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Die Welt · 1905-09-01 · 35 (1.9.1905) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
35 (1.9.1905)
Date
1905-09-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
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Seite 10 „Die # w^t" Nr. 35 rief: „Der Jude muss hinaus!" Der Tumult wurde so gross,, dass ich sofort die dortige Behörde um Schutz ansuchen musste. Gleich kamen zwei Gendarmen, welche dii© Kinder und die übrigen ersuchten, aus dem Geschäftsräume zu gehen. Das taten sie auch, aber auf der Strasse ging die Sache noch schlimmer, es wurde gerufen: „Wo ist der Jude, heraus mit dem Juden/ Ich glaube, es waren ungefähr 20 Anführer, welche die Kinder dazu antrieben. Die Gendarmerie hatte keine Macht, die Tumultanten von der Strasse zu entfernen. Die Sachs wurde immer schlimmer, schliesslich schössen die Jungen aus ihren Gewehren, ob dieselben mit Patronen geladen waren, weiss ich nicht, jedenfalls knallten die Schüsse. So gegen ein Uhr war der Auflauf so weit vorbei, aber von der Kompanie wurden zwei Mann (Jungen) vor mein Geschäftslokal postiert, um Wache zu halten. Meine Geschäftsräume habe ich vor Furcht schliesseni müssen, um eventuell nicht verhauen zu werden und damit meine Gemälde nicht durch Antisemiten zerstört wurden. Durch meine Aufforderung an den Gendarmen wurden schliesslich die sogenannten Rädelsführer um ihren Namen ersucht, ob dieselben ihren Namen richtig angegeben haben, weiss ich nicht. Mein Logiswirt kam nachmittags zu mir und ersuchte (die Leute, Antisemiten, hätten schon gesagt, dass meine Wohnung besetzt wäre) mich, sofort die Wohnung zu verlassen. Ich habe mich nicht mehr getraut, auf die Strasse zu gehen, und ersuchte ich den Logiswirt, mir meine Kleidungsstücke nach meinem Geschäftslokale zu besorgen. Um mich vor weiteren Unannehmlichkeiten zu schützen, habe ich meine Sachen sofort einpacken lassen und bin am anderen Morgen um halb 5 Uhr von Borkum gegangen. Hochachtungsvoll J .... S ...." Kommentar überflüssig! Jüdischer Nationalfonds, Das goldene Buch. Saul Jacob Fish durch die Leeds Zionists Association Synagogue, Leeds .... Pfd. St. Verein Waad Agudath Zion", Pabianitze, Gouv. Petrikau...........Kronen „Agudath Hazionim", Plungiand, Gouv. Kowno................, Dr. Theodor Herzl sei. durch „B'noth Zion", Cape Town............. „The young Girls Zionist Association" durch „B'noth Zionu, Cape Town...... „ Verein „Atereth Zion", Warschau..... Rubel M. Drabkin durch den Zionistenverein Kokand................. 7, Die erschlagenen Mitglieder der Selbstverteidigung von Schitomir durch den Zionistenverein in Kokand...... r Student Blinoff, getötet bei der Judenverteidigung in Schitomir, durch den Zionistenverein in Kokand...... Tatiana Sudakoff durch ihren Sohn J. E. Sudakoff in Radnikowskaja..... Verein „Tifereth Zion", Schaulen..... „ Verein ..B'nos Zion" in Schaulen..... „ Zionistenverein in Charkow (Vorst. Dr. Bernstein-Kohan).............Pfd. St. Numa Fraenkei sei., Buchdruckereibesitzer, durch seine Mutter Frau Bellamine Fraenkei, Kopenhagen........ Dr. Theodor Herzl sei, zu seinem ersten Jahrzeittage durch ,. Agudas Hazionim" in Mir................ „ Dr. Theodor Herzl sei. by New England Propaganda League, Boston, Mass. . . Dollar Dr. Theodor Herzl sei. by „B'nei Zion", Greensburg, Pa............ „ Gerschon ben Äbr. Miranski durch „Zwo Zion" in Minsk........... Rubel Dr. Theodor Herzl sei. zu seinem Jahrestage und zur Erinnerung an die Tagung des VII. Kongress durch Sammlungen der österr.Nationalfondskommission .............Kronen Die Schekelzahler von Murawiewo (Gouv. Kowno)............... Rubel Zionistenverein in Solotonoscha (Gouv. Poltawa)...............Kronen Das jungvermählte Ehepaar Josef Zuckermann und Dina Kiselhoff in Cape Town................ Dr. Theodor Herzl sei. durch den Zionistenverein in Kamenko......... „ 10.00.0 239.40 252.— 240.— 240.— 95.— 100.— 100.— 100.— 97.— 95.