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Die Welt · 1905-08-11 · 32 (11.8.1905) · page 7

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
32 (11.8.1905)
Date
1905-08-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Mr. 32 „bis * Welt" Seite 1 erwartet hatte. Es wird nötig sein, überall Rednerlisten aufzustellen und dafür zu sorgen, dass die verschiedenen Vorträge, welche eine Gruppe im Laufe einer Saison veranstaltet, zueinander passen und einander ergänzen. Wenn es endgültig durchgeführt wird, dass alle liedner wenigstens eines Landes sieh unter Angabe ihrer Vortragstitel bei einer Zentrale melden, so wird die Veranstaltung der von verschiedenen Rednern in einer Stadt zu haltenden Vorträge schliesslich ein harmonisches Ganzes bilden. Auch an dieser /Meile empfehle ich wieder den Besuch der grösseren Gruppen eines Landes durch ausländische Redner. Auch das wird sich durch die Zentralleitung ohne grosse Mühe bewerkstelligen lassen. Des öfteren ist die Anregung gegeben worden, bezahlte Wanderredner anzustellen. Ich glaube, dass wir in der glücklichen Lage sind, ohne Bezahlung über eine Reihe tüchtiger Agitationsredner zu verfügen, wenn ich auch die Verhältnisse ausserhalb Deutschlands nur vom Hörensagen kenne, und dass wir jedenfalls von Kongresses wegen von der Anstellung solcher Wanderredner absehen können. Auch für die Ausbildung von Rednern kann durch die seminaristischen Uebungen, die ich erwähnte, gar vieles geschehen. Empfehlenswert wäre, kurze und volkstümliche Agitationsvorträge zu sammeln, diese aber nicht der Oeffentlichkeit zu übergeben, sondern nur auf Wunsch den Vertrauensmännern kleiner Ortsgruppen zuzusenden, damit diese durch Verlesung solcher Referate, so gut es eben geht, die auswärtigen Redner ersetzen. In grösseren Gruppen wird es sich empfehlen, Kurse über den Zionismus zu veranstalten, in welchen durch eine Reihe fortlaufender Referate, die jeweils von einem anderen Mitglied e übernommen werden, Aufsehluss über alles Interessierende für diejenigen gegeben wird, welche in die Materie näher eindringen wollen. Die grosse, ihrer Pflicht bewusste Weltpresse ist gern bereit, wie hier durch die Kongressberichte, so auch sonst, wenn Dinge von allgemeinem Interesse geschehen, uns ihre Spalten zu erschliessen. Nur muss dafür gesorgt werden, dass authentische Mitteilungen in regelmässigen Zwischenräumen an sie gelangen. Deshalb wird nun endlich der langgehegte Wunsch erfüllt werden müssen, dass am Sitze unserer Zentralleitung eine Korrespondenzredaktion eingerichtet wird, die gehalten ist, in regelmässigen Zwischenräumen, mindestens allmonatlich, unter dem Titel „Jüdische Korrespondenz" alle Zeitungen gegen die Erhebung einer massigen Abonnementsgebühr mit Mitteilungen nicht nur aus der Bewegung, sondern überhaupt aus allen Gebieten dier jüdischen Interessensphälre zu versorg^nj. Das wird für unsere Propaganda von ungeheurer Wichtigkeit sein; auf diese Weise wird aber auch in absehbarer Zeit das unselige Missverständnis schwinden, nach welchem bislang jene gekennzeichneten Blätter als Vertreter jüdischer Anschauungen aufgefasst wurden. Dann wird eine offizielle Auskunftsstelle über jüdische Angelegenheiten existieren, diejenigen aber, welche künftig entstellende Nachrichten bringen,, werden nicht mehr guten Glauben vorschützen können. Diesen Vorschlag lege ich dem Kongresse ganz besonders ans Herz. Es wird dieses Bureau von vorneherein in allen Orten der Welt in den Vertrauensmännern eifrig interessierte Akquisiteure besitzen. Mit der Einrichtung dieser Korrespondenz werden wir nicht nur unserer Bewegung einen gewaltigen Nutzen verleihen, sondern alle jüdischen