weit Nr. 38 schuldigen und zu gleicher Zeit den Anwesenden mein Bedauern aussprechen, dass es mir nicht vergönnt gewesen, unsere Aktionäre auf dieser Generalversammlung zu begrüssen. Ich höre mit grossem Bedauern, dass der stellvertretende Vorsitzende des, Direktoriums Herr j. H. Kann aus Haag auch behindert ist, auf dieser Versammlung anwesend zu sein. Ich bin gänzlich überzeugt, dass der Vorsitz der Versammlung, falls er von unserem Kollegen Mr. J. Coweri, dem einzigen in London anwesenden Direktor, übernommen wird, in guten Händen ist. Ich erlaube mir, dem aufrichtigen Wunsch Ausdruck zu geben, dass das Resultat der Beratungen auf dieser Versammlung für unser Institut recht nutzbringend ausfallen möge. Hochachtungsvoll gez. Dr. N. Katze nelsohn. Dieser Brief trägt das Datum des 30. August 1905 — gestern. Nun, meine Herren, laut unseren Statuten müssen, falls der Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Direktoriunis nicht anwesend sind, die Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilnehmen, einen der anwesenden Direktoren oder Aufsichtsräte der Gesellschaft zum Vorsitzenden der Versammlung wählen. Die Herreu, welche den Vorsitz auf dieser Versammlung zu führen berechtigt sind, sind Mr. Cowen und Mr. Moser. Ks ist Ihnen jetzt überlassen, Ihre Anträge zu stellen. Aus dem Wahlgange schreitet Herr Josef Co wen als Vorsitzender hervor. Herr Josef C o w e n übernahm nun den Vorsitz und sagte: Meine Herren, mit Ihrer Einwilligung beantrage ich, dass wir die Versammlung jetzt nach dem Cannon Street Hotel, wo wir einen Saal gernietet haben, vertagen. Dort werden Sie alle bequemer Platz finden können. Ich bitte, dies gefälligst formell vorzuschlagen und zu unterstützen. Heri' (iinsher g schlug vor und Herr S. Lennox L ö w e unterstützte den Vorschlag, die Sitzung nach dem Cannon Street Hotel zu vertagen. Der V o r s i t z e n d e: Alle, welche für die sofortige Vertagung der Versammlung sind, bitte die Hand zu erheben. (Alle.) Ist jemand dagegen? Nun, wir werden die Versammlung im Cannon Street Hotel in einem Zimmer, welches für uns reserviert ist, um halb 4 Uhr wieder eröffnen. Ks ist jetzt viertel vier. Cannon Street Hotel, Zimmer K. Hierauf 'wurde die Versammlung nach Cannon Street Hotel vertagt. Um 3 Uhr 30 Minuten. Der Vorsitzende: Meine Herren, ich fordere den Sekretär nunmehr auf, die Bekanntmachung bezüglich der Einberufung dieser Versammlung zu verlesen. Der Sekretär verlas nun die in den Zeitungen erschienene Bekanntmachung. Der Vorsitze u d e: Ich, fordere den Sekretär nun auf, das Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung, welche am L August in Basel stattgefunden hat, zu verlesen. Während allgemeiner Unruhe und mehrfach vorgebrachten Wünschen, von der Verlesung abzustehen, beantragt Herr J. 11. Löw e., dass das Protokoll als gelesen betrachtet werde. Der V o r s i t z e n d e: Ein Gegenantrag ist unzulässig. Sie können einfach gegen die Resolution) des Herrn Löwe stimmen. Herr Löwe beantragt, dass das Protokoll ais gelesen betrachtet werde. Bezüglich dieses Vorschlages wünsche ich zu sagen, dass nach meiner Meinung diese Versammlung, welche wir abhalten, eine sehr wichtige ist, ebenso als die, welche am L August abgehalten wurde, und die Verhandlungen, welche auf diesen Versammlungen stattfinden, auch von der grössten Wichtigkeit sind. Der Sekretär ist demnach meines Erachtens nach mehr als berechtigt, alles