Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 9 (1905)
- Issue
- 31 (2.8.1905)
- Date
- 1905-08-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316128-3316164--47188-3342060- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Redaction und Administration WIEN IX., Türkenstrasse 9. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaktion oder Administration: Wien, IX., Türkenstrasse Nr. 9, zu richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und unverlangte Manuskripte weder zurückgesendet noch aufbewahrt. Preise der Anzeigen Die viermal gespaltene Petitzeile oder deren Raum 30 h — 30 Pfg. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. B6ZU^SpF6iS6 ' ^esterreicn"^n£arn: ganzJährig Kr. 12.—, halbjährig Kr. 6.- vierteljährig Kr. 3.—. Für das Ausland: Deutschland ganzjährig Mk. 13.70, halbjährig Mk. 6.85, vierteljährig Mk. 3.45; England ganzjährig Shg. 14.—, halbjährig Shg. 7 —, vierteljährig Shg. 3.0; Russland ganzjährig R. 7.—, halbjährig R. 3.50, vierteljährig R. 1.75; Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig Frcs. 17.—, halbjährig Frcs. 8.50, vierteljährig 4.25; Amerika ganzjährig Doli. 3.40, halbjährig Doli. 1.70, vierteljährig Doli. —.85. No. 31. Basel, 2. August 1905 — 1. Ab 5665. 9. Jahrgang. jfin unsere JCeserf J)iese JYummer erscheint mit dem J)atum vom 2. jfiugust statt unserer freitag-jVummer. ])ie Redaktion. Montag. 31. Juli. Vormittagssitzung. D. \V ol ff söhn eröffnet 103A Uhr die Sitzung. Bevor wir in der Diskussion über die Propaganda- Agitation fortfahren, erteile ich das Wort Herrn Dr. Jeremias zu einer Erklärung. Dr. Jeremias: Verehrte Delegierte! Da gestern der verehrte Präsident irrtümlich festgestellt hat, dass die Anträge einstimmig angenommen sind, so halte ich mich im Auftrage des grössten Teils der Minorität lür verpflichtet, folgende Verwahrung abzugeben, die ich bitte, in das Protokoll aufzunehmen: Wir stehen auf Dr. Herzls Standpunkte. Das zionistische Palästina ist und bleibt unser unverrückbares Ziel der zionistischen Bewegung. Zur Erreichung dieses Zieles, dem wir mit allen politischen Mitteln zustreben, halten wir eine Besiedelung auch auf einem ausserhalb Palästina gelegenen Gebiete nach wie vor als zweckdienlich und deshalb im* Rahmen des Basler Programms gelegen. Wir haben daher gegen die Beschlüsse gestimmt und werden auch weiterhin unseren politischen Standpunkt vertreten. Vorsitzender D. Wolffsohn: Haben Sie die Erklärung im Namen eines Teiles der deutschen Landsmannschaft gemacht? Dr. Jeremias: Ich möchte feststellen, dass wir keinen Wert darauf gelegt haben, für die Erklärung eine grosse Zahl von Namen zu sammeln. Ich kann erklären, dass ich namens eines grösseren Teiles der deutschen Landsmannschaften sprach. Ich lege keinen Wert auf Namen. Es wäre uns wichtig gewesen, die Namen in der verlangten, aber nicht gewährten namentlichen Abstimmung wissen zu lassen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass mich die Herren Dr. Gronemann, Dr. Kalmus und Dr. Wormser beauftragt haben, für ihre Auftraggeber diese Erklärung zu verlesen. (Beifall.) Hierauf wird die Diskussion über die Propaganda und Agitation eröffnet. Als erster spricht Dr. N o s s i g : Unabhängig von dem Referate des Herrn Dr. Gronemann hat Herr Dr. Adolf Stand im Verein mit mir eine Serie von Vorschlägen zur Organisation der Propaganda formuliert. In gewissen Modalitäten der Ausgestaltung der Kommissionen weichen wir vom Referenten ab. Zur Begründung dieser Abweichungen muss ich zunächst ein allgemeines Prinzip unserer Organisation berühren, dessen Einführung sehr erwünscht wäre. Die im Organisationsstatut vorgesehenen Körperschaften: das kleine und grosse Ä. C, haben sich für die vielseitigen unr umfassenden Aufgaben, die das Basler Programm dem Zionismus bietet, als zu klein erwiesen. Andererseits gab es eine ganze Reihe von Kräften, die für den Zionismus nicht so ausgenützt wurden, wie sie ausgenützt werden könnten. Diesen beiden Schäden kann nur abgeholfen werden, indem Kommissionen gebildet werden, welche dem A. C. einen Teil der Arbeit abnehmen. Dieses Prinzip der Arbeitsteilung ist ein allgemeines Gesetz, welches in allen grösseren Organeu zur Geltung gekommen ist. Man hat bereits begonnen, Kommissionen zu schaffen, - sie hatten aber keine Vertreter im A. C. Erst auf dem letzten Kongress hat man die Schaffung einer ernsten und leistungsfähigen Kominission beschlossen, der Pallistina-Kommission. Sie werden zugeben, dass sie sich äusserst nützlich erwiesen hat ohne einen Kompetenzkonflikt zu haben. . Das Beispiel der Palästina-Kommission kann zu einer systematischen Ausgestaltung der Kommissionen ermuntern. In der politischen und finanziellen Tätigkeit wäre die Heranziehung von Kräften durch Bildung von Kommissionen erwünscht. Diese Kommissionen müssten aber einen Vertreter im A.-C. haben. Das ist der springende Unterschied zwischen unsern Anträgen und denjenigen des Herrn Gronemann, welcher sich darauf beschränkt, f