Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 43 (27.10.1905)
- Date
- 1905-10-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 48 „51* # Welt" Seite 11 betreffen., an Herrn Dr. Egon Zweig, Wien, VIII., Wickemburggasse 26, der die Geschäfte für die Zeit übernommen hat, zu richten. Für die N.-F.-Kommissioa: fieinr. K o 11 i n e r. Sehr geehrte Redaktion! Bitte höflichst in Ihrer werten Zeitschrift mitteilen zu wollen, -dass. ich seit dem .1 Oktober a. S. nicht mehr zu den Mitarbeitern der Zeitung „Der Weg" zähle. Dr. Isidor E 1 i a s c h o f i (Baal-Machschowe). * # * Budapest, 17. Oktober 1905. Verehrliche Redaktion der „Weit" Wien, IX., Türkenstr. 9. Wie Ihnen bekannt, organisierten wir im März d. J. die erste israelitische Gesellschaftsreise nach dem Heiligen Lande, an welcher sich zahlreiche hervorragende Vertreter des Judentums aller Herren Länder beteiligten. Diese erste Gesellschaftsreise hatte, wie übrigens die jüdischen Zeitungen hierüber seinerzeit ausführlich berichteten, einen glänzenden ethischen und moralischen Erfolg zu verzeichnen gehabt, was wir zum nicht geringen Teile der selbstlosen Mitwirkung der jüdischen Presse vercLanken. In weiterer Folge davon gingen uns .aus allen Kreisen der j jüdischen Gesellschaft Briefe zu, in weichen wir ersucht ' werden, eine zweite Gesellschaftsreise nach Palästina zu ver-i anstalten, die Institution der jüdischen Gesellschaftsreisen nachj dem gelobten Land überhaupt zu stabilisieren. | Wir erlauben uns nun, Ihre tatkräftige Unterstützung im " Interesse der jüdischnationalen Sache in; Anspruch zu nehmen und zu bitten, uns bei der Propaganda dieser dae gesamte Judenheit lebhaft interessierenden Reise Beistand zu leihen. Wir senden jedem zu diesem Behufe Prospekte. Auf Wunsch und je nach Bedarf lassen wir Ihnen gerne weitere Prospekte zugehen. Mit jüdischem Brudergrusse hochachtend Das Komitee der zweiten jüdischen Gesellschaftsreise nach Palästina. * * Jüdische Bewohner Wiens! Wie bedauerlich ist es, dass in der Stadt, welche ■.-llgemein als Zentrum des Zionismus galt, das Niveau der jüdischen Kultur so erschreckend niedrig steht! Ein verschwindender Bruchteil der hervorragenden jüdischen Einwohnerzahl Wiens kennt alle Werte, diedas Judentum geschaffen hat, und bis heute ist noch nichts zur Verbesserung dieses Zustandes geschehen. Wir müssen doch endlich einsehen, dass wir die unserem Volkstum Entfremdeten nur durch Verbreitung der hebräischen Sprache wieder zurückführen können, dass es nur durch sie möglich ist, in ihnen das Nationalge'ühl zu erwecken und sie mit dem Geist und dem innerlichen Werdegang des jüdischen Volkes und der Literatur seiner modernen Renaissance vertraut zu machen. Darum hat sich ein Komitee gebildet, welches es sich zur Aufgabe gemacht hat, hebräische Kurse für Kinder und Erwachsene beiderlei Geschlechts zu gründen, Sie werden von bewährtem Pädagogen nach der Berlltz- Methode (^zvz rr^i^ geleitet. Näheres über den Beginn der Kurse, den Monatsbeitrag und dergl. werden die Plakate mitteilen. Das Komitee für hebräische Kurse in Wien. * * * Jüdische Volks-Universität. Sonntag den 29. Oktober, halb 3 Uhr nachmittags, findet in der „Jüdischen Volksuniversität in Paris, rue de Jarente 8, ein Examen der Schüler der hebräisch-nationalen Schule „Ivria* statt. Das Examen besteht aus Lesen, Schreiben, Singen und Erzählen kleiner Geschichten in hebräischer Sprache. Ihr Erscheinen haben zugesagt: der Präsident der Pariser zionistischen Föderation und die Vorsteher der jüdischen Gemeinde. Die Eltern von schulbesuchenden Kindern werden besonders eingeladen. * * * Verehrliche