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Die Welt · 1905-08-25 · 34 (25.8.1905) · page 11

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 34 „bis # W^lt" Seite 11 unter Zurückstellung aller 'anderein. Esi wind beschlossem, sofort in die GeneraldiskussLon einzutreten. Dr. M o ses■- Mannheim: Wir haben 1800 Mark von den Schekelgeldern zurückbehalten. Wir müssen aber das A.-C. mit einem, bestimmten Budget ausstatten, denn diieise Zuriick- L'ü'.iakuiig für die Landsmannschaft sei die allerschwerste Schädigung der Bewegung, wozu in Deutschland jede Veranlassung fehlt. Die deutsche Landsmannschaft möge einen Antrag stellen, dass alle Schetel) ausnahmslos an das Aktionskomitee abgeführt werden, mit Abzug der Spesen, wovon nur das grosse Aktionskomitee entbinden dürfe. Vo'n Schachtel- Breslau wird ein Aufruf am die schlesischen Juden vorgelegt und zur Nachahmung empfohlen, der, von der Emigrationsfrage ausgehend, die Kolonisation in Palästina und dessen englischen Nachbarländern zum Ausgange des Zionismus macht. Er beschwert sich, dass das Zentralbureau ein Rundschreiben erlassen habe, in dem um Angabe von Personen aufgefordert wird, die ein Delegiertenmandat annehmen würden. Er beantragt den Dank für Zentralkomitee und Zentralbure;au, insbesondere für den Schatzmeister Wollsteiner. Bodenheimer erwidert, dass nach der Schekelzahl nur 32 deutsche Delegierte hätten entsendet werden können. Die deutschen Zionisten hätten aber eine grosse Reihe von Leuten, die alle Kongresse besucht hätten- und die zu entsenden eine wichtige Sache für die Partei sei. Wir deutschen! Zionisten können mit dieser Richtung der Dingie nur zufrieden sein. Blitz rechtfertigt die Ortsgruppe Halberstadt, für die er gewählt sei. und deren äusserer Rückgang nur allzu begreiflich wäre. Es sei ein Fehler, Ortsgruppen liegen zu lassen, in denen ein Agitationsredner bereits Erfolg gehabt habe. Er regt an, einen besonderen Agitationsbeitrag zu erheben, und weist die Notwendigkeit an den Gruppen Magdeburg-Anhalt nach. Jeremias fragt nach, der Pressaufsicht über die „Jüdische Rundschau'. Er konstatiert eine ungeheure Besserung der „Rundschau". Er protestiert gegen das Temperament des Redakteurs. Die „Welt*4 ist bedeutend besser, in der „Rundschau" sind überraschend viel Fehler. Ueber dien Ton der „Jüdischen Rundschau" gegen den Territorialismus sei gar nicht zu reden. Darüber sei man nicht ärgerlich, sondern empört und entrüstet. Er verlange strenge Pressaufsicht der „Jüdischen Rundschau". Er verlange Genugtuung. Durch die Erklärung des Zentralkomitees sei eine heillose Verwirrung hervorgerufen. Eine senr starke Minorität sei dagegen. (Lachen und Zwischenrufe: „Wo ist sie?") Das wenige, was dem Zentralkomitee zu tun verblieben sei, habe es sehr schlecht geleistet. Es bleibe nur übrig, es dem Osten näher, d. h. nach Berlin zu verlegen. H a n t k e schlägt vor, für diese Fragen unter Annahme des Feiwelschen Antrages eine Kommission von zehn Personen zur Berichterstattung an den weiteren Delegiertentag zu wählen. Da das geschieht, so erklärt Dr. Loewe, dass er verlangen müsse, dass alle die Redaktion betreffenden Beschwerden in vollster Oeffentlichkeit verhandelt werden. Es wird daraufhin, bestimmt, dass die Kommission über ihre Beschlüsse gleich am folgenden Tage dem Plenum Bericht erstatten soll, und zwar werden ihr zur Vorberatung alle eingegangenen Anträge überwiesen. Die Sitzung wird vertagt. In der ersten Deutschen Landsmannschaftssitzung am Dienstag erklärt Dr. Bodeiiiheimer auf