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Die Welt · 1905-08-01 · [Separat-Ausgabe] (1.8.1905) · p. Seite 10

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
[Separat-Ausgabe] (1.8.1905)
Date
1905-08-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 10 „Die # Welt" Separat-Ausgabe No. 4 studiert wurden. Ueber diese ist nunmehr folgendes zu sagen: 9. Die Kommission unternahm auf Grund der Feststellungen von Fachleuten, die ergab, dass Baumwolle mit Erfolg in Palästina angebaut werden kann, Yersuche zur Einführung dieser Kultur im Lande. Durch die Vertrauensmänner der Kommission wurden in verschiedenen Teilen Palästinas Versuche mit Baumwolle veranlasst, sowie auch in eigener Regie kleinere Flächen angebaut. Die Baumwollfelder versprechen einen befriedigenden Ertrag, und wir können wohl sagen, dass das erste Experiment in dieser Richtimg als befriedigend angesehen werden darf. Wir werden selbstverständlich auch weiterhin der Frage der Ausbreitung der Baumwollkultur in Palästina unsere Aufmerksamkeit zuwenden und sind überzeugt, dass dem Lande in dieser Kultur ein bedeutender Faktor wirtschaftlichen Reichtums geboten werden wird. 10. Im Laufe der beiden Berichtsjahre unternahm die Kommission vorbereitende Schritte zur Gründimg einer landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina. Wir haben schon mehrfach Veranlassung genommen, über die Notwendigkeit und Zweckmässigkeit einer solchen Gründung uns zu äussern, und weisen darauf hin, dass eine systematische Erschliessung eines Landes in wirtschaftlicher Beziehung ohne eine solche Versuchsstation unmögiieh ist. Wir waren in der Lage, den hierfür erforderlichen Boden auszusuchen, sowie einen Teil der für die Gründung und Einrichtung notwendigen Mittel zu beschaffen. Die Errichtung der ersten landwirtschaftlichen Versuchsstation in Palästina wird eine Epoche in der Geschichte unserer bisherigen Kolonisation bedeuten, denn sie wird ihr erst die wissenschaftliche und wirtschaftliche Grundlage schaffen, die ihr bis heute gemangelt hat. Ausserdem wird eine zukünftige Kolonisationstätigkeit sich auf einwandfreie Ergebnisse aufbauen können, die ihr den Charakter einer planmässigen und systematischen Arbeit aufdrücken werden. Selbstverständlich wird die Gründung einer einzigen Station noch lange nicht das letzte Wort in dieser Rieht ung bedeuten. Es werden später für die verschiedenen Teile des Landes im Hinblick auf ihie verschiedenen Bedingungen besondere Stationen entstehen müssen. 11. Schliesslich gehört noch in die Kathegorie der eigenen Unternehmungen wirtschaftlicher Natur die B egutachtung von verschiedenen in Palästina stattgehabten Bodenkäufen durch die Vertrauensleute der Kommission. Die Bedeutimg solcher Begutachtungen, besonders fiL die wichtige Frage des Landerwerbs ist jedermann klar und so brauchen wir bei diesem Punkte nicht länger zu verweilen. b. Zu den Unternehmungen, die unsere Kommission vorbereitet hat, gehören die folgenden: 12. Wir nahmen Anteil in Verbindung mit unseres Bank an der Gründung der „Palästina-Handels- Gesellschaft" in Hamburg, sowohl durch persönliche Mitwirkung der einzelnen Mitglieder der Kommission an den Gründlings-Verhandlungen, wie auch durch die Lieferung der erforderlichen wirtschaftlichen Unterlagen. Das Ergebnis dieser Arbeit war die Beteiligung unserer Kolonialbank mit 22 500 Mark an dieser Gesellschaft. 