Vorgefallene niederzuschreiben und nicht einzelne Vorfälle herauszunehmen; wäre anders verfahren worden, so hättenvielleicht gerade die Herren, welche hier so darauf dringen, die Angelegenheiten schleunigst zu erledigen, das Protokoll beanständet, weil sie dann zu sagen berechtigt gewesen wären, dass. nur einzelne Vorfälle berichtet worden sind, und das Protokoll daher nicht ein wahrer und ausführlicher Bericht über die stattgefundene Versammlung sei. Nun werde ich den Vorschlag, dass das Protokoll als gelesen betrachtet werde, zur Abstimmung bringen. Der Vorsitzende, erklärte:, dass laut Abstimmung der Antrag des Herrn Löwe abgelehnt worden ist. Der Sekretär1 verlas das Protokoll -unter dauernder Unruhe nun weiter. Inzwischen ruft Herr B entwich: Ich bitte um Entschuldigung. Dies ist ein ganz ausser gewöhn lieh es Verfahren. Sie verletzen Ihre Amtspflichten. Dr. Max Bernstein: Ich würde um die Meinung der Sollizitators der Gesellschaft bitten, ob dies ein Protokoll ist oder nicht. Der Vorsitzende: Wir müssen das Protokoll verlesen, wir haben kein anderes Protokoll. Herr J. Moser: Ich will eine Frage betreffs der Geschäftsordnung stellen. Wir haben hier dieses Verbat im Protokoll. Wird auch von den Verhandlungen dieser Versammlung ein Verbat im Protokoll aufgenommen? Das möchte ich gerne wissen. Herr Kopolowitch: Es gibt nichts anderes als einen stenographischen Bericht bezüglich delr Verhandlungen de/r Versammlung. Herr Kopolowitch: Wir verlassen uns auf die stenographischen Berichte und auf nichts anderes. Ein Aktion ä-r: Wie oft werden Sie diese Unterbrechungen gestatten? Der V orsitze nde: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass diejenigen, welche die Verhandlungen auf dieser Versammlung am meisten zu beschleunigen wünschen, ihr Möglichstes tun, dieselben zu verzögern. Der Sekretär würde sicherlich längst fertig gewesen sein, wenn er nicht von zwei oder drei Herren, und alle, wie es scheint, derselben Ansicht, beständig unterbrochen werden wäre. Der Sekretär fährt mit dem Verlesen des Protokollen fort und beendigt dasselbe. Der V o r sitzen d e: Meine Herren, Sie haben das Protokoll verlesen gehört. Alle diejenigen, welche dafür sind, dass das Protokoll richtig ist, bitte die Hand zu erheben. Nach erfolgter Abstimmung erklärt der Vorsitzende das Protokoll als angenommen, worauf er sagt: Der Sekretär wird nun die Korrespondenz verlesen. Herr Shapiro: Ich wünsche noch eine Frage zu steilem Ich möchte gerne wissen, wie die Gründer-Aktionäre gestimmt haben. Der Vorsitzende: Es war erwähnt, dass die Gründer-Aktionäre für die Resolutionen! gestimmt haben. Herr Bentwich: Bezüglich der Gründer-Aktien möchte ich fragen, ob dieselben auf dieser Versammlung vertreten sind. Der Vorsitzende: Wenn Sie uns gestatten wollen, die Korrespondenz zu verlesen — Herr Bentwich: Wenn Sie mir nicht eine Antwort geben werden, so werde ich die Vertagung der Versammlung beantragen. (Unruhe.) Ich beantrage die Vertagung der Versammlung. Der Vorsitzende: Ich werde das nicht annehmen; ich werde davon .keine Notiz nehmen. (Zum Sekretär:) Bitte, lesen Sie die Korrespondenz. Der Sekretär: Ich habe hier ein Telegramm, das wir gestern von Herrn Temkin empfangen haben. Dieser Herr ist einer von denjenigen, welche zu den Bevollmächtigten der Gründer-Aktionäre ernannt worden sind. Dieses Telegramm ist von Calais und lautet wie folgt: „Wegen Herzkrankheit