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Die Welt · 1905-08-02 · 31 (2.8.1905) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
31 (2.8.1905)
Date
1905-08-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 „Die # Welt" Separat-Ausgabe No. 31 Montag Nachmittags-Sitzung. Beginn 4. 30. Vorsitzender Wolffsohn macht einige geschäftliche Mitteilungen und erteilt das Wort dem Deleg. S t a r e t z : (spricht hebräisch) Er schlägt vor, dass sämtliche Anträge in die russische und jüdische Sprache übertragen werden mögen, damit sämtliche Teilnehmer des Kongresses sich an der Debatte beteiligen können. Hierauf erhält das Wort zu einem Antrage Deleg. Ussischkin (von Beifall begrüsst): Seine Resolution lautet: Der YII. Zionisten-Kongress beschliesst: Da s parallel der politisch-diplomatischen Tätigkeit als reale Unterlage und zur Stärkung derselben, entsprechend demPunkte 1 dos Basler Programmes die systematische Ausgestaltung unserer Positionen in Palästina erfolgen müsse, und zwar durch folgende Mittel: 1. Allseitige Erforschungsarbeir, 2. Förderung von Agrikultur, Industrie u s.w. in möglichst demokratischem Geiste, 3. Kulturelle und ökonomische Hebung und Organisation der palästinensischen Judenhcit durch Arbeit im L a n d e und durch Heranziehung neuer Kräfte, 4. Erstrebung der für die Hebung Palästinas notwendigen Reformen in Bezug auf Verwaltung. Der VII, Zionisten-Kongress lehnt die sogenannte Kleinkolonisation, d h. jede planlose, unsystematische und philanthropische B^siedlungstätigkeit ab. R e z e k (Prag). Ich erlaube mir, Ihnen namens der böhmischen Zionisten folgendes vorzutragen: Wir stehen auf dem Herzischen Standpunkt des Basler Programms, Palästina ist und bleibt uns das unverrückbare Ziel der zionistischen Bewegung. Zur Erreichung dieses Zieles, dem wir mit allen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Mitteln zustreben, halten wir eine nationale, autonome Siedlung auch auf einem ausserhalb Palästinas gelegenen Gebiete nach wie vor als ein Mittel und deshalb im Rahmen des Basler Programms gelegen. G i s s i n (Mohilew) spricht russisch und übersetzt hernach. Die Mitglieder des A. C. vertreten den Wunsch der Selbstbesteuerung in einem bestimmten' schon ausgearbeiteten System. Nach 2 Jahren wird auf dem Kongress bestimmt, wie das Geld zu verwenden sei. 2. Soll ein Bildungsfonds in Palästina gegründet werden. AHr vorher soll eine Kommission und eine Liga zur Verbreitung der Bildung in Palästina gegründet werden. G o 1 d e n b e r g. (Spricht russisch, Herr Weitzmann übersetzt wie folgt): Er erklärt, dass keine Kleinkolonisation in Palästina möglich ist, dass man auf grosse Schwierigkeiten stossen werde und dass die Türkei nicht gestatten würde, dass die endgültige Durchführung des Basler Programms geschehen könne; deshalb schlägt er vor, dass vom Kongress aus kein Antrag angenommen werden soll, der dahin zielt, dass man sich mit Kleinkolonisation beschäftigen soll. Man müsse zuerst den Charter bekommen oder grosse Konzessionen, Eisenbahnen etc., dann erst könne man mit Kleinkolonisation anfangen. Vorsitzender Wolffsohn. Es liegt ein Antrag von Frau Dr. Kritschewski vor, die Rednerliste zu schliessen und ein zweiter Antrag, die Redezeit auf 5 Minuten zu beschränken. Es sind noch 86 Redner angemeldet zum Bericht der Palästinakommission, im ganzen 39 Redner. Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir zunächst über den Bericht des A. C. zu diskutieren haben, ferner über Organisation, die Hauptsache, ferner das Referat Kremenezki anhören und über Propaganda und Agitation reden müssen. Dann aber hat der Kongress auch noch beschlossen, über die Bank zu beraten. Ich mache Sie hierauf aufmerksam und möchte den Antrag der Frau Dr. Kritschewski zur Abstimmung bringen. Der Antrag lautet auf Schluss der Rednerliste. Architekt 0. M armore k. Ich weiss nicht, was man von Palästina sagen kann, was nicht schon gesagt worden ist. Aber bedenken Sie, wir haben sehr viel zu sagen über die Tätigkeit des A. C. und sehr viel zu den andern Punkteu. Ich bitte Sie. wenn Sie wollen, dass der Kongress morgen Abend geschlossen werden soll, lieber einen Generalredner oder zwei zu wählen und lieber weiter zu gehen, sonst werden Sie es erreichen, dass wir z. B. über den Bericht des Nationalfonds und Organisation gar nicht werden sprechen können und dass Sie heute nicht über die Bank werden reden können. Bedenken Sie, wir dürfen keine Nachtsitzung abhalten, das hat die Haltung an dem gewissen Samstag bewirkt. Bitte, nehmen Sie meinen Vorschlag an. Dr. Pasmanik spricht gegen Abkürzung der Palästin adebatte. Im schlimmsten Falle könne man den Kongress um einen Tag verlängern. Der Antrag: Schluss der Rednerliste wird mit grosser Mehrheit angenommen. Zur Geschäftsordnung spricht Dr. Grünhut (Jerusalem): Wir sind vollkommen einverstanden mit dem Referat der Palästinakommission, wünschen jedoch, dass eine zweite Kommission eingesetzt werde, welcher gewissermassen die Kontrolle übertragen würde über alles, was in Palästina geschieht. Scheinkin (spricht Jargon). Man kann wohl zwei Generalredner wählen, einer für und einer gegen Aber zum wichtigsten, zum Berichte der Palästinakommission sollte den eingeschriebenen Rednern 5 Minuten Redezeit gegeben werden. Frau Swenigoroskaya: Bei den früheren Traktanden wurde die Redezeit nicht begrenzt, jetzt, wo wir vom Wichtigsten, von der Palästinakommission sprechen, soll die Redefreiheit begrenzt werden! Lassen wir die Redefreiheit, reicht die Zeit nicht aus, so soll der Kongress einen oder zwei Tage verlängert werden. Dr. Lee wo: Ich muss mich ebenfalls gegen den Antrag wenden, jetzt Generalredner einzusetzen und zwar aus einem speziellen Grunde. Die Debatte über die Tätigkeit der Palästinakommission muss auch uns, die wir einen ganz speziellen Standpunkt vertreten, den der kulturellen Arbeit in Palästina, die Möglichkeit gewähren, das Programm unserer Tätigkeit auseinanderzusetzen. Ich speziell habe den Auftrag übernommen betr. der Bibliothek in Jerusalem zu sprechen. Dazu kommt, dass es keine wichtigere Frage auf dem Kongresse überhaupt gibt, als die positive Arbeit in Palästina, sowohl vom Standpunkte derjenigen, die nach meiner Meinung nicht mit Recht diese Arbeit für nicht angebracht erachten, als um so mehr für diejenigen, die den Schwerpunkt der Arbeit nach Palästina verlegt wünschen. Darum beantrage ich Ihnen den Antrag auf Wahl von Generalredner abzulehnen. In der Abstimmung wird der Antrag mit grosser Mehrheit abgelehnt, hingegen der Antrag, die Redezeit der eingeschriebenen Redner auf 5 Minuten zu beschränken, angenommen. Widrin spricht russisch. Temkin übernimmt das Präsidium. Scheinkin ist im Prinzip mit der Palästinaarbeit einverstanden. Es hat keinen Zweck, raeint er, viel zu

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