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Die Welt · 1905-10-06 · 40 (6.10.1905) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
40 (6.10.1905)
Date
1905-10-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 40 „bie # w^it" Seite 9 Aufruf! Seit 25 Jahren besteht in Jerusalem ein vom Oberrabbiner J. L. D i s k i n s. A. gestiftetes Waisenhaus, in welchem sich gegenwärtig über 230 Waisen befinden. Hunderte von airimen und verlassenen Waisen haben seither die Wohltätern dieser Anstalt in reichem Masse genossen, indem ,sie nicht allein in den jüdischen Lehrfächern unterwiesen, sondern auch je nach ihrer Anlage und Befähigung einem ernährenden Handwerke zugeführt wurden. Auf Anregung des dortigen Lehrers Herrn Israel Rubinstein, dler für das Institut in den 'grösseren Städten Europas Förderung und Unterstützung sticht, ist auch ini Wien unter Leitung des Gefertigten ein Komitee in Bildung begriffen, das die Aufgabe haben soll, das Waisenhaus stabil zu unterstützen und dessen segetnsreichies Wirken zu fördern. Im Cholhamod des bevorstehenden Sukkothfestes wird dje Konstituierung stattfinden und es haben bereits viele angesehene jüdische Bürger ihr Interesse kundgegeben und ihre Teilnahme versprochen. Im Namen dieses zu gründienden Komitees ergeht vorläufig die Bitte an alle unsere Brüder, die für unser heiliges Land und dessen Institutionen warm fühlen, in den bevorstehenden Feiertagen beim Aufrufen zun Thora dieses wichtigen Institutes zu gedenken und für dasselbe nach Kräften zu spenden. Anmeldungen und Auskünfte beim Leiter des Komitees: Rabbiner Dr. Feuchtwang, Wien, XVIII. * * * Wir ersuchen unsere geehrten Abonnenten, welche «mit der Einzahlung des Pränumerationsbetrages im Rückstände sind, um — _ rechtzeitige _ — Erneuerung, damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintrete,- Die Administration. |\us de* fteifrggüDg Gedenket des Schäkels! Schweizerischer Zianistenverband* Kundschreiben an die Zionistenvereine der Schweiz (Auszug). Sehr geehrte Gesinnungsgenossen! Der VII. Kongress hat ausser dem programmatischen Entscheid verschiedene erfreuliche Erscheinungen gebracht. Namentlich sind es die Arbeiten der Palästinakommissioii, welche die grösste Bedeutung verdienen. Sie lehren uns, dass in Palästina selbst und in dessen Nachbarländern mehr als genügend Arbeitsmöglichkeiten für die Kräfte der zionistischen Bewegung vorhanden sind. Die schon jetzt erzielten Erfolge dürfen als sehr befriedigende und vielversprechende bezeichnet werden, besonders wenn wir unsere noch sehr beschränkten; Mittel in Betracht ziehen. Auf die Vermehrung dieser Mittel, auf die Erhöhung der Zahl unserer Anhänger, auf die Stärkung unserer finanziellen Instrumente — Kolonialbank und Nationalfonds — ist deshalb das Augenmerk zu richten. Bei dieser Kleinarbeit, ohne welche die „grossen Errungenschaften" nicht erwartet werden dürfen, soll und muss jeder Zionist nach seinen besten Kräften mitwirken, und zwar sowohl durch Einzelagitation als auch durch zielbewusstes und eifriges Sammeln für den Nationalfonds. Wir ersuchen die Vereine, auf die bevorstehende Winterszeit hin, schon jetzt dafür Sorge zu tragen, dass den Verhärtnissen' angepasste Agitationsversarnrnlungen vorbereitet und durchgeführt werden. Die wichtigsten Beschlüsse des Kongresses, welche sowohl die Vereine als die Einzelzionisten betreffen, bringen wir nachstehend zur Kenntnis: Nationalfonds. 1. In jeder Ortschaft sollen Nationalfondskoinmissionen beziehungsweise Kommissionäre eingesetzt werden, welche für den Nationalfonds die erforderliche Arbeit zu leisten haben. 2. Jeder zionistische Verein ist verpflichtet, mindestens zwei Prozent der Einnahmen an Mitgliedsbeiträgen dem Nationalfonds abzuführen. 