Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1905-12-29 · 52 (29.12.1905) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
52 (29.12.1905)
Date
1905-12-29
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3316128-3316185--47635-3342516
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

Nr. 52 „bi* & weit" Seite 9 Die Eröffnungsfeier der neuen „Jüdischen Toynbeehalle".; . XX„ Othmargasse 46. Unter grosser Beteiligung fand Samstag den 16. Dezember die Eröffnung der neuen Lokalitäten der jüdischen Toynbeehalle statt. Fast 300 Personen füllten den geräumigen Vortragssaal. Von Ehrengästen waren erschienen: Der Vizepräsident der israelitischen Kultus gemeinde Dr. Gustav Röhn, die Kultusvorsteher Prof. Dr.. Ehrmann und Prokurist Horner, die Rabbiner Dr. David und Dr. Grunwald, die Präsidenten der israelitischen Humanitätsvereine „Bnei-'Brith" Wien und „Eintracht", Dr. Edmund Kahn und Dozent Dr. J. Zappert, Prot. Dr. L. Königstein, die Vorstandsmitglieder des Vereines für unentgeltlichen Arbeitsnachweis Herr A. Winterberg, Dr. Knöpfmacher und Herr Em. Schnabel, Vorsitzender des Fünfhauser Lokalkomitees der „Toynbeehalle**, u. v. a. Nach Absingung des „Ma Towu" (Musik von S. Sulzer) durch Herrn Kantor Don Fuchs mit einem Männerquartett und Knabenchor mit Harmoniumbegleitung begrüsste der Obmann der „Toynbeehalle" Dr. J. Samucly die Anwesenden mit warmen Worten und bat um fernere. Mitwirkung bei der beabsichtigten Ausgestaltung und Erweiterung der „Toynbeehalle", die am Tage in naher Zukunft als. „Kinderhort" für schulpflichtige arme Kinder benützt werden soll. So möge allmählich aus den kleinen Anfängen der ersten „Toynbeehalle"' ein wahres jüdisches Volksheim entstehen. Der Vizepräsident der israelitischen Kultusgemeinde Dr. Gustav Kohn dankte für die der Kultusgemeinde gezollte Anerkennung, würdigte die unvergänglichen Verdienste, welche sich Professor Kellner durch die Begründung, die derzeitige Leitung, durch den Ausbau und die Erhaltung dieser ethischen, veredelnd und erziehend wirkenden Institution erworben, -und wünschte der „Toynbeehalle" ferneres Wachsen und Gedeihen. Nun folgte ein Konzert, das die Klaviervirtuosin Helene Larnpl mit .dem Vortrage von Moszkowskis Konzertetude und dem Scherzo von Brüll begann. Frau Juliette Kaufmann rezitierte nun einige Dichtungen und Kantor Don Fuchs brachte drei Opernarien zum Vortrage. Den zweiten Teil des Programmes bestritt die Virtuosenfamilie Tscharnawsky aus Odessa, der 13]ährige Violinvirtuose Leo, der 11jährige Jano (Klavier) und der 8jährige Cellovirtuose Mischa Tscharnawsky. Den würdigen Abschluss der schönen Feier bildete der von Herrn Kantor Don Fuchs mit dem Tempelchore unter Leitung des trefflichen Dirigenten Isidor Port gesungene „Adon Olom". Jede einzelne Vortragsnummer des Programmes wurde stürmisch akkiarniert. Nach Schluss des Konzertes erfolgte die Besichtigung der Nebenräume, der Küche, der Garderoben, Künstlerzimmer usw. Vortrags p r o g r a m m. Freitag, 29. Dezember: „Josef und Juda Makkabi". (Bibelvortrag..) Herr H. Löw-Vogl. Samstag, 30. Dezember: Konzert. Sonntag, 31. Dezember: „Ueber Bienenzucht". Herr Dr. J. Sarnuely. Montag, 1. Jänner 1906: „Ueber Wahlsysteme" (II.) Herr Dr. j. Jerusalem. Dienstag, 2. Jänner: Literarischer Abend. Mittwoch, 3. Jänner: „Die Lehre vom Menschen". (III.) Herr Prof. Dr. Jos. Pollak. Donnerstag, 4. Jänner: „Belohnung und Strafe als Erziehungsmittel". Herr Dr. Isidor Lederer. Freitag, 5. Jänner: Bibelvortrag. Samstag, 6. Jänner: Konzert. Am Samstag den 23. Dezember d. J. fand in der Toynbeehalle ein Konzert statt, dessen glänzendes Programm von den Herren Mendelewitsch aus Odessa (Klavier), Professor Pollak aus Genf (Violine). Salo Lemberger (Gesang) und Frl.. Ilona Engel (Deklamation) bestritten! wurde. Die Vortragenden ernteten für ihre vorzüglichen Darbietungen lebhaftesten Beifall und jede einzelne Programmnurnrner musste durch Zugaben bereichert werden. — Sonntag, den 24. d. M„ nachmittags, fand eine Kinder j a. u s e. verbunden mit einer Chanuka- Feier .statt. 250 der ärmsten Kinder wurden festlich bewirtet und jedes einzelne mit Spielwaren beschenkt. Der Vortrag eines Begriissungsgedichtes, die Absingung einiger Lieder und die Aufführung eines Theaterstückes durch Kinder erregten hellen Jubel. Herr Karl Ehrenfest hielt dann die Chanuka-Rede und entzündete die Lichter. 