Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 41 (13.10.1905)
- Date
- 1905-10-13
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 41 „bie # weit11 Seite 11 Die Interessen und der Nutzen dieser Vereinigungen müssen zweierlei Art sein: int eil ektuelle oderp a ss i v e, das heisst jedes Mitglied des Cercles muss den Jargon erlernen und dessen Literatur studieren; all gern eine und aktive, das heisst die Vereinigung soll von anderwärts Jargonisten bringen oder mit der Zeit aus seinen eigenen Mitgliedern Jargonisten schaffen, welche imstande wären, zum Volke mit Erfolg zu sprechen. Mit der Zeit würde man auch eine Jargonbibliothek schaffen können — und weshalb sollten wir nicht auch das erzielen? — Und falls alle oder auch nur ein Teil dieser Cercles sich vereinigen, sich zentralisieren würden, könnten wir im Jargon populär arbeiten und Uebersetzungen aus dem Jargon ins Rumänische publizieren und so eine wahrhaft originelle Literatur der O Öffentlichkeit bekannt machen. Wir kennen eine Reihe von aufrichtigen Juden und guten Zionisten, welche derartige Unternehmungen gern unterstützen würden. Jedenfalls sollten alle Fortschritts- und Volksfreunde auf folgende drei Sachen ihre Aufmerksamkeit richten: 1. Eine ausserordentlich reiche und interessante, uns bis heute unbekannt gebliebene Literatur haben wir zu erforschen. 2. Es wäre ein Verbrechen, wenn wir nicht alles Mögliche täten, um uns dem Volke zu nähern, um es aus der Unwissenheit und Mutlosigkeit, in welcher es sich befindet, zu heben. 3. Alle diejenigen, welche etwas zu sagen haben und das Volk für ihre Ideen gewinnen wollen — und gerade die Zionisten sollen das beachten — werden mit ihren Plänen nur dann reüssieren, wenn sie zum Volk in seiner Sprache und seiner Art reden werden. M. Fainsilber-Russu. (Ins Deutsche übertragen von Ph. Rosenstein.) „BezaleK Kcnkurrenzausschreiben des „Bezalel". In der von dem unterzeichneten Komitee zur Begründung jüdischer Hausindustrie und Kunstgewerbe in Palästina „Beza-lel" unter Leitung von Prof. Boris Schatz im Laufe dieses Winters in J erus a I e rn zu errichtenden Kunstgewerbeschule gelangt die S t e 1 1. Ii n g e i n e s j ü d i s c h e u L e h rer für Zeichn e ii, Mal e n u n d. a n g e w andte Kunst mit 3000 Mark jährlichem Gehalt und einmaliger - Vergütung der Reisekosten mit 1000 Mark zur Besetzung. Der Kontrakt wird zunächst für ein Jahr geschlossen, doch ist nach Ablauf des ersten Jahres der Lehrer auf Wunsch der Gesellschaft verpflichtet, noch weitere zwei Jahre fn seinem Amte unter denselben Bedingungen zu verbleiben. Ein Atelier steht dem Lehrer zur Verfügung. Bewerber weiden ersucht: 1.■ Originalarbeiteu in Oelfarbe und Aktzeichnungen, eventl. dekorative Entwürfe, 2. einen kurzen Lebenslauf, 3. Reproduktionen ihrer Werke an L. M. L i 1 i e u. Berlin SW., Grossbeerenstrasse 69, spätestens bis zum 1. November 1905 portofrei zu senden. Lieber die Aufnahme entscheiden: Prof. Boris S c h a t z, Sofia; K. M. Lilie n, Berlin; Hermann Struck, Berlin; Ivan Merk w i t z k a, Direktor der Kunstschule in Sofia. Berlin, September 1905. Komitee des „B e z a 1 e 1". flMbäue. (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Berlin, Oktober 1905. Hierdurch ersuchen wir die österreichischen zionistischen Kommilitonen, die im Winter an einer deutschen Hochschule zu studieren beabsichtigen, um freundliche Angabe ihrer Adressen, damit wir mit ihnen in Fühlung treten können. Mit Zionsgruss: Die freie Verbindung „Hasmonaea" an der Universität Berlin. I. A.: stud. jur. Conrad Kaiser, Berlin. N., Brunnenstr. 