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Die Welt · 1905-10-27 · 43 (27.10.1905) · page 5

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
43 (27.10.1905)
Date
1905-10-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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h:h ivqffm ji^e^; j§ieu$^ Keit. Wenn die' sclhwpi^en, schlummern;^ie jjud^' ^^•riie^as,' t^VSt^.'%wß&- Hätten sie ^aucl^:V%U^% '^.f^ie^£ieTclass,', die, Wirtschaftliche, 'ruhige, '^r^a^kpit; ihrer. $ei%äte viel! Bedeutung^ i|t und!r^tl(^;a^eitei tilg; vielen prüder wissen davon zu erzählen, ,sic^-; ^Cftim ifla^hen Lande kaum mehr halten könnend Der Auszug aus dem ägyptischensagen. Unser wirt^chäftikliiels ^lafeäü ^#ie «^dä^rHÖIgo- * lands. Alle1 Tag§trägt 'di£Brandung' des Jüd&rihä£s£s ein Stückchen dävfcn wegr? hlänehe Stürmflut eine 'gänÄe Ecke und klas eine Frage der Zeit. ' •< :.--r-' Wäs werden die Jud£ü dä^eg^ri tun?- Wä^ sie eben müssen, werden die alten Politiker sägen. Uebersetzt heisst das: schreien und dulden. Sie werden sich in dem Masse einschränken, als sie eiiig,es!chränkt werden. Und sollte es im Laufe der Zeit, Gott behüte, so weit kommen, wie in Rumänien pder sonstwo im Regierungsbezirk unseres Elends, so haben wir ja auch dafür alte, gute Rezepte. Dann wird mancher, wenn man's nicht mehr aushält, auszuwandern trachten, oder wird wenigstens die kräftigen Kinder in ein fremdes Land schicken. Nur dass dann die Juden weniger sein werden, welche die Auswanderung unterstützen und die fremden Länder nicht mehr so gut und gutmütig wie heute. Aber bereitet ja nichts vor, ihr Juden, so lange ihr noch Kraft habet und bleibt mir gewiss mit der zionistischen Utopie vom Leibe! J. U pf im ny. Der Wahlrechtskampf und die Juden. in*) Der bisherige Gang unserer Erwägung hat uns zu der Erkenntnis geführt, dass wir Juden vom allgemeinen Wahlrecht irgend eine Verbesserung unserer politischen und, gesellschaftliehen' Stellung nicht zu erwarten haben. Von keiner der Parteien, die durch die Reform des Wahlrechtes voraussichtlich eine Stärkung erfahren würden, haben wir uns einer wahrhaften Gerechtigkeit, einer echten demokratischen Vorurteilslosigkeit zu versehen. Und es bleibt somit, wenn wir der Reform vom Jüdischen Standpunkt unbedingt doch ein Lob nachsagen wollen, nur das eine übrig, zuzugeben, dass das allgemeine Wahlrecht auch einer, statistisch vorläufig noch nicht festgestellten Zahl von Juden das Recht der Beteiligung am politischen Leben verleihen wird. Ein mageres Lob, wenn wir die politischen Erfolge wägen, die den, schon bisher mit'";de"äi:V^ahlrephfausgerotteten Juden beschieden waren. Immerhin, , für einen Fanatiker der Zahl hat der Gedanke #n' eiijt;, p^r. tausend^ Jiidgnwahlzettel mehr doch etw^ / wenn yvit üns Jvq^ Kriterium ^aÜrephtes wenden. In jiid^hi besonders übel daran. Ich wage di# Bel^j?^ wenn J die Wählrephtsfeform.; ^'äu^hge|^t,.;;i$t* {vv | r d e n d i e Jude hei n gl e ic h e 's W äfrlr'e cht i m waKren S in n e od e s Wo rt e*s^ n i^3 frt -ha fre tu Hier der Nachweis, der siöh*5 auf eink MSere^ Tatsache deir Erfahrung stützt. ^rV^v:;-^ - •." Was heisst tö&ssgteiefees- W^Mrecht?-Bekättntlich sind gegenwärtig- -"die M -Kiässenf; die man Kurien nehnt, -gete^ *) Siehe vDia' WailtS; Nav M^mm M- *öin>? 