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Die Welt · 1905-12-22 · 51 (22.12.1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
51 (22.12.1905)
Date
1905-12-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 „bi* & weit11 Nr. 51 Gros^staate. Oder ist eine andere Bedeutung in unserer enormen Außwaoidererbewegung? Wir zahlen für unsere Annen so viel, als ein mittlerer Staat aus seinen Eisenbahnen Einkommen bezieht — kurz und gut, unser Dr. Ruppin könnte mit der iinlwiclerleglichen Sprache der Ziffern spielend beweisen, dass wir schon längst wirtechaf tlich das Budget eines Jxidenstäate« haben. Der vielgehasste, vielw-rdammte, vielverlachte Judenstaat besteht schon längst, nur dass er zu sehr auseinandergezogen ist, um jenen herrlichen Aufschwung zu nehmen, der ihm gewiss beschieden wäre, wenn die Juden, in einem Lande geschlossen, die unermüdlichen und tyrannischen Störer ihrer Entwicklung abschütteln könnten. Xun ist aber auch der letzte Beweis Für die Existenz dieses Staates angetreten worden, Wir Judenbrigade die Antwort. Keine Redefigur ist „Brigadfe". In mehr als vierzig Städten wütete der Pogrom, in jeder warfen sich unsere jungen Makkabäer der Uebermacht entgegen —* wir haben in unserem letzten Kriege wohl mehr als zwei Regimenter in der Stärke der allgemeinen europäischen ins Feld gestellt. Dass diese existieren und so kämpfen, wie sie es tun, N ist ein starker, ist ein erhebender Trost, eine Feuersäule in der Nacht unserer Wüste. Denn einer Jugend, die ihr Judentum und ihr Volk unter solchen Bedingungen, in solcher Art verteidigt, darf man die Zukunft wohl überlassen. Sie wird wohl auch ihren Weg im Frieden mit Kraft, Mut und Grösse zu finden wissen. Ihr [leldemstolz wird sie es verschmähen lassen, an fremder Tatfei auf einen gnädig gewährten Anteil zuwarten, ihreTatr**-* **** TL . 3» fzt^ ^^^3 V7 *r** y.*:f*2>4?%fr' Getötete Streiter unserer Selbstwehr auf jdem Hofe des jüdisehen Krankenhauses in Odessa dm müssen für uns selbst, für unsere eigenen Zwecke, aus unseren, eigenen Reihen Militär aufbieten, wohl nicht uniformiertes, aber von glühender Liebe einheitlich kommandiertes, nach einem einheitlichen Plan operierendes Militär. Die russische Selbstwehr ist. die Armee des Judenstaates in Europa! Eine verhältnismässig stattliche Armee, die über jedes Lob ihrer Bra.vour erhaben ist. Welch einen Schritt hat unsere Geschichte nicht in den letzten zehn Jahren mit wahren Siebenrneilen stiefeln zurückgelegt! Pamphlete und Gelächter der auf Liberalismus emgesehwoicuen Juden begrüssten den jungen Zionismus, und nun geben die Salven aus den Schusswaffen der jüdischen- Hblkraft wird auch dann zutage treten, wenn die Feindschaft der Verhältnisse im Frieden, wenn die Schaffung der [leiniat Makkabäer der Arbeit erfordern wird. Vorderhand liegen sie noch im Felde. Von Zeit zu Zeit klingt es noch von ihren Scharmützeln herüber, von Zeit zu Zeit erfahren wir, dass an den Toren der Judenstadt schon lange nicht mehr die Feigheit wacht. Sie haben nun das Kecht, kategorisch von uns zu verlangen, dass wir sie im Kampf auf Leben und Tod wenigstens mit den notwendigen Mitteln unterstützen, d'a wir ihnen schon nicht unsere Person zur Verfügung stellen können. Jeder Jude, der fällt, weil ihm unsere Knauserei nicht die nötigen Schutz warfen gaib, ist der brennendste und beschämendste Vorwurf für uns. Wenn

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