Interessen unterstützen und uns die Grossmacht der Presse selbst, eine Grossmacht, die gewiss nicht zu vernachlässigen ist, zu Dank verpflichten. Die Anregungen, die für Propaganda und Agitation hier gegeben werden, tragen notwendig den Charakter grosser Allgemeinheit an sich. Die Bedürfnisse in den einzelnen Ländern sind allzu verschieden, als dass sehr vieles gemeinsam geregelt werden könnte. Je mannigfaltiger die Propagandatätigkeit sich gestaltet, desto stärker wird die Notwendigkeit, Garantien für ihre Einheitlichkeit zu schaffen. Es handelt sich ja um eine Arbeit, die dereinst, wenn unsere Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden, sich erübrigen wird, die aber aliein allen unseren Arbeiten die volle Basis gibt; von ihr hängt es ab, welches Material dereinst zu dem Bau, den wir aufführen wollen, geliefert werden wird, von ihr der Bebtand und die Tüchtigkeit des ganzen Werkes. Da ist es jetzt, da die schweren Zeiten unserer Anfangsperiode hinter uns liegen, jene Zeiten, in denen uns mit unvergleichlicher Schärfe, wie sie kaum wiederkehren wird, von allen Seiten entgegengetreten wurde, wo wir auf unbekantem Gebiete uns mühsam den Weg bahnen mussten, wo aber auch der erste Impuls, die Begeisterungskraft der neuen Idee, wo vor allem die herrlich ragende Gestalt unseres grossen Führers Werbekräfte unvergleichlicher Art waren, üa ist es jetzt unsere Aufgabe, durch das System zu ersetzen, was wir an hinreissender Kraft und an Genie verloren haben. Bislang haben wir die Frage der Propaganda nebenbei behandelt und als Kongress nichts Positives getan. Ich gestatte mir, dem Kongress einige Anträge zur Beschlussfassung vorzulegen, und bemerke, dass ich mich lediglich auf die wichtigsten Punkte beschränkt habe, alle Einzelheiten aber gerne dem von Ihnen einzusetzenden Ausschusse überlassen sehen möchte. I. Der Kongress stellt'folgende L e i t - s ätze f ü r d i e Agitation auf:*) 1. Bei der Propagierung des Zionismus ist die Darlegung des historischen Werdeganges der Bewegung und die nachdrückliche Betonung der nationalen Grundlage unserer Idee unerlässlich. E*> ist ferner ausdrücklich festzustellen, dass der Zionismus nicht für einen Bruchteil, sondern für die Gesamtheit der Juden arbeitet. 2. Der Schekel darf von denjenigen Juden entgegengenommen werden, welche sowohl die öffentlichrechtliche Sicherung der angestrebten Heimstätte wie deren Errichtung in Palästina als wesentliche Bestandteile des Programms anerkennen — auch über die nationale Grundlage des Zionismus unterrichtet si&d. II. Der Kongress beschliesst die Einsetzung eines Agitationsausschusses, bestehend aus dem Präsidenten der Organisation und zwei an dessen Sitze wohnenden Mitgliedern, sowie je einem Vertreter jeder Landsmannschaft. Diesem Ausschüsse wird aufgegeben: a) Die Einrichtung einer Zeitungskorrespondenz unter dem Kamen „Jüdische Korrespondenz/'; b) die Ausarbeitung eines jährlich neu zu redigierenden Agitationsplanes — unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der einzelnen Länder; c) die agitatorische Arbeit fortdauernd zu überwachen, um die Einheitlichkeit der Bewegung zu erhalten. III. Sämtlichen Gliedern der Organisation wird zur Pflicht gemacht, den Agitationsaussehuss in seiner Arbeit zu unterstützen — insbesondere sind alle Ortsgruppen verpflichtet, dem Ausschussvertreter ihres Landes genauen Bericht über die entwickelte agitatorische Tätigkeit zu erstatten. IV. Dem A.-C. wird aufgegeben, monatliche offizielle Mitteilungen über den Stand der Bewegung an die Vertrauensmänner gelangen zu lassen.. *) Siehe „Die Welt*', Separatausgabe Nr. 5.

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