Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 flbi$ # W^It" Nr. 40 durch tatsächliche Unterlagen (Eisenbahnen, Zölle usw.) besser 'gesichert sind als durch die mehr oder minder bewiesene Kolonisationsfähigkeit des jüdischen Volkes. Die Schwierigkeit des Weges verkenne ich. nicht. Hat das jüdische Volk Männer, die uns bis ans Ende führen worden? Ich glaube es, wie ich an die Lebens- und Regenerationsfähigkeit unseres Stammes glaube. Ohne diese Hoffnung wäre ich nicht Zionist. Dr. Julius J a c o b s o h n, Freiburg i. B. Ein treuer Freund der Juden. Mt. William fiechler, der in Wien allgemein hochgeschätzte Kaplan der englischen Botschaft, das Vorbild Hopkins in Alt-Neuland, konnte am 1. Oktober unter der tiefgefühlten freudigen Teilnahme der zahllosen Gemeinde seiner aufrichtigen Verehrer seinen sechzigsten Geburtstag feiern. Jünglingsfrisch an Körper und Seele, blickt er auf ein mustergültiges, tatenreiche.s Leben zurück und, wie wir aufrichtig wünschen, einer langen Zukunft mit reichem Inhalt entgegen. Da seine bezaubernde Liebenswürdigkeit sich nur in dem einem Falile verliert, wenn sein Lob ausgesprochen wird, müssen wir uns mit dem unerschöpflich guten Urteil über diesen Mann zurückhalten. Trotz des nachträglichen Protestes, dem wir rieht entgehen werden, müssen wir die rastlose, vom einem aufrichtigen Herzen dirigierte Tätigkeit des Jubilars; für Zionismus und Judentum hervorheben. Näheres über diese Taten von Theodor Herzls liebem Freund und sein Leben werden wir nachtragen, da durch des Herrn Reverends Bescheidenheit uns sein Freudentag erst nachträglich zur Kenntnis gelangte. Unter der Masse von Ovationen, die ihm zuteil wurden, stellten sich die Herren des alten A.-C im Auftrage des neuen mit einem Ehrengeschenk und einer Adresse an den Ziems- und Judenfreund ein. Unsere Würdigung des Menschen und Politikers werden wir nachtragen und wir bitten den Herrn Reverend, dass er unsere aufrichtigen und reichen Glückwünsche entgegennehme. f ribüfl*. (Für diese Rubrik Ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgf en o ssen haben für den Nation alfon ds Briefmarken ges p endet: Wifin: Frl. A. Taglicht, M. Pollitzer. Durch Verlag ..Zion": Verein ..Zion* (Kreins), Franz Weinstein, M. Lamberg, D. V., L. Wurmann, sturf. I. Strauss. Brünn: Rieh. Berger (Veritas). O I m ii t z: I. Beer. München: HV1. Friederike Horn. Trautersau: Frl. H. Lewy. Trebitach: Frl. Stella Pollak. Messel Bay : B. Sapiro. Allen Spendern besten Dank und Zionsg r u s s! D i e Ph i 1 a t el i e - A b t e i 1 u n g der Nationalfond skommission. Briefkasten der Philatelie-Abtetlung. . B. Sapiro, Mossel Bay. Besten Dank für die schöne Sendung. I. Beer, Olmütz. Besten Dank für das hübsche Album, * * * Anregung für den Nationalfonds. Auf dem Prinzipe der Selbstbesteuerung möge eine Gemeindesteuer eingeführt werden. Es sollen nämlich in einer jeden Gemeinde diejenigen Mitglieder, bei denen Liebe zu Palästina vorhanden ist, zu einem selbstgezeichneten, ganz kleinen Betrage allwöchentlich (in grösseren Städten allmonatlich) herangezogen werden. Selbstverständlich soll dies die in jeder Gemeinde zu gründende Nationalfondskommission besorgen, indem sie allwöchentlich, beziehungsweise allmonatlich junge Leute ausschickt, die diese Beträge einzukassieren hätten. Als Beweis der Realisierbarkeit dieses meines Vorschlages möge folgende Probe dienen, die ich in meinem Heimatstädtchen Skala (Galizien) gemacht habe: An einem Samstag veröffentlichte ich in allen Bethäusern einen