Antrag des Dr. Heinrich Loewe, dass Sitz und Stimme in der deutschen Landsmannschaft nur solche Delegierte haben, die von einer deutschen Ortsgruppe gewählt sind, abgesehen von Landsmannschaften, die sich korporativ der deutschen anschliessen, wie die ausschliesslich aus Deutschen bestehende südafrikanische Landsmannschaft. Andere Mitglieder der Zionistischen Vereinigung' für Deutschland haben, soweit nicht für den besonderen Fall etwas anderes bestimmt wird, das Recht, als Gäste den Landsmannschaftssitziingen beizuwohnen. In den Permanenzausschuss werden Rechtsanwalt H a n t k e, Dr. Adler und Berthold F eiwe l gewählt, ausserdem von der ostafrikanischen Landsmannschaft noch Dr. Friedemann und Dr. G r o n e m a n n. ^ßpihfine. (Für diese Rubrik ist die Redaktion nicht verantwortlich.) Kommission für die Jüdische Nationalbibliothek in Jerusalem. ♦dfwva wan d^bdh "isik wnb Der VIL Zionistenkongress beschloss einstimmig, eine Nationalbibliothek zu gründen und Herr Dr. Joseph Chasanowicz willigte ein, seine bereits dort befindlichen Sammlungen nebst Grundstück und Gebäude diesem Zwecke zu überweisen. 4000 Franken jährlich bewilligte der Kongress für laufende Ausgaben. Indem wir die vorbereitenden Arbeiten für die Nationalbibliothekbeginnen, beabsichtigen wir, Bibliothekare, Bibliographen, Gelehrte, Journalisten und alle Freunde jüdischer Literatur und allgemeinen Wissens einzuladen, uns bei unserem schwierigen Kulturwerke helfend zur Seite zu stehen. Wir beabsichtigen, in erster Reihe in den grösseren Städten aller Länder Sammelstellen für jüdische und allgemeine Literatur zu schaffen und zugleich Samiungen, die der Erhaltung der Blibliothek dienen, zu eröffnen. Wir erwarten, dass alle jüdischen Autoren, Drucker und Verleger der Nationalbibliothek Ehre n Pflichtexemplare von allen Druckerzeugnissen überweisen werden. Die Namen der Spender werden als Exlibris in jedes Werk vorne vermerkt und ausserdem in den regelmässig erscheinenden Bulletins ausgewiesen werden. Es ist nicht nötig, auf die grosse und ungeheure Kulturbedeutung dieses Werkes hinzuweisen. Es gilt einen Schatz zu schaffen für Geist und Wissen des jüdischen Volkes, eine Heimstätte für jüdisches und allgemeines Wissen auf diesem Punkte, von wo es gleicherweise in den Orient wie in den Okzident reiche Anregungen für Kultur und Judentum geben wird. Prof. Dr. Otto W a r b u r g - Berlin W. Uhlandstrasse 175. Dr. S. So skin-Berlin W. 50 Pfalzburgerstrasse 83. Dr. Franz Oppenheimer -Berlin Kaiserallee 172. Hermann Rosenthal -New York Public Library New York. Dr. Heinrich Loewe - Berlin NW. 52 Melanchthonstrasse 4. «fc ^. jf» TepHtz. Der jüdische Abituriententag in Böhmen findet am 28. August-d. J. in Tepiitz statt. Wohnungen besorgt nach vorheriger Anmeldung das Teplitzer Lokalkomitee (Adresse : Fritz Knöpfmacher, Teplitz-Schönau, Schulplatz 1), dessen Mitglieder auch, durch blau-weisse Schleifen kenntlich, die Teilnehmer auf dem Bahnhofe erwarten werden. * * * Der Hilfsverein der doutschen Juden hat für die durch die Excesse in Tscherkassy Geschädigten M. 3000.— überwiesen. Neues Bethaus in Wien. Der Tempelverein des 13. Bezirkes, der erst seit einem Jahre besteht, eröffnet zu den hohen Feiertagen in der Penzingerstrasse 132 ein neues Bethaus, welches aufs würdigste augestattet ist. Er gewann in Herrn Doktor Bertisch einen gewandten Prediger, in den Herren Gotthold Friedländer und Salomon Lagodzinski zwei begabte, künstlerisch ausgebildete Vorbeter.

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