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Die Welt · 1905-07-31 · [Separat-Ausgabe] (31.7.1905) · page 4

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
[Separat-Ausgabe] (31.7.1905)
Date
1905-07-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 „Die & Welt" Separat-Ausgabe No. 3 "Wahlen in. Russland; es muss festgestellt werden, wie es mit diesen Wahlen steht. Dr. Nordau: Die Mandate sind ordnungsmässig dem Legitimationsausschusse zugewiesen worden und wird, .-derselbe nicht verfehlen hier Bericht zu erstatten, sobald er seine Arbeit vollendet hat. D a v. Trietsch: Meine Damen und Herren! Ich muss meinen vorherigen Antrag aufrecht erhalten, nachdem die Generalredner proportional nach den Anmeldungen zum Wort gewählt worden sind. Die Herren, die momentan in der Minderheit sind, werden auf diesen Proporzwahlmodus eingehen, denn Sie haben in den Vorkonferenzen selbst die Proportionalwahl beantragt. Es geht auch nicht an, dass wir es anders machen, denn es ist ja sonst möglich, dass wenn 10 Redner pro und 100 contra eingeschrieben sind, man sich mit 10 auf jeder Seite einigen würde. Das geht nicht an, darum muss ich darauf bestehen, dass mein eingereichter Antrag ordnungsgemäss zur Abstimmung kommt. Dr. Nordau: Dieser Antrag kann nicht zur Abstimmung gelangen, da die Zione Zion auf ihre Redner verzichtet haben. D a v. Trietsch: Dann werde ich meinen Antrag modifizieren. Ich habe nicht gemeint, dass nur 8 Generalredner sprechen sollen, aber es soll das proportionelle Verhältnis aufrecht erhalten werden. Wenn der Zione Zion 6 Redner hat, so soll die gegnerische Partei nur 2 haben, entsprechend der Proportionalität. Wir erreichen dadurch, dass wir den wenigen Rednern eine längere Zeit zum sprechen gewähren können. Wenn wir bis heute Abend den Uganda-Kongress erledigt haben wollen, so müssen wir die Redezeit bestimmen. Wir müssen meiner Ansicht nach heute mit diesem Punkte zu Ende kommen, es ist Zeit, dass wir zu Ende kommen. Dr. Bodenheirner und Syrkin beharren auf der Aufrechterhaltung ihrer eingereichten Anträge. Bettelheim (Pressburg): Wir müssen einen Modus finden, um den Frieden des Kongresses, dessen Ansehen sehr wichtig ist, aufrecht zu erhalten. Die Majorität will die Minorität nicht zerschmettern, sie will bloss, dass das Ansehen des Kongresses erhalten bleibe. Aber von Seite der Majorität darf verlangt werden, dass ihre Führer der Minorität eine gewisse Lebensfähigkeit zugestehen und nicht verlangen, dass diese Minderheit sich vollständig ihren Zielen, Hoffnungen und Ansichten begeben möge. (Beifall). Hai per in: Ich stelle den Antrag, dass die Abstimmung ehe namentliche sei. Durch diese namentliche Abstimmung werden wir sehen, auf welcher Seite die loyale Majorität ist Delegierter S h i r e : Hochverehrte Versammlung! Als englischer Delegierter will ich hier zur Opposition sprechen gegen die Ausführungen von Zangvvill. Herr Zangwill hat für die Annahme des Ostafrika-Projektes gesprochen mit Argumenten, welche seine Tendenz ganz verdeckt. Er will, dass dieser Kongress das Ostafrika-Projekt annehme. Als Engländer sage ich Ihnen aber, dass wenn wir dieses Projekt annehmen, wir das englische Judentum in Gefahr stellen. Wenn auch Herr Zangwill mit der Autorität eines bedeutenden Mannes zu Ihnen spricht, so sage ich Ihnen, dass seine Worte nicht massgebend sind; wenn der Kongress das Projekt begräbt, so wird ihm das englische jüdische Volk dafür dankbar sein. (Beifallsrufe und lebhafte Proteste). Zur Besprechung des Ostafrika-Projektes katsich in England ein Verein gegründet, in dem alle politischen Parteien vertreten sind und dieser Verein