1& :und 20. Oktober 1905. Seite 5 ,.B]ärger/Aerpn annähernd gleiche Steuerleistung der fiskalische Ausdruck gleicherpolitischer und wirtschaftlicher Interessen ist. Jede Kurie wählt eine bestimmte Anzahl von Abgeordneten. Natürlich ist aber die Zahl der den einzelnen Kurien angehörenden Wähler nicht gleich gross; die Kurie wird um so umfangreicher, je niedriger die Steuer ist, deren Leistung die Zugehörigkeit zu der betreffenden Kurie bestimmt. Aus der tefschiedeneh Grösse der Kurien, während die Anzahl därjeder Kurie zugewiesenen Abgeordneten der Kopfzahl der Wähler nicht entspricht, entspringt nun die ungerechte Ungleichheit des jetzt geltenden Wahlrechtes. Es ist eine Ungerechtigkeit, die sich sozusagen mathematisch formulieren lässt. Um in runden Zählen zu rechnen: wir hätten in einer Stadt 100 Wähler der höchstbesteuerten Kurie, 1000 Wähler einer niedriger besteuerten Kurie. Die hundert Wähler dürfen zur Vertretung ihrer Interessen einen Abgeordneten wählen, die tausend Wähler aber auch nur einen. Es wählt also der einzelne Wähler in der einen Kurie 7100 Abgeordneten, in der anderen aber bloss Viooo Abgeordneten. Je kleiner das Einkommen und infolgedessen die direkte Steuer des Wählers, desto kleiner sein Anteil an der parlamentarischen Vertretung seiner Interessen. Die Gerechtigkeit würde eher das Gegenteil verlangen.: je schutzbedürftiger einer ist, desto grösserer Schutz muss ihm zuteil werden. Die gegenwärtige Wahlordnung begnügt sich mit einer anderen Art von Gerechtigkeit» Die Tausend zusammen werden, verglichen mit den Hundert, ungenügend vertreten. Aber jeder einzelne von diesen Tausend wird genau so ungenügend vertreten wie der andere. Keiner von ihnen hat mehr als ein Tausendstel der vom Gesetze für das Tausend genügend erachteten Vertretung. Innerhalb der einzelnen Kurie herrscht die Gleichheit. Herrscht sie wirklich? Hat der Jude, der diesem Tausend angehört, wirklich auch nur das Tausendstel parlamentarischer Vertretung, das sein Nachbar hat? Unsere bisherige Erfahrung antwortet: Nein! Die Abgeordneten, die wir mit unseren Stimmen wählen helfen, gehören uns nur zum Teile, zu einem viel geringeren Teile, als dem Prozentsatz unserer Stimmen entspricht. Und selbst wo die Majorität der Wahlzettel von Juden abgegeben wird, ist das nicht anders. Ein paarmal im Jahre, wenn ein Ausweichen schon nicht mehr möglich ist, erheben sich „unsere" Abgeordneten und sprechen ein paar „flammende" Worte zur Verteidigung unserer Ehre, unserer Interessen. Nämlich, wenn es der Klub ihnen gestattet. Und er ist wirklich so gnädig, es ihnen hie und da zu gestatten. Dem Klub gebührt also dann die jüdische Dankbarkeit dafür, dass der mit jüdischen Stimmen gewählte Abgeordnete zu einem Zehntel, einem Hundertstel seines Abgeordnetenwesens die Interessen seiner jüdischen Mandanten vertritt. Das geschieht am grünen Holze des Interessenparlaments, dessen Mitglieder ängstlich bemüht sind, durch rücksichtslose Vertretung der berechtigten und zumal der unberechtigten Interessen ihrer Wähler sich in deren Gunst zu erhalten! Nur dann nicht, wenn cliese Wähler Juden, wenn diese Interessen judische Interessen sind. Denn in diesem Falle entdecken die Abgeordneten sofort ihr Herz für die sogenannten höheren, allgemeinen Interessen, die sie sonst, und ginge auch der Staat darüber zugrunde, dem kleinsten, dümmsten, unberechtigtesten Sonderinteresse einer Partei, einer Gruppe, einer Clique hintansetzen. Nur für jüdische Interessen: ist in diesem Parlament, das auf der Interessenvertretung aufgebaut ist, kein Platz i;iif $ #ert"

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