Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 49 (8.12.1905)
- Date
- 1905-12-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 49 „bit * Welt" Seite 11 nicht, einen Monat lang, und zwar vom 1. Jänner ab, seiner Trauer über die russischen Vorkommnisse dadurch Ausdruck gebe, dass er sich vom Besuche von Theatern, Konzerten und sonstigen Vergnügungen strengstens fernhält. Bei dem starken Kontingent, welches unsere Stammesgenossen zu dem Publikum dieser Veranstaltungen stellen, kann eine derartige Kundgebung nicht unbemerkt bleiben und wird ihren Zweck gewiss nicht verfehlen. Wenn ausserdem noch das Geld, das jeder hierdurch spart, zur Unterstützung der Hinterbliebenen der Opfer und vor allem zur Unterstützung der organisierten jüdischen Selbstverteidigung verwendet wird, so wird die Kundgebung eine um so eindringlichere Sprache reden. Falls Sie, wie wir nicht zweifeln, unseren Vorschlag billigen, so bitten wir Sie, denselben in Ihrem Blatte zu veröffentlichen und nach Kräften zu unterstützen! und ihm gleichzeitig, sei es durch Mitteilung an das Aktionskomitee und an andere Ihnen geeignet erscheinende Stellen, die größtmögliche und rascheste Verbreitung zu gehen. Besonders wertvoll wäre es. den Vorschlag wenn möglich noch rechtzeitig n:udi Amerika gelangen zu lassen. Zu Ihrer Information fügen, wir hinzu, dass wir selbst unseren: Vorschlag gleichzeitig an Herrn A. Ravenna (Fcrrara) für die italienische Föderation, an die ,.Jüdische Presse" (Berlin), ,,Israelit" (Mainz), ..Frankfurter Jüdisches Farnilicnblatt" und „Jewish World ' (London) mitteilen. j Mit vorzüglicher Hochachtung Emma D e s s a u - Q o i t e i n. Prof. B. Dessau. P e rugia (Italien), Universitä. Sj4 jj, 5^ Mähriscli-schlesisches Distriktskomitee. P r o s s n i t z, im Dezember 1905. Verehrter Herr Gesinnungsgenosse! Der seinerzeit in Prossnitz abgehaltene Distrikts-', tag hat einstimmig beschlossen, die keinem zionistischen Vereine angehörigen Schekelzahler des Distriktes in einer freien zionistischen Vereinigung zu sammeln, ohne sie einem Vereinszwange zu unterwerfen und ohne von ihnen andere Opfer zu verlangen, als die vom Kongress und österreichischen Zionistentage vorgeschriebene Entrichtung des Schekels und der Partei- Steuer. Diese freie zionistische Verewigung, die weder mit dem Wesen noch mit den Aeusserlichkeiten. eines Vereines etwas gemein hat, mithin weder Statute-n besitzt noch Mitgliedsbeiträge einhebt, hat lediglich den Zweck, die Orientierung über den Stand der Organisation in Mühren und Schlesien zu erleichtern und es dem Distriktskomifee dadurch zu ermöglichen, behufs Propaganda und Agitation in engere Fühlung mit den Schekelzahlern zu treten, sie soll aber auch gleichzeitig den nichtinkorDorierten Zionisten Gelegenheit geben, Einfluss auf die Beschlüsse des Distriktstages und auf die Zusammensetzung der Distriktsleitung zu erhalten. Indem wir Euer Wohlgeboren ersuchen, die Partcistci'er uro 1905/6 im Betrage von einer Krane auf mitfolgendem Fr-i lagschein einzahlen' zu wollen, erlauben wir uns. Ihnen weiters' mitzuteilen, dass der Distriktstag die Wiedereinsetzung eines Distrikts^omitc^s vornehmlich zu dem Zwecke beschlossen hat, um die Basis der zionistischen Organisation dos Bezirkes zu verbreitern und so eine intensivere Prooaeanda der zionistischen Idee zu ermöglichen. Wir hoffen, d^ss Euer Wohl^borci unseren Arbeitern vorkommenden Falles Ihre werte Unterstützung nicht versac^u werden und zeichnen mit dein Ausdrucke vorzüglichster Hochachtung Für d?s mährisch-schlesische Distriktskomitee: Salonion S t e c k 1 e r. Friedrich L ö w. * * * Aufruf! Wir drücken hiermit der in den Ah wehrvereinen nrcranisiVrten kämpfenden Juerend uns^rp xQymrdhipn aus. Wir bedan^rn ps. nicht zusammen mit ihnen für unser Volk kämpfen und hinten zu könren. nnd prachten qls unsere heiligste Pflicht, wenigstens indirekt für die Ermöfirlichung weiterer Organisationen derartiger Vereinifirunsren und für die Unterstützung der Beschädigten und Verfolgten unter den tapferen Kämpfern nach Möglichkeit beizusteuern, und schicken zu diesem Zwecke 50 Kronen, Da wir der Ueberzeugung sind, dass die organisierte Abwehr und