Redaktion! Ein gewisser Dr. Rabinowitz, angeblich Rabbiner und Sohn des Schriftstellers Schefer. brandschatzt .seit einiger Zeit die jüdischen. Wohltätigkeitsanstalten, namentlich im Osten. Rabinowitz ist ein raffinierter Schwindler. Briefe, die er vorzeigt, z. B. von Sokolow, Warschau, sind gefälscht. Rabinowitz ist mittelgross, hat ein breites Gesicht, grosse Nase, kleinen) schwarzen Schnurbart, ist im übrigen glatt rasiert, hat schwarzes Haar, trat ein goldenes Pincenez und zwei glänzende Ringe. Alter zirka 25 Jahre. Er gibt an, wegen politischer Verbrechen aus Russland geflohen zu sein. Alle seine Angaben beruhen auf Unwahrheit. Mit vorzüglicher Hochachtung Schutzkomitee f. durchreisende russ. Juden in Königsberg i. Pr. ftus der )$e\&egüf)£- Sedenko! de» Sankels! |j Herzibund der jüdischen Jugend Deutschlands. Die „Judische Kuudschau" veröffentlicht einen an die jüdische Jugend gerichteten Aufruf, der die erfolgte Gründung eines Herzlbuudes ankündigt. Strengste Neutralität gegenüber allen politischen Strömungen innerhalb des Zionismus wahrend, will der Herzlbuud*) die gesamte jüdische Jugend Deutschlands für den zionistischen FreineiisgeuALiken organisieren, ibre nationaljüdische Arbeit zielbewusst und durchgreifend ausgestalten. Eine Gründung also, die alle Sympathien und werktätigste Förderung verdient! Eine purtitive Tat, eine Oiganisation der zukunftsfreudigen Jugend im Volke! Trotz aller Krisen, die uusere Einheit bediohen und in unser zionistisches Lager zeitweilig Verwirrung bringen — die Zukunft gehört uns, wenn die Jugend unverdrossen um da« blau weisse Banner sich schart und arbeitafroh dem Zionismus lebt. Das Arbeitsprogramm des Herzibundes zeigt am beuten, welch ernsten jüdischen Zwecken er dienen will: „DerHerzlbund will den Zionismus unter der jüd.seilen Jugend vei breiten und bei seinen Mitgliedern festigen und starken. Er will dahin wi*ken, dass die jüdische Jugend sich positives jüdiaches Wissen erwirbt." Die Detailliei ung des Frogrammes für die Tätigkeit des Verbandes, der ihm angehörenden Vereinigungen und Einzelmitglieder ist in ihrem stufenweisen Aufbau systematischer Propaganda und Erziehungsarbeit mustergültig und bei energischer Durchführung ist diesen voller Erfolg gesichert. Ordentliches Mitglied kann jeder jüdische Vereiu werden und jeder Jude im Alter bis zu 30 Jahren, der sich verpflichtet, den Zionismus nach Kräften zu pflegen und unter der jüdischen Jugend zu verbreiten. Ausserordentliches Mitglied kann jeder Jude werden. Hinzugefügt sei, dass der Aulruf die Unterschriften unserer hervorragendsten reichsdeutschen (Gesinnungsgenossen trägt, wie Wolffsohn, ßodenheimer, Dr. Handtke u. a. Zu begrüssen ist auch, dass durch den Herzlbund „Unsere Hoffnung", oie leider in zionistischen Kreiden zu wenig unterstützte und gewürdigte Wieuer Monatsschrift, wesentlich gestärkt und verbreitet werden wird. Sowohl sie als auch der Herzlbund, dessen offizielles Verbandsorgan sie werden wird, gehören zu unseren wichtigsten und wirkungsvollsten Agitatiousmitteln. Der neuen Gründung ist bester Erfolg und energischeste Unterstützung innigst zu wünschen! Wien. Sonntag den 29. d. um 4 Uhr nachmittags findet die diesjährige ordeutiiehe Generalversammlung des Mädchen- und Frauenvereines „Krankenbesuch (Bikur chaulino)" im Silzungssaale 1., Seitenstettengasse 4, statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang wird die Ansprache halten, sodann erfolgt der Jahres- und Kassabericht, Vorschläge und Vorstandswahl. *) Alle Zuschriften sind zu richten an die Adresse; Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstrause 23.