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Die Welt · 1905-08-02 · 31 (2.8.1905) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
31 (2.8.1905)
Date
1905-08-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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1 Seite 2 „Die $ Welt" Separat-Ausgabe No. 31 einen Ausschuss für Propaganda zu .bilden, aber die Vertreter der Kommission gerade unter den Mitgliedern der leitenden Körperschaften suchte. Unter diesen Kommissionen steht an erster Steile die Propagandakommission. Bis jetzt war unsere Propaganda den lokalen Organen überlassen. Niemand wird verkennen, von welch grosser Bedeutung es wäre, wenn furderhin die Propaganda in energischer Weise auf dem Wege der Verständigung der Vertreter einer Propagandakomraissiön geführt würde. Als Werkzeug der Propaganda betrachten wir die Einsetzung einer Propagandakommission, die ihre Mitglieder in allen Hauptzentren der Bewegung haben soll. Ihre Aufgabe wird sein, die lokale Propaganda zu überwachen, besonders auf einheitliches Vorgehen hin, grosse Veranstaltungen in den Hauptzentren mit Redneraustausch zu organisieren, dafür zu sorgen, dass Kräfte, welche sich organisatorisch zu betätigen wissen, nach Gebieten, geschickt werden, wo keine Gruppen bestehen, um neue Gruppen zu schaffen, ferner die Uebervvachung der Parteiorgane und Schaffung neuer Propagandaorgane. Dr. Gronemann hat ein national-jüdisches Tagblatt angeregt, eine Idee, die ich bereits in einem Aufsatz über die Entwicklung des Zionismus ausgesprochen hatte. Präsident Wolffsohn: Im Interesse der Tagesordnung bitte ich Sie, sich kurz zu fassen und zu Ihrem Antrag zu gelangen. Dr. Nossig: Eine weitere Aufgabe wräre die anziehendere Gestaltung der Kongresse nach der propagandistischen Seite hin. Wenn wir an die erste politische AVoche eine zweite anschlössen, die mehr der Schaulust und den gesellschaftlichen Brdürfnissen Rechnung trüge, wenn wir eine Ausstellung der Schulen und sonstigen Anstalten aller jüdischen Organisationen veranstalteten, wenn wir die Vertreter dieser Organisation als Gäste einlüden, wenn wir aus den Werken der jüdischen Maler und Bildhauer einen vornehmen Salon zusammenstellten, wenn wir auch nicht jüdische Eedner, die mit unserer Bewegung sympathisieren, an unseren Kongressen auftreten Hessen, dann könnten wir nicht 2—3000, sondern 10,000 von unseren Stammesgenossen heranziehen, besonders wenn . der Kongress von Zeit zu Zeit auch in grossen Residenzen stattfände. Manche hervorragende Gesinnungsgenossen haben sich bereit erklärt, einer derartigen Kommission beizutreten, so die Herren Dr. Max Nordau und Dr. Alexander Mamorek für Paris, Dr. Tschlenow und Rosenbaum für Russland. Der schwierigste Punkt des Antrages ist die Dotierung einer solchen Kommission. Die Antragsteller betrachten es als unerlässlich, sie mit 12,000 M. jährlich zu dotieren. Aus einer Beratung mit der Leitung unserer Bewegung und besonders unserer Finanzautorität Herrn Wolffsohn, hat sich ergeben, dass dafür nicht ein Pfennig neuen Geldes beschaffen werden muss. Pür die Propaganda werden heute schon 60 — 70 000 Schekel bezahlt. Man hätte bloss die Summe von 12 000 M. auf die einzelnen Landsmannschaften umzulegen. Antrag betreffend die Einsetzung einer Propaganda-Komraissio n. 1. Behufs energischer und planvoller Führung der zionistischen Propaganda in allen Ländern wird eine Propaganda-Kommission eingeseszt, deren Mitglieder auf alle Hauptzentren der Bewegung verteilt sind. 2. Zunächst werden Kollegien von je 3 Mitgliedern in Russland, Berlin, Wien. Paris, London und New- York in Aussicht genommen. 3. Die Kollegien sind gehalten, in steter enger Führung untereinander sowie mit dem Aktionskomitee und den leitenden Körperschaften der Landesorganisation zu verbleiben. Die Verständigung vermittelt das am Sitze des engeren Aktionskomitees bestehende Kollegium, das entweder durch ein Mitglied in dem engeren Aktionskomitee vertreten zu sein oder mindestens zu den Sitzungen des grossen Aktionskomitees einen Vertreter mit beratender Stimme zu entsenden hat. 4. Die Kollegien haben das Hecht der Kooptierung sowie der Erneuerung von Vertrauensmännern und Korrespondenten. 5. Zu den Aufgaben der Propaganda-Kommission gehören: a. Die Belebung der zionistischen Agitation durch Veranstaltung von Versammlungen, Entsendung von Rednern, Veröffentlichung von Propaganda - Schriften u. A. b. Die IJeberwachung der lokalen zionistischen Propaganda in den einzelnen Ländern und die Wahrung der Einheitlichkeit derselben. c. Die Ausdehnung der zionistischen Organisation durch Schaffung neuer Gruppen. d. Die Ausdehnung der Einflussphäre der zionistischen Organisation durch Anknüpfung und Unterhaltung von Beziehungen mit anderen jüdischen Organisationen, mit der nichtzionistischen Presse u. A. e. Die Kontrolle über die bestehenden zionistischen Parteiorgane und die Schaffung neuer Propaganda- Organe. f. Die Vorbereitung der Kongresse nach der propagandistischen Seite hin. g. Für die Durchführung ihrer Zwecke wird der Propagandakomniission zunächst eine jährliche Dotierung von 12000 Mk ausgesetzt, die wie es bis jetzt mit den für Propagandazwecke bestimmten Beträgen geschieht« proportionell auf die Landes - Organisationen umgelegt wird. . Dr. Alfred Stand. Dr. Alfred Nossig. Ich möchte zum Schluss Herrn Gronemann als Referenten ersuchen, sich mit uns zu vereinigen, sodass unsere Anträge gemeinsam zur Abstimmung gelangen können. (Beifall.) Dr. Hantke, Referent des Permanenzausschusses verliest die Liste der 27 Mitglieder, welche der Permanenzausschuss gewählt hat, um die Organisationsfrage zu beraten und beantragt die Wahl durch Akklamation zu bestätigen. Herr Dr. Dessau protestiert im Namen der italienischen Kollegen dagegen, dass sie vom Permanenzausschuss aus der Konnnission zur Beratung des neuen Organisationsstatuts ausgeschlossen worden seien und dass Herr Advokat Sullam, den sie vorgeschlagen hätten, nicht gewählt worden sei. Er appelliert an den Kongress. (Beifall). Vizepräsident Dr. Marmorek beantragt die Wahl der beiden Herren Sullam aus Venedig und Cowen aus England. Moritz Levy, Basel: Für die Schweiz fehlt ebenfalls ein Mitglied. Wir schlagen Ihnen vor Herr Dr. Wormser aus Basel. Präsident Wo 1 f fs ohn bringt den Antrag des Hrn. Dr. Marmorek zur Abstimmung. Er wird mit grosser Mehrheit angenommen. Somit sind die Herren Sullam und Cowen gewählt. Der Präsident bittet, dass die Kommission Herrn Dr. Worms er kooptiert. Architekt Marmorek hat Bedenken gegen die Wahl des für den Organisation - Ausschuss vorgeschlagenen Herrn Dr. Kokesch, weil nach dem Organisationsstatut jedes Mitglied des A.C. bereits das Recht

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