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Die Welt · 1905-09-01 · 35 (1.9.1905) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
35 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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Seite 12 „bie # we»t" Nr. 35 und einem grösseren Publikum mit der Einladung zur Subskription vorgelegt werden. Von vielen Seiten wurde dem neuen Iostitute, das den Namen , Sinai* führen soll, energische Förderung in Aussicht gestellt und eine Anzahl von jüngeren Kräften hat sich bereit erklärt, auf Reisen und Versammlungen für das Unternehmen Propaganda zu machen. Möge ihr Bestreben den gewünschten Erfolg haben. (Siehe Telegramm aus Marienbad in voriger Nummer.) ftus der J$eifregai)g. Gedenket des Sahekels I Zwei Massenversammlungen in Sunderland. Am 20. August erstattete Rev. Dr. Samuel Daiches in Siinderland. vor äusserst zahlreicher Versammlung Bericht über den siebenten Zionistenkongress. Den Vorsitz führte Herr Lionel A. Jacobs. Herr Reverend Dr. Samuel Daiches wies auf die grosse historische Bedeutung dieses Kongresses hin, welcher stets als eine der •denkwürdigsten Versammlungen des jüdischen Volkes betrachtet werden wird. Er sagte: Durch die Beschlüsse haben wir unsere Ehre als Juden gerettet, wir haben den Bestand des Zionismus gesichert, wir haben von neuem das Baseler Programm verkündet, wir haben der Welt gezeigt, dass, was wir fordern, ein Leben im Lande der Väter ist. Die Stimme des jüdischen Volkes konnte sich eben nicht im Lärm der wenigen Territorialisten verlieren. Der Wunsch, d.as Leben der Juden fortzusetzen, der Wunsch, unserer Geschichte treu zu bleiben, das Band zwischen Israel und seinem Lande nicht zu lösen, ein nationales Leben auf der Scholle der Väter zu führen, dais Gelübde, das Unternehmen auf jede mögliche Art zu fördern bis zum Ziele, und der erneute Schwur „Wenn ich dein vergesse, Jerusalem, werde meiner Rechten vergessen", das war der Ausdruck der Seele des jüdischen Volkes an jenem denkwürdigen Sonntag. Schliesslich appellierte Dr. Daiches an das Publikum, das Werk fortzusetzen mit stets grösserem Eifer für die grosse Sache des Zionismus. Die zionistische Idee wird stets den Weg zum jüdischen Herzen finden und es ist jedermanns Pflicht, ihre Verwirklichung anzustreben." Nach einigen Anfragen legte Dr. Daiches folgende Resolution vor, die von Herrn J. Golding befürwortet wurde und einstimmig durchdrang: ,,Dieses Massenmeeting, .einberufen durch die „Sunderland Zionist Association*', drückt seine hohe Befriedigung über die Beschlüsse aus, die der siebente Zionistenkongress fasste, und verpflichtet sich, vertrauensvoll für die zionistische Sache weiter zu arbeiten." Ein Vertrauensvotum für Dr. Daiches wurde mit Beifall angenommen. Unter dem Klange zionistischer Lieder ging die Versammlung auseinander. Auf einer zweiten, sehr gut besuchten Versammlung, die vom Verein „Sunderland and South Shields Ladies Association" einberufen war, und der Herr Israel Jacobs präsidierte, referierte die Delegierte Fräulein Annie Jacobs über den Kongress. Folgende Resolution wurde angenommen: „Die Versammlung verpflichtet sich, die zionistischen Prinzipien auch weiterhin zu fördern und drückt den Mitgliedern des Aktionskomitees ihr Vertrauen aus." Massenmeeting in Kapstadt. Zu Ehren des siebenten Zion isten Kongresses wurde in Kapstadt in der Cape oi good Hope Hall ein Massenmeeting abgehalten. Den Vorsitz führte Herr M. L. Genussow. Unter den Anwesenden gab es s^hr viele Damen. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung mit einer Gedenkrede auf Doktor Herzl, dessen erste Jahrzeit herangerückt war. Dann, auf den Kongress übergehend, sprach er die Hoffnung aus, es werde gelingen, die zwei Gruppen zu vereinigen auf Basis des reinen Baseler Programmes. Palästina, das einzige Land, das in der Judenfrage in Betracht kommen kann, sei näher als je. Die Liebe der Juden zu diesem Lande sei mehr denn je entflammt. Hierauf ergriff Advokat Herr Alexander das Wort. „Dieser Massenmeeting der Kapstädter Zionisten hält zum Baseler Programm und drückt dem Kongress und den Führern sein Vertrauen aus. Heute ist die Bewegung, dieses Ziel zu erreichen, lebhafter, denn je. Die Bewegung ist nicht revolutionär, in allen Ländern bewegt sich der Zionismus in gesetzlichen Grenzen." Redner bespricht die früheren Kongresse und deren Folgen und schliesst: „Die Zukunft des Zionismus ist. eine wahre Volksbewegung zu werden. Wohl sind die Schwierigkeiten sehr gross, aber der Sieg wird unser Preis sein.4' (Beifall.) Herr T. Schwarz sprach die Bereitwilligkeit der Südafrikaner aus, die neue Leitung