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Die Welt · 1905-08-25 · 34 (25.8.1905) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
34 (25.8.1905)
Date
1905-08-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 flbie # weit" Nr. 34 und bei den Firmen: Samuel Barbasch, Odessa und Filialen in Kischenew und Tultschin, J. B e n j a c o b, Wilna, M. Feldstein, Warschau, Josef Katzenelsohn u. Söhne, Libau und Bobruisk, Gebrüder U r y s o h n, Moskau; in Deutschland mit 50 Pfg. bei: Deutsche Bank, Berlin, Nationalbank für Deutschland, Berlin; in Oesterreich mit 60 h bei: Unionbank, Wien, und bei der Firma Sokal & Lili e n, Lemberg; in Frankreich mit 60 Cts. bei den Herren S. & D. Cohen, 2 Rue de Provence, Paris, in Holland mit 30 Gents bei den Herren Lissa & Kann, Haag; in Rumänien mit 60 Bani bei den Firmen: Marmorosch, Blank & Co., Bukarest, Moritz Wachtel, Jassy; in Palästina bei der Anglo-Palestine Company Ltd, in Jaffa und Jerusalem. London, den 14. August 1905. The JewishColonial Trust (Jüdische Kolonialbank) Ltd. Brook House, Walbrook, E. Cf Die Abstimmung bezüglich der Abänderungen des Memorandums und der Statuten auf der ausserordentlichen Generalversammlung obiger Gesellschaft am 1. August 1905 im Stadtkasino, Basel, Schweiz, hat folgendes Resultat ergeben: Resolution I (Abänderungen des Memorandums): Für Gegen 568 Stimmen der gewöhnlichen Aktionäre 2677 , Gründer „ 3245 — 5922 568 Für Resolution I 5922 Gegen „ I 568 Majorität für 5354 Resolution II (Abänderungen der Statuten): Für Gegen Stimmen der gewöhnlichen Aktionäre 2680 575 „ „ Gründer „ 3255 _ 5935 575 Für Resolution II 5935 Gegen „ II 575 Majorität für 5360 Brook House, Walbrook, London E. C, 15. August 1905. Hyman Lozinski, E. Freudenheim, Skrutatoren. E Neumann, Sekretär. Von » » » Wert der durchlochten Coupons Nr. 1. 1 Aktie 2 Aktien 3 „ 4 „ H 5 „ 7 d 6 ■ 7 . keinen Wert Kronen 0.20 n 0.70 keinen Wert » 8 * 4 d Kronen 0.40 » 9 J1 9 d 0.90 1) 10 » 1 sh 2 d 1.40 Nr. 2. Von 1 Aktie keinen Werl n 2 Aktien 4 d Kronen 0.40 ii 3 w 1 sh 3 d ' 1.50 » 4 )? 2 sh 0 d 2.40 » 5 Ii 2 sh 6 d 3.- » 6 1f 2 sh 6 d - 3.- 7 » 3 sh 5 d — 4.10 8 » 4 sh 0 d 4.80 » 9 w 4 sh .6 d 5.40 » 10 t» 5 sh 0 d „ 6.- Zu müde, Aus dem antizionistischen „Israelit". „P e t e r s b u r Die Zahl der Judenkrawalle in Russland ist in der letzten Zeit so angewachsen), dass selbst die jüdischen Blätter bereits müde zu werden beginnen, sie alle aufzuzeichnen oder gar eingehend zu schildern." So stand es wörtlich im orthodox-antizionistischen „Osservatore Judaico" von Mainz zu lesen. Diese Ausführungen sind ein krasses Beispiel der fürchterlichsten Tatsache, welche die jüdische Politik des letztmodernen Golus aufzuweisen hat. Es haben nämlich grosse Judenkrawalle in einer ganzen Reihe russischer Städte getobt, das „schwarze Hundertu ist wieder an allen Ecken und Enden ins jüdische Ghetto eingedrungen — aber wen in Westeuropa regen diese schrecklichen Vorfälle noch auf? Weit unerhörter als Kischinew selbst ist nämlich die Tatsache, dass sich die Juden an die Kischenews gewöhnen, dass das Grauen und Entsetzen russischer Judengemetzel als Bagatelle und mit Achselzucken zur Kenntnis genommen wird. Man kann sich wohl noch erinnern, welches Beben durch Europa ging, als die bessarabischen Pogroms zum ersten Male ihre Bestialität zeigten? Wie die Artikel, Berichte, Bilder und Sammlungen regneten? Die Toten fallen weiter, die Brände wüten fort, aber die Aufregung ist vorbei. Und die unermüdlichen Gegner des Zionismus sagen den Tatsachen gegenüber müde: Es ist nicht zu ändern, man muss es zur Kenntnis nehmen. Diese Anweisung zur Geduld ist aber der schreiendste Schaden, an dem das jüdische Lebm leidet. Sie verschuldet bei uns das ewig fortschreitende Defizit an Ehre, Gefühl und Verstand. Nun sehen wir es — es kann gar nichts so Schreckliches passieren, als dass wir uns nicht daran gewöhnen könnten. Nun kann uns nur mehr an Umfang Aergerespasssieren, mehr als Gut und Leben können wir nicht verlieren. Dazu also ist es unter Führung der nichtutopistischen, der nichtträumerischen Politik gekommen! Wenn man so die Jährchen zurückschaut, was ist nicht alles leider eingetreten und woran haben wir uns nicht alles gewöhnen müssen! Immer, wenn der erste Fall eines neuen grösseren Unglückes eingetreten ist, glaubte man schon, es werde der letzte seiner Art sein, hoffte man bestimmt, es werde besser werden, und immer wurde es ärger und die Fälle mehrten sich. Die jüdische Bourgeoisie Westeuropas, welche in den Mussestunden ihres Wohllebens die Politik des Volkes macht oder beeinflusst, nahm den Krebsgang unseres Schicksals teilnahmslos hin. Diese Bourgeoisie ist nur ein Premierenpublikum; zu Wiederholungen geht sie nicht einmal, weil sie sich auch bei den

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