Aufruf, worin ich mit wenigen Worten das Wesen des Nationalfonds entwickelte. Gleichzeitig rief ich acht ältere arbeitslustige zionistische junge Leute zusammen und gründete eine Nationalfondskommission. (Ein Verein besteht hier zur Zeit nicht.) Am folgenden Tage ging ich zusammen mit dem Herrn Modehe Schwarzbach fast von Haus zu Haus, um die Zeichnungen entgegenzunehmen. Es war dies wohl keine leichte, keine angenehme Arbeit, aber ich liess mich durch die paar Misserfolge nicht entmutigen. Ich machte mit den oberen Ständen den Anfang* Es sind dies lauter reiche fanatische Chassidim, das heisst unsere Gegner. Durch die Agitation von Mann zu Mann gelarg es mir zwar, den einen oder den andern dieser Herrn zu einem Beitrage zu bewegen, die meisten aber konnte ich nur zu dem Geständnisse bringen, dass sie wohl gerne die paar Kreuzer geben würden, nur fürchte ein j^der, von anderen deswegen verschrien zu werden. Mehr Glück hatte »ich bei der zweiten und dritten Wanderung durch den Mittelstand nämlich. Wir brachten vorläufig einen Betrag von K 4 wöchentlich zustande. Dies ist zwar nicht viel, aber wenn man bedenkt, dass unser Städchen in bezug auf Chassidismus und Fanatismus vielleicht einzig dasteht, so wird man sich für den Antang damit zufriedengeben. jur, A. Schützer. * * * fnnerösterreiGhischer Distriktstag. Das innerösterreichische Distriktskomitee beruft für Mittwoch den 11. Oktober 7 Uhr abends im Kongressbureau den ordentlichen Distriktstag ein. Tagesordnung : Rechenschaftsbericht, Kassabericht, Neuwahl, Eventualia. Die Zahl der Delegierten beträgt : bis 25 Mitglieder einen Delegierten, von 25 bis 50Mitglieder zwei Delegierte, von 50 bis 100 Mitglieder drei Delegierte und über 100 Mitglieder vier Delpgierte. Die Vereine haben nach vollzogener Wahl die Delegierten dem Distriktskomitee schriftlich namhaft zu,machen. Anträge seitens der Delegierten sind spätestens acht Tage vor dem Distriktstage anzuzeigen. Berta Herrmann, Max Markus, Schriftführerin. Obmann. Erster Wiener Jüdischer Turnverein, Wien. Das Damen turnen hat am 20. September d. J. besonnen, und zwa wieder in denselben Zeiten wie im Vorjahre. Das Herren turnen findet Montag und Donnerstag abends statt. Da Kindertürnen begann am 1. Oktober d. J. Auskünfte werden an den Turnabenden im Vereinslokale, Wien, L, Mölkerbastei 5, bereitwilligst erteilt. * * * Der Ausspeisungsverein für die Bezirke XII XIII, XIV und XV hat mit Schulnpginn seine Tätigkeit ebenfalls aufgenommen. Mehr als 20.000 Portionen wurden im letzten Vereinsjahre verabfolgt und neuerdings haben die Anmeldungen zur Ausspeisung in erschreckender Weise zugenommen. Bei den vorhandenen Mitteln, insbesondere wegen Raummangels ab°i\ ist es dem Vereine nicht möglich, mehr als 80 Kinder aufzunehmen. Es ist indes zu hoffen, dass der rührige junge Verein, der anläßlich des Ablebens dfs Herrn Natnaniel Freiherrn von Rothschild f. A. mit einer Spende von K 2000 bedacht wurde und der sich einer grossen Anzahl von Gönnern, Mitgliedern und Freunden erfreut, durch deren andauernde Unterstützung bald in der Lage sein wird, ein Programm im vergrösserten Massstabe zur Durchführung zu bringen. * * * Paris, 28. September. Das Zentralkomitee der Alliance Israelite bewilligte für die Abgebranntpn in Adrianopel eine weitere Unterstützung von Frcs. 5000. ferner Pres. 5000 für die Opfer der antisemitischen Militärkrawalle in Bialystok. * * * Achtung! Die Nummer der Oesterreichischen Nationalfondskommission für den Postscheckverkehr ist 885067. * * *