Selbstverteidigung die würdigste Reaktion auf derartige^ Exzesse und daher die höchste Autgabe der gesamten Judenheit ist, und da wir feiner der Ueberzeugung sind, dass die jüdische Jugend in Russland dieseAufgabe inder tapfersten und würdigsten Art erfüllt hat, so gestatten wir uus, den Aufruf -an die gesamte nationalgesinnte jüdische Jugend ergehen zu lassen, diesem unserem Beispiele durch die Einsendung von Beiträgen ausschliesslich für die organisierte, kämpfende Jugend und durch die Kundgebung ihrer brüderlichen Sympathien und dankbaren Anerkennung Folge zu leisten." Die zionistischen Mittelschüler in Bielitz. Anregung zum Beschaffen eines Teiles der Hilfsmittel zur Unterstützung: unserer unglücklichen Glaubensbrüder in Russland. Ich gestatte mir zu diesem Zwecke folgenden Vorschlag in Anregung zu bringen. Wolle ein jeder der Herren Autoren jüdischer Werke eine Anzahl ihrer Werke dem Hilfskomitee gratis zur Verfügung stellen, die von demselben um die Hälfte oder um den dritten Teil des Ladenpreises an alle Besteller zu (huistcn unserer russischen ülaubensbrii-dcr veräussert werden. Angezeigt wäre vielleicht als Sammelstelle eine der israelitischen Vereinigungen: Bund, Union etc. in Wien. Die Herren Redakteure der in Wien erscheinenden jüdischen Zeitungen werden sicherlich in ihrem bewährten Streben zur Forderung alles Edlen die Güte haben, die Liste der an die Sammelstelle übersandten Bücher und. deren Preise dem Lesepiihl'kuni in ihren Blättern zu bieten, Nikolsburg, 4. Dezember .19« »5. Dr. M. Lewin, Rabbiner. * * Berichtigung;*. Die Resolution über das Duell am Lcmbcrger (zionistischeu Studententag lautete: ..Der Studententag bedauert, [dass die Verhältnisse in d. er a k a d c mische n .! ue n d sich so gestalten, dass S t r e i t i g k c i t e n noch d. u r c h Z w e i k ä m p f e erledigt w e r d e n und ^drückt -den Wunsch aus. dass in der Zukunft Streitigkeiten. |\v e n n m ö g 1 i c h, f r i e d 1 i c h erledigt werden." Verbindung ,Emunalr\ ' Die jüd.-akad.-techn. Verbindung „Barissia" ersucht uns »n Aufnahme folgender Zeilen: „In einem jüdischen Blatte sind dieser Tage zwei Berichte erschienen, welche auf die am 19. November in Prag vom Vereine jüdischer Hochschüler ..B tr- Kochba", dem Jüdischen Volksverein; und dem Vereine ,.Eraternitas" abgehaltene Protestversammlung Bezug nahmen und denen zu entnehmen war, dass eine Prager studentische Vereinigung an dieser Versammlung nicht teilnahm. Da sich dies nur auf die Verbindung ,,Barissia" beziehen kann, so sei hi-nnit festgestellt, dass sämtliche aktiven Mitglieder der Verhindim/j; in der Versammlung erschienen waren, mithin also die bezü"-- lichcn Angaben unrichtig sind. Herzog, Präses, Sztcucel, Schriftführer.'' Sehr geehrte Redaktion! Wir bitten um Aufnahme folgender Notiz: Ein russischer Auswanderer, der sich auf dem Wege von Amerika nach seiner f 'Heimat befand, ist auf der Fahrt zwischen Hamburg und Eydt- •' kühnen, verschollen. Die betrübten Eltern bitten, ihnen Nacljricht zu geben von ihrem Sohne, der vielleicht infolge einer Geistesstörung den Zug Ha min Vg-Eydtkuhnen verlassen haben und seit dieser Zeit umherirren mag. Signalement: Leib Brot, früher wohnhaft im Städtchen Beresino, Gouv. Minsk, Kreis Igurnen, Russland. Alter: 22 Jahre; Wuchs: mittclhocli; Körperbau: schlank und hager; Haar: dunkelblond; Augen: blau; Hautfarbe: weiss: Sprache: Jargon; er ist talmudkundi.^ und verstellt die althebräische Sprache in Vollkommenheit", spricht auch etwas Englisch. Gütige Mitteilungen bitten wir an das unterzeichnete Bureau gelangen zu lassen. Zentralbureau für jüdische Aisswanderungsangelegenheiteu .___ Berlin, Lützowstrasse 8. Todesfall. rEiner der eifrigsten und entschiedensten Vorkämnfar der jüdisch-territorialistischen Organisation Herr I. Chazan, Mitglied des terriioriali^tischen Zentralkomitees ist in der Vollblüte seines Löbens in Warschau verschieden. Der Verblichene erfreute sich grosser Beliebtheit. Früh widmete er seine reiche Tatkraft der zionistischen Bewegung, für deren Verbreitung und Vertiefung er unausgesetzt mit ungewöhnlichem Erfolge wirkte. Seine allgemein bewunderte Khetorik, seine originelle und klare Denkweise