192. Vorlesung. Der Hof- und Gerichtsadvokat Herr Doktor Philipp Meitner wird in einem ungefähr 8 Vorlesungen umfassenden Vortragszyklus Kants System der reinen Vernunft vollständig und gemeinverständlich darlegen. Die Vorträge, für die die .n.-ö. Advokatenkammer in dankenswerter Weise ihren Sitzungssaal zur Verfügung gestellt hat, werden ab 16. Oktober jeden Montag und Donnerstag von 7—8 Uhr unentgeltlich abgehalten. Schriftliche Anmeldungen wolle man an die n.-ö. Advokatenkammer, L, Rotenturmstrasse 13, oder an Herrn Dr. Philipp Meitner, L, Esslingg. 15, richten. Gäste willkommen. Berichtigung. Im Artikel „Ein zionistisches Sammelwerk in polnischer Sprache" Nr. 39 ist zu korrigieren: Sp. 12 Zeile \2: das sogenannte, lies: das genannte. — Sp. 13 Zeile 1: Thau,* lies: Thon. - Zeile 13 lies: nämlich über die Theorien usw. — Zeile 28 Jaadt, lies: Judt. -- 13 v. u.: vier Uebersetzungen, lies: mehrere Uebersetzungen. Personalnachricht. Wir erhalten folgende Nachricht über einen geschätzten und lieben Gesinnungsgenossen, zu der wir ihm herzlichst gratulieren : L i e s t a 1. Als Chef des hiesigen Telegraphen- und Telephonbureaus ist 'vom Bundesrate gewählt worden Herr M o r i t z Lev y von Aarburg, Telephongehilfe in Basel. -.....Hoffentlich wird der Bureauchef seine tüchtige zionistische Arbeit weiterleisten. Wien. Samstag den 14. ds., präzise halb 8 Uhr abends, findet im Versammlungssaale des Kongressbureaus IX.. Türkeustrasse 9, eine Generalversammlung der Vereine „Jüdischer Handeisangestellter" und ,, Allgemeiner jüdischerer heiter verehr mit folgender Tagesordnung statt: „Umwandlung dieser beiden Vereine in eine Ortsgruppe des Poale-Ziou-Verbandes". Die Mitglieder dieser Vereine und alle proletarischen Zionisten werden ersucht, zu dieser Versammlung zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Ausschluss. Achtung Die Nummer der Oesterreichischen Nationalfondskommission für den Postscheckverkehr ist 885067. Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien. Das Damenturnen hat am 20. September d. J. begonnen, und zwar wieder in denselben Zeiten wie im Vorjahre. Das Herrenturnen findet Montag und Donnerstag abends statt. Das Kinderturnen begann am 1. Oktober d. J. Auskünfte werden n-i den Turnabenden im Vereinslokale, Wien, L, Mölkerbastei 5. bereitwilligst erteilt. H«s de* J|eifreg(if)g Gedesnkot des SdaekeSs! Rundschreiben des Bevollmächtigten der zionistischen Vereine im Südwestgebiete Russlands. Der Generalbevollmächtigte der zionistischen Verbände und Vereine im Südwestgebiete Russlands hat an die ihm unterstehenden zionistischen Organisationen und alle Gesinnungsgenossen im Südwestrayon ein Zirkular gerichtet, welches ausführliche Daten über die Tätigkeit des jüngsten Kongresses und über die Arbeit, welche nunmehr in Angriff genommen werden solL enthält. Vor allem wendet sich das Zirkular gegen einige Anklagen, welche die Feinde des Zionismus gegen den Koni/ress erhoben haben. Es heisst da unter anderem : „1. Die Feinde des Zionismus sprechen eine Unwahrheit, wenn sie behaupten, dass in vielen Ortschaften ein Delegierter nicht von 200, sondern von 100 Schekelzahlern gewählt wurde. Die Wahlen wurden überall nach dem Muster der vorangegangenen Jahre vorgenommen und jeder Gruppe der Schekelzahler die Möglichkeit gegeben, einen Vertreter zu wählen. Niemand hat auch früher irgend welchen Protest gegen die Wahlen erhoben, und erst auf dem Kongress selbst versuchte eine Minderheit, diese Wahlen zu kompromittieren. Unser Gewissen ist aber rein; die Zusammensetzung des Kongresses war gesetzmässig. °2. Mehrere Vertreter der Presse haben gegen die £ione-Zion die Anklage