13. Die Kommission nahm Anteil, ebenfalls in Verbindung mit der „Jüd. Kolonialbank", an der Gründung der „Deutsch-Levantinischen Baumwoll-Gesellschaft". Diese Gesellschaft hat zur Aufgabe, die Baumwollkultur in Kleinasien und Nordsyrien durch Regelung des Absatzes und Förderung des Anbaues zu entwickeln. Unsere Bank partizipierte an dieser Gesellschaft mit 25 000 Mark, wofür sie die Zusicherung erhielt, dass auf der Baumwollstation, die zunächst in der kilikischen Ebene gegründet werden soll, jüdische Arbeiter im Baumwollbau ausgebildet werden sollen. Angesichts der von uns parallel in Palästina unternommenen Baumwollkultur-Versuche ist wohl die Bedeutung einer solchen Beteiligung seitens unserer Bank einleuchtend. 14) Einer ganz anderen Natur ist die von der Kommission in Vorbereitung begriffene „Gesellschaft zur Einführung jüdischer Hausindustrien und Kunstgewerbe in Palästina", die unter dem Namen „Bezalelu durch die jüdische Presse bekannt geworden ist. Diese Gesellschaft, die, wie aus ihrem Namen ersichtlich ist, die Schaffung von neuen Erwerbsmöglichkeiten für die städische und ländliche Bevölkerung zum Ziele hat, wird zweifelsohne einen kolossalen Einfluss sowohl auf die wirtschafliche Lage, wie auf die Moralität der palästinischen Juden haben. Dieses Werk, welches seit einer Reihe von Jahren von dem Ihnen allen bekannten Bildhauer Professor Boris Schatz vorbereitet wird, wird in diesem selbst den berufensten und tüchtigsten Meister finden. Wie Ihnen aus den Publikationen der Gesellschaft „Bezalel" bekannt ist, begibt, sich Prof. Schatz demnächst nach Palästina, um mit der Ausführung des Werkes zu beginnen. 15) Endlich wurden von der Kommission Erkundigungen zwecks Bildung von Transport-.un d Bergwerksunternehmungen in Palästina gemacht. Der Charakter dieser Arbeiten gestattet vorläufig nicht, ausführlicher auf sie einzugehen. c. Wir gelangen schliesslich zur letzteu Gruppe der wirtschaftlichen Unternehmungen unserer Kommission, als da sind: 16) Die Organisationsarbeiten für die Gründung einer Farm für die Kischenewer Waisen. Für diese Farm wurde ein passendes Terrain bereits ausgesucht und erworben. 17) Die Institution einer Oelbanmspende, die, wie es Ihnen allen bekannt ist, den Zweck verfolgt, auf den vom Nationalfond erworbenen Ländereien, die sich speziell für die Pflanzung von Oelbäumen eignen, solche anzubauen. Diese Idee fand bis jetzt leider nur bei einem Teil der zionistischen Welt den gewünschten Anklang. Es haben sich speziell die deutschen Gesinnungsgenossen für den Vorschlag interessiert, während er mangels einer geeigneten Organisation ausserhalb Deutschlands wenig Ausbreitung gefunden hat. Bis jetzt wurden annähernd 1500 Bäume gespendet, und wir werden in der Lage sein, im Laufe des kommenden Winters die erste Pflanzung, auf einem dem Nationalfond von einem Gesinnungsgenossen geschenkten Boden, anzulegen. Nachdem nunmehr die Statuten für die Oelbaumspende in unseren offiziellen Organen publiziert worden sind und später zweckentsprechend unter unseren Volksmassen verbreitet werden sollen, ist zu hoffen, dass diese hochwichtige Institution sich weitere Sympathien erobern wird. Hochverehrter Kongress! Aus unserem Bericht haben Sie ersehen können, dass wir im Laufe der Berichtszeit uns Mühe gegeben haben, nach Möglichkeit auf den verschiedenen Gebieten der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erforschungs¬ und Erschliessungsarbeit in Palästina tätig zu sein. Es wird Ihnen nicht entgangen sein, dass unserer ganzen Arbeit ein gross angelegter Plan und ein System zugrunde liegen. Selbstverständlich wären wir nicht im Stande, das Pensum unserer Arbeit zu erledigen, wenn wir nicht eine Reihe von treuen und zuverlässigen Mit-

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