Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 34 (25.8.1905)
- Date
- 1905-08-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 „bis & w^it Nr. 34 Der Verkauf der Betsitze beginnt am 10. September. Vormerkungen nimmt schon jetzt der Vorstand: XILI/8, Auhofstrasse 222, entgegen. * * * Briefmarken für den Nationalfonds. Folgende Gesinnungsgenossen haben für den Nationalfonds Briefmarken gespendet: Wien: Frl. M. Berliner, jur. G. Reiss, Gymn. Alles, sind. Nachmann, S. AI. Hönigsberg, E. Markovits, Fräulein Camilla Bondy. E. Kohlenbrenner, D. Wurmann, H. Kolli ner, med. Irrgang. New York: Frl. F. Sterling. Prossnitz: E. Kohn durch „Unsere Hoffnurg\ Württemberg: S. J. Lafer. Osijek: M. Abrahamsohn. Turn- Severin: M. R. Catalan. Scheieseti: E. Gütig. König Stadt: O. Fantl. Ottynia: S. W. Sirate. Cranbrook: B. Bannett. Prag : M. Löwy, Frl. J. Nasch. Bielitz: Frl. M. Tobias durch E. Weisjitz. Krakau: S. H,, Jüdische Zukunft. Rzeszöw: M. Buchbinder. Hethars: H. Kopp. D elaty n: M. Bloch. Drohobycz: S. Schatzmann. Lemberg: M- Horoviiz, M. Arnoid, S. Arnold. Neustettin: M. Freundlich, öwodziec: S. Reder. Allen Spendern besten Dank und Zion sgruss! Die Philatelie-Abteilung der National fondskommission. * # * Unter den zum VII. Kongresse Delegierten wird uns noch Herr Dr. Adolf Bryk, Kolbuszowa, Ersatzmann Dr. A. Singer, Kolomea, für Kossow genannt. * # * Bekanntgegeben wird, dass im Kongressreferate Dr. Gronemanns ..Agitation" durch die Uebersiedlung der „Welt" nach Wien Verschiebungen eingetreten .sind. Bei der Klarheit der Ausführungen werden unsere Leser gewiss schon selbst die Korrektur vorgenommen haben. $fas der J$e&e§üi)g. Gedenket des Sobekels! Voranzeige. Jaroslau. Am 20. August findet eine Feier des Vereines „B'nei Zion" zum Andenken an Theodor Herzl statt. Reinerträgnis für die Opfer des Pogroms in Schitomii. Anfang f/a8 Uhr. Berichte. Nadwörna. Samstag den 12. d. erstattete unser Delegierter Gg. L. Förster Bericht über den VII. Zionistenkongress, welcher beifällig aufgenommen wurde. Es wurde zugleich einstimmig beschlossen, an Präsident Wolffsohn eine Vertrauenskundgebung zu übersenden. Dobfi8ch (Böhmen). Am 24. Thamuz (27. Juli) d. J., am Sterbetag Dr. Herzls, veranstaltete die jüdischnationale Studentenschaft in Dohrisch im dortigen Tempel eine Herzl- Jahrzeitfeier, der die gesamte jüdische Bevölkerung beiwohnte. Die Gedenkrede hielt Se. Ehrwürden Rabbiner Dr. Sam. A r j e, wobei er das Leben und Wirken Theodor Herzls beleuchtete. Den kantoralen Teil des Gottesdienstes führte Hr. Kantor Alois P o 1 1 a k in Gemeinschaft mit dem Studentenchor aus. Die ganze Feier nahm einen sehr würdigen Verlauf und machte auf die Anwesenden einen sichtlichen Eindruck. Kolin. Am 30. Juli 1. J. 5 Uhr nachmittags fand im Tempel eine sehr würdige Gedenkfeier für unseren unvergesslichen Herzl statt. Ungewöhnlich zahlreiches Publikum. Nach Absingung eines Psalmes seitens des Oberkantors Herrn Lamberg hielt Herr phil. Dr. Arthur Kahler, Professor der American School Rom und Dozent der deutschen Universität in Prag, eine geistreiche und wirkungsvolle Rede, in der er den grossen Juden undi'dessen Wirken schilderte. Bei dieser Gelegenheit muss besonders dankbarst hervorgehoben werden, dass über Ansuchen des Vereines „Zion" die löbliche Kultusgemeinde die Veranstaltung der Trauerfeier selbst unternommen hat. K—er. Stanislau. Am 27. Juli Herzi-Gedenkfeier in der grossen Synagoge, zu der alle hiesigen zionistischen Vereine korporativ erschienen. Jüdische Geschäfte gesperrt. El mole rachamim — Chasen, dann ergreifende Trauerrede des Herrn Dr. Schur. Synagoge überfüllt. Regine Meiler. M.