Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 49 (8.12.1905)
- Date
- 1905-12-08
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Se te 12 „bi* & Weit jNr, 49 gepaart mit unverfälschter Gefühlstiefe und echter seelischer Vornehmheit brachten ihm allseitige Anerkennung und erwarben seinem Lebensideal, dem Zionismus die weiteste Entwickluügsmöglichkeit, In später Nachtstunde erlag er Samstag den 19. November im 32. Lebensjahr einer schweren Halskrankheit, nachdem er die qualvollsten Schmerzen ertragen und die kurz vor seinem Tode an ihm vorgenommene Operation wirkungslos verlaufen war. Eine vieltausendköpfige Mengj folgte seiner Bahre. Die ihm nahestanden beweinen in dem Verblichenen einen edlen Freund und Kameraden. nas:n Jüdischer Nationalfonds. Das goldene Buch. Verein „Herzl" in Port Skadowsk, Gouvernement Taurien . . . ..................... Rbl. Verein „Poalei Zion" in Resina, Gouvernement Bessarabien...................... t Verein „Bnei ZioniC in Resina, Gouv. Bessarabien Dr. Oser Kokesch, seh, Wien, durch die Mitglieder des engeren AkiionskomiteesbeiEröffnungder ersten Sitzung.................... g Mrs. Rebecca Zuckermann for 3 years diligent service for the cause .,by Bnotü Zion Association", Cape Tow . . .....,........ „ Professor Dr. Otto Warburg, Präsident der Palästinakommission duich, „Chowewei Zion David", Bukarest.................. Lei Zum Andenken ihres unvergesslichen B. C. Josef Reitmann sei., durch Akademische Verbindung rBar Kochba", Tarnopol ....... K Dr. Oser Kokesch sei., Wien, durch Teilzahlungen in der „Welt".............. „ Dr. Abraham Salz, Tarnow, durch Teilzahlungen in der „Welt"................... 95.- 95.- 95.— 10.- 10 - 250.- 250.46 316.25 253.23 fias der ftetfregtiog. Gedenket des Sshekeis I Voranzeigen. ßraila. (Comitetul Federatiunei Sioniste Diu Romania.) Das Komitee der r u rn ä n i s c h e n F e d e r a t i o n hat in seiner Sitzung vom 17. November die Einberufung des rumänischen Delegiertentages für den 25. und 26. ü e z e rn b e r alt e n Stils nach ü a 1 a t z beschlossen. Die Tagesordnung wurde iolgeiidcrmassen festgesetzt: 1. Eröffnung des Delegiertentages durch Rabbiner Dr. Nacht (Focsani). 2. Gedenkrede auf Dr. Iii. tierzl von (Name folgt). 3. Wahl des Präsidiums. 4. Wahl der Kommission für die Verifizierung der Mandate. 5. Rechenschaftsbericht des Fcderationskomitees: a) Allgemeiner Bericht ^, Sam. Pinelcs (Galatz); b) Bericht über Organisation und Pro-: paganda, Dr. Moscovitz (Braila); c) Bericht über Kassa und Administration, Dr. Helfant (Galatz); d) Bericht über den Nationalfonds, J. Schoenberg (Galatz). 6. Wahl der Kommission zur Verifizierung der Kasse. 7. Die Beschlüsse des VII. Kon-! gresses und die Aufgaben der Föderation zur Durchführung derselben. Referent M. FI. Schein (Galatz). 8. Bericht der Kultuskommission. Berichterstatter wird bekanntgegeben. 9. Organisation und Propaganda. Referent Dr. Niemirower (Jassy). 10. Unser Verhältnis zu den Organisationsbestrebungen der jüdischen Gemeinden in Rumänien. Ref. wird bekanntgegeben. 31. Wahl des neuen Federatioiiskomitees. 12. Fventualia. Als neuer Punkt dürfte noch die Diskussion über den Territorialisrnus auf die Tagesordnung gesetzt werden, da vor einigen Tagen ein Aufruf eines anonymen Zentralkomitees zum Anschluss an die „Ito" erschienen ist. Wien. Samstag. 9. d. M„ 7 Uhr abends, findet im Lokale des Vereines „Jchuda Halevy"\ IL, Untere Augartenstrasse 19, 11. Stiege, Mezzanin, ein Vortrag in hebräischer Sprache über „Chassidisnius" mit darauffolgender Diskussion in hebräischer Sprache statt. Referent lierr 1. Zwetschkenbaum. Gäste herzlichst willkommen. — Sonntag, 10. d. M., halb 4 Uhr nachmittags, findet im obenerwähnten Vereine ein Vortrag statt. Referent und Thema vorbehalten. Gäste herzlichst willkommen. Wien. (Akademische Verbindung ,,Kadimah'\) Mittwoch den 29. November hielt der A. FL der „Kadimah", Mathias Acher, in dieser Verbindung den III. Vortragsabend des Zyklus „Der Weg des Lebens. — Zur jüdischen Frage". Anschliessend an seinen III. Vortrag sprach Dr. N. Birnbaum über „Westjüdische Kulturprobleme", „Politische und wirtschaftliche Fragen" und über Massenwanderungen". Der Referent führte diese Fragen nicht, nur theoretisch aus, sondern suchte sie auch praktisch zu lösen und betonte mit rhetorischer Gewandtheit, dass er es für unbedingt