3. Es ist Pflicht eines jeden Zionisten, sich zugunsten des Nationalfonds selbst zu besteuern; selbst die Dürftigsten sollen im Laufe eines Jahres wenistens einen Franken dem Nationalfonds zuwenden. 4. Die zionistischen Organisationen haben dafür zu sorgen* dass Kultus vorstände und Rabbiner bei allen rituellen Anlässen Zuwendungen für den Nationalfonds veranlassen. 5. Es ist Pflicht eines jeden bemittelten Zionisten, in seinem Testamente den Nationalfonds zu bedenken. Oelbaumspenden (flerzlwald). Nach einem von Professor Warburg eingebrachten und vom Kongress angenommenen Vorschlage soll unserem unvergesslichen Führer Herzl auf historischem Boden in Palästina ein lebendes Denkmal in Form eines Oelbaumwaldes von 10 000 Bäumen gesetzt werden. Die Kosten sind auf 75 000 Frcs. veranschlagt und sollen von den einzelnen Vereinen aufgebracht werden. Wir erachten es als eine Ehrenpflicht für die in der Schweiz lebenden Zionisten, dafür zu sorgen, dass eine grössere Parzelle dieses für alle Zeiten geheiligten Haines aus „Schweizerbäumen4' bestehe und erwarten deshalb bestimmt, dass die grösseren Vereine für die Beibringung vom mindestens 10 bis 20, 'die kleineren Gruppen von 5 bis 10 Bäumen ä Frcs. 7.50 besorgt sein werden. Ganz speziell machen wir darauf aufmerksam, dass die bezüglichen künstlerisch ausgeführten Quittungen auf einen beliebigen Namen ausgestellt werden können. Bezalel. Unter dem Namen „Bezalel" hat sich eine Gesellschaft gegründet, welche unter den in Palästina lebenden Juden Hausindustrien, vorzüglich Schnitzereien und Teppichwebereien, einzuführen und dadurch das überaus schädliche und beschämende Schnorrer- und Chaluka-Unwesen beseitigen will. Der Kongress hat beschlossen, dieses Unternehmen nach Kräften zu unterstützen. Wir fordern deshalb die Vereine auf, dahin zu wirken, dass die bisher der Chaluka überwiesenen Beträge für „Bezalel" gestiftet werden. Denn Schaffung von Arbeitsgelegenheiten wird jedem echten Philanthropen die grössere Wohltat bedeuten als die Darreichung von Almosen, welche nicht selten geradezu reichen Leuten zufliessen, und welche das Berufsschnorrertum heranziiehten und aufrechterhalten!. K o 1 o n i a 1 b a n k. Die letzte Aktionärversanunluug hat für den Coupon Nr. 2 eine Dividende von 60 Cts. Prozent) festgesetzt. Wir sind zur Einlösung von Coupons, die womöglich in Kollektivsendungen eingeliefert werden sollen, gerne bereit. Wir benützen die Gelegenheit, Sie neuerdings zur Absetzung von Aktien der Jüdischem Kolonialbank dringend zu mahnen. Zum mindesten sollte jeder Zionist im Besitze einer oder mehrerer Aktien unserer Bank sein. Für jede Auskunft, für Vermittlung von Rednern sowie für Interventionen in allen zionistischen Angelegenheiten stehen wir stets gerne zur Verfügung der Vereine. Mit vorzüglicher Hochachtung und besten Zionsgrüssen Der Vorort des Schweizerischen Zionistenverbandes. Dr. Worms e r, Präsident. M. Lev y, Aktuar. Verein jüdischer Handeisangestellter! Samstag, den 7. d. M., präzise V28 Unr abends, findet im Kongress-Bureau die Generalversammlung mit der Tagesordnung: „Die Auflösung des Vereines" statt. Die Mitglieder werden hiermit ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Ausschluss. Göding. FerialVerbindung „Gamala". Cliargenwahlen : ing. S. Steinitz, Präses; ing. L. Brammer, Vizepräses: med. Jul. Samstag, Schriftführer. Bielitz. .,Hasehacharöffentliche Vereinsversammlnng. Delegierter Herr Dr. E. Margulies, Tepiitz-Schönau, Bericht. Referent rechtfertigte den Standpunkt der Majorität, der er selbst angehört. Diskussion. Resolution angenommen, in der die Versammlung ihrer Befriedigung darüber Ausdruck gibt, dass der Kongress des Baseler Programm unverändert erhalten und neu gefestigt hat. Der neuen Leitung wird das Vertrauen ausgesprochen. Nationalfondssammiung.

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