-Ostrau. Ein Komitee zionistischer Mädchen aus der Stadt und Umgebung veranstaltete am 18. August 1905 in Witkowitz ein Gartenfest, das trotz d^r schwankenden Witterung sehr stark besucht war. Vom Reinertrage fallen 100 K dem Nationalfonds, 50 K dem Ostrauer zionistischen Agitationsfonds, 20 K dem Pressfonds „Unserer Hoffnung" zu, 100 K werden wohltätigen Zwecken übergeben. Wsetin. Die studierende Jugend Wsetins gründete am Beginne der Ferien einen zionistischen Ferialverein mit dem Namen ..Hatikwah". Präses des Vereines stud. Donath. Dieser setzte die Ziele und den Zweck des Vereines auseinander. Der Verein entfaltete bereits eine erspriessliche Tätigkeit durch Haltung von Vorlesun gen und durch Sammlung für den Nationalfonds mit dem Betrage von K32. Bad Luhatschowitz (Mähren) Am 16. August fand ein jüdischer Gesang-- und Deklamationsabend unt^r zahlreicher Beteiligung der Kurgäste statt. Mitwirkende: Frl. Heller aus Brünn (Klaviervorträge), H. Engel aus Oswieczim und med. Löwy (Ung.-Brod), Gesang, Dr. Müller aus Kremsier, We'ssmann (Üng.-Hradisch) Bariach (Brünn) Deklamationen, Oskar Rosenfeld Violine. Anregung für Nationalfonds Frl. Paula Strauss (Posslowitz). Nationalfondssammlung 40 K. Vtfelt-Qbi'ooik' Vorschläge für Palästinakolonisation schickt uns ein palästinensischer Freund. Die Antwort, respektive Ueberprüfung wird wohl die Palästiaakommission übernehmen: „Um die Besiedlung zu forden, würde ich vorschlagen, dass die „Geulah" hier ein Bureau einrichte, an welches von allen Juden in den verschiedenen Ländern Teilzahlungen für späteren Erwerb bepflanzter Laadparzellen geleistet werden können. Es muss Sache des Bureaus sein, die Pflanzungen zu leiten, um nach erfolgter Auszahlung ertragliefernde Plantagen bieten zu können. Die detaillierte Ausarbeitung bliebe eventuell dem Bureau überlassen, überdies kann ich auch mit einem speziellen Vorschlage dienen. Um nach 5 Jahren 50 Dunam mit ertragliefernden Mandel bäumen oder ähnlichen Fruchtsorten zu erwerben und gleichzeitig 50 Dunam unbepflanzt zur Vergrösseruns dieser Plantage, werden jährlich Einzahlungen von Frcs. 2000 erforderlich sein. Der Nettoertrag dürfte sich auf Frcs. 1500—2000 jährlich stellen. Dasselbe" Quantum Olivenplantage wird erst in 7 Jahren ertragfähig und verlangt sieben Jahresraten ä Frcs. 1430. Für eine wohlhabendere Familie oder drei Familien zusammen empfiehlt sich Orangen-Pflanzung, die sechs jährliche Ratenzahlungen k 4000 Frcs. erfordert, wofür 30 Dunam ertragliefernde Plantagen Gebäude, Brunnen, Kanäle, 3 PS.-GasmotoreundZemeutbasfiin geboten werden.ReinertragFres.4000 bis 6000 pro Jahr. Für Gemüsebau, der ja schon im ersten Jahre Ertrag bringt, kann jemand, der 15.000 Frcs. besitzt, 100 Dunam Land, ein Haus und einen Brunnen erwerben und würde dann zum notwendigen Betriebe Frcs. 7000.— Kapital behalten; natürlich müsste er den Gemüsebau fachmännisch kennen. Eventuell könnte in fünf Ratenzahlungen k 3000 Frcs. das Kapital alljährlich eingezahlt werden. Aehnlich wäre es bei Ackerbau, der noch ein grösseres Kapital, und zwar 20.000 Frcs. erfordert, da 200 Dunam, ein Haus, Geräte, Vieh' und 6 — 8000 Frcs. Betriebskapital notwendig sind; eventuell fünf Raten ä Frcs. 4000.—. Sehr lohnend ist Aufforstung. Eine Parzelle von 250—300 Dunam für Frcs. 10.000 liefert nach 6—7 Jahren einen Ertrag von zirka 25"/0). Ratenzahlungen könnten innerhalb dieses Zeitraumes nach Vereinbarung erfolgen. Um eine grössere Arbeiter-Einwanderung zu ermöglichen und die Arbeiter konkurrenzfähig zu machen, sollten in allen Städten und Kolonien Arbeiter-Heimstätten und Volksküchen errichtet werden. Die Mittel zu deren Unterhaltung müssen durch die allgemeine Opferwilligkeit der Zionisten aller Länder aufgebracht werden. Philippinen. Von fcerritorialistischer Seite wird oft auf die Philippinen als Einwanderungsort für Juden hingewiesen. Demgegenüber verdient hervorgehoben zu werden, dass der „Frkf. Ztg." zufolge der amerikanische Kriegsminister Taft, der unlängst die,Philipinen besuchte, die Inselpolitik auseinandergesetzt hat und dabei den Grundsatz aufstellte: „Die Philippinen den Philippineru".