notwendig erachte, dass die nationaleAutonomie der Juden als das zunächst zu erstrebende Ziel zu betrachten sei und er sich selbst für dieselbe mit aller Kraft einsetzen werde. An die Ausführungen des Referenten schloss sich eine rege Diskussion, an der sich unter anderen Dr. Weisengrün, Dr. Kadisch, Dr. Littmaiin beteiligten. — Am 13. d. M. hält Dr. Kadis ch in der akademischen Verbindung „Kadimah" einen Vortrag. Thema: „Die Juden und das österreichische Problem". Ort: Cafe City, Porzellangasse. Beginn halb 9 Uhr. Gäste willkommen. Brünn. (J ü d. Verein jugendl. Arbeit e r, Ort sg r u p p e des Verba n d e s j ü d. Arbeiter und Ha ndelsa n gestellter „Poale Z i o n".) Die Vereinslokalitäten befinden sich ab 12. d. JVL im Neubaue Josefstadt 21. Die Mitglieder des Vereines gemessen: Konditionslosenunterstiitzung, Rechtschutz, Stellenvermittlung seitens des Verbandes. Weiters steht allen Mitgliedern,' eine Bibliothek sowie Zeitungen zur Verfügung. Jeden Samstag abends und Sonntag nachmittags finden Diskussionen und Vorträge statt. Am 10. Dezember d. J. findet die fünfjährige Gründungsfeier statt, und bemüht sich der Vergnügungsausschuss ein reichhaltiges Programm zu entfalten. Jüdische Handelsangestellten und Arbeiter tretet zahlreich in unsere Organisation! ein, sie ist die einzige, welche berufen ist, die; Interessen der jüd. Arbeiter und Handelsangestellten zu wahren! Berichte. Wien. Am 21. v. M. veranstaltete der Verein „Fünfhaus4' des „Zion" eine sehr gut besuchte Versammlung im Hotel Fuchs, in welcher Herr Baron von Ungern-Sternberg einen höchst interessanten Vortrag über „Die Juden in Russland" hielt. Der Redner schilderte die Entwicklung der Judennot in Russland bis zu den letzten blutigen Ereignissen, welche er als die Folge der obrigkeitlichen Hetzen bezeichnete. Nach dem Referenten sprach der Vorsitzende Herr Dr. Krenberger über die dringende Notwendigkeit, sich dem Zionismus anzuschliessen. Lebhafte Ueebrraschung rief hierauf das Bekenntnis des Herrn Sekretär Fleischer hervor, dass er sich endlich angesichts der Greuel in Russland zur Erkenntnis der jüdischnationalen Idee durchgerungen habe. In trefflichen, vom Beifall oft unterbrochenen Worten schilderte er, welchen Eindruck die Nachrichten der Massakers auf ihn gemacht hätten;, und wie er fühlte, dass es sich nicht um einen rein menschlichen Schmerz handelte, sondern dass sich sein nationales Gefühl regte; dass er da erst wusste, welche Bande ihn mit seinen unglücklichen Brüdern im fernen Osten verknüpften. Ferner sprachen noch Herr Dr. Kahn, Dr. Rotbblum und Dr. Kadisch, sowie Herr Mohr, welcher der Versammlung folgende einstimmig angenommene Resolution vorlegte: „Mit der unendlichen Klage um die grausam erschlagenen Juden und der schärfsten Anklage ■gegen die Urheber dieses Massakers verbinden die heute den 121.' November 1905 im Hotel Fuchs Versammelten die Aufforderung an alle Juden, der zionistischen Organisation beizutreten, da diese Selbsthilfe, Selbstschutz und ein eigenes Land für die Juden erstrebt, somit die durch Jahrtausende entbehrte Heimat bringen will." Zum Schlüsse wurde für die Opfer gesammelt. F. E. Wien. „Bar Kochba". Ausschuss: Obmann Doktor med. J. Spinner, Vizepräsident Insr. S. Löchner, Schriftführer üharm. M. Oberweger und jur. G. Daniel, Kassier jor. O. Reich. Wien. („J e h u d a Hai e v y".) Samstag den 25. d. M. hielt Herr Albachary die Fortsetzung seiner Rede über „Eindrücke seiner Palästinareise'. (Beifall) Sonntag dem 26. v. M. 4 Uhr nachmittags sprach phil. Karniol über „Die jüdische Lage" und forderte die Zuhörer unter lebhaftem Beifall zur positiven Gegenwartsarbeit auf. Lebhafte Diskussion über die Stellungnahme der Zionisten zum allgemeinen Wahlrecht, die über drei Stunden dauerte. Wien. (Literarischer Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria".) Sonntag den 26. November d. J. veranstaltete die „Moria" den ersten diesjährigen literarischen Nachmittag. Denselben leitete die Präsidentin Frl. Berta Herrmann mit einem herzlichen Willkommen an die Erschienenen und unter Hinweis auf die Vorgänge in Russland mit einem warmen Appell an die jüdischen Mädchen ein. Hierauf ergriff der Referent Herr Dr. Egon Michael Zweig das Wort zu seinem Vortrage: „Die russischen Judenmassakers, ihre Folgen und ihre Lehren'4. Der treffliche Vortrag erntete wohlverdienten Beifall. Th. B.