— 95.- 10.00.0 10.00.0 10.00.0 51.74 50.- 95.— 240.— 112.— 239,40 240.— 239.— Damenverein „Sulamith*, Rzeszöw .... „ 273 — „Zion", Kalusz............... „ 256.82 „Gemilath Chesed" in Ekaterinoslaw, gegründet durch M. Karpas...... Rubel 95.— Issochor Leib Davidsohn, Moskau, zu seinem 50. Geburtstage...........Kronen 253.— „Poale Zion", Stryj............ „ 250.04 Dr. Theodor Herzl sei. durch „The United Johannesburg Jewish National Fund Club", Johannesburg ........Pfd. St. 14.02,0 Dr. Theodor Herzl sei. durch „Agudath B'nei Zion" in Lianskorun . , . . , „ 10.09.5 Richtigstellungen. In Nr. 26 der „Welt wurden die Eintragungen „The United Johannesburg Jewish National Fund Club" mit Lei 10.- anstatt Pfd. St. 10.00.0, „The Winnipeg Zionist Society of Winnipeg" mit K 50.- anstatt Doli. 50.-. „B'nei Zion Kadimah Society", Montreal, mit K 50.— anstatt Doli. 50.— aogegeben. Bei der Spende des Zionistenverein es in Krivoje-Rog soll es richtig heissen Dolschansky anstatt Doljansky. Bücher- und Zeitschriften-Rundschau. „The American Israelite n in Cincinnati bringt einen interessanten Artikel von George W. Ochs über die Amerikanisierung der jüdischen Einwanderer,-dem wir folgendes entnehmen: Die Amerikanisierung der jüdischen Einwanderer ist in jeder Hinsicht dieselbe wie bei allen anderen Immigranten und von denselben Gesetzen beherrscht. Die Einwanderungsfrage ist keineswegs eine jüdische, da noch jetzt dreimal so viel Ungarn, Slawen und Italiener einwandern als Juden. Folgende offizielle Zahlen zeigen, dass die Einwanderungsziffer betrug: darunter Ungarn, russische Slawen, Italiener Juden 1902 648.000 260.000 107.000 1903 857.000 450.000 136.000 1904 800.000 370.000 145.000 In Philadelphia und New York sind derzeit 750.000 Juden, das ist 75°/0 der jüdischen Bevölkerung Nordamerikas. Die Frage, die von selbst entsteht, ist die, warum, trotzdem die slawische, italienische und ungarische Einwanderung an Zahl der jüdischen dreimal überlegen sind, nur die letztere allein ein soziologisches Problem wird. Die Antwort darauf ist, dass die nichtjüdische Einwanderung sich aus Städten und vom Lande rekrutiert und nach ihrer Ankunft in Amerika in ähnliche Erwerbsverhältnisse kommt, wie die der Heimat sind. Tausende Italiener sind auf den Reis-, Zucker- und Baumwollpflanzungen des Südens, tausende der eingewanderten Slawen und Ungarn in den Kohlengruben in Illinois und Pennsylvanien. Trotzdem das nichtjüdische Einwanderungsmaterial ungebildeter ist und in jeder, auch körperlicher Beziehung den jüdischen Einwanderern aus Russland unterlegen ist, an Zahl jedoch dieselben zwei- bis dreimal übertrifft, wird das erstere durch die Verbreitung über das ganze Land gleichmäßig verteilt, fällt demnach weniger auf und erregt weniger den Konkurrenzneid der einheimischen Arbeiter. Daher ist die Tätigkeit unserer Vereinigungen, die die Amerikanisierung der jüdischen Einwanderer möglichst beschleunigen und die Anhäufung derselben in den Städten verhindern wollen, mit allen Kräften zu unterstützen. Hat der jüdische Einwanderer einmal festen Fuss gefasst, so ist er der beste Staatsbürger und aufopferndste Patriot, wie alle Statistiken beweisen. Dem Baseler Kongress ist ein kurzer, aber sehr entschiedemer Aufsatz gewidmet, in welchem über die Ablehnung des Ugandaprojektes gesagt wird: „Ein Ding ist sicher, Ostafrika ist nicht mehr Zionismus, ebensowenig wie es Amerika sein würde. Der Kongress hat weise gehandelt, das Anerbieten nicht anzunehmen, denn das angebotene Gebiet ist nach dem einstimmigen Urteile der Kommission nicht zu einer Siedlung geeignet und es wäre nutzlose Energieverschwendung, ein Projekt zu beginnen, das so ungünstige Aussichten bietet." Die letzte Nummer des „Emanu-Elu, der in San Francisco erscheint und das führende jüdische Blatt der Westküste ist, bringt zunächst einen dem „IsraelsMessenger" in Shanghai nachgedruckten Artikel über die Helden-

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