Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 43 (27.10.1905)
- Date
- 1905-10-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 „bie # Weit11 Nr. 43 Zusammenwirken verschiedenartiger jüdischer Kreise auf dieser Grundlage würde ich als einen segensreichen Fortschritt betrachten, in der Hoffnung, dass alle diese. Kreise auf der Suche nach einem Territorium schliesslich zu der Ueberzeugung kommen werden, dass für die politische Lösung der Judenfrage nur ein einziges Territorium in Frage kommen kann, nämlich Palästina. Wenn die Gruppe der politischen Zionisten es bis dahin erreicht hat, die Führung in die Lage zu setzen, sich mit der territorialistischen Organisation zu verständigen, so würde ich es nicht für ausgeschlossen halten, dass die Jasager des siebenten Kongresses auf dem Wege nach einem Territoriuni Palästina gewinnen, so wie die Jasager des sechsten Kongresses in der Lage waren, auf dem Wege nach Palästina „Uganda' zu erlangen. Im übrigen beziehe ich auf rneim an Herrn Zangwiil gerichtetes Schreiben vom 11. Oktober, das wohl auch publiziert werden wird, und auf den Inhalt meines Aufrufes. Miit Zionsgruss Ihr ergebener Dr. Bodenh eime r. Vom Bezalel. Am 8. Oktober hat sich der „Bezahl", Komitee für Entwicklung von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina, definitiv konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dr. 0. Warburg, zum stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Paul Nathan, zum Schatzmeister Berthold Israel gewählt. Dem Komitee gehören ferner an: James Simon, Dr. E. Mittwoch, Dr. S. Soskin, Fabriksbesitzer S. Hepner, Dr. H. Hildesheimer, Dir. P. Lewy in Fa. Gladenbeck & Sohn, Dr. F. Oppenheimer, Prof. Dr. M. Philippson, Dr. P. Schottländer. Den künstlerischen Beirat bilden: J. Bodenstein, Jozef Izraels, Max Liebermann, E. M. Lilien, H. Struck. Es wurde beschlossen, die Schule mit Beginn des Jahres 1906 zu eröffnen, zu welchem Zwecke der Bildhauer Professor Boris Schatz und der Maler E. M. Lilien sich demnächst nach Palästina begeben werden. Eine Anzahl Schüler hat sich bereits angemeldet und es werden noch weitere Anmeldungen entgegengenoimmen. Der Unterricht in der Kunstgewerbeschule „Bezalel44 in Jerusalem findet völlig unentgeltlich statt. Auch das für den Unterricht nötige Material (Papier, Farben und der gl.) erhalten die Schüler kostenlos. Es werden von den Schülern bei dem Wettbewerbe keine fertig ausgeführten Werke verlangt, sondern irgend welche Arbeiten überhaupt, aus denen man ein Urteil über ihre künstlerische Veranlagung gewinnen kann. Bevorzugt bei der Aufnahme werden Schüler, welche Mittel zum Lebensunterhalt haben. Es können jedoch auch solche aufgenommen werden, welche keine Mittel besitze):, wenn sie sich durch besondere Begabung auszeichnen. Es ist deshalb sehr erwünscht, dass dem Komitee Mittel zur Bildung eines entsprechenden Stipendienfonds zur Verfügung gestellt werden. (fribftiK* (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Da mit Ende dieses Monats eine grosse Anzahl von Abonnements abläuft, ^wird um rechtzeitige Erneuerung ersucht, damit iv der Zusendung des Blattes keine Unterbrechung eintrete. Wiederholt machen wir aufmerksam, dass Geldbeträge aus Russland (bis zu Rubel 100.—) am besten mit Postanweisung eingesendet werden können. Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende (Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken gespendet: Wien: E. und H. Müller, Ohne Namen, Fr. Flora Bronner, Julius Reichsfeld, Anna Reichsfeld, Frl. A. Schöathal, Frl. Fr. Guttmann, t^cho. A. Feiuer, Jos. Pollak, J. GewLtsch, cami. priil. J. Alkalay, Dr. D. Feiler, „Bar Kochba". Saloniki: Kaalried. Teplitz: Zionist. Mittelschüler. Eger: Käthe Zuckermann. Posslovitz: Fräul. Paula Strauss. Napagedl: Norbert Reichsfeld. B istritz: A. Kohn. B i ü ii n : Frl. Gr. Fiuss. Kremser: Fräulein R. E^er, „Ossia", ^ymn. P. Knöpfeimacher. Ortsstempel unleserlich: Jü i.-akadem. Verein „Makknbäa", Fräulein Cäcilie Oczeivt, O/me Namen. Prag: M. Lo^vy. ßolechow: S. EUendmann („Chowewe Zion"). Suczawa: Ch. Sundriecz juii. Straikowo: Frl. R. Nelken durch L. Kohn, M. u. S. Kempe. Tri est: J. S. Morpurgo. Klosterneuburg: M. Weinberger. Schömberg: J, S. LafVr. Koiomea: „Zire Zion", Lodz: „Wschöl". Chrzanöw: M. Klein. Holleschau: techn. J. Deutsch. Allen Spendern besten Dank und Zionsgruss! D i e Phila t eli e - A b t e ilu n g der Nationalfondskommission. * * * Briefkasten der Philatelie-Abteilung Kanfried, Saloniki. Besten Daiik uud Zionsgruss. Frl. Grete Fluss, Brunn. Für Ihre schöne Sendung herzlichstem Dd.uk. Frl. K., Eger, „Ossid^, gymn P. Knöpfelmacher, Kremsier. Herzlicnsten DauK. * * Jüdische Frauen und Mädchen! Der Winter, diese Jahreszeit* so geeignet für frisches und fröhliches Schaffen, ist nicht mehr fern, und euch, jüdischen, Frauen und Mädchen, eröffnet sich ein reiches Arbeitsfeld! Gilt es doch nichts Geringeres, als das Heil des jüdischen Volkes, und ihr alle könnt dazu beitragen, indem ihr die Bestrebungen des Zionismus unterstützt, seine Ziele zu fördern sucht. Den Einwand: „Was kann ich Einzelne der grossen Gesamtheit helfen?'4 lassen wir nicht gelten. Leistet jeder nur etwas Gutes, und sei es auch noch so wenig, so ergibt sich doch ein nutzbringendes Ganzes daraus! Aus einzelnen, Tropfen setzt sich der befruchtende Regen zusammen. Darum, jüdische Frauen und Mädchen, besucht unsere Versammlungen, nehmt teil an unseren Diskussionsahenden, an unseren Kursen für jüdische Literatur und Geschichte, und wem die Gabe der zündenden Rede verliehen, der entflamme durch Halten von Vorträgen die Begeisterung für unsere gute Sache! Kann es ein edleres und vornehmeres Ziel für das jüdische Weib geben, als den jüdischen Geist wieder in die Familie zu tragen und eine Stütze des Judentums zu sein? Darum, jüdische Frauen und Mädchen, unterstützt uns in unserem Bestreben, in die jungen Merzen unserer Kinder den jüdischnationalen Gedanken und die Liebe zu unserem Volk ins Herz zu pflanzen. Lehrt unsere Jugend die Grösse, die Schönheit und Bedeutung des Judentums verstehen! Jüdische Frauen und Mädchen,! Tretet ein in unsere Reihen! Reicht uns die Hand zu gemeinsamem, freudigem Wirken! Kämpft mit uns Schulter an Schulter! Ein schöner Erfolg wird uns dann sicher sein! Jüdischnationale Frauenvereinigung, Berlin. Anfragen und Anmeldungen sind zu richten an: Fräulein Adele Alfeld, Berlin, Jerusalemerstrasse 44/45; Frau Lina Wagner-Tauber, Prenzlauer Allee 9. * * * Mitteilungen der N.-F.-Kommission. Da ich für längere Zeit von Wien abwesend sein werde, sind alle Sendungen, Briefe etc., die den N.-F. in Oesterreich