hat sich gegen das Projekt ausgesprochen. Ich komme zu dem zweiten Punkt von Zangwill. Wir müssen heute klarlegen, dass der Kongress nicht eine Veranstaltung des Judentums, aber eine Veranstaltung des zionistischen Judentums ist. (Lang andauernder Beifall). Herr Zangwill hat Ihnen nicht erzählt, dass Balfour Minister von England, der ein bedeutender Denker ist, sich in einer Rede offen für den Antisemitismus ausgesprochen hat. Ich muss Sie darauf aufmerksam machen, dass in England Parteien gegen die Einwanderung des jüdischen Proletariats bestehen. In der sozialistischen Partei sind antisemitische Schriften gegen das jüdische Proletariat geschrieben worden. Ich stehe hier und erzähle eine Tatsache, Ich war Sekretär von einem jüdischen Arbeiterverein in London. Wir haben eine Versammlung einberufen, eine Protestversammlung seitens der jüdischen Arbeiter. Viele unter Ihnen erinnern sich vielleicht des grossen Saales. Dort hatten viele sozialistische Redner im Namen der internationalen Solidarität für das jüdische Proletariat gesprochen. Einer dieser Redner war James Mac Donald, welcher Sozialdemokrat und Sekretär eines Arbeitervereines in London, Sekretär von 200,000 Arbeitern ist. Jetzt ist er ein bitterer Gegner des ganzen jüdischen Proletariats. Redner polemisiert, oft von lebhaftem Beifall und stürmischem Widerspruch unterbrochen gegen Zangwills Ausführungen. Er sagt im Verlaufe seiner längeren Rede : Herr Zangwill giebt uns sechs Argumente, warum wir seine Resolution annehmen sollen. In einem Argument sagt er: Uganda ist half-way, ich sage: Es ist nicht der halbe Weg, sondern der falsche Weg und deshalb können wir die Resolution nicht annehmen. Zangwill sagt: er wTisse nicht, wann wir etwas erreichen können. Diese Frage hat sich schon jeder Zionist vor dem ersten Kongress gestellt. Wir wissen unser Ziel und werden es früher oder später erreichen. Wir brauchen nur anzufangen und das „Wann" wird kommen. Zangwill spricht hier von der Armut von hunderttausenden von Leuten, das ist Missbrauch. Ich meine nicht Missbrauch überhaupt, sondern in dieser Debatte. Die Zionisten sind hier zusammengekommen, um zu denken und nicht von ihren Gefühlen zu sprechen. Eben deshalb, weil wir hunderttausende armer Leute haben, sind wir Zionisten, aber zu sagen, weil wir hunderttausende armer Leute haben, müssen wir das kleinste Projekt annehmen, auch wenn nur wenig tausend Leute plaziert werden können, das ist einfach ein Spiel mit Worten. Zangwill sagt, wir müssten Uganda annehmen, weil es uns proponiert worden ist. Aber müssen wir alles annehmen, was uns proponiert wird? Wir müssen zuerst bedenken, ob es gut ist für uns. Er sagt: Wie wagen wir eine solche Offerte zu verwerfen, da wir so viel Armut haben? Und er hat schon ein Ausnahmsgesetz geschaffen für die Armen, für das neue Land, welches er proponiert. Er sagt, die armen Leute können nicht hinfahren nach Uganda, es ist der Platz für reiche Leute. Zangwill will die Zionisten bekehren, es ist besser er bekehre die Juden, die noch nicht Zionisten sind, anstatt die Zionisten zu bekehren zum Uganda-Projekt. (Beifall und Widerspruch.) Mr. Zangwill (von anhaltendem Beifall empfangen) spricht englisch, Dr. A. Marmorek übersetzt: Ich habe nicht das Recht zu antworten, aber ich bin gekommen um verschiedene Irrtümer richtig zu stellen, die ausgesprochen worden sind. Ich will nur sagen, dass es falsch ist, wenn Herr Shire erklärt, dass ich sagte, die grosse Anzahl von Emigranten könne das Territorium nicht bewohnen. Ich sage, sie können dieses Landangebot nicht annehmen, wenn bloss 5000

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