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Die Welt · 1905-07-29 · [Separat-Ausgabe] (29.7.1905) · page 16

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Journal
Die Welt
Volume
9 (1905)
Issue
[Separat-Ausgabe] (29.7.1905)
Date
1905-07-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sr.ito l(j „Die o Welt Separat-Ausgabe No. 2 zionistischen Vereine haben Sorge zu tragen, dass diese Einrichtung der Volkstrauer durch Kongressbeschluss zur allgemeinen Pflicht aller Zionisten gemacht werde. Anregung für den Nationalfonds. Jeder Teilnehmer des VII. Zionisten - Kongresses wolle einen Teil seiner Ausgaben dem Nationalfonde in der Form einer Selbstbesteuerung zuführen. Die Herren Schor-Jugmann, Leon Sternberg und M. Ippa eröffnen diese Selbstbesteuerung mit 5" ihrer voraussichtlichen Ausgaben und spenden jeder Fr. 5. . Offener Brief an die Delegierten des Vli. Kongresses. Wieder ist das jüdische Parlamentsgebäude in Basel von einer imposanten Menge von Sendlingen unseres Volkes durchflutet, von letzterem in selbstbewusster Hoffnung auf seine Zukunft zur Beratung hieher geschickt. Welche Freude für den Zionisten, wenn er diese aus allen Teilen der Welt unter dem Mammer des jüdischen Freiheitsgedankens zusammengeschmiedete Masse sieht! Alle Vorkonferenzen, alle Sitzungen, alle Privatgespräche in und um das grosse Haus sind natürlich mit leidenschaftlichem Eifer dem Kongress und seinen Arbeiten zugekehrt. Da ist es nun eine Frage, welche die grösste Aufregung hervorruft — eine Aufregung, welche der zionistischen Gewissenhaftigkeit entspringt. Die Frage des letzten Tages ist die erste des Kongresses — die Frage der Leitung. Wie denn nicht? Zu jedem Namen gehört unzertrennlich ein in seiner bestimmten Art denkender Kopf, ein bestimmter Charakter, und mit dem Namen und dem Programm des Führers hängen die Arbeit und der Weg* des Zionismus innig zusammen. Es sei gestattet, hierzu nach gutem Wissen und Gewissen einen Vorschlag zu machen, und alle, welche aus vollem Herzen am Zionismus hängen, werden zur gründlichen Ueberlegung des folgenden Antrages aufgefordert: o Nachdem Ereignisse der letzten Zeit es unmöglich gemacht haben, dass die Führung der Bewegung einem einzigen Manne übertragen werde, ist von verschiedenen Seiten vorgeschlagen worden, eine Gesammtheit von verschiedenen Männern, die an verschiedenen Orten wohnhaft sind, mit der Leitung des Zionismus zu betrauen. Jedem Praktiker muss es undenkbar erscheinen, dass eine so weit verzweigte Bewegung mit so vielen Arten der Arbeit wie die unsrige von verschiedenen Orten aus gründlich, rasch und geschlossen geführt werden könne.. Es müssen vielmehr eingreifende Aenderungen getroffen werden, um den Gang des Zionismus nicht durch eine stümperhafte Organisation gewaltsam zu hemmen. Diese Aenderungen sind: D i e Einsetzung einer g e s c h ä f t s f ü h r e n - den Leitung in ihrem bisherigen »Sitze. Vieles und viele werden wohl dagegen sprechen, aber die Stimmen werden beim näheren Zuhören gar nicht so laut erscheinen. Man muss es sich eingestehen, dass eine wahre Epidemie des Misstrauens und der Vorwürfe gegen das engere A. C. ausgebrochen war. Man hat es "aber tatsächlich bei jedem Schritt gehemmt, seine Arbeit fast unmöglich gemacht, sein Ansehen unterbunden und hat dann erst gefragt: „Ist unser Misstrauen nicht berechtigt?'1 Manchmal auch sahen wir mit einer gewissen Heiterkeit Feinde des engern A. C. mit ebenso menschlichen als durchsichtigen Beweggründen. Es steht jedoch fest, dass im engern A. C. Männer sitzen, die ihren Zionismus nicht erst zu beweisen und zu reformieren brauchen; zionistische Arbeiter, die von lange her in die Arbeit innerhalb der Bewegung eingeweiht sind. Notwendig ist es allerdings, dass die Wiener Herren in Zukunft neue und erprobte Kräfte als Mitarbeiter zur Auffrischung ihrer Kraft erhalten müssten. Wir denken hier an bewährte Männer in Wien und anderswo, welche die Bewegung schon seit langem aufbauen und ausbauen halfen. Weiters müsste das Wiener Komitee eine wohldurchdachte, unantastbare Geschäftsordnung erhalten. Als selbstverständlich gilt es, dass die Herren die moralische Pupillarsicherheit wie jede zionistische Behörde auch weiter behalten. Aber wir brauchen sie, brauchen sie bestimmt, weil jeder Zionist im Interesse unserer Zukunft den Grundstock der Bewegung, den geschäftsführenden Ausschluss in bekannten, erprobten Händen sehen möchte und sollte, statt in dieser Beziehung zweifelhafte Experimente machen zu lassen. Von der Routine des Exekutivkomitees unterstützt, von der Last der laufenden Geschäfte befreit, kann erst unsere Repräsentanz nach aussen, die politische Leitung und zwar in einer Kompetenz und Form wie der Kongress sie beschliesst, an ihre weit ausgreifende, gross angelegte Tätigkeit gehen. Wir sind überzeugt, dass der Kongress aus unseren bekannten Grössen Männer genug herausfinden wird, deren Werke und Gedanken das Glück unseres Volkes machtvoll fördern werden und wir wünschen ihrer schweren Arbeit schon heute aus vollem Herzen Glück. Wir würden folgende Kandidaturen vorschlagen: für die Repräsentanz: Nord au, Wolffsohn, Alex. Marmorek, Sir Francis Montefiore, Prof. Warburg. Für das Exekutivkomitee: Dr. Kokesch, Arch. Marmorek, Ing. Kremenezky, Dr. Schnirer (Wien), Ussischkin, Tschlenow. Es dürfte sich erfahrungsgemäss empfehlen, die Agenden des Wiener Exekutivkomitees in Ressorts einzuteilen und der Kongress kann weitern Einfluss gewinnen, wenn er das Wiener Sekretariat entsprechend vergrössert und selbst die Wahl der Sekretäre vornimmt, womöglich eines für jedes Ressort. Resümierend heisst es also: Führung der laufenden Geschäfte durch ein reorganisiertes Wiener Exekutiv- Komitee, Leitung der Bewegung (politische Führung) nach Wahl des Kongresses und Wahl der Sekretäre durch den Kongress. Der unumgänglichen Erörterung privater Verhältnisse wegen beantragen wir noch zum Schlüsse, den Kongress während der Wahlen vertraulich zu erklären; ferner soll die Wahl durch Stimmzettel vorgenommen werden. Jeder Delegierte wird nochmals ersucht, diesen Antrag gründlich und gewissenhaft zu bedenken. Für die Gruppe zur Beibehaltung eines Wiener Exekutiv-Komitees Heinrich Rosenbaum.

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