4Mb8i>e. (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Tempelverein des XIII. Bezirkes der Stadt Wien. Die satzunersmässige 3. Generalversammlung findet am 10. Jänner 1906, */29 Uhr abends im Ottakringer Bräu, XiII/2 Auhofstrasse statt. Tagesordnung : 1, Rechen Schafts- und Kassabericht. 2. Neuwahl von 3 Ausschussmitgliedern und 3 Ausschuss-Stellvertretern und 1 Revisor auf ein Jahr. 3. Eventualia. Jüdischer Büdungsverein „Raschi", Wien, IX., Glaser-, gasse 24. Die Lehrkurse dieses Vereines beginnen Dienstag den 2. Jänner 1906 und .finden regelmässig statt: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 8—9 Uhr abends im Vereinslokale, IX., Glasergasse 24, 1. Stock, wo auch die bedeutendsten. Zeitschriften und Journale aufliegen. Beitrittserklärungen der ordentlichen Mitglieder ('Monatsbeitrag; 60 h) und der Gönner (Jahresbeitrag K 10.—) sind an obige Vereinsadresse zu richten. Gäste sind willkommen. Das Hilfswerk. Paris, 21. Dezember. Die „Alliance Israelite Universelle überwies dem Russo-.Jewish Committee in Londond 500 000 Mark für die Hilfskomitees in Russland. PeiiiSionsinhaber Johann Plotzki in Meran wünscht einen verwaisten russischen Knaben im Alter von 3—4 Jahren au Kindesstatt anzunehmen. Kossow. Der letzte Bericht „Kossow" in der „Weif* ist dahin zu ergänzen, dass aus der Mitte des Vereinsausscluisses vier Mitglieder zu Spcndcnsammlungcn für die Verunglückten gewählt wurden, und zwar N. Schnapf, S. A. Häusler, S. H >- rowitz und A. liillinanu. Im Berichte wurde irrtümlich S. A Häusler ausgelassen, Chanuka-Festgottesdienst. Der Teiupclverein des 13. Bezirkes der Stadt Wien veranstaltete am 23. Dezember um halb 5 Uhr nachmittags einen Festgottesdienst für jung und alt, der dadurch seine besondere Weihe erhielt, dass Herr R a bb i n e r Dr, Max G r u nwal d hierbei zum ersten Male vor diesem Teile seiner Gemeinde erschien. Auch der Obmann der Bezirkskommission für die Bezirke XII—XV, Herr Samuel M o h r, beehrte den jungen Verein mit seiner Gegenwart. Die kantoralen Funktionen versah der Vereinskantor Herr Gotthold F r i e d 1 ä n d e r, unterstützt von einem Männerquartett, in ausgezeichneter Weise. Den Mittelpunkt des Gottesdienstes bildete die grossangelegte, eindrucksvollst vorgetragene Predigt des Herrn Dr. Max Grunwald. Er ermunterte zur Festigung des jüdischen Sinnes und übte eine nachhaltige, grosse Wirkung. Fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum. Am 6. Jänner 19ü6 begeht der Oberkantor der türkischen Israelitengemeinde in Wien, Herr Jakob Bauer, das Jubiläum seiner 25jährigen Amtstätigkeit in, dieser Gemeinde. Oberkantor Bauer gilt als •einer der hervorragendsten Interpreten des Synagogengesaiiges und als Reformator der gottesdieustlich-gesaiiglichen Liturgie, wie sie im Prachttempel der türkischen Gemeinde in Wien und in anderen modernen sephardischen Gemeinden geübt wird. Auch auf dem Gebiete der kantoralen Organisation hat Oberkantor Bauer Bedeutsames und Gemeinnütziges geschaffen. Im Jahre 1881 gründete er die „Oesterr.-ungar. KaiitorcnzeituiiE" und gab die erste Anregung zur Gründung des Oesterr.-ungar. Kautorenvereines", einer zum Wohle berufsunfähiger Kollegen sowie der Witwen und Waisen derselben überaus segensreich wirkenden Organisation, welcher Oberkantor Bauer als erster Vizepräsident angehört. Auch gründete er die erste „Kantorcn- Bildungsanstalt" in Wien, in welcher eine grosse Anzahl Schüler zu Kantoren herangebildet wurden. Oberkantor Bauer ist in allen Kreisen sehr beliebt und geachtet. Wien. Seminar des Vereines zionistischer Hochschüler „Theodor HerzP in Wien, VIII. Langegasse 14. Das Programm unseres Seminars für die Zeit vom 28. Dezember bis 5. Jänner ist folgendes: Freitag: Jüdische Geschichte. Ref. Bb. Schapira. Samsiag: Vorlesungen aus der hebräi sehen und jüdischen Literatur. Montag: Jakob Dinesohn, IL Ref. Bb. Goldhammer. Dienstag: A. Mapu, Ref. Bb. Lilien. Mittwoch : Biblische Vorträge, L Die Formen der biblischen Poesie, Ref. Herr Schriftsteller M. Berkowicz. Freitag : Geschichte des Zionismus, Ref. Bb. Michael Kohn. Die Vorträge beginnen präzise 8 Uhr abends und sind jedermann zugänglich. Wien. („Zuflucht".) Die Akademie dieses Vereines findet am 6. Jänner 1906 im grossen Musikvereinssaale statt. Ihre Mitwirkung haben zugesagt: K. k. Kammersängerin Frl. S.clma Kurz, Violin-Virtuosin Frau Rosa 'Hochmann, Frl. Tini Senders vom k. k. Hofburgtheater, k. k. Kammersäuger Leo Slezak, k. k. Kammersänger Willi Hesch, k. k. Hoiburgschauspieler Otto Tressler, Klaviervirtuose Richard Ooldschmidt, Baclirich-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.