Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 33 (18.8.1905)
- Date
- 1905-08-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 wep Nr. 33 schlössen, die Statuten zu iindern. Es sind ilto^olbon Ko~ sohituuien, wie sie heute, vorgeschlagen werden. j)i\ K o k e?eh: Das stimmt. Aktionär Z «i n g w i I 1 (spricht englisch). Sekretär N e u m a n n (ebenfalls). Präsident: Wir können über diese Frage nicht länger diskutieren. Ich wiederhole, dass dieser Besehluss von einem Kongress und einer Generalversammlung gefasst worden ist. Sollten wir Kosten gemacht haben, die nicht gerechtfertigt sind, so machen Sie uns persönlich verantwortlich. Das hat aber mit der Beschlußfassung über die 1 vi Solutionen nichts zu tun. Aktionär Dr. C i t r o n: Die Frage Zangwills ist nicht boj ntwortet worden. Er hat nicht gefragt, ob der Kongress Statutenänderungen angenommen hat, sondern ob diese speziell hier im Wortlaut angeführten Resolutionen es sind. P r ä s i d e n t: Das Direktorium weiss, was es zu tun hat. Wir führen die Beschlüsse des Kongresses aus und steifen uns nicht auf den Wortlaut. (Zustimmung und Beifall.) Aktionär Dr. Citron: Ich lege Protest als Aktionär ein, dass wir vergewaltigt werden. Ich frage, ob .dadurch für die Bank doppelte Kosten entstehen, dass Advokaten einmal zur Aenderung der Statuten berufen wurden und das zweite Mal wieder zu speziellen Aen-derungen. Diese Kosten betragen mehrere tausend Mark. Ich habe ein Recht, auf. Antwort.. P r ä s i d e n t: Ich . antworte zum drittenmal und werde hundertmal dasselbe sagen. Wir verfahren genau nach den Beschlüssen des Kongresses und der Generalversammlung. Ich kann, aber nicht kontrollieren, - ob dafür doppelte Kosten aufgelaufen sind. Wir tun unsere Pflicht. In welcher Weise die Kosten gedeckt werden, werde ich sagen, wenn ich die Kassabücher nachsehen werde. Aktionär R Osenberg (spricht englisch). Sekretär N e u m a n n: Der, Herr Aktionär sagt, dass eine Anzahl von Aktionären durch das schlechte Arrangement keine Karten bekommen haben. Darauf erwidere ich, dass in unserem Bureau jeder, der eine Karte verlangte, sie auch erhielt. (Rufe: Auch jetzt noch?) Jawohl, jeder, der ein Aktionär -ist. Aktionär Dr. Pasmanik: Es wird hier Obstruktion getrieben . . . (Widerspruch und Lärm.) Präsident: Wozu sagen Sie das? Aiktionär Dr. Pasmanik: . . . . wenn man verlangt, dass alles in die verschiedensten Sprachen übersetzt werden muss. P rä s i d. e n t: Das wurde längst zurückgewiesen. Aktionär Dr. Pasmanik: Nach englischem Gesetze wird nur verlangt . . . Präsident: Wir haben nicht über die englischen Gesetze zu Gericht zu sitzen, wir haben unser Gesetz, das habe ich bereits erklärt. Aktionär d <> s s e l e w: Ich frage, ob ein stenographisehes?yfrotokoll geführt wird. r , Präsident: Es wird ein solches geführt. Es ist ein Antrag bezüglich der Verhandlungssprache eingelaufen. Nachdem bereits die Versammlung beschlossen hat, die Verhandlung in deutscher Sprache zu führen, so kennen wir uns jetzt auf eine weitere Diskussion nicht einlassen. Aktionär S y r k i n (spricht russisch). (Grosser Türm und heftiger Widerspruch — Beifall.) Präsident: Da ich Ihnen das Wort nicht erteilt habe, habe ich auch nicht gehört, was Sie sagen. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Dr. J a s i n o w s k i: Geehrte Versammlung! , Im Grunde des § 71 unserer Statuten protestiere ich gegen jede Abstimmung mit Ilanderheben, sondern verlange Abstimmung mit Stimmzetteln. Aktionär Dr. Svrkin: Ich habe auf ({rund des englischen Gesetzes protestiert, dass diese "Versammlung, welche eine Versammlung von Aktionären ist, ihre Verhandlungen nur in deutscher Sprache führt. Der Herr Vorsitzende hat sich die? Sache sehr leichtgemacht. Aut diese Weise haben wir keine Statutenänderungen vornehmen wollen und wir haben das Recht, diese Beschlüsse zu annullieren. Ich bitte, meinen Protest ins Protokoll aufzunehmen und auf Grund dieses Protestes werden wir bei der englischen Regierung um Annullierung aller Beschlüsse dieser Versammlung einschreiten. P r ä s i d e n t: Herr Svrkin legt Protest ein, das ist sein gutes Recht. Der Protost wird zu Protokoll genommen und Herr Svrkin kann tun, was ihm beliebt. Nun habe ich eine wichtige ^Mitteilung zu machen. Herr Dr. Xordau hat mir sagen lassen, dass um 1 Uhr der Kongress beginnt. Herr Dr. Kokesch stellt und Herr Dr. Kohan- Bernstein unterstützt den Antrag, die erste Resolution, bezüglich der Abänderungen des Memorandums, en bloe anzunehmen. Dr. Kokesch: Da es sich um eine wichtige Angelegenheit handelt und eine Opposition sich geltend macht, bei ftandorheben sich aber das genaue Stimmenverhältnis nicht feststellen lässt, so verlange ich auf Grund des § 71 der Statuten als Aufsichtsrat die Abstimmung durch Stimmzettel. Ich mache aufmerksam, dass darüber keine Debatte zulässig ist, sondern der Präsident über .Verlangen eines Aufsichtsrates die Hinleitung der Abstimmung veranlassen muss. Ich mache ferner aufmerksam, dass hier bloss Xaniensaktionäre das Recht haben, abzustimmen. Diese wollen jetzt in den ersten Teil des roten Viereckes hineinschreiben: für oder gegen und dazu die Anzahl der Aktien angeben. Den Zettel behalten Sie aber vorläufig, denn es wird.später über die zweite Resolution abgestimmt werden und dann schreiben die Aktionäre in den zweiten Teil des Viereckes: für oder gegen und geben wieder die Anzahl der Aktien an. Hierauf müssen zwei Skrutatoren gewählt werden und ich schlage hierfür einen Aktionär von der Majorität und einen von. der Minorität vor. Es werden hierauf die Stimmzettel gezählt werden, das kann aber nur provisorisch sein, weil die Aktienregister nicht hier sind. Es kann also hier nur provisorisch das Resultat der Abstimmung festgestellt werden. Es ist jedoch notwendig, dass auch zwei Skrutatoren, die in London wohnen, gewählt werden. Diese werden feststellen, ob tatsächlich nur Namensaktionäre gestimmt haben, und erst nach dieser im Einvernehmen mit dem Sekretär der Bank erfolgten Feststellung wird innerhall) der in den Statuten festgesetzten Frist das definitive Resultat der Abstimmung bekanntgegeben werden. Lautet diese Abstimmung auf Annahme der Resolutionen, dann wird die zweite Generalversammlung einberufen worden, lautet sie aber auf Nichtannahme, dann entfällt die zweite Generalversammlung. ich verlange also die Einleitung der Abstimmung durch Stimmzettel. Aktionär Wolf: ]*)ie Aktionäre der Bank sind über die ganze Welt zerstreut. Man soll diese Resolutionen allen Aktionären zuschicken und sich erkundigen, wer dafür und wer dagegen ist. (Lärm und .Widerspruch.) P r ä s i d e n t: Die Art und Weise des Vorgehens, die Sie vorschlagen, ist zwar sehr bequem; wir haben es aber nach den Statuten bequemer und brauchen nur zu annoncieren, wen es interessiert, der kann es lesen.