tatkräftig zu unterstützen. Herr J. B. Schacknovis bemängelte die Abwesenheit einiger einflussreicher juden und sprach, ies sei gerade das Unglück der Juden, dass sich viele Juden für frerridnatioiiale Bestrebungen mehr erwärmen, als für ihre eigenen. Wenn alle mitgingen, wären wir am Ziel. Unterstützen die Juden ihre Bank? Wie viele von den Juden geben ihren Schekel, wie* viele wählen zum Kongress? Und der Schekel ist eine heilige altjüdische Institution. Er wird nur vom Zionisten genommen. Die Bank, der Fonds müssen gestärkt werden. Der Kongress miiss Frieden machen." Er schloss seine ungemein feurige Ansprache mit dem Rufe, des Nationalfonds stets zu gedenken, damit Israels Hoffnung schneller erreicht werde, (Brausender Beifall.) Nationalfondssammlung und der Sang „Dort wo die Zeder'4 beschlossen die grosse Versammlung. Nach Basel wurde folgendes Telegramm abgesandt: ,,Der Massenmeeting hält fest am Baseler Programm; er drückt dein Kongress und den Führern sein Vertrauen aus." Distriktstag der mähr.-schles. Zionisten. Am 27. August d. J. fand in Prossnitz der vom dortigen „Zi-on*1 einberufene Delegiertentag der Zionisten Mährens und Schlesiens statt. Vertreten waren 10 Vereine durch 19 Delegierte, ausserdem die Schekelgruppen Kojetein, Holleschau, Leipnik, Weisskirchen. Ins Burelau wurden gewählt Gg. Fritz Low (Prossnitz) als Vorsitzender, Gg. Alex. G e 1- 1 e r (Bieiiitz) als Schriftführer. Die mehrstündigen Beratungen verliefen sehr sachlich und anregend. lieber die Neuorganisation des Distriktes und über Agitation in Mähren, und Schlesien referierte Gg. Fritz Low. Die bernerkeinswiertestef Neuerung seines Organisationsentwurfes, der. nach längerer Debatte angenommen wurde, ist die Schaffung einer „Freien zionistischen Vereinigung für Mähren und Schlesien", welche die Zusammenfassung aller nichtinkqrporierten Zionisten des Distriktes darstellt. Die Vereinigung hat vorläufig nicht Vereinscharakter, steht unter der Leitung des D.-K. und tritt mit den Rechten einer geschlossenen zionistischen Korporation nur für den österreichischen Parteitag und mähriisch-schlesischen Distriktstag auf. Die Mitglieder entrichten jährlich 2 K für Schekel und Parteisteuer. Das Referat über den Prager Parteitag und die im Herbste nach Wien einzuberufende Parteikonferenz erstattete Gg. Rudolf N a ssau, dessen Anträge und Resolutionen einstimmig angenommen wurden. Der für die mährisch-schlesischen Zionisten bindende Beschluss hält an der Tendenz des § 2 -des Bielitzer Organisationsstatuts fest und erklärte für organisierte Zionisten des Rayons die Zugehörigkeit zu fremdnatipnalen Vereinen:, welche politischnationale Zwecke verfolgen und eine fremdnationale Gesinnung und Betätigung ihrer jüdischen Mitglieder erfordern, als ganz unzulässig. Ob organisierte Zionisten andersnationalen Vereinen angehören dürfen, welche statutarisch nur wirtschaftliche, gesellschaftliche, sportliche und ähnliche Aufgaben haben und nicht auch im Dienste fremdnationaier Kampf- oder Schutzzwecke stehen, darüber entscheidet von Fall zu Fall die Lokalorganisation, in letzter Instanz der Distriktstag. Eine aktive Mitarbeit in andersnationalen Vereinen oder die Mitgliedschaft in fremdnationalen Parteiorganisationen erklärte der Distrrktstag a)s unter allen Umständen unvereinbar mit den nationalen Grundanschauungen und Parteiinteressen der mährisch-schlesischen Zionisten. Ferner wurde eine vom Referenten beantragte Resolution im selben Sinne an die Parteikonferenz beschlossen. Für die Parteikonferenz wurden mit dem imperativen, durch die Resolution gebundenen Mandat als Delegierte des Distriktes gewählt die Gg. Dr. Emil K r a s s n y, Rudolf Nassau, Rudolf Hartman n. Nachdem P r os s n i t z als Sitz der neuen Distriktsleitung bestimmt worden war, wurden in diese gewählt O.g. Fritz L ö w, Dr. Gustav Z w e i g, Sal. S t e k 1 e r (Prossnitz), Leopold Sonnenfeld (Ung.-Ostra) und ein Bielitzer Gesinnungsgenosse, dessen Nominierung der Bielitzer Organisation überlassen wurde. Das D.-K. erhält das Recht der Kooptierung eineis sechsten Mitgliedes. Eger. Der Verein .,Ahawath Zionu auch heuer erfolgreiche agitatoriFche Tätigkeit im benachbarten Franzenpbad. Herzl-Gedächtnisfaier. Hugo Zuckermann Gedenkrede, Herr Ingenieur Max Moizeeko Herzls „Selbstbiographie* vorgelesen. Anlässlich des VII. Kongresses Diskussionsabend, d<*n Herr Rabbiner Dr. Templer aus Wien eröffnete. Zirka 400 anwesende Juden aus aller Herren Ländern nahmen einstimmig eine Resolution an, in der sie Präsidenten Wolffsohn treue Gefolgschaft versprachen und intensive Palästina-

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